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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2025

Mystisch

Unbeugsam wie die See
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2019: Lucy flieht nach einem Albtraum mit verheerenden Folgen zu ihrer Schwester Jess, die aber leider spurlos verschwunden scheint. Die Mädchen leiden an einer mysteriösen Wasserkrankheit, die sich niemand ...

2019: Lucy flieht nach einem Albtraum mit verheerenden Folgen zu ihrer Schwester Jess, die aber leider spurlos verschwunden scheint. Die Mädchen leiden an einer mysteriösen Wasserkrankheit, die sich niemand so richtig erklären kann. Jess lebt in einem kleinen Küstenort, um den es viele Legenden gibt und es zu immer mehr merkwürdigen Vorfällen kommt.

1800: Mary und Eliza sind Zwillingsschwestern und sollen von Irland nach Australien deponiert werden. Sie sind bei ihrem Vater aufgewachsen, sehnen sich nach ihrer Mutter, die nicht mehr lebt. Auf dem Schiff geht es sehr hart zu. Es gibt kaum etwas zu essen, sie sind zusammengepfercht auf engem Raum und zunehmend gibt es mystische Veränderungen.

Der Roman konnte mich von der ersten Seite an fesseln. Es herrscht von Anfang an eine geheimnisvolle, fast poetische Stimmung. Manchmal liest es sich fast wie ein Märchen, manchmal fast wie ein Thriller. Gerade die Geschichte von Mary und Eliza hat mich sehr berührt. Bei dem anderen Erzählstrang wusste ich manchmal nicht so richtig wo es hingeht aber das hat sich dann alles aufgeklärt. Nach und nach erkennt man als Leser dann die Zusammenhänge zwischen den Geschichten. Das Ende ging mir dann fast ein n bisschen zu schnell. War aber insgesamt alles sehr stimmig. Eine Familiengeschichte mit Tiefgang und mystischen Elementen. Empfehle ich sehr gern weiter.

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Feinfühlig

Der Große Gary
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Der achtzehnjährige Benjamin lebt in einem Caravan Park in England. Dort lebt er zusammen mit seiner Oma, die aber leider ins Krankenhaus musste. Jetzt ist er auf sich allein gestellt. Er vermeidet Schmutz ...

Der achtzehnjährige Benjamin lebt in einem Caravan Park in England. Dort lebt er zusammen mit seiner Oma, die aber leider ins Krankenhaus musste. Jetzt ist er auf sich allein gestellt. Er vermeidet Schmutz aller Art, hat Angst vor Keimen und Krankheitserregern. Seine wenigen sozialen Kontakte begrenzen sich auf seine Oma und die Menschen im Supermarkt, in dem er arbeitet. Vor allem seine Chefin meint es gut mit ihm. Als eines Tages am Strand ein toter Wal angespült wurde, macht sich Benjamin auf die Suche danach und findet dabei einen Hund, der ihm auf Schritt und Tritt folgt. Dann kommt auch noch Leonard dazu, der Benjamin vor den Besitzern des Hundes warnt. Windhund Gary ist der schnellste Hund weit und breit und sein Besitzer will ihn unbedingt zurück!

Eine berührende Coming-of-age Story. Benjamin kämpft mit seinen Ängsten und durch Gary beginnt er sich, denen zu stellen. Er vermisst seine Oma, ist jetzt auf sich allein gestellt. Eine Melancholie zieht sich durchs Buch, wird allerdings auch durch lockere, humorvolle Momente aufgelockert. Das Tempo ist eher ruhig und beschaulich. Benjamin ist ein toller Protagonist, einfühlsam und sehr nahbar. Die anderen Charaktere blieben dagegen für mich leider etwas blass. Wunderbar gelungen ist die Balance zwischen den ernsten Themen, wie Einsamkeit, Angststörung und Sozialphobie und den humorvollen Szenen. Die Story an sich war etwas vorhersehbar, das Buch lebt hauptsächlich von der Entwicklung von Benjamin.

Ein einfühlsamer, ruhiger Roman über eine Freundschaft zwischen Mensch und Tier, Heilung durch ganz kleine Schritte, das alles ganz zart und feinsinnig erzählt. Leser, die ruhige, feine Geschichten mögen, werden dieses Buch lieben.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Moskau

Moscow Mule
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Karina und Tonya leben in Moskau. Sie studieren Journalismus, haben wenig Geld und lieben Partys. Zusammen träumen sie von einem besseren Leben. Deutschland wäre toll. Sie halten zusammen, schlagen sich ...

Karina und Tonya leben in Moskau. Sie studieren Journalismus, haben wenig Geld und lieben Partys. Zusammen träumen sie von einem besseren Leben. Deutschland wäre toll. Sie halten zusammen, schlagen sich durch die Höhen und Tiefen ihrer Jugend in einem Land, das im Wandel ist. Auf der Suche nach Freiheit stolpern sie durchs Leben und müssen sich entscheiden, bleiben oder gehen.

Die Sprache in diesem Roman ist modern, unkonventionell und frech. Im Vordergrund stehen die zwei Frauen und ihr Leben, ihre Träume. Die politische Situation ist eher im Hintergrund, doch schwingt immer mit. Ist sie ja auch verantwortlich für einige Lebensumstände der Frauen.
Das Leben in Russland wird uns näher gebracht. Mal glamourös, mal düster und traurig. Das war für mich auch die absolute Stärke dieses Buches. Zu den Protagonistinnen konnte ich leider keinen richtigen Bezug finden. Freizügig, frech und unbedarft rennen sie durchs Leben. In ihren eigenen Betten schlafen sie eher selten, für kostenfreie Drinks tun sie so einiges. Das war für meinen persönlichen Geschmack etwas drüber.

Insgesamt ein Roman, der mit der Ambivalenz zwischen der politischen Lage im Land und dem persönlichen Freiheitsdrang und den Träumen der Frauen glänzt. Für meinen persönlichen Geschmack waren mir die Frauen zu anstrengend. Vielleicht soll aber gerade das am Ende auch so sein.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Cozy Krimi

Fischland-Verschwörung
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Kassandra und Paul ermitteln wieder auf der schönen Halbinsel Fischland-Darß. Dieses Mal geht es um Soraya. Sie ist Keramikkünstlerin und steht vermutlich im Mittelpunkt eines Diamantenschmuggels. Paul ...

Kassandra und Paul ermitteln wieder auf der schönen Halbinsel Fischland-Darß. Dieses Mal geht es um Soraya. Sie ist Keramikkünstlerin und steht vermutlich im Mittelpunkt eines Diamantenschmuggels. Paul und Kassandra beginnen zu ermitteln und auf einmal verschwindet Soraya.

Das Setting auf der wunderschönen Halbinsel ist einfach nur traumhaft schön. Davon kann ich gar nicht genug bekommen. Die Story ist auch okay. Es gibt keine dramatischen Szenen, es geht insgesamt eher ruhig voran. Die Protagonisten Kassandra und Paul sind greifbar und sympathisch. Die Sprache ist lebendig und unaufgeregt.
Die Beschreibung der Landschaft ist wunderbar bildhaft.

Für alle Leser, die Cozy-Krimis und die Ostsee lieben, eine Empfehlung. Passt ganz wunderbar zum nächsten Ostsee-Urlaub.

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Venezuela

Der Traum des Jaguars
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Die stumme Bettlerin Teresa findet auf den Stufen einer Kirche ein Baby – Antonio – und rettet damit sein Leben. Von einem Leben als Straßenkind bis zur Karriere als herausragender Chirurg in Venezuela ...

Die stumme Bettlerin Teresa findet auf den Stufen einer Kirche ein Baby – Antonio – und rettet damit sein Leben. Von einem Leben als Straßenkind bis zur Karriere als herausragender Chirurg in Venezuela spannt sich seine Geschichte. Er verliebt sich in Ana Maria, die erste Ärztin in ihrer Region. Sie ist eine starke und selbstbestimmte Frau. Das Paar ist beruflich sehr stark eingebunden, hat wenig Zeit füreinander. Beide bekommen zusammen eine Tochter, Venezuela. Auch sie wächst zu einer starken, charismatischen Frau heran und hat noch ganz andere Pläne.

Eine Geschichte , die sich über mehrere Generationen zieht, eng verbunden mit der Geschichte von Venezuela. Hier passiert unheimlich viel und erzählt wird in einem rasanten Tempo. Unheimlich spannend war für mich gerade die Entwicklung von Antonio und Ana Maria. Gerade Antonio hat es nicht leicht gehabt, dafür Glück und eine unglaubliche Willenskraft und Disziplin. Sinnlich, bildhaft und manchmal schon fast etwas magisch war für mich das Leseerlebnis, mit diesen starken Protagonisten. Es geht um Verlust, gesellschaftlichen Umbruch und Identität.

Ein lebendiger Roman mit südamerikanischem Flair und einer beeindruckenden Familiengeschichte, den ich euch sehr gern empfehle.

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