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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2025

Rebecca Yarros überzeugt mich immer wieder

Variation – Für immer oder nie
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Als Teenager begegnen sich Allie und Hudson zum ersten Mal, als er sie und ihre jüngere Schwester vor dem Ertrinken rettet. Es hätte für beide die erste Jugendliebe werden können, wenn Allie und ihre ...


Als Teenager begegnen sich Allie und Hudson zum ersten Mal, als er sie und ihre jüngere Schwester vor dem Ertrinken rettet. Es hätte für beide die erste Jugendliebe werden können, wenn Allie und ihre drei Schwestern nicht unter strenger Bewachung ihrer Mutter zur Ballerina ausgebildet werden würden. Als eine dieser Schwestern stirbt, bricht der Kontakt zwischen den beiden komplett ab. Erst als Allie nach einer Verletzung wieder ins Sommerhaus der Familie kommt, begegnen sie sich wieder…
Obwohl das Buch mit 576 Seiten für einen Liebesroman außergewöhnlich umfangreich ist, habe ich jede Seite genossen. Sowohl die Handlung als auch die Figuren weisen eine auffallende Tiefe auf. Wir erhalten Erklärungen für die Handlungen der einzelnen Personen. Nicht nur für die beiden Hauptfiguren, sondern meistens auch für die Nebenfiguren. Die Geschichte ist für mich einfach dicht und rund. Es werden mehrere schwere Themen angesprochen, die für mich jedoch ausreichend aufgearbeitet werden.
Rebecca Yarros hat mit ihrer Geschichte in mir viele unterschiedliche Gefühle hervorgerufen. Mit diesen Gefühlen wurde ich nicht allein gelassen. Als ich das Buch zugeklappt habe, war für mich alles geklärt. Tiefe Zufriedenheit und Harmonie waren meine Gefühle am Ende des Buches. Für mich also ein Volltreffer im Genre Liebesroman.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2025

Das Spin-Off verbreitet eine ganz andere Stimmung

Ein Cookie für den Dämon
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„Ein Cookie für den Dämon“ ist der erste Band einer Spin-Off-Reihe zur „Spellbound“-Serie. Robin zieht nach dem Tod ihrer Eltern zu ihrem Onkel Jack. Doch hier fühlt sie sich weder Willkommen noch erwünscht. ...

„Ein Cookie für den Dämon“ ist der erste Band einer Spin-Off-Reihe zur „Spellbound“-Serie. Robin zieht nach dem Tod ihrer Eltern zu ihrem Onkel Jack. Doch hier fühlt sie sich weder Willkommen noch erwünscht. Ihr Onkel findet immer neue Ausreden, warum sie ihr Erbe noch nicht erhalten hat. Als sie dann noch herausfindet, dass er rechtswidrig Dämonen beschwört, will sie eigentlich nur noch ihr Erbe und dann ganz weit weg. Stattdessen füttert sie aus Versehen einen Dämonen, der in einem Dämonenkreis in der Bibliothek gefangen gehalten wird, mit einem ihrer selbstgebackenen Cookies…
Schon zu Beginn wird klar, dass die „Demonized“-Reihe einen anderen Erzählstil hat als die Hauptreihe. Hier fehlt der sarkastische, humorvolle Ton der „Spellbound“-Reihe. Dafür ist die Grundstimmung nun die von Gefahr, Geheimnissen und Abenteuer. Robin ist ohne Magie erzogen worden, obwohl sie aus einer Magier-Familie stammt. Desto mehr muss sie nun schnell lernen, nachdem sie der einzige Mensch ist, mit dem der Dämon Zylas in Kontakt tritt. Aus Robins Unwissenheit und Zylas Scharfsinn entstehen immer wieder missglückte, aber auch erfolgreiche Situationen. Die beiden werden im Laufe des Buches zu einem immer besseren Team. Es machte mir als Leserin zunehmend Spaß, den beiden in ihre Abenteuer zu folgen.
Als besonderes Bonbon kreuzen wir mehrfach die Pfade der Figuren aus der Hauptreihe und erleben Situationen, die wir zum Teil bereits aus anderer Sicht aus der Hauptreihe kennen. Das finde ich einfach cool. Deshalb freue ich mich schon sehr darauf, die beiden Reihen nun abwechselnd zu lesen und hoffe, dass sie irgendwann in einem Erzählstrang münden.
Was mir nicht so gut gefallen hat, ist, dass beide Reihen von Yesim Meisheit gelesen werden. Die Sprecherin ist eine meiner absoluten Lieblingssprecherinnen für Hörbücher. Ich konnte mich jedoch nicht daran gewöhnen, dass sie in dieser Reihe aus der Sicht von Robin spricht und in der Hauptreihe aus der Sicht von Tori. Immer wieder musste ich mich daran erinnern, dass hier nicht Tori die Hauptfigur ist, sondern Robin. Das hätte der Verlag vermeiden können, indem er im Spin-Off eine andere Sprecherin nimmt.
Ansonsten liebe ich den ersten Band des Spin-Offs genauso wie die Spellbound-Serie. Bitte unbedingt schnell mehr davon!

Veröffentlicht am 28.08.2025

Die Geschichte hätte ewig weitergehen können

Deep Cuts
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Berkley, Anfang der 2000er Jahre: Percy Marks und Joe Morrow lernen sich in einer Bar kennen, als sie sich beide vom selben Song hinreißen lassen. Joe möchte Musiker werden, schreibt selbst Songs und hoffte, ...

Berkley, Anfang der 2000er Jahre: Percy Marks und Joe Morrow lernen sich in einer Bar kennen, als sie sich beide vom selben Song hinreißen lassen. Joe möchte Musiker werden, schreibt selbst Songs und hoffte, damit erfolgreich zu werden. Percy versteht Musik instinktiv, sie analysiert sie und zerlegt sie in ihre Einzelteile. Womit sie andere Menschen langweilt und nervt, fasziniert Joe ungemein. Er bittet sie, sich seine Songs anzusehen und anzuhören. Daraus entwickelt sich eine Zusammenarbeit, die beiden vereinen ihre Talente beim Schreiben von Songs. Doch es ist nicht nur die Musik, die sie gegenseitig anzieht und aneinanderbindet, sie vereint und den jeweils anderen in den Bann zieht. Über Jahrzehnte werden sie einander immer wieder begegnen.
Im Mittelpunkt des Buches steht Percy Marks. Sie ist eine analytische, rationale Person, die auf der Gefühlsebene nur wenig preisgibt. Daher dauerte es bei mir auch länger, bis ich eine Beziehung zu ihr aufbauen konnte. Das gelang über die Musik. Denn Percy liebt Musik, sie lebt für die Musik. Und auch bei mir gehört die Musik fest zu meinem Leben dazu. Sie transportiert Erinnerungen, legt Gefühle frei, kann mich berühren und ganz tief in mich dringen und ein Teil von mir werden. Genauso wie Percy kann auch ich kein Instrument spielen und erlebe die Musik als Hörerin.
Das ganze Buch ist durchsetzt von Musik. Viele bekannte Stars tauchen als Interpreten auf. Häufig mit weniger bekannten Stücken. Das zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Ebenso wie die Beziehung zwischen Percy und Joe. Freunde, Verbündete, Feinde, Liebende, sie sind im Laufe der Zeit vieles für einander und schaffen es jedoch beide nicht, den anderen endgültig loszulassen.
Mich hat dieses Buch komplett eingesogen. Das Lebensgefühl mit Anfang 20, wenn das Leben noch endlose Abenteuer verspricht. Es gibt Leichtigkeit, Spontanität, Mut und Aufgeschlossenheit – alles scheint möglich. Genau dieses Gefühl hat mir das Buch zurückgebracht. Danke, Percy und Joe, dass ich euch begleiten durfte! Ich musste immer weiterlesen, wollte keine Pause machen, musste unbedingt wissen, was als nächstes passiert und wünschte mir beim Lesen, dass dieses Buch niemals enden würde.
Für mich gehört das Buch zu den bisher wenigen Lese-Highlights des Jahres 2025. Es ist selten, dass ich Bücher finde, die mich derart fesseln und von denen ich mir wünsche, die Geschichte würde immer weitergehen. Daher ist „Deep Cuts“ für mich ein seltenes Fundstück, welches ich gerne als nächstes als Hörbuch genießen möchte und wovon ich mir einen Spielfilm wünsche.

Veröffentlicht am 03.08.2025

Grandios

Das Geschenk
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Nachdem die deutsche Regierung ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen beschlossen hat, schenkt der Präsident von Botswana der deutschen Regierung 20.000 Elefanten. Er möchte, dass Deutschland am eigenen Leib ...

Nachdem die deutsche Regierung ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen beschlossen hat, schenkt der Präsident von Botswana der deutschen Regierung 20.000 Elefanten. Er möchte, dass Deutschland am eigenen Leib erfährt, wie schwierig der Schutz dieser Elefanten für die Regierung ist. Schon bald stellen sich in Deutschland die ersten Probleme ein.
Ich bin tief beeindruckt, wie es der Autorin Gaea Schoeters gelingt, auf lediglich 138 Seiten eine so abwechslungsreiche Geschichte zu erzählen. Die Erzählung ist sehr dicht, tief, detailreich und spannend. Um dies zu bewerkstelligen, muss die Person sehr gut schreiben können.
Gaea Schoeters zeigt uns anhand der Elefanten, wie Politik heutzutage funktioniert. Zu Beginn gelingt es der Politik, die Elefanten als Geschenk an Deutschland zu verkaufen. Das Volk erfreut sich an dem ungewohnten Anblick der Elefanten in der Freiheit. Sie befinden sich überall in Berlin und jeder Bürger bzw. jede Bürgerin kann sie aus der Nähe betrachten. Doch nach und nach werden die Tiere zum Spielball der parteipolitischen und machtpolitischen Zwecke der einzelnen politischen Lager. Die Probleme und Herausforderungen geraten beim Volk und in der Politik immer mehr in den Mittelpunkt. Dabei liefert uns die Autorin verschiedene Möglichkeiten mit den Herausforderungen umzugehen. Das Buch regt zum Nachdenken an, wir erhalten Argumente für beide Seiten, zudem präsentiert sie sowohl Lösungen als auch vermeintliche Auswege.
Am Ende des Buches bin ich randvoll mit Anregungen zu unserer Politik, zu dem was verkehrt läuft, was anders laufen könnte. Auch die Situation der Länder, die für den Schutz der Wildtiere verantwortlich gemacht werden, ist mir verständlich geworden. Doch auch die westlichen Regierungen tragen Verantwortung, damit unsere Welt erhalten bleibt.
Ich kann und will dieses Buch auf jeden Fall empfehlen. Es bietet auf wenigen Seiten so viel intelligente Auseinandersetzung mit den wichtigen Themen unserer Zeit. Also, unbedingt lesen.

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Der Erzählstil gefällt mir unglaublich gut

Ein ungezähmtes Tier
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Arpa und Sophie Braun führen ein luxuriöses Leben in Genf. Sie ist Anwältin und er Finanzberater in einer Privatbank. Sie leben mit ihren beiden Kindern in einem noblen Glashaus direkt am Wald. Ihr perfektes ...

Arpa und Sophie Braun führen ein luxuriöses Leben in Genf. Sie ist Anwältin und er Finanzberater in einer Privatbank. Sie leben mit ihren beiden Kindern in einem noblen Glashaus direkt am Wald. Ihr perfektes Leben gerät jedoch ins Wanken, als ein alter Freund aus der Vergangenheit auftaucht.
Es gibt zwei Gründe, warum ich diesen Autor so gerne lese. Zum einen erzählt er seine Geschichten nicht linear. Vielmehr springt er vor und zurück, noch weiter zurück und noch weiter nach vorne. Das erfordert von den Lesenden eine erhöhte Aufmerksamkeit. Dabei hält er uns manches vor, das er erst im Laufe der Erzählung nachreicht. Da werden Szenen, die wir bereits kennen, ergänzt und erscheinen dadurch oft in einem ganz neuen Licht. Gerade das macht für mich die Spannung des Buches aus. Es ist unterhaltsam, geheimnisvoll, spannend, führt mich auf falsche Fährten, löst diese gelungen und logisch auf. Das Geschehen entblättert sich nach und nach vor mir, bis ich zum Kern vorstoße und am Ende nur staunen kann, wie originell mich Joel Dicker wieder einmal unterhalten hat.
Zum anderen liebe ich seine Figurenzeichnungen. Diese sind nie eindimensional. Es gibt keine ausschließlich guten oder bösen Menschen. Alle Personen verfügen über eine vollständige Persönlichkeit, so wie auch wir Menschen im realen Leben nicht eindimensional sind. Das finde ich sehr spannend, denn die einzelnen Personen verändern bzw. vervollständigen sich im Laufe des Geschehens immer wieder. Dabei muss auch ich wiederholt meine Meinung zu den Figuren hinterfragen und meine Sicht auf sie anpassen. Wie bereits bei seinem Schreibstil, präsentiert der Autor den Blick auf eine Person, nur um diesen nach und nach vollkommen über den Haufen zu werfen. Vor unseren Augen werden unsere automatischen Annahmen entlarvt und wir revidieren im Laufe der Geschichte mehrfach das Bild, welches wir uns beim Lesen von der Figur gemacht haben. Das ist spannend und unterhaltsam, lässt meine Neugierde darauf, was ich noch nicht über die Person weiß, ins Unendliche wachsen.
Genau diese beiden typischen Eigenheiten bietet mir der Autor auch wieder in seinem Buch „Das ungezähmte Tier“ und hat mich damit erstklassig unterhalten. Bis zum Ende der Geschichte bin ich mir nie sicher, welche Wendung die Handlung noch nehmen und was mit den Personen passieren wird. Am Ende des Buches bin ich zufrieden mit der Erzählung, die der Autor mir geliefert hat. Manches habe ich gemutmaßt, anderes kam überraschend.
Gelesen wird das Hörbuch von Torben Kessler. Er liest auch die anderen Bücher des Autors. Das macht er sehr gut und er passt für mich perfekt zum Erzählstil von Joel Dicker.
„Das ungezähmte Tier“ kommt vielleicht nicht an die Romane um seine berühmte Figur Harry Quebert heran. Das Buch ist jedoch besser als viele andere Romane, die gehypt werden und in den Bestsellerlisten zu finden sind.

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