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Veröffentlicht am 15.09.2025

Ein Buch voller Magie und Handwerkskunst - für alle, die Zauberei lieben

Zauberstäbe und ihre Geheimnisse
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Zauberstäbe üben auf Kinder und Erwachsene, die Magie und Zauberei lieben, gleichermaßen eine besondere Anziehungskraft aus. Deshalb haben meine Söhne und ich uns sehr auf "Zauberstäbe und ihre Geheimnisse" ...

Zauberstäbe üben auf Kinder und Erwachsene, die Magie und Zauberei lieben, gleichermaßen eine besondere Anziehungskraft aus. Deshalb haben meine Söhne und ich uns sehr auf "Zauberstäbe und ihre Geheimnisse" von Stephan Köstler, einem echten Zauberstabmacher, gefreut.
Die Gestaltung des Buches und die Illustrationen von Alessandra Fusi haben uns sofort sehr gut gefallen. Das Buch ist hochwertig verarbeitet und wirkt wie ein kleiner Schatz. Es enthält Fotos von unglaublich schönen Zauberstäben, die von Stephan Köstler in Handarbeit hergestellt wurden. Dabei sind auch viele Details zu entdecken sowie magische Kerne und die Werkzeuge, mit denen die Stäbe hergestellt werden.
Meinen Söhnen und mir hat besonders gut gefallen, dass man durch die Fotos und Beschreibungen erfährt, wie Meister Köstler Zauberstäbe herstellt. Da möchten wir am liebsten auch gleich eine Drechselmaschine anschmeißen oder mit dem Schnitzen loslegen. Das Wissen über verschiedene Hölzer und die richtige Gestaltung mithilfe des Goldenen Schnitts hat uns hier richtig gut gefallen und inspiriert. Toll war auch der kleine Abstecher zu den Flugbesen, so einen hätten wir auch sehr gerne!
Neben dem Teil, der die Herstellung der Stäbe erklärt, gibt es einiges über die Geschichte der Zauberstäbe und den Werdegang eines Zauberstabmeisters zu lesen. Auch diese Abschnitte waren interessant, vor allem die eher sachlichen über die verschiedenen Epochen der Zauberei. Lediglich die kurzen Geschichten haben uns nicht ganz so gut gefallen. Insbesondere die Geschichte über das Mittelalter wirkte auf uns nicht ganz rund und es gab einen kurzen Satz über Alkohol, der für mich nicht in ein Buch gehört, das sich auch an Kinder richtet.
Trotzdem hat uns "Zauberstäbe und ihre Geheimnisse" richtig gut gefallen. Man fühlt die Magie in diesem Buch und die Liebe, die in dem Handwerk steckt. Deshalb empfehlen wir das Buch allen Menschen, die Magie und Zauberei lieben und gerne mehr über die Herstellung von Zauberstäben erfahren möchten.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Packender Reihenauftakt über Kinder mit ganz besonderen Fähigkeiten

Wilderland – Der Wald
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Auf "Wilderland - der Wald" von Gina Mayer war ich sehr gespannt. Das Cover hat mich mit dem ausdrucksstarken Wolf gleich fasziniert und der Klappentext klang für mich richtig gut.
Calum ist ein Waisenjunge, ...

Auf "Wilderland - der Wald" von Gina Mayer war ich sehr gespannt. Das Cover hat mich mit dem ausdrucksstarken Wolf gleich fasziniert und der Klappentext klang für mich richtig gut.
Calum ist ein Waisenjunge, der in einer neuen Wohngruppe landet, mit anderen Jugendlichen, die ihn ausschließen, aber viel mehr mit ihm gemeinsam haben, als er zunächst glaubt. Denn alle vier sind das Ergebnis eines wissenschaftlichen Experiments. Sie haben besondere Fähigkeiten, die sie nicht nur für die amerikanischen Behörden interessant machen. Als Calum, Jasleen, Skye und Miro merken, dass sie unter ständiger Beobachtung stehen, beginnt eine spannende Flucht.
Was mir gleich zu Beginn besonders gut gefallen hat, ist die Beschreibung der Sinneseindrücke, die für Calum so anders sind als für normale Menschen. Er ist etwas Besonderes, auch wenn er sich selbst lieber zurückzieht und den meisten Menschen misstraut. So ist es auch verständlich, dass er zunächst mit seinen Mitbewohnern nicht so gut klarkommt.
Trotzdem merkt man gleich, dass eine gewisse Verbindung zwischen den vieren besteht. Und als die Jugendlichen Stück für Stück mehr herausfinden, bildet sich langsam ein interessantes Team. Auch Calum entwickelt sich charakterlich weiter, was in kleinen Momenten des Vertrauens immer deutlicher wird und mir gut gefallen hat.
Ab der Flucht wird das Buch dann richtig spannend, auch wenn es immer wieder ruhige Momente gibt, in denen Calum und die anderen neue Erkenntnisse gewinnen und besondere, tierische Erfahrungen machen.
Das Ende des Buches ist natürlich noch lange kein Ende der ganzen Geschichte, da es lediglich der Auftakt zu einer Reihe ist. Wirklich viel erreicht haben Calum, Jasleen, Skye und Miro noch nicht und es bleiben sehr viele Fragen unbeantwortet. Das macht große Lust auf den nächsten Band, ist jedoch auch etwas unbefriedigend.
Wer aber bereit für eine neue spannende Buchreihe ist mit interessanten Charakteren, Verbindungen zu wilden Tieren und skrupellosen Wissenschaftlern, der wird mit "Wilderland" von Gina Mayer ein paar fesselnde Lesestunden erleben. Die Altersempfehlung ab 11 Jahren ist hier durchaus passend, da die Charaktere alle mit etwa 14 Jahren schon sehr jugendlich sind und auch Themen angesprochen werden, die erst ab diesem Alter interessant werden.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Ruhige Dystopie, die zum Nachdenken anregt

1000 und ich. Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.
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"Vielleicht ist all das hier gar nicht wirklich, vielleicht ist es nur ein Traum." (Kapitel Traum)

Ein Buch, das mich gerade sehr überrascht hat, ist "1000 und ich - Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage ...

"Vielleicht ist all das hier gar nicht wirklich, vielleicht ist es nur ein Traum." (Kapitel Traum)

Ein Buch, das mich gerade sehr überrascht hat, ist "1000 und ich - Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht." von Yorick Goldwijk.
8 ist der Name der Hauptfigur dieser Geschichte, einer Unbeseelten. Sie lebt jeden Tag das gleiche durchstrukturierte Leben wie alle anderen Mädchen um sie herum, die ihr in Aussehen und Verhalten gleichen sollten. Doch 8 ist anders, denn sie fühlt, denkt, träumt - alles, was sonst für ihresgleichen verboten ist. Sogar Einsamkeit kann sie empfinden. Bis sie ein Mädchen sieht, das ebenso anders erscheint und in ihr Hoffnung und den Wunsch zu fliehen weckt.
Yorick Goldwijks Schreibstil ist meist ruhig und nachdenklich. Es passiert tatsächlich gar nicht so viel und durch die Ich-Perspektive liegt der Fokus sehr stark auf 8 und ihren Gedanken. Ihre Welt erscheint so fremd und unwirklich und vor allem der Umgang mit Abtrünnigen ist erschreckend. Doch ihre Gefühle des Andersseins und des Nicht-dazu-Gehörens sind stark und greifbar.
Beim Lesen der Geschichte hatte ich zunächst an manchen Stellen große Fragezeichen im Kopf: Was ist Traum? Was ist Wirklichkeit? Außerdem kommen tiefgründige Fragen zum Tragen, wenn sich 8 Gedanken über ihre Existenz macht. Wer ist sie? Was unterscheidet sie von anderen? Die Auflösung ist überraschend und klärt einiges auf, stimmt aber nachdenklich und berührt auf eine ganz andere Weise.
"1000 und ich" ist eine langsame und tiefgründige Dystopie für Jugendliche über Individualität, das Wesen des Seins und die Realität. Die Altersempfehlung ab 12 Jahren ist durchaus passend. Mein 13-jähriger Sohn fand das Buch ganz okay, ihm wäre mehr Handlung und Spannung lieber gewesen. Dafür hat ihm aber das Ende und die Auflösung der Geschichte gut gefallen. Für Jugendliche, die gerne ruhigere Geschichten mit philosophischen Fragen lesen und auch zunächst verwirrende Szenen wertschätzen, ist das Buch auf jeden Fall zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Märchenhafte Geschichte mit Hexe, sprechendem Kater und asiatischen Drachen

Gwin und das Herz des Drachen (Band 1)
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Angelockt von diesem wunderschönen Cover hatte ich richtig Lust "Gwin und das Herz des Drachen" von Verena Maier zu lesen.

Gwin stammt aus einer reichen Familie. Doch da ihre Eltern sie häufig zu ihrer ...

Angelockt von diesem wunderschönen Cover hatte ich richtig Lust "Gwin und das Herz des Drachen" von Verena Maier zu lesen.

Gwin stammt aus einer reichen Familie. Doch da ihre Eltern sie häufig zu ihrer fiesen Tante schicken, während sie selbst Urlaub machen, läuft Gwin an einem kalten Herbsttag davon. Erst weiß sie nicht wohin, doch dann landet sie durch Glück oder Schicksal an einem ganz besonderen Ort voller Magie.

Gwin trifft auf eine freundliche Hexe namens Madame Manou, den sprechenden Kater Nerowitz, ein kleines Feuerwesen und letztlich sogar auf den Drachen Jun. Doch Drachen gelten als herzlose, gefährliche Wesen, denen man nie trauen darf. Trotzdem freundet sich Gwin mit ihm an und das ist der Beginn für ein unglaubliches Abenteuer.

Die Illustratorin Indiana Acosta schafft dafür mit ihren Bildern eine wunderschöne Stimmung. Es sind einige eindrucksvolle schwarz-weiß Zeichnungen von Drachen dabei, die ich am liebsten einmal in riesengroß sehen würde.

Auch die Geschichte selbst erzeugt eine ganz märchenhafte Atmosphäre mit einem magischen Café, das als Rückzugsort für mythische Wesen dient, einer kleinen Inselwelt, die sich ganz nach Gwins Wünschen gestalten lässt und ein paar Bezügen zur asiatischen Mythologie.

Gwin und die anderen Figuren kann man sehr schnell ins Herz schließen, auch wenn einige von ihnen recht mürrisch scheinen. Es ist spannend, Gwin auf dem Abenteuer zu begleiten und mit ihr eine magische Welt zu entdecken, von der man trotz einiger Gefahren nur träumen kann. Dabei zeigt Gwin Mut, Kreativität und ganz viel Herz.

Es ist gerade zu Beginn eine ruhigere, magische Geschichte zum Wohlfühlen, die erst in der zweiten Hälfte so richtig an Fahrt aufnimmt. Da die Kapitel aber sehr kurz gehalten sind und eine so magische Welt auch mit kleinen Details entdeckt werden will, lässt sich auch die erste etwas langsamere Hälfte sehr schön lesen.

Alle Leserinnen und Leser ab etwa 9 Jahren, die gerne in traumhaften Welten versinken und Drachen und andere magische Wesen mögen, werden "Gwin und das Herz des Drachen" lieben.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Schönes Freundschafts-Buch für alle Jugendlichen ab 12 Jahren

FREI – Beste Freundschaft
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Mein 13-jähriger Sohn und ich haben beide sehr gerne den ersten Band der Frei-Reihe von Sarah Welk gelesen. Deshalb waren wir gespannt auf den zweiten Teil "Frei - Beste Freundschaft".

Während im ersten ...

Mein 13-jähriger Sohn und ich haben beide sehr gerne den ersten Band der Frei-Reihe von Sarah Welk gelesen. Deshalb waren wir gespannt auf den zweiten Teil "Frei - Beste Freundschaft".

Während im ersten Band Joshua im Fokus stand, ist es diesmal seine Mitschülerin Nasrin. Es ist kaum Zeit vergangen seit Nasrin, Joshua, Nico, Nina und Koray im Wald eine ganz besondere Freundschaft geschlossen haben. Aber auch wenn man dieses erste Abenteuer nicht gelesen hat, fällt der Einstieg in "Frei - Beste Freundschaft" ganz leicht.

Nasrin ist eine ausgezeichnete Schülerin und bringt sich gerne in der Schule ein. Auch bei dem neusten Projekt an der Ida-Müller-Schule, die sich durch ein offenes Konzept, viele Freiheiten und die Mitbestimmung der Schülerinnen und Schüler auszeichnet, wollen Nasrin und ihre Freunde als Team teilnehmen.

Doch Nasrins Leben wird durch einige Entwicklungen ganz schön durchgerüttelt und Nasrin macht sich nicht nur um ihren jüngeren Bruder Arad Sorgen, sie soll sich außerdem auch um Joachim einen neuen Schüler kümmern.

Die Geschichte wird komplett aus Nasrins Sicht erzählt, sodass man viel über ihr Innenleben erfährt. Nasrin ist dabei sehr sympathisch und ein glaubhafter Charakter, zu dem man leicht einen Zugang finden kann.

Die Sprache ist wieder sehr jugendlich, insbesondere wenn Nasrin mit einigen ihrer Freunde zusammen ist. Es ist aber nicht übertrieben und lässt sich gut lesen.

Wie der Titel des Buches schon verrät geht es in diesem Band vor allem um Freundschaft: wie sie sich entwickelt, verändert oder neu beginnt, wie Freunde füreinander einstehen können, aber auch was falsche Freunde sind. Es geht aber auch um die persönliche Entwicklung von Nasrin, die immer versucht es allen recht zu machen und dabei ihre eigenen Grenzen übersieht.

Zuletzt ist auch mentale Gesundheit ein wichtiges Thema, was aber nach meinem Empfinden etwas mehr Raum in der Geschichte gebraucht hätte, um nicht zu überraschend rüberzukommen. Vielleicht hätten hier ein paar mehr Momente mit der betreffenden Figur geholfen.

Trotz dieses kleinen Kritikpunktes ist es ein tolles Buch über Freundschaft für alle ab etwa 12 Jahren, mit einigen schönen und leichten Freundschaftsmomenten, die für Freiheit und Jugend stehen, aber ernsteren Themen, die zum Nachdenken anregen.

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