Dunkle Begierde im alten Rom – zwischen Drachen, Macht und Verlangen
Flammensturm (Band 1) - FirebirdIch wusste ehrlich gesagt nicht genau, was mich erwartet, als ich „Firebird“ angefangen habe – aber das Buch hat mich sofort gepackt. Die Geschichte spielt im antiken Rom, was schon mal ein ungewöhnliches, ...
Ich wusste ehrlich gesagt nicht genau, was mich erwartet, als ich „Firebird“ angefangen habe – aber das Buch hat mich sofort gepackt. Die Geschichte spielt im antiken Rom, was schon mal ein ungewöhnliches, aber extrem spannendes Setting für eine Fantasy-Romanze ist. Dazu kommt ein übernatürlicher Twist: Drachen leben in Menschen – sie sind keine klassischen Gestaltwandler, sondern eher Wesen, die Besitz ergreifen. Klingt erstmal seltsam, aber es funktioniert überraschend gut und gibt der Geschichte etwas Eigenes.
Im Mittelpunkt steht Malina, eine Tänzerin aus Dakien, die versklavt und an den römischen General Julian verkauft wird. Und hier wird es gleich kompliziert, denn zwischen den beiden entwickelt sich eine Verbindung – und zwar eine dieser intensiven, gefährlich-knisternden Beziehungen, wie man sie aus Dark Romantasy kennt. Er ist mächtig, dominant und innerlich vom Drachen besessen, sie ist stark, stolz und plötzlich vollkommen ausgeliefert. Ich hatte beim Lesen oft gemischte Gefühle, weil das Machtverhältnis zwischen ihnen wirklich sehr unausgeglichen ist – und die romantische Spannung trotzdem (oder gerade deswegen?) funktioniert. Es ist definitiv nichts für Leser*innen, die auf sanfte, gleichberechtigte Liebesgeschichten aus sind.
Was mich aber echt begeistert hat, war die Atmosphäre. Alles ist düster, sinnlich, gefährlich – man spürt bei jeder Szene die Machtspiele, die Gewalt, aber auch das Begehren zwischen den Figuren. Es ist ein bisschen wie ein Mix aus Spartacus, Game of Thrones und Hades & Persephone, mit ganz eigener Drachen-Mystik. Gerade die mythologischen und politischen Elemente im Hintergrund haben mir gefallen. Es geht nicht nur um Romantik, sondern auch um Macht, Intrigen und Loyalität.
Der Schreibstil ist flüssig, sehr bildhaft, manchmal auch roh und direkt – genau das, was ich bei einer Geschichte mit so viel Spannung und Emotion will. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Klar, es gab auch Momente, in denen ich die Handlung kritisch hinterfragt habe – besonders, was die Dynamik zwischen Julian und Malina angeht. Aber ich finde, genau diese Ambivalenz macht das Buch interessant. Es zwingt einen, sich mit den Figuren auseinanderzusetzen, und bleibt dadurch lange im Kopf.
Insgesamt ist „Firebird“ definitiv kein Wohlfühlbuch – aber eins, das man fühlt. Wenn du Dark Romantasy magst, dich auf ein ungewöhnliches Setting einlassen willst und nichts gegen moralisch schwierige Figuren hast, ist das genau dein Ding. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht.