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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2026

Wenn die Wahrheit zur Waffe wird: Ein würdiger Abschluss

Kiss of the Broken – Seine Liebe ist ihre Verdammnis
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Nach dem heftigen Cliffhanger des ersten Bandes war die Vorfreude auf das Finale riesig – und Julia Pauss hat mich nicht enttäuscht. Kiss of the Broken knüpft nahtlos an die dramatischen Ereignisse an ...

Nach dem heftigen Cliffhanger des ersten Bandes war die Vorfreude auf das Finale riesig – und Julia Pauss hat mich nicht enttäuscht. Kiss of the Broken knüpft nahtlos an die dramatischen Ereignisse an und wirft uns direkt zurück in die düstere Atmosphäre von Lethia und das für uns neue, beklemmende Reich der Dämonen, Tenebria.

Besonders hervorzuheben ist der Schreibstil. Die Autorin schafft es, eine konstante Grundspannung zu halten, die sich nicht durch plumpe Action, sondern durch die tiefe emotionale Zerrissenheit der Figuren speist. Die Sprache wirkt geschmeidig und zieht einen regelrecht in die Seiten hinein, sodass die Nachtstunden beim Lesen wie im Flug vergehen. Dass zu Beginn die wichtigsten Ereignisse kurz zusammengefasst werden, erleichtert den Wiedereinstieg enorm.

Die Geschichte lebt vor allem von Scarlett. Ihre Entwicklung von der Gejagten zur strategischen Kämpferin, die bereit ist, für Ren und ihren Frieden alles zu opfern, ist absolut authentisch gezeichnet. Während Ren in seiner inneren Finsternis gefangen scheint, ist es Scars unbändiger Wille, der die Handlung vorantreibt. Auch wenn manche Wendungen im Vergleich zum Auftakt etwas vorhersehbarer wirkten, büßt das Buch nichts an Intensität ein. Die Dynamik zwischen den beiden bleibt das Herzstück: ein schmerzhafter Tanz zwischen Verrat, Rachegelüsten und einer Liebe, die eigentlich nicht sein darf. Ein atmosphärischer Abschluss, der zeigt, dass Licht und Schatten oft untrennbar miteinander verwoben sind.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Elfheim im Zeitraffer: Ein emotionales, aber überstürztes Finale

The Last Wish of Bristol Keats
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Mary E. Pearson schafft es auch im zweiten Band, mich mit ihrer bildgewaltigen Sprache direkt nach Elfheim zu ziehen. Ihr Stil ist wie ein Sog – atmosphärisch und dicht, sodass man die magische Kälte und ...

Mary E. Pearson schafft es auch im zweiten Band, mich mit ihrer bildgewaltigen Sprache direkt nach Elfheim zu ziehen. Ihr Stil ist wie ein Sog – atmosphärisch und dicht, sodass man die magische Kälte und die düstere Eleganz dieser Welt förmlich spüren kann. Doch während das Worldbuilding glänzt, stolpert die Erzählgeschwindigkeit leider über ihre eigenen Beine.

Bristol als Heldin ist greifbar und ihre Last spürbar schwer. Besonders der Fokus auf Familie und Loyalität gibt der Geschichte ein schönes emotionales Fundament. Allerdings hätte die Handlung dringend mehr Luft zum Atmen gebraucht. Was sich zu Beginn noch atmosphärisch ausbreitet, wird zum Ende hin zu einem regelrechten Marathon. Viele komplexe Fäden werden fast schon hektisch verknüpft, wodurch die emotionale Tiefe mancher Schicksalsschläge leider auf der Strecke bleibt.

Auch bei der Romanze zwischen Bristol und Tyghan bin ich zwiegespalten. Die Chemie stimmt zwar, aber das ständige Schweigen und die daraus resultierenden Missverständnisse wirkten auf Dauer etwas ermüdend. Oft fehlte die echte Aussprache genau dort, wo sie die Bindung hätte festigen können, statt sie durch plötzliche Leidenschaft zu ersetzen. Es ist ein solider Abschluss, der mich melancholisch zurücklässt, weil in dieser wunderbar facettenreichen Welt eigentlich noch viel mehr Platz für eine Trilogie gewesen wäre.

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Veröffentlicht am 13.10.2025

Ein Geist auf neuen Wegen: Magische Gefühle zur Weihnachtszeit

Good Spirits
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"Good Spirits" von B. K. Borison ist genau die Art von Buch, die man für die kalte Jahreszeit braucht: eine herzerwärmende, gemütliche Romanze mit einer zauberhaften Note. Die Grundidee ist originell: ...

"Good Spirits" von B. K. Borison ist genau die Art von Buch, die man für die kalte Jahreszeit braucht: eine herzerwärmende, gemütliche Romanze mit einer zauberhaften Note. Die Grundidee ist originell: Nolan, der seit über einem Jahrhundert als Geist der vergangenen Weihnacht feststeckt, wird auf die empathische Antiquitätenladenbesitzerin Harriet angesetzt, weil sie angeblich etwas Schlimmes getan hat. Das Rätsel, warum ausgerechnet diese liebenswürdige "gute Seele" heimgesucht werden muss, bildet das Zentrum der Geschichte und hält die Spannung aufrecht.

Borisons Schreibstil ist dabei federleicht und ungemein gefühlvoll. Sie schafft es, eine intime und warme Atmosphäre zu erzeugen, die den Leser sofort einhüllt – es fühlt sich an wie ein heißer Kakao vor einem knisternden Kamin. Der Humor blitzt immer wieder in den Dialogen und Gedanken auf, besonders wenn der mürrische Nolan auf Harriets unerschütterlichen Optimismus trifft. Die Autorin konzentriert sich sehr auf die inneren Monologe und die zarte Entwicklung der Beziehung, was der Geschichte eine schöne Tiefe verleiht. Man merkt, dass es ihr darum geht, die emotionalen Schichten der Charaktere freizulegen.

In der Geschichte geht es nicht nur um die ungewöhnliche Liebe zwischen einem Geist und einem Menschen, sondern auch darum, alte Wunden zu heilen. Nolan und Harriet müssen sich gemeinsam ihrer Vergangenheit stellen. Die Auflösung des eigentlichen Grundes für Nolans Auftrag ist clever und romantisch gelöst, fernab von kitschigen Klischees. Es ist eine Geschichte über das Warten, das Finden eines Seelenverwandten und die Magie, die passiert, wenn man anfängt, für sich selbst einzustehen, anstatt nur die Erwartungen anderer zu erfüllen. Obwohl die Weihnachtszeit den Rahmen bildet, ist der Kern die Entwicklung der Charaktere, was das Buch über eine reine "Weihnachts-RomCom" hinaushebt und ihm einen tiefgründigen Anker gibt. Für alle, die Romantik mit einem Hauch Fantasy und viel Gefühl suchen, ist dieses Buch ein Volltreffer.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Freundschaft, Geheimnisse und ein begrabenes Versprechen

I Know Where You Buried Your Husband
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Marie O’Hares Roman „I Know Where You Buried Your Husband“ hat mich von der ersten Seite an gepackt, vor allem durch seine provokante Prämisse. Die Idee, eine Gruppe von Frauen zu zeigen, die ein solch ...

Marie O’Hares Roman „I Know Where You Buried Your Husband“ hat mich von der ersten Seite an gepackt, vor allem durch seine provokante Prämisse. Die Idee, eine Gruppe von Frauen zu zeigen, die ein solch drastisches Geheimnis teilen, ist spannend und verspricht eine turbulente Geschichte über Loyalität und Abgründe.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und direkt, was das Buch trotz seiner schweren Themen leicht lesbar macht. O'Hare wechselt geschickt die Perspektiven der fünf Freundinnen, was Einblicke in ihre individuellen Leben und Sorgen bietet. Das gelingt ihr so gut, dass man das Gefühl hat, die Charaktere tatsächlich zu kennen – auch wenn einige von ihnen absichtlich überspitzt und kantig gezeichnet sind. Gerade diese überzeichneten Züge sorgten bei mir für ein Wechselbad der Gefühle: Mal amüsiert, mal irritiert, aber immer neugierig auf das, was als Nächstes passiert.

Die Handlung entfaltet sich jedoch nicht ganz so, wie man es vom Titel her erwarten würde. Anstatt eines rasanten Thrillers ist es eher eine Charakterstudie, die sich mit den inneren Kämpfen und der Dynamik der Freundschaft auseinandersetzt. Mir persönlich fehlte an manchen Stellen das Tempo und der subtile, schwarze Humor, den ich mir erhofft hatte. Stattdessen wird viel Raum für die psychologischen Tiefen der Frauen gelassen, was die Geschichte in der Mitte etwas in die Länge zieht.

Trotzdem schafft es die Autorin, am Ende alle Fäden zusammenzuführen und die Fragen zu beantworten, die sich im Laufe der Lektüre aufgetan haben. Obwohl nicht alles bis ins kleinste Detail erklärt wird, fand ich den Abschluss zufriedenstellend.

Wer eine unterhaltsame Geschichte über Frauenfreundschaften, dunkle Geheimnisse und die Grenzen von Loyalität sucht, der ist hier gut aufgehoben. Wer einen reinen, temporeichen Kriminalroman erwartet, sollte sich jedoch bewusst sein, dass dieses Buch mehr Wert auf die Charaktere als auf die Handlung legt.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Eine überraschende Reise ins Herz des Drachen

Flammensturm (Band 1) - Firebird
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Juliette Cross hat mit "Firebird" eine einzigartige Welt erschaffen, in der sie das brutale und doch faszinierende alte Rom mit der geheimnisvollen Welt der Drachen verknüpft. Diese außergewöhnliche Kombination ...

Juliette Cross hat mit "Firebird" eine einzigartige Welt erschaffen, in der sie das brutale und doch faszinierende alte Rom mit der geheimnisvollen Welt der Drachen verknüpft. Diese außergewöhnliche Kombination ist mutig und funktioniert erstaunlich gut, da der scharfsinnige und manchmal grausame Alltag der Römer perfekt zur urtümlichen Natur der Drachen passt.

Das Buch fesselt mit einem bildgewaltigen und klaren Schreibstil. Er ist nicht überladen, sondern führt direkt ins Geschehen und schafft eine dichte Atmosphäre. Man spürt die Dunkelheit und die Gefahren, die in der Welt lauern, und wird zugleich in eine Geschichte voller Geheimnisse und Wendungen gezogen. Während die Handlung im ersten Teil noch etwas behutsam aufgebaut wird, steigert sich die Spannung kontinuierlich und hält einen bis zum Ende in Atem. Das Tempo ist meist genau richtig, obwohl es zwischendurch ein paar Passagen gibt, die sich etwas ziehen.

Die Dynamik zwischen den Hauptcharakteren, Julian und Malina, ist das Herzstück der Erzählung. Die langsame Annäherung der beiden ist authentisch und gefühlvoll inszeniert. Julian, ein scheinbar hartherziger Feldherr, und Malina, eine kämpferische Sklavin, zeigen im Laufe der Geschichte ihre tiefere und verletzlichere Seite. Ihre Entwicklung ist spürbar, und man fiebert mit ihnen mit, während sie versuchen, ihre Gefühle in einer Welt voller Vorurteile und Machtkämpfe zu navigieren.

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