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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2025

Wünsch dir was…

Die Festung
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Bonnie nimmt für ihre Schwester an einer Reality Show teil, weil diese sich verletzt hat und nicht dabei sein kann. Die acht Teilnehmer werden zu einer abgelegenen Festung Mitten auf dem Meer gebracht ...

Bonnie nimmt für ihre Schwester an einer Reality Show teil, weil diese sich verletzt hat und nicht dabei sein kann. Die acht Teilnehmer werden zu einer abgelegenen Festung Mitten auf dem Meer gebracht und sich selbst überlassen, um sie herum Kameras und Mikrofone, die alles aufnehmen. Es dauert nicht lange und die Stimmung verändert sich, schließlich geht es um ein hohes Preisgeld und die Message ist ziemlich klar: nur eine Person kann gewinnen. Als einer der Teilnehmer tot aufgefunden wird, bekommt diese Aussage allerdings einen neuen Sinn: Nur einer wird überleben.

Die Autorin dürfte einigen Leserinnen und Lesern unter ihrem Klarnamen Leona Deakin bekannt sein, ihre Bücherserie um die Psychologin und Privatdetektivin Dr. Augusta Bloom, die vier Bände umfasst (zwei davon bisher übersetzt) ist ziemlich erfolgreich. Der vorliegende Escape Room-Thriller ist für mich das erste Buch der Autorin, die mich damit allerdings voll für sich eingenommen hat. In Rückblenden und aus einem Podcast erfahre ich abwechselnd, was passiert ist, dabei werden aber immer nur so viele Informationen preisgegeben, dass ich vor Neugierde förmlich platze. Geschickt führt L.D. Smithson mich durch die Geschichte, die immer dramatischer wird. Sie streut Hinweise, legt Spuren, führt die Teilnehmer und mich regelrecht an der Nase herum, bis es eine Wendung gibt, die mich erstarren lässt. Als ich sicher bin, alles durchschaut zu haben, legt sie eine Kehrtwende ein und ich stehe mit leeren Händen da. Bis zuletzt baut sie kleine Überraschungen ein, sodass bis zum hervorragenden Ende keine Langeweile aufkommt. Der Abschluss ist böse, aber irgendwie auch passend. Großartige Unterhaltung!

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Kate Burkholders persönlichster Fall

Aschetod
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Polizeichefin Kate Burkholder wird zu einem grausamen Tatort gerufen: Ein Mann wurde in einem abgelegenen Waldstück an einen Pfahl gefesselt und angezündet, er verbrannte bei lebendigem Leib. Die Ermittlungen ...

Polizeichefin Kate Burkholder wird zu einem grausamen Tatort gerufen: Ein Mann wurde in einem abgelegenen Waldstück an einen Pfahl gefesselt und angezündet, er verbrannte bei lebendigem Leib. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Gemeinde der Amischen, die Kate gut kennt, weil sie einmal eine von ihnen war. Bald ist sie einer Wahrheit auf der Spur, die sie in Lebensgefahr bringt.

»Im Herzen von Amish Country liegt Painters Mill, eine hübsche Kleinstadt mit fünftausenddreihundert Einwohnern, von denen ein Drittel amisch ist. Ich bin als Amische geboren, habe die Glaubensgemeinschaft aber im Alter von achtzehn Jahren verlassen, als das Schicksal mir den Boden unter den Füßen weggezogen hatte.«

Bereits zum sechzehnten Mal ermittelt Kate Burkholder und wieder einmal ist es ein an Grausamkeit fast nicht zu überbietendes Verbrechen, das sie aufzuklären hat. Nie wurde es so persönlich wie im vorliegenden Buch, nie war die Gefahr für sie und diejenigen, die sie liebt, größer. Ein verabscheuungswürdiges Opfer, das trotzdem Gerechtigkeit fordert, unerwartete Wendungen und eine Ermittlung, die sich schwierig gestaltet, weil es Verwicklungen gibt und eine Menge Menschen lieber schweigt. Für mich persönlich nicht der beste Teil der großartigen Reihe, aber einer, der spannend war und mich gewohnt gut unterhalten hat. Ich hoffe auf viele weitere Bände und freue mich darauf!

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Liebe dich selbst

Nur du weißt, wer du bist
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Lena ist nach einer schmerzhaften Trennung am Boden zerstört, da kommt ihre beste Freundin auf eine ungewöhnliche Idee. Die Agentur für Selbstwert soll Lena dabei helfen, zu finden, was sie verloren hat, ...

Lena ist nach einer schmerzhaften Trennung am Boden zerstört, da kommt ihre beste Freundin auf eine ungewöhnliche Idee. Die Agentur für Selbstwert soll Lena dabei helfen, zu finden, was sie verloren hat, nämlich ihre Selbstliebe.

»Zum Beispiel sehe ich eine Frau, die traurig ist, die sich aber gleichzeitig tapfer den Herausforderungen des Lebens stellt. Und ich sehe eine Frau mit strengen Gesichtszügen, aber ich sehe auch eine Frau, die weich wird, wenn sie ihre Gefühle zulässt. Es gibt nicht nur negative Seiten an einem Menschen. Alles hat ein Gegenstück.« (Seite 39)

Dies ist mein drittes Buch von Michaela Wiebusch, das eine Geschichte erzählt, wo andere ein Sachbuch geschrieben hätten. Diese Form ist klug gewählt, zumindest für mich, die selten Sachbücher liest, weil das Buch so sicherlich mehr Leserinnen und Leser erreicht, so wie hier geschehen. Sieben Kapitel hat das Buch, in sieben Wochentage aufgeteilt. Jedes trägt eine Überschrift zum Thema, die mit dem Selbst zu tun hat, wie zum Beispiel Selbstbewusstsein, Selbstverantwortung oder Selbstvertrauen, was dann thematisiert wird. Es gibt Denkanstöße, Beispiele und kleine Aufgaben, die dabei helfen sollen, das Gelesene umzusetzen, schöne Illustrationen ergänzen das Bild. Dies hat mir wieder sehr gefallen und ich empfehle das Buch sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

(Vor-) Lesen macht die Gedanken bunt

Humbi und Mohna auf der wilden Wiese
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Humberta, Hummelkönigin von Felsenstein, kurz Humbi genannt, ist eine Steinhummel und gehört, wie andere Wildbienenarten wie zum Beispiel Wespen und Ameisen, zu den Hautflüglern. Eines Tages lernt sie ...

Humberta, Hummelkönigin von Felsenstein, kurz Humbi genannt, ist eine Steinhummel und gehört, wie andere Wildbienenarten wie zum Beispiel Wespen und Ameisen, zu den Hautflüglern. Eines Tages lernt sie die Mohnbiene Mohna kennen und die beiden freunden sich an. Bald sind Mohna und Humbi unzertrennlich und alles könnte so schön sein, als eines Tages die »Trampler« in ihren Lebensraum dringen. Zusammen mit Ignatz dem Igel bilden sie das Team mit Herz und Stachel und machen sich auf den Weg, den Grund dafür zu finden.

Dieses Kinderbuch ab 9 Jahren hat mir persönlich den Tag versüßt und ich bin nun wirklich weit von dieser Altersempfehlung entfernt. Dies macht aber nichts, denn diese Geschichte dürfte Jung und Alt begeistern, ob beim selbst lesen oder vorlesen, was wunderbar geht. Es handelt von Freundschaft und dem Zusammenhalt, Aspekte der Natur sowie des Umweltschutzes werden spielend eingebunden und interessante Pflanzen, Insekten und Tiere entdeckt. Vervollständigt wird es durch zauberhafte schwarzweiße Illustrationen von Hannelore Demel-Lerchster. Gerne empfehle ich es weiter und wünsche viel Spaß mit diesem großartigen Abenteuerbuch.

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Zusammen ist man trotzdem allein

Dein Herz, ein wildes Tier
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Staci, Ray, Ernie und Coral sind auf der Flucht, sie verstecken sich in Texas, mieten sich mit geklautem Drogengeld ein Haus und spielen heile Welt, was ihnen erstaunlich leicht gelingt. Bald aber ist ...

Staci, Ray, Ernie und Coral sind auf der Flucht, sie verstecken sich in Texas, mieten sich mit geklautem Drogengeld ein Haus und spielen heile Welt, was ihnen erstaunlich leicht gelingt. Bald aber ist klar, dass die zehn Riesen, die sie unterschlagen haben, nicht ausreichen und auch sonst sind die Tage ihrer Gemeinschaft gezählt.

»Die Angst, auf der Flucht zu sein, war dem großen Unbehagen gewichen, als Fremde aufeinander angewiesen zu sein. Sie wussten, dass sie zu einem neuen Zuhause fuhren, auch wenn es nicht von Dauer sein würde, aber die Heimatlosigkeit umhüllte sie wie ein Schwarm Kriebelmücken.« (Seite 72)

Eine Ex-Stripperin, ein abgekämpfter Biker, ein ehemaliges Heimkind mit Depressionen und Aussetzern sowie ein Teenager, Kind von Junkies, der nicht spricht und meistens neben der Spur ist, um es vorsichtig auszudrücken. Alle haben eine Vorgeschichte, Narben auf der Seele, und auch sonst sind ihre Körper gezeichnet, manche Spuren sieht man außen nicht und dennoch sind sie da. Diese vier machen sich auf, unfreiwillig, nicht geplant, aber nicht planlos und mit einem gewissen Ziel auf den Weg.

Ehrlich gesagt, war ich zu Beginn ein wenig irritiert, als ich den ersten Satz las: »Dies ist eine Liebesgeschichte, nebenbei gesagt«. Und das war es, aber irgendwie auch wieder nicht. Es war ein Roadtrip der besonderen Art, eine Suche nach einem Zuhause, nach einer Gemeinschaft, Vertrauen, Liebe und Glück. Wünsche, Träume, Hoffnungen, aber auch der Kick nach dem schnellen Geld spielten eine Rolle und über allem schwebte permanent ein Unheil, wie ein fernes Grollen, das man körperlich spürt, auch wenn es noch weit genug entfernt ist. Die Erzählstimme kam zudem regelmäßig darauf zurück. Ich fand die Story abgedreht, total crazy, zuweilen lustig, aber auch traurige Momente waren zur Genüge dabei. Wer nun wissen möchte, was der auf dem Cover abgebildete Gepard mit dem Ganzen zu tun hat, macht sich auf die Reise und findet es selbst heraus. Ich wünsche gute Unterhaltung, aber auch Glück. Es lohnt sich!

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