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Veröffentlicht am 31.12.2025

Grandios!

The Things Gods Break – Schattenverführt
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Nachdem Lyra das Crucible gewonnen hat und zu Göttin wurde, könnte jetzt doch eigentlich ein wenig Ruhe in ihrem Leben mit Hades eintreten. Doch dann wird sie in den Tartaros gezogen und muss hier um ihr ...

Nachdem Lyra das Crucible gewonnen hat und zu Göttin wurde, könnte jetzt doch eigentlich ein wenig Ruhe in ihrem Leben mit Hades eintreten. Doch dann wird sie in den Tartaros gezogen und muss hier um ihr Leben und um die Freiheit kämpfen. Und dieses Mal muss sie statt nur mit Göttern mit den Titanen klarkommen, die hier eingesperrt wurden.

Mehr kann und will ich zum Inhalt dieses Buches gar nicht schreiben, denn es würde zu viel verraten. Abigail Owen ist es gelungen in diesem Buch alles auf den Kopf zu stellen, was man je über griechische Mythologie gelernt hat. Wer sich im ersten Band gefragt hat, was aus der Liebe von Hades zu Persephone geworden ist, wird hier aufgeklärt. Ansonsten gelingt es der Autorin den Inhalt des ersten Bandes noch einmal in einem anderen Licht erscheinen zu lassen und eine neue Perspektive aufzuzeigen. Gleichzeitig bereitet sie ihre Leser auf den dritten Teil der Reihe vor, der sicherlich sehr interessant wird.

Ich kann dieses Buch, bzw. die Reihe wirklich nur empfehlen. Sie ist definitiv ein Jahreshighlight. Was sich in Band eins noch wie eine Mischung aus Percy Jackson und Tribute von Panem angefühlt hat, wird hier zu einem komplexen Fantasy Abenteuer, das es absolut in sich hat. Band eins hatte ich ja Anfang des Jahres gelesen und daher ein wenig die Befürchtung, schon wieder zu viel vergessen zu haben. Das war vollkommen unbegründet, die beiden Bücher greifen perfekt ineinander.

Von mir also eine ganz große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Eine Pionierin

In uns der Ozean
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Rachel Carson will eigentlich nur eines: Ans Meer und dort forschen. Doch eine familiäre Tragödie verhindert das und Rachel muss nach Hause zurückkehren und Geld verdienen. Zuerst in einer Behörde, in ...

Rachel Carson will eigentlich nur eines: Ans Meer und dort forschen. Doch eine familiäre Tragödie verhindert das und Rachel muss nach Hause zurückkehren und Geld verdienen. Zuerst in einer Behörde, in der sie bald für den Beitrag einer wöchentlichen Radiosendung zuständig wird und bald auch als freie Journalistin, die gut verständliche Beiträge über Naturthemen schreibt. Und schließlich als Autorin, die mit ihren Büchern über das Meer bekannt wird.

Eines Tages fällt ihr ein toter Vogel vor die Füße, kurz nachdem ein Laster die am Straßenrand stehenden Bäume mit DDT behandelt hat. Ein Zufall? Sie wird von Vogelschützern kontaktiert und bald fängt sie an zu forschen, was es mit diesem Gift auf sich hat. Dabei nimmt sie den Kampf ihres Lebens auf und macht sich gerade in der amerikanischen Chemieindustrie unbeliebt.

Theresia Graw lässt uns Rachel durch ihr Leben begleiten. Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben und so lernt man Rachel und ihr Gefühle und Beweggründe schnell kennen. Sie ist eine Frau, die sich ihr Leben lang an der Natur erfreuen konnte und der nichts mehr ein Gräuel war als die unnütze Vernichtung von Leben.

Die Autorin schafft es uns die Liebe zur Natur und zum Schreiben, die Rachel ausgemacht hat spüren zu lassen. Dabei erfahren wir, wie es dazu kam, dass Rachel Carson zur Begründerin der amerikanischen Umweltbewegung wurde. Ihr Buch „Der stumme Frühling“ macht der Bevölkerung in einfachen Worten klar, dass das Töten vermeintlich nutzloser Insekten dazu führt, dass das Gleichgewicht der Natur zusammenbricht. Wir erleben hier den Beginn des Verbots von DDT, dem Insektenvernichtungsmittel, das in den 40er bis 70er Jahren des letzten Jahrhunderts als das Allheilmittel gegen Mücken und andere Schädlinge galt. Die Nebenwirkungen wurden klein geredet, unabhängige Studien gab es nicht, es kam zu ungeklärten Todesfällen nicht nur in der Tierhaltung.

Rachel wird in ihrem Kampf gegen die Windmühlen der amerikanischen Chemieindustrie von Freunden, Wissenschaftlern und Naturfreunden unterstützt. Besonders Dorothy ist ihr als enge Freundin und evtl. auch mehr eine wahre Stütze. Hier gelingt es der Autorin auch die gesellschaftlichen Verhältnisse der USA der damaligen Zeit zu zeichnen. Rachel, die als unverheiratete Frau das Geld für ihre Familie verdienen muss erlebt es immer wieder, wie sie nicht für voll genommen wird und ihr die Intelligenz abgesprochen wird. Besonders als sie erkrankt zeigt sich, Dass alleinstehende Frauen zur damaligen Zeit schlicht weg im Stich gelassen wurden. Die Ärzte sprechen wenn nur mit den Ehemännern über schwerwiegende Erkrankungen, alleinstehende Frauen werden nicht adäquat behandelt.

So zeigt die Autorin mit diesem Buch gleich mehrere wichtige Themen auf, die auch heute noch wichtig sind und nicht als gegeben hingenommen werden dürfen.

Mich hat das Buch sehr berührt. Rachel war eine großartige Frau, die mit ihrem Leben ein großes Vorbild ist. Ihr Engagement für die Umwelt hat viel in Bewegung gebracht. Ich kann dieses Buch nur empfehlen, es ist definitiv eines meiner Jahreshighlights!

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Kampf um England

Rabenthron
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England 1013. König Ethelred, der Unberatene, hat es immer wieder mit Wikingerüberfällen zu tun, die das Land verwüsten. Doch anstatt die Dänen aus dem Land zu jagen zahlt er hohe Tribute und trotzdem ...

England 1013. König Ethelred, der Unberatene, hat es immer wieder mit Wikingerüberfällen zu tun, die das Land verwüsten. Doch anstatt die Dänen aus dem Land zu jagen zahlt er hohe Tribute und trotzdem kommt es immer wieder zu Überfällen. In dieser Zeit begleiten wir Aelfric von Helmsby und Hakon, einen gefangenen Dänen, die ihren Weg an den Hof von Ethelred finden und dort zu treuen Begleitern der Königin Emma werden. Deren Leben ist es auch, das wir am Ende durch das Buch begleiten. Emma war zweimal Königin von England und Mutter von ebenfalls 2 Königen. Eine bemerkenswerte Frau in dieser Zeit, die es leid war sich von den Männern ihrer Umgebung verschachern zu lassen.

Dieses Buch ist zeitlich gesehen der erste Teil der Helmsby Reihe von Rebecca Gablé und bereits der dritte Band der Reihe. Wie bei jedem Buch der Autorin konnte ich es nicht erwarten mit dem Lesen zu beginnen. Schnell war ich wieder in der Welt, in dem die Helmsbys die Lücken der Geschichtsschreibung füllen. Das Buch umfasst den Zeitraum von ca. 40 Jahren und neben Aelfric begleiten wir auch Penda, seinen Sohn. Ich fand es wieder sehr spannend in eine Zeit einzutauchen, mit der ich mich noch nicht so ausführlich beschäftigt habe. Und wie immer habe ich eine Menge gelernt. Emma war mir so noch nicht bekannt und sie war definitiv eine Frau, die das damalige Weltgeschehen geprägt hat. Als Schwester des Herzogs der Normandie wurde sie als junges Mädchen mit dem Angelsachsen Ethelred verheiratet und bekam drei Kinder von ihm. Als Ethelred stirbt, wirbt sein Nachfolger Knut der Große, seines Zeichens Däne und der erbitterte Gegner Ethelreds, um sie. Sie heiratet ihn, hat aber Bedingungen. Dummerweise führen diese Hochzeiten und die Kinder der unterschiedlichen Könige in ihrem Leben und der Geschichte Englands zu heftigen Debatten um die rechtmäßige Thronfolge.

Mir hat dieses Buch wieder sehr gut gefallen. Man gerät in einen Leseflow und möchte gar nicht mehr aufhören. Die Familiengeschichte der Helmsbys nimmt hier ihren Anfang und wird dann in „Das zweite Königreich“ fortgeführt, in dem wir vor allem Aelfrics Urenkel Caedmon und seine Geschwister begleiten. Ich fand es einfach toll dem Lebensweg von Penda und Aelfric zu folgen, jeder anders, doch beide sympathisch. Und da ich gerade so schön im Lesefluss war, habe ich jetzt einen ReRead von „Das zweite Königreich“ begonnen.

Ich kann auch diesen historischen Roman aus der Feder von Rebecca Gablé wieder empfehlen. Es macht einfach Spaß ihre toll recherchierten Bücher zu lesen. Hier wird geschichtliches Wissen ganz nebenbei vermittelt.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

großes Kino!

Atmosphere
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Joan Goodwin bewirbt sich Anfang der achtziger Jahre als Astronautin bei der NASA. Als sie angenommen wird geht ein lang gehegter Traum für sie in Erfüllung und gleichzeitig ein sehr arbeitsreiche Zeit. ...

Joan Goodwin bewirbt sich Anfang der achtziger Jahre als Astronautin bei der NASA. Als sie angenommen wird geht ein lang gehegter Traum für sie in Erfüllung und gleichzeitig ein sehr arbeitsreiche Zeit. Die Kollegen aus der Ausbildungsgruppe werden zu Freunden und sie findet dort auch ihre große Liebe, die aber nicht sein darf und deswegen unter allen Umständen verheimlicht werden muss.

Dieses Buch ist mein erstes Buch der Autorin, wird aber sicher nicht mein letztes bleiben. Gereizt hat mich das Thema Weltraum und Astronauten bei der NASA. Bekommen habe ich weit mehr als das. Ein Buch über menschliche Beziehungen und wie wenig unsere Moralvorstellungen oft mit dem zusammenpassen, was am Ende gut funktioniert und alles Beteiligten gut tut.

Das Buch wechselt immer wieder die Zeitebenen. Am 29. Dezember 1984, als Joan als CAPCOM versuchen muss die Crew der Navigator nach einem folgenschweren Unfall heil nach Hause zu bringen. An Bord alles Kollegen aus ihrem Jahrgang, u.a. auch ihre Lebensgefährtin, was niemand wissen darf.

Dazwischen begleiten wir diese Menschen durch ihre Ausbildung die Jahre davor. Erleben, wie aus den einzelnen Personen ein Team wird und sich unterschiedlichste Charaktere zusammenraufen und lernen dabei auch die Mensch auf der verhängnisvollen Mission kennen. Wir lernen auch Joan gut kennen, die sich seit der Geburt ihrer Nichte Frances um sie gekümmert hat und ihr ein Vorbild sein möchte. Und die sich ihrer sexuellen Ausrichtung kein bisschen bewusst ist, bis sie den Menschen trifft, der zu ihr passt wie kein anderer.

Ich habe das Buch unglaublich gerne gelesen. Die Charaktere waren einfach toll gezeichnet und ich habe sehr mit gefiebert und mit gelitten. Es war auch erstaunlich philosophisch und ich mochte Joans Überlegungen zum Sinn des Lebens und was ein einzelner wirklich verändern kann. Das einzige Manko war der Schluss, der zwar in sich stimmig ist, aber für mich gerne ein wenig ausführlicher hätte sein können. Mir fiel es am Ende schwer mich von den Charakteren zu trennen und hätte gerne noch weiter gelesen.

Von daher von mir eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Wahlverwandtschaften

Die Sommerbücherei
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Toms Leben ist ziemlich trist. Seit die Mutter verstorben ist leben er und sein Vater nur noch nebeneinander her und der einzige Trost sind seine Computerspiele. Durch Zufall landet er in der örtlichen ...

Toms Leben ist ziemlich trist. Seit die Mutter verstorben ist leben er und sein Vater nur noch nebeneinander her und der einzige Trost sind seine Computerspiele. Durch Zufall landet er in der örtlichen Bücherei und leiht dort „aus Versehen“ Liebesromane aus, genau die Bücher, die seine Mutter so gerne gelesen hat. Er lernt dort Maggie kennen, deren wöchentlicher Besuch des Buchclubs dort das Highlight ihres Soziallebens ist. Und auch Farah, sein Schwarm, ist häufiger hier anzutreffen. Als die Stadt die Bücherei aus Kostengründen schließen will, rücken sie alle zusammen, um diesen Ort zu retten. Dabei kommt Tom nicht nur Farah näher, auch zu Maggie baut sich ein freundschaftliches Verhältnis auf.

Ich muss sagen, ich habe diese Geschichte wirklich geliebt. Das Verhältnis von Maggie und Tom ist einfach toll, auch wenn beide ihre Macken haben. Maggie hadert mit Entscheidungen aus ihrem Leben und findet mit Tom eine Aufgabe und die Möglichkeit Dinge für sich wieder gut zu machen. Tom wird durch Maggie selbstbewusster und schafft es mit seinem Vater Klartext zu reden und damit den ersten Schritt zur Verbesserung ihrer Beziehung zu machen.

Dazu kommt der Kampf um die Bücherei im Ort, den Maggie vehement kämpft, um sich selbst den Ort des sozialen Miteinanders zu erhalten. Sie schafft es den Ort zu mobilisieren und den Leuten klarzumachen, was die Bücherei für den Ort auch leistet.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Toms und Maggies Sicht geschildert. Dabei sind Toms Teile als Ich-Erzähler geschrieben, die von Maggie in personaler Erzählweise. Damit bekommt man ein ganz unterschiedliches Verhältnis zu den beiden. Während man Toms Teenager Zweifel hautnah miterlebt, steht man Maggie ein wenig distanzierter gegenüber. Wobei mir auch Maggie ans Herz gewachsen ist.

Alles in allem war es ein wunderbares Buch über Freundschaften und Wahlverwandtschaften. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen, es ist mehr als nur eine leichte Sommerlektüre.

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