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Veröffentlicht am 28.08.2025

Dunkle Begierde im alten Rom – zwischen Drachen, Macht und Verlangen

Flammensturm (Band 1) - Firebird
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Ich wusste ehrlich gesagt nicht genau, was mich erwartet, als ich „Firebird“ angefangen habe – aber das Buch hat mich sofort gepackt. Die Geschichte spielt im antiken Rom, was schon mal ein ungewöhnliches, ...

Ich wusste ehrlich gesagt nicht genau, was mich erwartet, als ich „Firebird“ angefangen habe – aber das Buch hat mich sofort gepackt. Die Geschichte spielt im antiken Rom, was schon mal ein ungewöhnliches, aber extrem spannendes Setting für eine Fantasy-Romanze ist. Dazu kommt ein übernatürlicher Twist: Drachen leben in Menschen – sie sind keine klassischen Gestaltwandler, sondern eher Wesen, die Besitz ergreifen. Klingt erstmal seltsam, aber es funktioniert überraschend gut und gibt der Geschichte etwas Eigenes.

Im Mittelpunkt steht Malina, eine Tänzerin aus Dakien, die versklavt und an den römischen General Julian verkauft wird. Und hier wird es gleich kompliziert, denn zwischen den beiden entwickelt sich eine Verbindung – und zwar eine dieser intensiven, gefährlich-knisternden Beziehungen, wie man sie aus Dark Romantasy kennt. Er ist mächtig, dominant und innerlich vom Drachen besessen, sie ist stark, stolz und plötzlich vollkommen ausgeliefert. Ich hatte beim Lesen oft gemischte Gefühle, weil das Machtverhältnis zwischen ihnen wirklich sehr unausgeglichen ist – und die romantische Spannung trotzdem (oder gerade deswegen?) funktioniert. Es ist definitiv nichts für Leser*innen, die auf sanfte, gleichberechtigte Liebesgeschichten aus sind.

Was mich aber echt begeistert hat, war die Atmosphäre. Alles ist düster, sinnlich, gefährlich – man spürt bei jeder Szene die Machtspiele, die Gewalt, aber auch das Begehren zwischen den Figuren. Es ist ein bisschen wie ein Mix aus Spartacus, Game of Thrones und Hades & Persephone, mit ganz eigener Drachen-Mystik. Gerade die mythologischen und politischen Elemente im Hintergrund haben mir gefallen. Es geht nicht nur um Romantik, sondern auch um Macht, Intrigen und Loyalität.

Der Schreibstil ist flüssig, sehr bildhaft, manchmal auch roh und direkt – genau das, was ich bei einer Geschichte mit so viel Spannung und Emotion will. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Klar, es gab auch Momente, in denen ich die Handlung kritisch hinterfragt habe – besonders, was die Dynamik zwischen Julian und Malina angeht. Aber ich finde, genau diese Ambivalenz macht das Buch interessant. Es zwingt einen, sich mit den Figuren auseinanderzusetzen, und bleibt dadurch lange im Kopf.

Insgesamt ist „Firebird“ definitiv kein Wohlfühlbuch – aber eins, das man fühlt. Wenn du Dark Romantasy magst, dich auf ein ungewöhnliches Setting einlassen willst und nichts gegen moralisch schwierige Figuren hast, ist das genau dein Ding. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Zwischen Liebe, Freundschaft und Selbstfindung

Alles, was wir jemals waren (Alles-Trilogie, Band 3)
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In Alles, was wir jemals waren begleiten wir Anouk, die nach der Trennung von ihrer Jugendliebe Kaya versucht, ihren Platz im Leben zu finden. Während ihre Freundinnen Anna und Polly voller Pläne in die ...

In Alles, was wir jemals waren begleiten wir Anouk, die nach der Trennung von ihrer Jugendliebe Kaya versucht, ihren Platz im Leben zu finden. Während ihre Freundinnen Anna und Polly voller Pläne in die Zukunft blicken, fühlt Anouk sich leer und orientierungslos. Sie beginnt eine neue Beziehung mit Valentin, doch die alte Liebe zu Kaya lässt sie nicht los. Zwischen Pflichtgefühl gegenüber ihrer Familie, der Angst zu scheitern und der Sehnsucht nach mehr, ringt sie mit den großen Fragen des Erwachsenwerdens: Wer bin ich, wenn ich nicht weiß, was ich will? Und wie gehe ich mit der Angst vor dem Neuanfang um?

Kyra Groh erzählt Anouks Geschichte mit einem Mix aus Leichtigkeit und Tiefe. Die Dialoge sind pointiert, die Gefühle greifbar, und besonders die Freundschaft zwischen den drei Mädchen wirkt so echt, dass man selbst Teil ihres Kreises sein möchte. Anouks Selbstzweifel ziehen sich wie ein roter Faden durch den Roman, machen sie manchmal anstrengend, aber auch umso menschlicher. Die Liebesgeschichte bleibt stellenweise im Hintergrund, doch gerade das gibt Raum für ein zentrales Thema: die Suche nach sich selbst. Das Ende kommt etwas schnell, hinterlässt aber ein Gefühl von Hoffnung und Wärme – ein passender Abschluss dieser besonderen Trilogie.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Wenn Humor auf verletzende Wahrheiten trifft

Alles, was du von mir weißt (Alles-Trilogie, Band 2)
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In Alles, was du von mir weißt steht Polly im Mittelpunkt – eine junge Frau, die ihr Jurastudium beginnt, nach Köln zieht und voller Hoffnung auf ein neues Kapitel ins Leben startet. Doch statt unbeschwerter ...

In Alles, was du von mir weißt steht Polly im Mittelpunkt – eine junge Frau, die ihr Jurastudium beginnt, nach Köln zieht und voller Hoffnung auf ein neues Kapitel ins Leben startet. Doch statt unbeschwerter Neuanfang begleiten sie die ständigen Kommentare über ihr Gewicht, die selbst in der eigenen Familie nicht haltmachen. Zwischen WG-Leben, Studium und Praktikum in einer Kanzlei versucht Polly, sich mit Humor zu wappnen, doch die abwertenden Blicke und Bemerkungen lassen Spuren zurück. Nach außen wirkt sie stark, schlagfertig und souverän, doch innerlich wächst der Zweifel. Als dann auch noch Jonas, der große Bruder ihrer besten Freundin, in ihr Leben tritt, muss Polly lernen, sich nicht nur gegen Vorurteile zu behaupten, sondern auch sich selbst mit all ihren Unsicherheiten zu akzeptieren.

Kyra Groh schafft es, Pollys Geschichte mit viel Gefühl und einem feinen Humor zu erzählen, ohne die Schwere der Themen zu verlieren. Besonders eindrücklich zeigt der Roman, wie verletzend Bodyshaming im Alltag ist – subtil, beiläufig und doch tief einschneidend. Gleichzeitig verleiht Groh der Geschichte eine Leichtigkeit, die in Pollys witzigen Gedanken und Dialogen aufblitzt, und eine zarte Liebesgeschichte, die sich realistisch und unaufgeregt entwickelt. So entsteht ein Roman, der gleichermaßen berührt, bestärkt und nachdenklich macht.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Alles, was ich in dir sehe – eine Reise zu Freiheit, Freundschaft und Liebe

Alles, was ich in dir sehe (Alles-Trilogie, Band 1)
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Mit Alles, was ich in dir sehe startet Kyra Groh ihre „Alles“-Trilogie – und ich war sofort mitten in Annas Welt. Anna steht am Anfang ihres Lebens, frisch nach dem Abi, und fühlt sich gleichzeitig verloren ...

Mit Alles, was ich in dir sehe startet Kyra Groh ihre „Alles“-Trilogie – und ich war sofort mitten in Annas Welt. Anna steht am Anfang ihres Lebens, frisch nach dem Abi, und fühlt sich gleichzeitig verloren und eingeengt. Die Erwartungen ihrer Familie lasten schwer auf ihr: Sie soll in das Fitnessimperium der Eltern einsteigen, Leistung bringen, perfekt sein. Doch Anna will mehr. Ihr spontaner Entschluss, nach Portugal zu fliegen, wirkt wie ein Befreiungsschlag – und genau das habe ich beim Lesen gespürt: dieses Gefühl, aus dem Alltag auszubrechen und plötzlich in ein Abenteuer zu stolpern.

Auf der Hundefarm von Helena erlebt Anna etwas, das so ganz anders ist als ihr bisheriges Leben: echtes Anpacken, lautes Lachen, Zusammenhalt und Freundschaft. Dort trifft sie auch auf Fynn, der zunächst alles andere als begeistert von ihr ist. Was mich an ihrer Geschichte so berührt hat, ist, wie echt sich ihre Entwicklung anfühlt – wie sie langsam begreift, dass Glück nicht in Statussymbolen steckt, sondern in den Menschen und Momenten, die uns wirklich etwas bedeuten. Zwischen sommerlicher Leichtigkeit, Hunden, Sonne und ersten Gefühlen entfaltet sich eine Geschichte, die voller Wärme und Hoffnung steckt.

Kyra Groh schafft es, Annas Zweifel, ihr Ringen mit Erwartungen und ihren Mut zum Neuanfang so greifbar zu machen, dass ich beim Lesen abwechselnd gelächelt, mitgefiebert und nachgedacht habe. Alles, was ich in dir sehe ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern vor allem eine Reise zu sich selbst – ehrlich, humorvoll und tiefgründig.

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Sommer, Liebe & Lavendel

Fleur de Lavande (Band 1) - Wie du liebst
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Schon das Cover von Fleur de Lavande – Wie du liebst hat mich sofort begeistert: die zarten Farben, die Lavendelfelder und das sommerliche Flair machen sofort Lust auf eine romantische Geschichte in Südfrankreich.

Viola, ...

Schon das Cover von Fleur de Lavande – Wie du liebst hat mich sofort begeistert: die zarten Farben, die Lavendelfelder und das sommerliche Flair machen sofort Lust auf eine romantische Geschichte in Südfrankreich.

Viola, eine erfolgreiche Autorin, zieht sich nach einer schmerzhaften Trennung in die Sommerresidenz ihrer besten Freundin zurück. Dort trifft sie auf Lucas, Jules’ Bruder – und plötzlich steht sie vor einer verbotenen Anziehung, die sie eigentlich nicht zulassen will.

Gabriella Santos de Lima hat einen wunderbar atmosphärischen Schreibstil. Man spürt förmlich die warme Luft, riecht den Lavendel und versinkt in dem französischen Setting. Besonders gut gefallen hat mir, dass neben Romantik auch Themen wie Selbstfindung, Erwartungen und der Druck von außen behandelt werden. Viola ist eine sympathische Protagonistin, die zwischen Verletzlichkeit und Stärke sehr authentisch wirkt. Lucas bringt genau das richtige Maß an Tiefe und Herzklopfen mit.

Für mich ist dieses Buch die perfekte Sommerlektüre: romantisch, gefühlvoll und gleichzeitig mit einer gewissen Leichtigkeit, die einfach mitreißt.

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