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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2025

Viel Fantasie um humanoide Tiere, umgeben von rassistischen Menschen

Wie die Karnickel
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Das Cover auf rotem Untergrund zeigt eher einen langohrigen Hasen. An vier Pistoleneinschlägen lässt sich schon das aggressive Ambiente erahnen. Eine vermenschlichte Tierwelt, hier vor allem Kaninchen ...

Das Cover auf rotem Untergrund zeigt eher einen langohrigen Hasen. An vier Pistoleneinschlägen lässt sich schon das aggressive Ambiente erahnen. Eine vermenschlichte Tierwelt, hier vor allem Kaninchen Füchse und Wiesel, agiert ähnlich wie in Fabeln. Im britischen Dörfchen Much Hemlock, nah an der walisischen Grenze, fühlen sich die dortigen Menschen bedroht durch zu große Zuwanderung dieser intelligenten, sprechenden Tierspezies. Verfolgt, bedroht und ausgebeutet werden sie von rassistischen Menschen. Trotz des humorvollen, originellen Schreibstils erkennt man die tiefgehende Satire und eklatante Gesellschaftskritik an der derzeitigen Zuwanderungspolitik nicht nur in Großbritannien. Da wo Angst in der Bevölkerung entsteht, blüht auch Rassismus bzw. Ausländerfeindlichkeit. Diese Botschaft zum Versuch einer schrittweisen gesellschaftlichen Veränderung durch schrittweises Handeln mag vielleicht ankommen, wenn dafür genügend engagierte Leute dieses Problem ehrlich angehen wollen.
Ein kreatives, originelles Buch mit aktueller Gesellschaftskritik! 3*

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Veröffentlicht am 23.10.2025

Was für ein unruhiges Leben – gut in Szene gesetzt!

Die Ränder der Welt
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Die auf dem Cover abgebildete Landschaft könnte zu Patagonien passen, auch am Rand der Welt gelegen wie z.B. die Inseln um Estland, die im Roman ebenso wichtige Stationen im Leben der Hauptfigur Kristian ...

Die auf dem Cover abgebildete Landschaft könnte zu Patagonien passen, auch am Rand der Welt gelegen wie z.B. die Inseln um Estland, die im Roman ebenso wichtige Stationen im Leben der Hauptfigur Kristian Aavik sind. Dieser Ich-Erzähler wandert auf zwei Erzählebenen durch sein unruhiges Leben ab 1947, angefangen zunächst bei seiner Kindheit ab vier Jahren in der Schweiz in einem ehemaligen Fischerdorf zwischen Basel und Lörrach. Dort in Kleinhüningen wächst er mit seinem 6. Finger an der linken Hand und der komplizierten Freundschaft zu Mikkel Jacobsen auf. Mit 56 Jahren stellt er sich nach dreißig Jahren endlich seiner Wut auf seinen zwielichtigen Freund in Christiansø. Auf der 2. Erzählebene werden im Rückblick die Rätsel um seine immer noch nicht fassbare estnische Herkunft erläutert, seine Pariser Monate, seine Revolution schwangere Zeit um Christiania in Kopenhagen und seine Wanderungen durch Italien, Argentinien bis nach Patagonien.. Im Kopf stoßen sich seine wütenden Gedanken an den Rändern der Welt mit Mikkel. Während deren intensiver Gedankenaustausch über Bücher die Freundschaft festigt, zerstören deren Bindungen zu Frauen all das. Die Beschreibung der Charaktere dieser Sonderlinge und Außenseiter gefällt. Was ist Kunst? Diese Frage mäandert mehr philosophisch betrachtet zwischen Kristians Steinmetzarbeiten, seinen Zeichnungen und dem Bild von Wilhelm Bendz’ Tabaksgesellschaft daher. Bis zum finalen Abschied vom doppelgesichtigen Mikkel und ihrer Freundschaft werden auch historische Fakten wie die Gründung der alternativen Wohnsiedlung Christiania in Kopenhagen und die gefährliche politische Revolution in Argentinien erörtert. .
Insgesamt thematisch sehr umfangreich und interessant, streckenweise etwas langatmig.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Unterhaltend!

Über die Toten nur Gutes
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Schon die Farbgebung des Covers verrät, dass es hier nicht um einen eiskalten Thriller geht. Schon die typische Geste des Hundes am Sarg lässt den nicht todernsten Charakter des Buches erahnen. Die ...

Schon die Farbgebung des Covers verrät, dass es hier nicht um einen eiskalten Thriller geht. Schon die typische Geste des Hundes am Sarg lässt den nicht todernsten Charakter des Buches erahnen. Die Szenerie spielt um Flensburg und Glücksburg an der Ostsee. Sowohl die Landschaft als auch der typische Menschenschlag mit plattdeutschem Dialekt fließen in dieses Ambiente eines Cosy - Crimes mit ein. Die kreative Idee dieser Serie mit dem Trauerredner Mads Madsen als Kriminologen gefällt. Zunächst werden die familiären Protagonisten rund um diese Hauptfigur im vorgestrigen Anzuglook bei seiner Probe-Trauerrede für seinen Vater Fridtjof vorgestellt – eine unerwartete, makabre Situation. Im weiteren Verlauf versprühen Vater und Sohn mit Hündin Bobby in humorvollen bis tiefgründigen Dialogen incl. Bingo-Szenen ein warmherziges Miteinander. Kriminalistisch geht es mit Mads` Schulfreund Patrick Schulze aus Kindertagen weiter, der seinen Tod seltsamerweise voraus sieht laut persönlich zugestellter Post. Diesen Tod mit Unfallflucht soll die verhaltensmäßig überzogene Kriminalistin mit Beinamen „Mills Kills“ aufklären. Rätselhafte Figuren wie z.B. der stille Bestattungsmitarbeiter Banard, Patrick`s Mutter und Freunde oder einige Mafiosi bereichern den Plot. Während Mads Erinnerungen von vor 20 Jahren heraufbeschwört, verläuft parallel dazu die Aufklärung etwas unrealistisch und unglaubwürdig.
Insgesamt gefallen kreative Dialoge und sympathische Hauptfiguren wie Mads und Fridtjof.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Was wirklich zählt: Freundschaft

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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Das Buchcover dieser 5. Folge hat erneut einen hohen Wiedererkennungswert. Joyce Meadowcroft als Ich-Erzählerin und Elizabeth Best immer noch als trauernde Ex-Geheimdienst-Mitarbeiterin in der Seniorenresidenz ...

Das Buchcover dieser 5. Folge hat erneut einen hohen Wiedererkennungswert. Joyce Meadowcroft als Ich-Erzählerin und Elizabeth Best immer noch als trauernde Ex-Geheimdienst-Mitarbeiterin in der Seniorenresidenz von Coopers Chase stoßen anlässlich der Hochzeit von Joanne, der Tochter von Joyce, erneut auf einen dringlichen Notruf mit Bombenattacke und Bit-Coins in der Welt von Cold Storage. Während das Duo Joyce Elizabeth in ihrem typischen Miteinander schwächelt, tummeln sich neue Figuren um diese vier Senioren, was zu vielen Nebenschauplätzen und Handlungssträngen führt, teils zu langatmig und spannungsarm. Neben der bunten Palette von freundschaftlich miteinander verbundenen Charakteren findet man dieses Mal einen Drogenhändler, einen Anwalt und einen Lord, eingebunden in das rätselhafte Auffinden sechsstelliger Zugangscodes. Natürlich gefällt der unterhaltsame Schreibstil, teils humorig menschlich, teils ironisch. Thematisiert werden Trauerbewältigung, Freundschaft, Vereinsamung und Verarmung - verbunden mit der Botschaft, dass der Besitz von viel Geld auch belastend sein kann.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Anspruchsvoll und zum Nachdenken!

Bin das noch ich
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In vier Teilen geht es über mehr als 45 Tage um den ca. 50-jährigen Violin-Virtuosen Simon Abrameit, Musiker ohne Festanstellung, der derzeit seine Sachen in einer Halle in einem Gewerbegebiet in Kisten ...

In vier Teilen geht es über mehr als 45 Tage um den ca. 50-jährigen Violin-Virtuosen Simon Abrameit, Musiker ohne Festanstellung, der derzeit seine Sachen in einer Halle in einem Gewerbegebiet in Kisten untergebracht hat. Die anfängliche Szenerie spielt in einer Kapelle außerhalb von Helsinki mit einem teils missglückten Auftritt Abrameits. Er verspielt sich bei einer Bartók-Sonate aufgrund zweier sperriger Finger seiner linken Hand. Verdacht auf fokale Dystonie. Seine Identitätskrise ohne Aufklärung folgt. Eigentlich findet er keine Antworten auf Fragen wie:
• Was bringt mein Gehirn dazu, dasjenige abzustoßen, das der gesamte Inhalt meines Lebens ist?
• Was bleibt, wenn ich nicht mehr aktiv musizieren kann“
• Was werde ich noch alles verlieren?
• Wie soll ich es anstellen, mein Leben komplett neu einzurichten.
In einer einsamen Hütte auf einer Schäreninsel nahe der Insel Gogland, einer russischen Insel in der Ostsee, frönt er der Vogelbeobachtung, verliert sich in philosophisch angehauchte Gedankengänge über weltberühmte Komponisten und Musiker mit ähnlichem Problem, resümiert teilweise langatmig über musikalische Konstellationen in Werken besonders von Bartók. Um über sich selbst Klarheit zu obigen Fragen zu gewinnen, schreibt er Briefe an Darja, einer berühmten Violinistin aus der Ukraine. Historische Ereignisse wie der Ukraine-Krieg und die Pandemie werden angerissen.
Der poetische Schreibstil gefällt. Ein Roman besonders geeignet für Musikliebhaber klassischer Musik und Hobbyornithologen.

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