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Veröffentlicht am 18.01.2018

Grandios geschrieben

Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet
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Mit dem Rechtsanwalt Jack Angel hat Grace einen wahren Glückstreffer gelandet, denn der Mann sieht nicht nur gut aus und ist erfolgreich in seinem Job, nein, er liebt auch Graces Schwester Millie, die ...

Mit dem Rechtsanwalt Jack Angel hat Grace einen wahren Glückstreffer gelandet, denn der Mann sieht nicht nur gut aus und ist erfolgreich in seinem Job, nein, er liebt auch Graces Schwester Millie, die das Downsyndrom hat. Als er ihr nach kurzer Zeit einen Heiratsantrag macht, kann Grace ihr Glück kaum glauben und gibt ihm ihr Ja-Wort. Alles ist perfekt, Jack ist erfolgreich, das Haus, das er für sie kauft, ist perfekt und tatsächlich wird es noch besser, denn Millie soll nach Beendigung der Schule bei ihnen einziehen. Doch schon während ihrer Hochzeitsreise muss Grace etwas feststellen, perfekt ist nicht immer alles, oder? Denn Jack hat alles geplant und das... perfekt.

Meine Meinung:

Wow, also ich muss sagen, dieses Buch beginnt zwar noch ruhig und langsam, aber es fesselte mich bereits von der ersten Seite an. B.A. Paris schafft es vom ersten Augenblick an, mich in ihre Geschichte zu ziehen und ich konnte das Buch erst aus der Hand legen, als ich die letzte Seite gelesen hatte. Der Schreibstil ist absolut fesselnd und mitreißend und ich konnte mich perfekt in die Protagonistin Grace versetzen. Diese erzählt aus ihrer Sicht ihre Erlebnisse und die Kapitel werden abwechselnd mal in der Gegenwart, mal aus der Vergangenheit wiedergegeben. Gerade zu Beginn passiert nicht viel, aber man hat ständig den Eindruck, dass da irgendetwas sich anbahnt, dass da irgendwo der dicke Hammer hängt, der gleich zuschlägt und so war es dann auch.

So beginnt es ganz harmlos und man läßt sich regelrecht in Sicherheit wiegeln, bis es dann wirklich passiert und Jack sein wahres Gesicht zeigt. So wird die Spannung immer stärker und auch der Sog der Geschichte immer intensiver, ich fühlte es beinahe am eigenen Leib, wie sich die Protagonistin fühlte und litt mit ihr mit.

Dank der Ich-Perspektive aus Graces Sicht war ich fest mit ihr verbunden, das ganze wurde so intensiv, dass ich gemeinsam mit ihr herausgefunden habe, wie es sein muss, einem anderen Menschen so völlig ausgeliefert zu sein. Es ist schwer, hier nicht zu viel zu verraten, aber das ganze Geschehen hatte etwas völlig beklemmendes, ich fühlte mich verraten, betrogen, verängstigt und doch war da ein Fünkchen Hoffnung zu spüren, die natürlich auch immer wieder zerschlagen wurde.

Grace ist ein wirklich gelungener Charakter, die mir gleich sympathisch war und die mir auch ans Herz wuchs, aber umso mehr litt ich dann auch mit ihr mit und ich habe sie absolut bewundert, denn Grace ist definitiv niemand, der leicht aufgibt. Eine wirklich gelungene Protagonistin, sehr glaubhaft, sehr authentisch und bewundernswert.

Aber auch Jack ist hier völlig gelungen dargestellt, er schien so perfekt zu Beginn, dass ich glaube, jede Frau wäre hier reingefallen. Er wiegelt Grace in perfekte Sicherheit und erst als es zu spät ist, bemerkt man, gemeinsam mit Grace, wie sehr man diesem Psychopathen ausgeliefert ist. Dabei hat er alles bis ins kleinste Detail durchdacht und selbst wenn man meint, man sei ihm, gemeinsam mit Grace, entkommen, steht er schon wieder vor einem. Dabei ist aber auch der Charakter des Jack so glaubhaft geschildert, dass er einfach völlig authentisch wirkt und ich ihn vor mir sehen konnte.

Erwähnenswert finde ich hier auch noch Grace Schwester Millie, die ebenfalls ein sehr sympathischer und glaubhafter Charakter ist. Dieses Mädchen wird dann doch so manches Mal unterschätzt und ich habe hier sehr mitgefiebert.

Mein Fazit:

Ich möchte hier inhaltlich einfach nicht zu viel wiedergeben, aber dieser Psychothriller ist durchweg gelungen. Ich konnte mich völlig in die Protagonistin versetzen und alle ihre Erlebnisse wurden regelrecht zu meinen eigenen. Mit diesem Buch hat B. A. Paris ein wirklich beeindruckendes Debüt geschaffen, dass mich völlig fesseln und begeistern konnte und das mich mit einem beklemmenden Gefühl und mit der Frage zurücklässt, ob ich genau so wie Grace hätte auftreten können. Klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 18.01.2018

Wunderbare Jugendfantasy

Chosen 1: Die Bestimmte
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Emma wächst allein bei ihrer Mutter in Deutschland auf, ihren Vater kennt sie nicht und auch sonst scheint es keine Verwandte zu geben. Als eines Tages Emmas Mutter bei einem Unfall stirbt, taucht ein ...

Emma wächst allein bei ihrer Mutter in Deutschland auf, ihren Vater kennt sie nicht und auch sonst scheint es keine Verwandte zu geben. Als eines Tages Emmas Mutter bei einem Unfall stirbt, taucht ein merkwürdiger Mann bei deren Beerdigung auf. Schnell wird klar, er ist Emmas Vater. Dieser nimmt sie kurzerhand mit in seine Heimat, wo sie ein Eliteinternat für Hochbegabte besuchen soll. Doch dieses Internat ist mehr als merkwürdig und bald stellt sich heraus, dass die Schüler nicht nur hochbegabt sind, sondern genau wie Emma andere aussergewöhnliche Fähigkeiten besitzen. Emmas Mutter hat sie immer gewarnt vor diesen Menschen, doch Emma weiß bald schon nicht mehr, wem sie trauen soll. Denn alle Schüler, Lehrer und ihr Vater sind Anhänger von Sensus Corvi und auf der anderen Seite scheint es eine weitere Gruppe zu geben, die so gar nicht mit Sensus Corvis Methoden einverstanden zu sein scheint. Emma steht zwischen den Fronten und das sie auch noch über eine besondere Gabe verfügt, macht sie für die Konkurrenten noch interessanter.
Meine Meinung:
Ich muss sagen, ich war gleich von der ersten Seite an von dem Buch gefesselt und die Geschichte hat mich wirklich begeistern können. Der Schreibstil ist sehr jugendlich und leicht verständlich, dabei aber absolut flüssig und mitreißend, so dass ich regelrecht durch die Seiten fliegen konnte beim Lesen. Dabei ist es aber auch noch so spannend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Zunächst wird es nämlich noch gar nicht so klar, worum es hier überhaupt geht. Das Emma etwas besonderes ist, ist zwar schnell klar, doch zunächst wirkt alles sehr geheimnisvoll. Die Begabungen und das Telekinese hier eine Rolle spielt, wird dann zwar schnell erzählt, aber es gibt so unglaublich viele Geheimnisse, dass ich einfach nicht mehr wusste, wem man in dieser Geschichte noch vertrauen soll.

Genau so geht es natürlich auch Emma, genannt Emz, in die ich mich nicht nur dank der Ich-Form der Erzählung wunderbar hineinversetzen konnte. Auch ich als Leser bekam immer nur genau das eröffnet, was auch Emz herausfand und so habe ich mich mit ihr gemeinsam durch die Geheimisse gehangelt.

Emma ist hier die Protagonistin und konnte mir sehr schnell ans Herz wachsen. Sie ist sehr aussergewöhnlich, dabei absolut warmherzig und durchaus liebenswert. Ich konnte mich gut in sie hineinfühlen und mitempfinden, wie es ihr in dieser Situation, Verlust der Mutter, Umzug zum unbekannten Vater, gehen konnte. Dabei ist sie aber nicht nur warmherzig, sondern absolut mutig und taff und läßt sich so schnell nicht unterkriegen. Da ähnelt sie schon sehr ihrem Vater, der hier äußerlich den harten Kerl spielt, der aber immer mal wieder durchscheinen läßt, wie er wirklich ist.

Ein bisschen genervt war ich von der üblichen Dreiecksgeschichte, die so oft in diesem Genre vorkommt. Trotzdem sind auch die beiden männlichen Protagonisten interessante und denkbare Charaktere.

Das Setting, das Internat, bietet vielleicht nicht die großen, neuen Überraschungen, da hier die typischen Charaktere auftraten, aber das konnte mich nicht allzu sehr stören. Dafür gab es einfach ganz viel anderes zu entdecken und die Beschreibungen der Gaben, die Emma und die anderen haben, haben mich durchweg fasziniert.
Mein Fazit:
Alles in allem hat mir der Einstieg in diese neue Reihe sehr gut gefallen und ließ keine Wünsche übrig. Die Charaktere sind stimmig, zwar gab es mal wieder die Andeutung einer sich entwickelnden Dreiecksbeziehung, aber es gab einfach genug anderes zu entdecken, als das mich dieses stören konnte. Viele Geheimnisse, undurchsichtige Charaktere und Wendungen halten die Spannung permanent hoch und lassen dieses Jugendbuch, das auch absolut geeignet für die Zielgruppe ist, zu einem Pageturner werden. Von mir gibt es hier eine klare Leseempfehlung! Viel Spaß!

Veröffentlicht am 18.01.2018

Rasant, verwirrend, spannungsgeladen

Black Memory
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Eine Frau wacht auf und stellt fest, dass sie weder weiß, wer noch wo sie ist, nur dass sie sich mitten auf dem Wasser in einem kleinen Boot befindet, stellt sie sehr schnell fest. Scheinbar wurde sie ...

Eine Frau wacht auf und stellt fest, dass sie weder weiß, wer noch wo sie ist, nur dass sie sich mitten auf dem Wasser in einem kleinen Boot befindet, stellt sie sehr schnell fest. Scheinbar wurde sie von einem Mann bewusstlos aus dem Meer geborgen, doch wie sie dort hingekommen ist, weiß sie nicht. Kaum an Land der indonesischen Küste, wo sie sich wohl anscheinend befindet, wird sie jedoch verhaftet, denn sie soll von Interpol gesucht werden. Sollte sie wirklich eine Verbrecherin sein? Ihr Name sei Clare Brent, eine Ärztin aus London und gesucht wird sie wegen Kindesentführung. Clare weiß nicht wie ihr geschieht, ihre Erinnerung sind so schwarz wie die Nacht und auch sonst weiß sie nicht mehr, wem sie glauben kann und wem nicht. Nur eines weiß sie genau: sie muss dieses Kind finden.
Meine Meinung:
Wow, was für ein rasanter Thriller! Dieses Buch hat gleich vom ersten Moment an einen gewaltigen Sog auf mich ausgeübt und zog mich innerhalb kürzester Zeit in sein Geschehen. Dabei ist die Grundstory eigentlich eine altbekannte Geschichte: eine Frau mit Blackout kommt irgendwo zu sich. Doch die Umsetzung des Ganzen ist hier absolut überzeugend und spannungsgeladen dargestellt, dass ich die Seiten nicht schnell genug umblättern konnte.
Der Schreibstil ist wirklich sehr gut, absolut fesselnd und mitreißend, dabei flüssig und gut verständlich und selbst wenn es in den Bereich Traumaverarbeitung etc geht, wird alles so erzählt, dass ich keinerlei Verständnisprobleme hatte.
Auch sonst ist hier die Spannung sehr hoch, es gibt actiongeladene Szenen, die mich kaum zu Atem kommen ließen und bei denen ich mit regelrechtem Herzklopfen auf dem Sofa saß. Die Verwirrungen und Wendungen, die hier eingebaut sind, waren für mich nicht vorhersehbar und zogen die Spannungsschraube noch einmal richtig an. Dabei sind die Kapitel recht kurz und knapp gehalten und ließen mich ebenfalls nur so durch das Geschehen fliegen, ganz nach dem Motto: ein Kapitel geht noch.
Erzählt wird das Ganze von einem Ich-Erzähler aus der Sicht der Protagonistin Clare, nur ab und an gibt es kleinere Kapiteleinschübe, die von einem Erzähler wiedegegeben werden. Diese kurzen Einblicke machen nur noch neugieriger und sorgten noch einmal mehr dafür, dass ich nicht wusste, wie mir geschah.
Die Protagonistin Clare konnte mich ebenfalls vom ersten Augenblick an für sich einnehmen und ich fühlte mich hier mit ihr verbunden, teilweise konnte ich mich perfekt in ihre Situation versetzen. Dadurch, dass sie das Geschehen auch selbst schildert, konnte ich mitfühlen, wie es ihr gerade geht. Wem soll ich glauben? Wem vertrauen? Wer will was von mir? Wer ist der Mann, der behauptet mein Mann zu sein? Diese ganzen Fragen schwirrten regelrecht durch meinen Kopf, so dass es mir schon fast schwindelig wurde. Auch sonst konnte mich die Darstellung der Charaktere einnehmen, denn hier spielt einfach jeder seine Rolle perfekt. Ich wusste, genau wie Clare, rein gar nichts mehr.
Zu jedem kleinen Puzzleteil, das ich fand, gab es unzählige Fragen, die misstrauisch machten, für eine Lösung gab es gleich wieder neue Fragen.
Mein Fazit:
Für mich ein absolut spannungsgeladener Pageturner, der mich völlig fesseln und überzeugen konnte. Hier scheint alles bis ins Detail durchdacht und die Charaktere handeln glaubhaft und authentisch. Die Lösung des Ganzen war mir dann vielleicht minimal zu weit hergeholt, wobei ich aber auch da durchaus dachte: warum nicht? Die Charaktere waren interessant und undurchschaubar. Janet Clark hat hier ein bekanntes Grundgerüst zu einem Thriller gemausert, der für mich keine Wünsche übrig ließ. Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 18.01.2018

Colleen Hoover ist einfach die Königin dieses Genres

Nächstes Jahr am selben Tag
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Die achtzehnjährige Fallon, Tochter eines ehemaligen Fernsehstars, hat einen Traum, sie möchte Schauspielerin am Broadway werden. Aus diesem Grund möchte sie von Los Angeles nach New York ziehen und trifft ...

Die achtzehnjährige Fallon, Tochter eines ehemaligen Fernsehstars, hat einen Traum, sie möchte Schauspielerin am Broadway werden. Aus diesem Grund möchte sie von Los Angeles nach New York ziehen und trifft sich an ihrem letzten Abend mit ihrem Vater in einem Restaurant. Doch dieser behandelt Fallon alles andere als freundlich, denn er glaubt nicht an Fallons Traum, denn auch wenn sie Talent hat, so ist sie optisch keine Schauspielerin, denn bei einem Brand hat sie schwere Verbrennungen erlitten und dementsprechend Narben an ihrem Körper. Doch völlig überraschend erhält Fallon Unterstützung bei dem Gespräch, denn der junge Mann am Nachbartisch, Ben, hat mitgehört und mischt sich ein. Nachdem der Vater geht, kommen sie weiter ins Gespräch und schnell stellen sie fest: sie mögen sich. Ausgerechnet jetzt vor dem Umzug, doch die Beiden beschließen etwas: nächstes Jahr am selben Tag werden sie sich wiedersehen, genau da, wo sie sich kennengelernt haben.
Meine Meinung:
Was soll ich noch groß zu den Büchern von Colleen Hoover schreiben? Diese Frau besitzt einfach einen unsagbar guten, flüssigen und fesselnden Schreibstil, der mich jedes Mal aufs Neue mitten in ihre Geschichten zieht. Genau so war es auch dieses Mal wieder, denn mit Nächstes Jahr am selben Tag, ist der Autorin wieder einmal ein wundervolles und gefühlvolles Buch gelungen, das ich in kürzester Zeit, nämlich an nur einem Abend, verschlungen habe. Wie so oft war ich auch hier von der ersten Seite an mitten im Geschehen und konnte die Charaktere lebhaft vor mir sehen.
An diesem Buch hat mir ganz besonders die Entwicklung der Charaktere gefallen. Colleen Hoover läßt ihre Protagonisten wirklich nur einmal im Jahr, am 9. November, aufeinander treffen und in der Zeit dazwischen, wissen sie nicht voneinander. Das brachte natürlich immer wieder Entwicklungen und Wendungen mit sich, die ich nicht unbedingt vorausgesagt habe. Natürlich gibt es auch wieder ein besonders dramatisches Geschehen, doch worum es geht, solltet ihr natürlich selber lesen.
Wie auch in ihren anderen Büchern läßt Colleen Hoover auch hier ihre Charaktere selber erzählen. So verfolgen wir die Geschichte der beiden Protagonisten aus abwechselnder Sicht, kapitelweise in der Ich-Perspektive und mal schildert Fallon ihre Gefühle und ihre Sicht auf die Ereignisse und dann wiederum Ben. So hatte ich als Leserin natürlich wieder einen sehr guten Eindruck, wie es den Charakteren mit ihren Erlebnissen geht und wie sie sich dabei fühlen und ich hatte natürlich auch den Eindruck, die Beiden sehr gut kennenlernen zu dürfen.
Fallon ist eine ganz tolle Person, die einfach nur sehr natürlich wirkt und wie das nette Mädchen von nebenan. Sie ist weder die abgehobene Prinzessin noch das Naivchen, das vom Bad Boy verführt wird, sondern einfach jemand, wie du und ich. Das läßt sie natürlich auch unglaublich sympathisch werden und ich habe mit ihr mitgefiebert, gelacht, gezittert und den Klos in der Kehle heruntergeschluckt. Ben ist kurz und knapp gesagt: toll! Er ist einfach ein ganz toller Kerl, bei dem ich einfach nur sagen kann: einen Ben für alle oder bitte mehr von diesen Bens auf dieser Welt. Ihr müsst ihn einfach selbst erleben, denn da merkt ihr schnell, was ich damit meine.
Nebencharaktere gibt es hier nicht allzu viele und sie bleiben auch recht deutlicht im Hintergrund, geben aber der Geschichte ein natürliches Geschehen und wirken trotz teilweise sehr kurzen Auftritten sehr lebendig.
Mein Fazit:
Ein typischer Colleen Hoover Roman, mit der die Autorin meiner Meinung nach, noch einmal eine Schippe oben drauf legt. Sie schreibt die Geschichte rund um Fallon und Ben voller Gefühl, aber auch mit sehr viel Humor und so wird der Leser auch zwischen den ganzen Gefühlen hin- und hergezogen. Es macht einfach unglaublich viel Spaß dem Geschehen zuzusehen, denn die Bilder im Kopf werden, wie immer, sehr lebendig. Für Colleen Hoover Fans ein MUSS und für alle, die es noch nicht sind, aber dieses Genre mögen, ein Tipp!

Veröffentlicht am 18.01.2018

Sehr spannend erzählt

Das Haus in der Nebelgasse
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Wir schreiben das Jahr 1900 und viele fangen an, umzudenken, doch die Zeiten sind noch sehr schwierig für Frauen. Doch Matilda Gray, eine junge Lehrerin, ist eine sehr selbstbewusste, junge Frau, die weiß, ...

Wir schreiben das Jahr 1900 und viele fangen an, umzudenken, doch die Zeiten sind noch sehr schwierig für Frauen. Doch Matilda Gray, eine junge Lehrerin, ist eine sehr selbstbewusste, junge Frau, die weiß, wie sie ihre Meinung vertreten kann. Als eine ihrer Schülerin durch ihren Vormund von der Schule abgemeldet wird und das angeblich aus gesundheitlichen Gründen, wird Matilda misstrauisch, denn eigentlich war das Mädchen eine sehr wißbegierige, junge Frau. Dann erhält sie noch eine Karte der Schülerin, die scheinbar einen versteckten Hilferuf beinhaltet. Matilda beginnt auf eigene Faust zu forschen, was passiert ist und stößt auf eine versteckte Schatulle, mit deren Inhalt sie jedoch wenig anfangen kann. Sie wendet sich an den Historiker Professor Fleming und gemeinsam gehen die Beiden auf eine spannende Nachforschung im viktorianischen London.
Meine Meinung:
Ich muss sagen, dass Susanne Goga es mit ihrem Buch geschafft hat, mich gleich von der ersten Seite an, an das Geschehen zu fesseln. Der Schreibstil ist einfach so mitreißend und versetzt den Leser umgehend in das viktorianische London und man kann das Buch kaum noch aus der Hand legen. Dabei ist es zwar sprachlich durchaus der Zeit angepasst, aber nicht so abgehoben, dass man sich mit langatmigen Passagen herumschlagen muss. Ganz im Gegenteil, es ist einfach sehr fesselnd, flüssig und trotz des historischen Hintergrunds recht modern. Es ist auf jeden Fall ein richtiges Lesevergnügen.
Dazu ist es dann auch ganz schnell sehr spannend, denn man hat nur wenig Zeit, bevor man sich gleich im Geschehen befindet. Ich persönlich liebe diese geheimnisvollen Geschichten aus der Vergangenheit und hier ist es besonders gelungen, denn hier wird in der Vergangenheit über noch weiter vergangener Tage geforscht. Dadurch, dass der Roman selber in der Vergangenheit spielt, gibt es natürlich keinerlei Methoden der Nachforschung, so wie wir sie können und es heißt: back to the roots. Eine absolut abenteuerliche Suche nach der Wahrheit. Alles wurde sehr geschickt aufgebaut und glaubhaft und interessant beschrieben. Auch als Leser hat man hier ganz viel Zeit, eigene Vermutungen anzustellen und gedanklich zu forschen, doch natürlich gibt es hier immer wieder Wendungen, die einen wieder in eine andere Richtung führen.
Genau so gelungen fand ich den Aufbau des Settings und der glaubwürdigen Darstellung der damaligen Zeit. Ich hatte hier zu keiner Zeit Zweifel, mich im Jahre 1900 zu befinden. Geschickt baut die Autorin Ereignisse aus der damaligen Zeit ein, wie z. B. Informationen über den Burenkrieg. Während der Nachforschungen hat der Leser Gelegenheit, Blicke auf die gehobenere Gesellschaft Londons zu werfen, aber auch genauso gut erhält man Einblicke in finstere Gassen und Gegenden. Es herrscht durchweg eine gelungen Atmosphäre, die die Zeit wiederspiegelt. Auch das Haus, um das sich die Nachforschungen drehen, fand ich sehr spannend, denn dieses Haus hat einen durchaus realen Hintergrund und spiegelt so das ganze Geschehen ein wenig, einfach ein zeitenübergreifender Aufbau, genau wie das besagte Haus.
Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus der Perpektive der jungen Lehrerin Matilda Gray, die mir in ihrer Art unheimlich gut gefallen hat und die ich sehr mochte. Ihre Art ist, für die damalige Zeit, sehr unkonventionell und sie geht ihren Weg mit sehr viel Selbstverständlichkeit und Unabhängigkeit. Ich mochte sie sehr und sie ist hier auch ein sehr großer Sympathieträger. Doch auch ihr Begleiter Professor Fleming ist ihr da sehr ähnlich und auch ihn mochte ich sehr für seine moderne Denkweise und das nicht typische Männerverhalten der damaligen Zeit. Auch aus seiner Sicht können wir das ein oder andere Kapitel miterleben und kommen ihm dadurch auf jeden Fall näher und man merkt, auch der Professor hat Geheimnisse. Eine sehr gelungene Nebenfigur ist Matildas Vermieterin, die Schriftstellerin Beatrice Westlake, deren Art ich einfach unheimlich erfrischend fand.
Mein Fazit:
Ein Buch, mit dem ich mich als Leser sehr wohl gefühlt habe und das mir spannende Unterhaltung bot, da ich einfach mitten im Geschehen war und miträtseln und gedanklich forschen konnte. Der Leser ist hier einfach mit in der Geschichte integriert und es macht sehr viel Spaß. Die Charaktere wirken lebendig und sind sehr sympathisch. Das Geschehen rund um die Zeit ist gut recherchiert und wiedergegeben. Ein Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle für schöne Lesestunden.