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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.08.2025

Authentisch und ein sehr dunkler Sommer

Der dunkle Sommer
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Die Autorin hat einen hervorragend spannenden Thriller geschrieben, der sowohl atmosphärisch als auch psychologisch tiefgründig ist. Besonders begeistert hat mich die Erzählweise aus drei Perspektiven, ...

Die Autorin hat einen hervorragend spannenden Thriller geschrieben, der sowohl atmosphärisch als auch psychologisch tiefgründig ist. Besonders begeistert hat mich die Erzählweise aus drei Perspektiven, jede mit einer eigenen, tiefgehenden Geschichte.

Tilda: die Architektin, flieht vor ihrer Vergangenheit und sucht in der verfallenen Villa auf Sardinien nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch sich selbst. Trotz ihrer Flucht lässt sie sich nicht unterkriegen und versucht, mit dem neuen Projekt und einem neuen Zuhause ihre inneren Dämonen zu bekämpfen.
Enzo: der Journalist, bringt eine investigative Energie mit, aber auch eine gewisse Melancholie. Er will die Geschichte des Dorfes aufdecken, weil er spürt, dass mehr dahintersteckt, als es zunächst scheint – doch manchmal ist es besser, wenn die Wahrheit verborgen bleibt.
Franca: eine junge Dorfbewohnerin, genießt zunächst ihre Jugend. Doch sie merkt schnell, dass die Erwachsenen im Dorf mehr Geheimnisse haben, als sie ahnte. Dann geschieht etwas, das ihr Leben auf den Kopf stellt – und ihre unbeschwerte Jugend ist vorbei. Mit ihr leidet man am meisten mit. Ihre Geschichte spielt in den 1980er-Jahren und bildet das Tor zur Vergangenheit.

Was das Buch für mich besonders macht: Es spielt in einem erfundenen Dorf und trotzdem wirkt alles so real und authentisch. So real, dass man unweigerlich googelt, ob es diesen Ort wirklich gibt. Meine Kollegin, die aus Sardinien stammt, war ebenfalls begeistert von dem Buch, obwohl sie sonst keine große Leserin ist. Auch sie meinte zu mir, das Buch sei authentisch und sehr gut beschrieben.

Der Plot-Twist am Ende war der Wahnsinn und alles fügt sich auf beeindruckende Weise zusammen. Absolute Empfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 27.07.2025

All Better Now – wirklich alles besser?

All Better Now
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Neal Shusterman bewegt sich erneut mit diesem Werk zwischen einer düsteren Zukunftsvision (für die Erkrankten nicht so) und Gesellschaftskritik. Seine realitätsnahe Dystopie zeichnet eine Welt, in der ...

Neal Shusterman bewegt sich erneut mit diesem Werk zwischen einer düsteren Zukunftsvision (für die Erkrankten nicht so) und Gesellschaftskritik. Seine realitätsnahe Dystopie zeichnet eine Welt, in der das Streben nach absolutem Glück nicht nur zum System wird, sondern zur Gefahr. Man klappt das Buch zu und doch arbeitet es weiter im Kopf. Und das passiert mir bei fast jedem Buch von ihm, was ihn zu einem meiner Lieblingsautoren macht.

Der Roman spielt in einer nahen Zukunft, in der eine mysteriöse Pandemie namens Crown Royale die Welt erschüttert. Doch anders als bei bekannten Viren bringt diese Krankheit nach der Genesung keine körperlichen Schäden, sondern absolute Zufriedenheit. Menschen, die die Krankheit überleben, verlieren negative Gefühle wie Angst, Wut oder Gier und werden altruistisch, hilfsbereit und scheinbar „besser“. Wir begleiten drei Charaktere auf ihrem Weg durch die Pandemie: Rón, der sich mit dem Virus infiziert und aus einer sehr reichen Familie stammt. Auf seinem Weg lernt er Mariel kennen, die das harte Leben auf der Straße kennt – ihre Mutter und sie haben alles verloren. Mariel möchte sich unbedingt anstecken. Und dann ist da noch Morgan, die hochbegabt und manipulativ erscheint. Sie erbt ein Vermögen und setzt alles daran, Crown Royale auszulöschen. So wird auch der Leser unweigerlich in drei Teams eingeteilt. Wobei ich denke, Team Morgan dürfte eher weniger Zuspruch finden.
Ein zentrales Thema ist die Rolle von Emotionen, insbesondere jener, die wir lieber nicht hätten: Wut, Trauer, Frust. Es stellt sich die Frage, ob wir nicht gerade durch diese Gefühle wachsen. Wenn wir darauf verzichten, sodass nur noch Glück bleibt – geben wir dann nicht ein Stück unserer Menschlichkeit auf? Und auch die Frage: Kann ewige Freude langweilen?
Ebenso zeigt es Altruismus vs. Vernunft. So ehrenvoll Altruismus auch ist, wer ohne Verstand helfen will und sich dabei selbst in Gefahr bringt, hilft weder sich selbst noch dem Menschen in Not.

Und wie sieht es bei euch aus? Würdet ihr euch mit dem Glücksvirus infizieren?

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Eine unkonventionelle Liebe hinter korruptive Mauern

Break to You
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Ich bin immer wieder erstaunt über den Autor. Jedes Mal, wenn ich etwas von ihm lese, klappe ich das Buch zu und es lässt mich nicht mehr los. Ich denke noch lange darüber nach – nicht hier über die Liebesgeschichte, ...

Ich bin immer wieder erstaunt über den Autor. Jedes Mal, wenn ich etwas von ihm lese, klappe ich das Buch zu und es lässt mich nicht mehr los. Ich denke noch lange darüber nach – nicht hier über die Liebesgeschichte, sondern vor allem über die Gesellschaftskritik.
In diesem Buch begleiten wir Jugendliche in einem Gefängnis, die in einem ungerechten System gefangen sind. Es zeigt ein Justizsystem, das junge Menschen schnell verurteilt, und wir tauchen in eine Geschichte ein, die voller Korruption und Machtmissbrauch ist – auch hinter den Mauern des Gefängnisses. Adriana schreibt Tagebuch, das für sie der Zugang zu ihren Emotionen und Gedanken ist. Es ist ein sehr wichtiger Bestandteil ihres Lebens, und sie muss regelrecht darum kämpfen, es mit ins Jugendgefängnis nehmen zu dürfen. Umso schlimmer ist es, als sie es schließlich verliert. Mädchen und Jungen werden getrennt unterrichtet, gehen zu unterschiedlichen Zeiten zum Essen und auch in die Bibliothek. Als Adriana, die sehr gerne Zeit in der Bibliothek verbringt, endlich wieder hineindarf, sucht sie ihr Tagebuch. Doch sie stellt fest, dass jemand darin gelesen und hineingeschrieben hat. Was sie zunächst wütend macht, entwickelt sich zu einer Liebesgeschichte, die nur über das Austauschen von Nachrichten stattfindet. Dieser Wendepunkt zeigt, dass selbst in düsteren Zeiten etwas Positives entstehen kann. Jon, der Junge, der ihr schreibt, und Adriana wollen sich treffen. Obwohl das unmöglich erscheint, entwickelt sich schnell ein Plan. Doch nicht jeder, dem man vertraut, ist ein Freund, und die Dinge nehmen eine weitere drastische Wendung, die einen als Leser wirklich zum Nachdenken anregt.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen, wenn man bereit ist, über die Strukturen, die Korruption und den Machtmissbrauch vor und hinter Mauern nachzudenken.

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Eine wunderbare Mischung aus Enola Holmes und Bridgerton

Agency for Scandal
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Wer eine wunderbare Mischung aus Enola Holmes und Bridgerton lesen möchte, ist hier genau richtig. Aus Enola Holmes bekommen wir die clevere Detektivarbeit, während sie aus Bridgerton den Glamour der viktorianischen ...

Wer eine wunderbare Mischung aus Enola Holmes und Bridgerton lesen möchte, ist hier genau richtig. Aus Enola Holmes bekommen wir die clevere Detektivarbeit, während sie aus Bridgerton den Glamour der viktorianischen High Society übernimmt. Besonders begeistert hat mich der feministische Ansatz. Eine Gruppe mutiger Ermittlerinnen, die im "Finkennest" arbeiten, hilft Frauen in Not – zum Beispiel verheirateten Frauen, die durch ihre Heirat zum Eigentum ihrer Ehemänner wurden und womöglich unter deren Gewalt leiden. Doch Frauen haben Rechte, ob verheiratet oder nicht. Doch muss diese Arbeit natürlich im Verborgenen stattfinden, denn es ist das 19. Jahrhundert.

Izzy, die Protagonistin, kämpft zusätzlich mit ihren persönlichen Herausforderungen. Nach dem Tod ihres Vaters, der die Familie nahezu mittellos zurückließ, hat sie von ihm das Schlösserknacken gelernt – eine Fähigkeit, die sie zur idealen Rekrutin für das Finkennest macht. Der aktuelle Fall wird jedoch immer komplizierter, als der Duke von Roxton darin verwickelt wird. Und als wäre das nicht genug, ist es ausgerechnet der Duke, in den Izzy seit über einem Jahr heimlich verliebt ist.

Der flüssige Schreibstil und die kurzen Kapitel machen das Buch zu einem echten Lesegenuss. Die Handlung ist spannend und später auch romantisch, also ein absolutes Wohlfühlbuch.

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Veröffentlicht am 15.04.2025

Aufwachsen vor dem Bildschirm: Was Social Media wirklich anrichtet

Generation Angst
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Durch Zufall bin ich auf dieses Buch gestoßen, als ich mich mit einer Freundin traf, die es dabei hatte. Da wir schon seit unserer Kindheit befreundet sind und eine überwiegend spielbasierte Kindheit erlebt ...

Durch Zufall bin ich auf dieses Buch gestoßen, als ich mich mit einer Freundin traf, die es dabei hatte. Da wir schon seit unserer Kindheit befreundet sind und eine überwiegend spielbasierte Kindheit erlebt haben, wollte ich das Buch unbedingt lesen.
Der Autor ist Sozialpsychologe, und das spiegelt sich deutlich im Buch wider. Der Inhalt wird durch Statistiken und Grafiken fundiert. Am Ende jedes Kapitels gibt es eine hilfreiche Zusammenfassung, während die Aussagen im Kapitel ausführlicher dargestellt werden. Das Buch ist dennoch leicht verständlich und richtet sich an eine breite Leserschaft, nicht nur an wissenschaftlich orientierte Leserinnen und Leser.

Erschreckend ist, dass Kinder und Jugendliche immer mehr Zeit vor Bildschirmen verbringen und sich der Gefahren oft nicht bewusst sind. So formt Social Media ein unrealistisches Bild, das in der Realität kaum umsetzbar ist. Seit der Einführung des Smartphones haben psychische Erkrankungen drastisch zugenommen, besonders bei der Generation, die mit dieser Technologie aufgewachsen ist. Diese erkrankt häufiger als die vorherige Generation. Gleichzeitig ist es durch die heutige Sicherheitslage schwieriger geworden, Kinder unbesorgt zum Spielen nach draußen zu schicken. Es mangelt an geschützten Räumen für Kinder und Jugendliche, weshalb dringend Handlungsbedarf besteht, um ein Leben jenseits des Bildschirms zu ermöglichen. Auch Erwachsene sollten sich wieder stärker auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Wie oft sitzen Menschen zusammen, und anstatt sich zu unterhalten, starren alle nur auf ihre Handys?

Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Daten und die Forschung sich auf die USA beziehen und nicht eins zu eins auf andere Länder übertragbar sind. Trotzdem denke ich, dass das Buch für alle lesenswert ist und jeder Leser daraus einen Mehrwert ziehen kann.

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