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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2025

Hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt

Unbeugsam wie die See
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Unbeugsam wie die See von Emilia Hart (Original: The Sirens, Ü: Julia Walther) hat mich als erstes aufgrund des schönen Covers angesprochen. Dann habe ich den Klappentext gelesen und auch das klang vielversprechend, ...

Unbeugsam wie die See von Emilia Hart (Original: The Sirens, Ü: Julia Walther) hat mich als erstes aufgrund des schönen Covers angesprochen. Dann habe ich den Klappentext gelesen und auch das klang vielversprechend, also hab ich mich in die Lektüre gestürzt.

Die Handlung findet auf drei Zeitebenen statt: 1801 überqueren die Zwillinge Mary und Eliza als Gefangene das Meer von Irland nach Australien. 1999 navigiert Jess die Untiefen des Teenagerdaseins, was jedoch durch eine ominöse Wasserallergie verkompliziert wird. Und zwanzig Jahre später, 2019, flieht deren Schwester Lucy zu ihr, nachdem sie beim Schlafwandeln ihren Freund gewürgt hat.

Klingt abenteuerlich? Nunja, so richtig viel Abenteuer und Spannung war für mich leider nicht dabei und einige Passagen – vor allem in der ersten Hälfte des Buches – haben sich sehr gezogen. Die beiden großen Enthüllungen habe ich leider schon relativ früh vorhergesehen, sodass irgendwann wirklich die Luft raus war. Die Verbindung der verschiedenen Ebenen und einige Plotelemente finde ich sehr konstruiert und nicht immer glaubwürdig.

Darüber hinaus hat mich die Sprache davon abgehalten, tiefer in den Roman einzutauchen. Ob es die Übersetzung ist, oder der Text auch im Original teils unrund klingt, vermag ich nicht zu sagen. Insgesamt sind mir durchaus einige Stellen aufgefallen, an denen zumindest nicht idiomatisch übersetzt wurde. Das hat mich dann immer wieder aus der Lektüre gerissen und der Lesefluss war weg.

Die Idee des Romans gefällt mir nach wie vor gut, aber sie wurde für mich nicht überzeugend umgesetzt. Vielleicht habe ich auch einfach etwas anderes erwartet (mehr Fantasy, weniger Drama). Ich kann mir vorstellen, dass es durchaus Lesende gibt, die das Buch zu schätzen wissen, und auch, dass man es sehr gut als Hörbuch hören kann.

2,5/5

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Leider etwas zu wirr

Wo wir uns treffen
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Wo wir uns treffen von Anna Hope, übersetzt von Ulrike Kretschmer, ist ein Roman über eine britische Familie und deren koloniale Vergangenheit.
Nach dem Tod des Familienoberhaupts versammeln sich dessen ...

Wo wir uns treffen von Anna Hope, übersetzt von Ulrike Kretschmer, ist ein Roman über eine britische Familie und deren koloniale Vergangenheit.
Nach dem Tod des Familienoberhaupts versammeln sich dessen Witwe und Kinder und diverse andere Personen, die der Familie in der ein oder anderen Weise nahestehen, zur Beerdigung und um darüber zu sprechen, wie es mit dem Familienbesitz nun weitergehen soll. Natürlich hat jede:r eine eigene Meinung, eine eigene Hintergrundgeschichte und nicht selten auch ein eigenes Geheimnis.
Die Fülle der Personen hat es mir sehr schwer gemacht, in die Geschichte zu finden. Einige von ihnen konnte ich recht lange nicht auseinanderhalten und viele blieben bis zum Ende blass. Dadurch habe ich leider auch keine emotionale Verbindung zum Buch aufbauen können – dabei hatte ich mir das sehr gewünscht, denn das Thema an sich ist unheimlich spannend. Als dann auch noch ziemliche Längen dazukamen, habe ich ehrlich kurz überlegt, das Buch abzubrechen. Weil mich die Auflösung des Plots dann aber dennoch interessiert hat, habe ich mich bis zum Ende „durchgekämpft“ und wurde ein wenig versöhnt. Wer sich für das postkoloniale Erbe Großbritanniens interessiert, findet hier einen interessanten Aspekt auf „individueller“ Ebene (das Ganze ist natürlich immer strukturell und politisch bedingt).
Dennoch kann ich das Buch nicht empfehlen: zu lang, zu distanziert und trotz des wichtigen Themas zu wenig fesselnd. Schade.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Mir war es leider zu albern

Der Duft des Wals
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Der Duft des Wals von Paul Ruban ist die leicht absurde Geschichte mehrerer Personen und ihrer Interaktionen in einem Urlaubsressort in Mexiko.
Bereits auf dem Flug dorthin lernen wir die ersten Charaktere ...

Der Duft des Wals von Paul Ruban ist die leicht absurde Geschichte mehrerer Personen und ihrer Interaktionen in einem Urlaubsressort in Mexiko.
Bereits auf dem Flug dorthin lernen wir die ersten Charaktere kennen: die Flugbegleiterin Celeste und das Ehepaar Hugo und Judith samt Tochter. Im Hotel kommen dann noch Waldemar und Bon dazu, sowie ein paar Nebendarsteller.
Laut Klappentext ist es ein Buch über ein Ehepaar, das versucht, durch einen Urlaub ihre Beziehung zu retten. Ein Naturereignis (ein toter Wal wird angespült) fungiert als Hindernis und sorgt dafür, dass wir hinter die Fassade der Illusionen schauen können. Das klang genau nach einem Buch für mich.
Leider ist das nur ein sehr kleiner Teil der Handlung, die ansonsten von teils albern anmutenden Episoden und Menschen, die sich eigentlich nicht ausstehen können, dominiert wird. Ich möchte hier nicht spoilern, daher ist das etwas kryptisch, aber Celestes Problematik hat für mich überhaupt nichts zum Roman beigetragen und die Auswirkungen des Wals waren nicht humorvoll, sondern nervig, vor allem in der Häufigkeit, in der sie betont werden. Spätestens bei den Nasenbären war ich dann raus.
Schade, aber für mich war das Buch leider nichts. Wenn ihr aber auf leicht absurde Situationen und eigentümliche Charaktere steht, solltet ihr ihm vielleicht eine Chance geben.
2,5/5

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Leider enttäuschend

Verbrannte Gnade
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Die Prämisse des Schwester-Holiday Romans klingt so vielversprechend: eine queere Nonne, die dabei hilft, Verbrechen aufzuklären. Leider fand ich die Umsetzung dann eher enttäuschend. Die Nonne ...

Die Prämisse des Schwester-Holiday Romans klingt so vielversprechend: eine queere Nonne, die dabei hilft, Verbrechen aufzuklären. Leider fand ich die Umsetzung dann eher enttäuschend. Die Nonne selbst wird zwar als durchaus vielschichtige Protagonistin präsentiert, was mir gefallen hat. Aber ihre Queerness wird so oft auch an unpassenden Stellen erwähnt und ins Zentrum gerückt, dass es hauptsächlich plakativ wirkt und nicht authentisch. Dazu kommt, dass zu viel passiert, das von der eigentlichen Krimigeschichte ablenkt. Die Abschnitte zu Holidays Vergangenheit sollen helfen, ihren Charakter auszuarbeiten, haben mich allerdings immer nur weiter verwirrt, warum sie denn nun Nonne geworden ist. Ihre Beziehung zu Nina, der Hintergrund der Brandermittlerin, und letztendlich auch die Auflösung des Falls erscheinen wie stereotype Versatzstücke, die unharmonisch nebeneinander stehen. Einziger Lichtblick war für mich die sehr gelungene Vortragsart der Sprecherin!
Zusammengefasst: Es wirkt, als hätte die Autorin viele individuell gute Ideen miteinander vermischt - und das ist schiefgegangen. Schade, denn Potential hätte die Geschichte definitiv gehabt.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Ein Buch, das nicht so genau weiß, was es sein möchte

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
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Anna oder: Was von einem Leben bleibt. Die Geschichte meiner Urgroßmutter. ist ein Buch von Henning Sußebach, in dem er versucht, das Leben seiner Vorfahrin anhand einiger weniger Anhaltspunkte ...

Anna oder: Was von einem Leben bleibt. Die Geschichte meiner Urgroßmutter. ist ein Buch von Henning Sußebach, in dem er versucht, das Leben seiner Vorfahrin anhand einiger weniger Anhaltspunkte aufzudecken.

Was mir gut gefallen hat, war, dass das Buch viele Einblicke in die damalige Zeit gibt, in die geschichtlichen und sozialen Hintergründe. Hier hat der Autor meiner Meinung nach eine gute Auswahl getroffen.

Leider konnte mich das Buch ansonsten eher wenig überzeugen. Der Autor schreibt hier „die Geschichte [s]einer Urgroßmutter“ und dafür ist es mir ehrlich gesagt viel zu distanziert. Ich wusste nie genau, was dieses Buch eigentlich sein will, ein Roman, eine Hommage, eine Biographie, ein geschichtliches Werk? Dazu kommt die Fiktionalisierung, die mich an einigen Stellen irritiert hat. Durch Formulierungen wie „ich lasse…“ zeigt der Autor hier deutlich seine Einmischung in die Story (was grundsätzlich ok ist, hier aber weiter Verwirrung schafft). Teils wird hier ein Leben romantisiert (z.B. wenn es um die Geburt geht), wobei ich mich schon frage, wie gut der Autor sich in die damalige Zeit und die Situation der Frauen versetzen kann.

Es gibt immer wieder Einmischungen im Sinne einer Leserleitung („man muss das natürlich einordnen“, „aus heutiger Perspektive“, …), aber an den wichtigen Stellen fehlt genau das: es werden Passagen aus Schulbüchern von früher zitiert, in denen es um Rassenlehre geht, und das wird an dieser Stelle nicht einmal kommentiert. In meinen Augen ist das sehr problematisch (vor allem, wenn man bedenkt, wie oft der Autor sich sonst einmischt).

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und obwohl ich die Sprecherin sehr mochte, war es doch irritierend, ein Buch, das offensichtlich von einem Mann erzählt wird, von einer Frau vorgelesen zu bekommen. Das war vielleicht ein weiterer Grund, warum ich mit dem Ganzen nicht so wirklich warm geworden bin.


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