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steffi13

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.05.2025

bodenständiger Reisebericht

Wilde Berge des Balkan
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Eine gemütliche, wenn auch nicht wirklich ereignisreiche Reise über den High Scardus Trail durch die Alpen im Kosovo, Nordmazedonien und Albanien. Eine Wanderung durch die wunderschöne, einsame und fast ...

Eine gemütliche, wenn auch nicht wirklich ereignisreiche Reise über den High Scardus Trail durch die Alpen im Kosovo, Nordmazedonien und Albanien. Eine Wanderung durch die wunderschöne, einsame und fast unberührte Wildnis Europas.

Ich wünschte ich könnte den Bergfreundinnen volle Punktzahl geben, da sie mir im Laufe des Buchs sehr ans Herz gewachsen sind aber meine Liebe zu Reiseberichten und meine Erwartunge, an spektakuläre/abenteuerlustige Momente und Erzählungen, die nicht ganz erfüllt wurden, lassen es leider nicht ganz zu. Am Ende muss ich sagen, habe ich das Lesen zwar sehr genossen, es war im Vergleich zu vielen anderen Reiseberichten aber nicht besonders spektakulär oder Ereignissreich. Der Mangel an Ereignisse und Abenteuer wird mit der Beschreibung der Gedanken, Freundschaften und Verletzungen der Autorinnen ausgeglichen. Mit einer guten Prise an Humor, die das Lesen sehr angenehm machen.

Es wird abwechselnd aus der Sicht der verschiedenen Autorinnen/Bergfreundinnen, erzählt jede von sich aus über Ihre Wehwechen, Schmerzen, Frustrationen und Altersbeschwerden. Grundsätzlich ist es toll, die Reise aus verschiedenen Sichten zu sehen, aber neben den Leidenswegen hätte ich mir ein bisschen mehr Inhalt über die traumhafte Landschaft, die Interaktion mit den Menschen in den Dörfern und die Erfahrungen der Vegetarierin gewünscht. Das ist es nämlich, was ich an Reiseberichten so toll finde, es geht ja meist nicht nur darum den Körper an die Grenzen zu bringen und möglichst schnell möglichst viele Kilometer zurückzulegen. Die Erfahrungen und Abenteuer mit Menschen, Natur und anderen Kulturen sollten meiner Meinung nach an erster Stelle stehen und gefühlt war das leider etwas zweitranging, bzw garnicht wirklich vorhanden.
Allerdings wurde viel mit dem tollen Schreibstil wettgemacht. Das Buch liest sich sehr leicht und angenehm und es wurde auch mit humorvollen Kommentaren untermalt.

Was ich aber unglaublich verwirrend fand, ist das Kamerateam. Am Ende des Buches bin ich mir noch immer nicht sicher, ob es den ganzen oder nur einen Teil des weges dabei war? Die ersten Kapitel werden so erzählt, als wären es wirklich nur die drei Freundinnen, bis sich plötzlich der Satz einschleicht "Max, Paale und Luis von unserem Kamerateam entscheiden sich, den Forstweg in Richtung Tal entlangzulaufen"... Ja wo kommen die den her? waren die schon die ganze Zeit dabei? bleiben die jetzt? Hören wir noch mehr über die drei oder war das ein Fehler und ganz so einsam waren die drei nicht unterwegs, wie im restlichen Buch vorgegaukelt? Verwirrend...

Alles in allem ein gemütliches Buch, dass locker leicht zwischendurch zu lesen ist. Ein Reisebericht von ganz normalen Frauen, die diese Reise neben ihren Vollzeitjobs gemacht haben, ohne zuhause alles aufzugeben. Und da der Schreibstil toll ist, die Bergfreundinnen unglaublich sympatisch sind, vergebe ich für diesen sehr bodenständigen Reisebericht trotzdem 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Kreatives Worldbuilding

Nachtlügen
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Die Welt der Nachtalbe, die Träume der Menschen stehlen, da sie selber nicht träumen können und sie bei den Menschen durch Albträume ersetzen. Isra die Protagonisten baut gerne ihre eigenen Albträume und ...

Die Welt der Nachtalbe, die Träume der Menschen stehlen, da sie selber nicht träumen können und sie bei den Menschen durch Albträume ersetzen. Isra die Protagonisten baut gerne ihre eigenen Albträume und entwickelt insbesondere ein Monster (ihre Signatur sozusagen) und greift nicht gerne auf Musterträume zurück. Diese Albträume werden so detailliert und kreativ beschrieben, das war mein absoluter Lieblingsteil im Buch. Als es zu einem erneuten Todesfall eines ihrer Stammträumer kommt, wird die Geschichte spannend und das ein oder andere Geheimnis lüftet sich im Laufe des Buches.

Ein wundervolles und unfassbar kreatives Worldbuilding. Die Welt der Alb, die Lisanne Surborg geschaffen hat, ist mit keinem anderen Fantasy-Buch zu vergleichen, das ich bisher gelesen habe. Eine ganz neue Welt/ eine neue Idee und neue Kreaturen und genau das ist der Teil, den ich beim Lesen am meisten genossen habe. Das tolle Worldbuilding und die Albträume, die Isra geschaffen hat, die zum Teil sehr detailliert und wirklich spannend beschrieben werden.
Ich finde es auch toll, dass sehr viele wahre Fakten über Träume, luzide Träume, Traumdeuting, Freud und Co miteingeflossen sind. Die Autorin scheint ordentlich über das Thema recherchiert zu haben, was die Welt der Alb noch greifbarer und besser macht.


Obwohl ich die Welt der Alb sehr genossen habe, muss ich leider doch einen Stern abziehen, was mir nicht so gefallen hat, war der sprunghafte Erzählstil. Immer wieder passierte es mir während des Lesens, dass ein Kapitel unglaublich spannend und interessant wurde und zack, plötzlich gab es im nächsten Kapitel einel Orts/Zeitsprung, was etwas verwirrend und ungeordnet für meinen Geschmack war. Ich tat mich manchmal schwer am Anfang der Kapitel mitzukomme, wo genau in der Geschichte wir uns gerade befinden. Was nicht so flüssig zu lesen war. Zwischen den Kapiteln gab es kurze Intermezzo mit zusätzlichen Fakten. Die hätte ich nicht unbedingt gebraucht und da es aufgrund der sehr kurzen Kapitel unglaublich viele dieser Intermezzos gab, hat es mich schon nach kurzer Zeit am Lesefluss gestört. Die Kapitel und Geschichte sind toll, die kurzen Intermezzo-Fakten, hätte ich nicht gebraucht.

Alles in allem habe ich das Lesen dieses Buches sehr genossen. Eine tolle Geschichte, mit einem unvergleichbar gutem Worldbuilding. Einfach eine tolle Idee und mal was anderes!

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Was für ein Ende!

Anima Daemonis
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Was für eine Fantasy-Welt, in die uns die unschuldig wirkende Änlin und der Dämon Mephisto mitnehmen. Die Geschichte und das Setting sind mit keiner anderen Welt vergleichbar. Sie wird mir noch lange in ...

Was für eine Fantasy-Welt, in die uns die unschuldig wirkende Änlin und der Dämon Mephisto mitnehmen. Die Geschichte und das Setting sind mit keiner anderen Welt vergleichbar. Sie wird mir noch lange in Erinnerung bleiben und das ist das, was ich bei diesem Buch am meisten mag. Mandy Rauch ist nach diesem Buch für mich eine Autorin die es perfekt gemeister hat, die Welt die sie erschaffen hat unglaublich stark und greifbar zu machen. Ich hatte Bilder vor Augen beim Lesen und konnte mir die Hölle mit ihrer unerwarteten Vielseitigikeit so gut vorstellen, es war ein Genuss. Einfach wunderbar, was hier für ein Worldbuilding geschaffen wurde.

Auch die Figuren sind unglaublich stark und toll beschrieben. Ich finde es fantastisch, das wir zu Beginn Änlin als unschuldig aber unglaublich stark und mutig und Mephisto als den "bösen" Dämon kennenlernen dürfen und sich beide Charaktere im Laufe des Buches so enorm weiterentwickeln, dass wir dann doch noch ihr wahres Gesicht kennenlernen.

Hier kommt der wichtigste Punkt, ohne zu Spoilern. Das Buch muss unbedingt fertig gelesen werden! Der unerwartete Twist am Ende klärt alles auf und hat mir ein "Halleluja"-Leseerlebnis gegeben. Mir sind beim Lesen des Endes fast die Augen herausgefallen, so unerwartet kommt das Ende. Einfach fantastisch, diese Idee!

Nach der grossen Lobeshymne ziehe ich aber trotzdem einen kleinen Stern ab, da sich das Buch vor allem im Mittelteil ziemlich zieht. Es war mir nich klar, warum es so viele Szenen auf Änlins Reise gibt, die sie zwar ein Stück weiter zu ihrem Ziel führen aber irgendwo dann doch kein gigantisches Hindernis waren. Die Königin war mir dabei das Grösste Rätsel während dem Lesen. Wie konnte sie nicht wissen, wer Änlin begleitet, wenn es für Mephisto einfach zu erfahren war? Warum beobachtet sie nur und greift nicht ein? Was hat das alles mit der Wette zu tun? Hier gilt, das Buch unbedingt fertig lesen, dann macht es Sinn!! Während dem Lesen fand ich manche in die Länge gezogenen Stellen aber nicht ganz so spannend und hätte mir hier etwas mehr Nervenkitzel gewünscht.

Was fantastisch gelunge ist, ist der Wechsel zwischen Rückblick und Gegenwart. Selten so einen perfekt abgestimmten Wechsel gelesen, der nicht nur extrem angenehm zu Lesen war, sondern den Lesefluss meiner Meinung nach sogar positiv beeinflusst hat.

Fazit, von mir eine klare Leseempfehlung für Fans von tollem Worldbuilding, das ist hier nämlich erste Sahne. Im Mittelteil, der leider seine Längen hat unbedingt durchhalten, man wird am Ende mit einer Geschichte belohnt, die mit nichts anderem zu vergleichen ist!

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Süßer frecher Hase

Jim Salabim – Zwei zauberhafte Abenteuer
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Die Leseprobe hat mich auf eine süsse Geschichte mit einem noch viel süsseren frechen kleinen Hasen freuen lassen. Und der kleine Hase ist wirklich ganz bezaubernd. Er weiss ganz genau was er will und ...

Die Leseprobe hat mich auf eine süsse Geschichte mit einem noch viel süsseren frechen kleinen Hasen freuen lassen. Und der kleine Hase ist wirklich ganz bezaubernd. Er weiss ganz genau was er will und hat eindeutig seinen eigenen Kopf. Süss, frech und aufgeweckt. Er ist mutig und geht seinen eigenen Weg, das finde ich ganz toll. Auch eine wunderbare Botschaft, die der Hase mit sich bringt.

Leider gibt es aber im Text Passagen, die mich nicht so ganz überzeugt haben. Es gab einige Szenen im Buch, die ich während dem Vorlesen sogar geändert habe, da ich das einfach nicht lesen wollte. Für ein Kinderbuch ab 5 Jahre fand ich das ganz und garnicht schön, zb:
Wie der Fuchs zum Beispiel den Hasen kopfüber am Baum aufhängt und auf der nächsten Seite der Fuchs mit dem grossen Messer zu sehen ist "So macht man das im Wald". ...der Teil trifft nicht meinen Kinderbuchgeschmack, das habe ich übersprungen. Die Anspielungen auf Ju-Tjuup und Klick-Klock fand ich auch für Kinder in dem Alter nicht passend.

Alles in allem ist vor allem der Hase ein sehr niedlicher Charakter, aber vom Text her überzeugt es leider nicht immer. Nicht ganz altersgerecht bzw passend für ein Kinderbuch aus meiner Sicht. Da ich diese Sätze beim Vorlesen aber einfach weglasse und den frechen, mutigen Hasen ansonsten sehr süss finde, gibt es trotzdem 3 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Polarfuchs und Honigkaffee

The Deer and the Dragon
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"Wenn man nicht bereit ist, für seine Geliebte die Welt in Schutt und Asche zu legen, ist man dann wirklich verliebt?"
Eine 2000 Jahre alte Liebesgeschichte, auf die man als Leser leider 400 Seiten lang ...

"Wenn man nicht bereit ist, für seine Geliebte die Welt in Schutt und Asche zu legen, ist man dann wirklich verliebt?"
Eine 2000 Jahre alte Liebesgeschichte, auf die man als Leser leider 400 Seiten lang warten muss und die mich leider enttäuscht hat.

Eigentlich bin ich ein Fan von Fantasy mit mytholgischem Setting und die Idee, dass Mar und Caliban seit 2000 Jahren füreinander bestimmt sind finde ich einfach wundervoll. Aber leider sagt mir der chaotische, sprunghafte Schreibstil der Autorin überhaupt nicht zu. Ich hatte Schwierigkeiten mich in die Geschichte einzufühlen, hatte keinen Draht zu den Personen, spannende actionreiche Szenen waren für mich mangelhaft und von der Liebesgeschichte war 400 Seiten lang, dank der Abwesenheit des Prinzen, leider auch nichts zu fühlen.

Mir fehlt im Grossen und Ganzen auch ein roter Faden. Das Buch konzentriert sich meiner Meinung nach vorwiegend auf die Beschreibung von nebensächlichen Handlungen und Details und ich als Leser hatte das Gefühl, dass die Suche nach dem Prinzen (wovon eigentlich das ganze Buch handelt) nur nebensächlich behandelt wird. Am Ende habe ich mehr Vorstellung davon, was Mar und Fauna für Kleidung getragen haben, Süssigkeiten gegessen haben, wer seinen Kaffee wie trinkt, wer Taschen am Bademantel hat etc., als dass ich über die abenteuerliche Suche nach dem Prinzen oder gar die Romanze gelesen habe.
Die Leseprobe und die letzten 70 Seiten fand ich sehr gut und ich wünschte, das gesamte Buch wäre so gewesen, dann wäre es für mich ein Jahreshighlight gewesen, aber leider war alles dazwischen aufgrund des extrem ausschweifenden Schreibstils und den ganzen meiner Meinung nach eher nervigen detailverliebten Ausschweifungen unglaublich langatmig. Über zahlreiche Seiten wird auf dem Roadtrip zum Abenteuer beschrieben, welche Süssigkeiten wieoft gekauft und gegessen werden, welche Kleidung wer an hat, wie die Landschaft, die Wohnungseinrichtung etc ist. Viele Details und Beschreibungen des Settings. Und wenn der Roadtrip dann am Ziel angekommen ist, wird die kurz aufkommende Spannung sofort im Keim erstickt und das eigentliche Abenteuer, "die Suche nach der wichtigen magischen Broche" nur ganz kurz über wenige Zeilen beschrieben, natürlich sofort gefunden und da kurz Silas und mit ihm Probleme auftauchen, "Beamen" sie sich ganz plötzlich einfach weg und es gibt nur minimale Erklärungen dazu. Ich hätte mir mehr Infos über die Fantasy-Welt, die Broche, die mytholgischen Wesen etc gewünscht aber leider wurde ich als Leser ziemlich im Dunkeln gelassen und habe wieder nur Details über Inneneinrichtungen, Kleidung und Getränke erhalten. Ich hatte soviele Fragen während des Lesens, leider wurde keine einzige davon beantwortet, was die Fantasywelt dieses Buches schwer greifbar für mich macht.

Ich kann mich an eine Szene erinnern, wo Mar eine Frage zur Lillith stellt (die meiner Meinung nach auch für mich als Leser wichtig gewesen wäre) und als einzige Antwort hat sie bekommen "sie soll das doch später googeln", tja, da blieb mir als Leser wohl auch nichts anderes übrig... Bei den wichtigen Details, wurde leider gespart.
Auch die sehr häufigen Rückblicke haben mich im Lesefluss gestört und meiner Meinung nach noch mehr Chaos in die Geschichte gebracht.

Für mich nur zwei Sterne, da ich die Grundidee der Geschichte liebe aber die Umsetzung leider überhaupt nicht meinem Geschmack entspricht. Für mich zu langatmig, das Buch verliert sich in den Details. Ich mag es mehr, wenn viel passiert und es actionreiche, spannende Szenen gibt. Wenn es für die Geschichte nicht unbedingt erforderlich ist, ist es mir egal wer wieviele Löffel Honig im Kaffee möchte, davon muss ich nicht alle 50 Seiten wieder lesen.
Leider eine grosse Enttäuschung für mich aber zum Glück sind Geschmäcker unterschiedlich.

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