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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.08.2025

Enttäuschung, leider

Glory of Broken Dreams (Devil's Dance 1)
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Ein tolles Cover, Klappentext der Lust auf mehr macht, ein erster Satz, der mich gecatched hat und dann - Enttäuschung. Mit Charlie bin ich einfach nicht warm geworden, ihr Traum kommt bei mir als oberflächlich ...

Ein tolles Cover, Klappentext der Lust auf mehr macht, ein erster Satz, der mich gecatched hat und dann - Enttäuschung. Mit Charlie bin ich einfach nicht warm geworden, ihr Traum kommt bei mir als oberflächlich rüber und sie wirkt naiv. Ihre Schwester ist schnell mindestens doppelt so interessant... Die Motivation der Hauptpersonen, Charlie und Willem, haben mich nicht überzeugt, so dass ich mich eh gefragt habe, was sie überhaupt im Hotel sollen. Das Hotel, das mythenumrankte Lichtenstein, aber nix daran kann mich wirklich beeindrucken. Es kommt nicht pompös oder edel daher, die Magie kann mich weder bezaubern noch verstören. Die Vibes sind unvorhersehbar, ich habe einfach nicht verstanden, was dieses Buch jetzt sein will: Romance, Fantasy, Mystery? Dazu der Plot, der keinen roten Faden hat. Es passiert viel, nebeneinander her, die Gewichtung, der Aufbau fehlt. Künstlicher Spannungsaufbau indem uns am Anfang ein Mysterium vorgegaukelt wird, das eigentlich nicht wirklich eins ist, so sehr, dass die Auflösung darüber, welche Beziehung Willem und Sunny verbindet, mich einfach nur wütend gemacht hat.

Und natürlich kann man all diese Dinge positiv sehen, Charlie's naiver Traum ein gesellschaftlicher Kommentar, was ich als sprunghaft empfinde, kann jemand anders als vielseitig verstehen usw. Ich halt nicht.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Nicht meins

Frauen im Sanatorium
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Meins wars leider nicht.
Zu Beginn dachte ich, dass ich mir Setting und Thema aus den Bruchstücken ganz gut zusammen gepuzzelt hätte, hatte etwas Mitleid und Verständnis und gute Wünsche. Mit der Zeit ...

Meins wars leider nicht.
Zu Beginn dachte ich, dass ich mir Setting und Thema aus den Bruchstücken ganz gut zusammen gepuzzelt hätte, hatte etwas Mitleid und Verständnis und gute Wünsche. Mit der Zeit wurde aber alles nur verworrener, ich hatte Mühe dem Chaos aus Personen und Geschichten zu folgen und die emotionale Distanz der Erzählung begann mich anzustrengen. Dazu kam der umständliche Schreibstil, bei dem gern mal Wörter und Satzteile an unerwarteten Stellen standen, was meinen Lesefluss immer öfter unterbrochen hat. Ich hatte keine Freude an dieser Erzählung, habe keine nachhaltige Verbindung zu den Charakteren aufbauen können und mich oft nur gefragt, warum mir nun dieses oder jenes Detail überhaupt erzählt wird.
(Vielleicht ist es eines dieser Bücher, dass nur vor dem Hintergrund einer eigenen solchen Migrations- und Familiengeschichte verstanden werden kann, ich weiß es nicht.)
Ich weiß auch nicht, ob die Enthüllung am Ende, dass es sich um einen unzuverlässigen Erzähler handelt irgendetwas besser macht, es kommt weder wirklich überraschend, noch gibt es der Erzählung eine neue Ebene.

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Veröffentlicht am 21.05.2025

Schönes Cover, inhaltlich nicht bereichernd

Die Autistinnen
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Das eindrücklichste an "die Autistinnen" ist die Besessenheit der Autorin Autismus zu diagnostizieren. Anhaltspunkte braucht sie dafür nicht viele, es wird munter spekuliert und das Ergebnis als Fakt dargestellt. ...

Das eindrücklichste an "die Autistinnen" ist die Besessenheit der Autorin Autismus zu diagnostizieren. Anhaltspunkte braucht sie dafür nicht viele, es wird munter spekuliert und das Ergebnis als Fakt dargestellt. Es ist ermüdend und auch einfach unangenehm zu lesen. Es wird sicherlich Personen in der Vergangenheit gegeben haben, die heute eine Autismus Diagnose erhalten hätten. Aber wir wissen es nicht und können nur darüber spekulieren. Welchen Wert hat das? Müssen wir als autistische Menschen sämtliche Poetinnen, Philosphinnen und überhaupt Menschen, deren Worte und Werke mit unserer Erfahrung resonieren als ebenfalls autistisch deklarieren? Ich halte das für eine gefährliche und schlicht absurde Herangehensweise.

Die Autorin versucht auch ein paar Fakten zu Autismus und insbesondere autistischen Frauen darzulegen, aber auch hier hatte ich den Eindruck, dass die Sorgfalt gefehlt hat unterschiedliche Evidenzgrade wiederzugeben. Ihr Versuch "hochfunktionalen Autismus" als Kategorie und Buchfokus zu rechtfertigen wirkte auf mich dissonant.

Interessant waren die Einblicke in die Erfahrung der Autorin, diese kamen leider unter den anderen beiden Aspekten zu kurz.

Tja nun, schönes Cover, aber inhaltlich nicht bereichernd.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

War leider nicht meins

Frau im Mond
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Trotz des interessanten Themas hatte ich große Schwierigkeiten in dieses Buch hinein zu kommen und mit meiner Aufmerksamkeit und meinem Interesse dabei zu bleiben. Die Erzählung springt immer wieder zwischen ...

Trotz des interessanten Themas hatte ich große Schwierigkeiten in dieses Buch hinein zu kommen und mit meiner Aufmerksamkeit und meinem Interesse dabei zu bleiben. Die Erzählung springt immer wieder zwischen Personen, Zeiten und eingenommener Erzählperspektive. Immer, wenn ich gerade rein gekommen war, fand der nächste Sprung statt. Gerne auch zu Nebenpersonen oder zunächst komplett zusammenhangslosen geschichtlichen Ereignisse. Das Erzählen hat etwas filmisches, was wohl Absicht ist, denn Lilit, die Erzählerin, ist Filmemacherin. Ab und zu konnte ich den Reiz dieses Erzählstil nachvollziehen und bewundern, die meiste Zeit aber dachte ich hauptsächlich, dass es eben einen Grund gibt, warum Bücher anders geschrieben werden als Filme gedreht. Mir beim Lesen die ganze Zeit vorzustellen, ich würde einen Film schauen und mir die entsprechenden Bilder zu basteln, habe ich als ermüdend empfunden.

Zumal es gut bis zur Mitte des Buches gedauert hat, bis ich so etwas wie eine emotionale Bindung zu Lilit empfand. Doch auch dann blieb der Erzählton eher distanziert verkopft. Insgesamt also kein schönes Lesegefühl, obwohl es immer wieder berührende und bereichernd Szenen gab und mich die Hintergründe der Familiengeschichte interessiert haben. So, wie wir sie zu Beginn vorgestellt bekommen, hat mich die Eigenheit und Persönlichkeit jeder Familien-Figur eingenommen. Leider wird darauf, gerade am Anfang, wenig aufgebaut. Ab und an finden sich Reflexionen zu gesellschaftlichen Positionen, zu Identität, Kultur und Ambitionen. Diese haben mir sehr gut gefallen, aber sie wirkten auf mich nicht als stringente Konsequenz des vorher Erzählten. Auch die Kapitelzählung als Countdown wirkt seltsam deplatziert angesichts der alles andere als straffen, zielorientierten Erzählung.

Mir hat "Frau im Mond" leider nicht gefallen, es war mir zu ausufernd, ermüdend und distanziert.

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