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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2025

Licht und Schatten

Die Farbe des Schattens
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Der Kriminalroman hat eine eigene, sehr drückende und deprimierende Grundstimmung, die man als Leser*in deutlich wahrnimmt. Die Menschen sind arbeitslos, wenig Geld, haben wenig Perspektive, die Jugendlichen ...

Der Kriminalroman hat eine eigene, sehr drückende und deprimierende Grundstimmung, die man als Leser*in deutlich wahrnimmt. Die Menschen sind arbeitslos, wenig Geld, haben wenig Perspektive, die Jugendlichen sind sich selbst überlassen und dann wird auch noch ein Kind ermordet. Auch der leitende Ermittler selbst strahlt die Trauer um seine verstorbene Tochter, das Unverständnis für den Täter und die sich nur langsam entwickelnden Fortschritte sowie seine private Einsamkeit aus. Es passieren weniger actionreiche Szenen, sondern es passiert viel mehr auf der emotionalen und sprachlichen Ebene und genau deshalb unterscheidet sich der Kriminalroman von vielen anderen. Den Opfern wird Raum gegeben und auch die hinterbliebenen Familien werden mit Respekt und Verständnis behandelt. Die Menschen und ihre Schicksale werden wahrgenommen, das Tempo ist langsam und analysierend, wie auch der wirtschaftliche Stillstand und der Verfall in der Region.

Veröffentlicht am 05.09.2025

positive Überraschung

Furye
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Ich bin begeistert von diesem Buch, mir gefällt alles daran: Beginnend vom Retro-Cover bis zum ernsten, tiefgreifenden Hintergrund, den ich in diesem Ausmaß gar nicht erwartet hätte. Der Schreibstil ist ...

Ich bin begeistert von diesem Buch, mir gefällt alles daran: Beginnend vom Retro-Cover bis zum ernsten, tiefgreifenden Hintergrund, den ich in diesem Ausmaß gar nicht erwartet hätte. Der Schreibstil ist teilweise rückblickend, in Form eines Tagebuches von der damals jugendlichen Alec, die gar nicht so heißt, aber der tatsächliche Name ist unbekannt und teilweise besteht es aus aktuellen Lebenssituationen sowie zum Schluss mit einem Ausblick. Der Titel täuscht etwas über die Ernsthaftigkeit der Probleme und Situationen, mit denen sich die drei Jugendlichen auseinandersetzen müssen, hinweg, und ihre Jugendzeit endet dramatisch mit einem Unglück, das sie auseinanderreißt und bis jetzt noch andauert. Alec stellt sich als erwachsene Person der Aufarbeitung ihrer Jugendzeit und löst damit auch wieder eine Kettenreaktion an Ereignissen aus, aber näher möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, da ich nicht die Spannung nehmen möchte. Insgesamt hat mich der Roman positiv überrascht, er war vielschichtig, intensiv und sehr emotionsgeladen, reflektierend und persönlich.

Veröffentlicht am 01.09.2025

involvierende Atmosphäre

Gerächt sein sollst du
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Zuallererst ist mir der Kriminalroman aufgrund des wunderschönen, ästhetischen Covers aufgefallen. Der Schreibstil ist angenehm und persönlich involvierend, wie es bei schwedischen und finnischen Büchern ...

Zuallererst ist mir der Kriminalroman aufgrund des wunderschönen, ästhetischen Covers aufgefallen. Der Schreibstil ist angenehm und persönlich involvierend, wie es bei schwedischen und finnischen Büchern häufig der Fall ist, sodass man als Leser*in das Gefühl hat, in die Geschichte eingebunden zu sein. Der Ermittlungsfall ist komplexer als zu Beginn angenommen und die Frage, ob es sich bei dem siebzehnjährigen toten Jonas um ein Opfer oder um einen Täter oder beides handelt, ist nicht einfach zu klären. Mit der Zeit kommen immer mehr traurige Details ans Tageslicht, mit denen auch die Journalistin Eevi selbst stark zu kämpfen hat. Gut gefallen hat mir auch, dass es beziehungstechnisch keine überstürzten oder unrealistischen Übersprungshandlungen gab, sondern sich alles langsam und gemächlich entwickelt und nachdem dies erst der erste Teil einer Reihe war, freue ich mich schon sehr auf die Fortsetzung. Das Buch hat mich positiv überrascht und ich hätte gerne noch weitergelesen, da mir die Atmosphäre so gut gefallen hat.

Veröffentlicht am 30.08.2025

liest sich wie eine gute Freundin

Die Hummerfrauen
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Der Roman macht zuallererst mit dem wunderschönen, äußerst ästhetisch gestalteten Cover auf sich aufmerksam. Danach fällt der angenehme Schreibstil auf, man hat als Leserin das Gefühl, wie mit einer Freundin ...

Der Roman macht zuallererst mit dem wunderschönen, äußerst ästhetisch gestalteten Cover auf sich aufmerksam. Danach fällt der angenehme Schreibstil auf, man hat als Leserin das Gefühl, wie mit einer Freundin über die anderen Personen zu sprechen oder auch Teil der Gesellschaft zu sein, da es persönlich und direkt formuliert ist. Mir haben die Lebensgeschichten der drei unterschiedlichen Frauen, die zufällig aufeinandertreffen und die dann doch mehr verbindet als zuvor angenommen, sehr beeindruckt. Vor allem das Fischereigeschäft, das eigentlich eine Männerdomäne ist, ist keine leichte Aufgabe für Frauen. Der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung, egal bei welchen Problemen, ohne groß zu fragen oder zu verurteilen, finde ich bewundernswert. Die Charaktere werden sehr gut beschrieben, vor allem auch aufgrund des Umfanges des Romanes ist dies gut möglich, sodass sie vielschichtig und authentisch dargestellt werden, mit all ihren Stärken und Schwächen. Mir hat auch der Bezug in zur Vergangenheit sehr gut gefallen, so sind gewisse Reaktionen und Handlungsweisen verständlicher und auch die Diskrepanz zwischen den Inselbewohnerinnen und den Sommergästen ist aus der jeweiligen Sichtweise verständlich.

Veröffentlicht am 27.08.2025

toppt die beiden ersten Teile

Erebos 3
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Der dritte Teil der Erebos Reihe war für mich der bisher spannendste und hat die beiden ersten Teile, die ich auch schon toll fand, noch übertroffen. Ich empfehle, auf alle Fälle die ersten beiden Teile ...

Der dritte Teil der Erebos Reihe war für mich der bisher spannendste und hat die beiden ersten Teile, die ich auch schon toll fand, noch übertroffen. Ich empfehle, auf alle Fälle die ersten beiden Teile vorher zu lesen, damit man inhaltlich das volle Lesevergnügen hat und auch die Zusammenhänge besser nachvollziehen kann.
Nick taucht wieder voll in die Erebos-Welt ein und muss dort vielfältige Aufgaben erledigen, als Leser*in fiebert man mit ihm mit, da dies so real erscheint. Auch ein paar weitere Bekannte finden sich hier wieder und ich finde es immer schön, wenn man ihre Biografien im Laufe der Zeit mitverfolgen kann, wohin haben sie sich entwickelt, was hat sich verändert, was bleibt gleich.
Anfangs hatte ich Bedenken, dass sich das Schema mit der Zeit abgenutzt haben könnte und vielleicht im dritten Durchlauf nicht mehr ganz so spannend sein könnte, aber dies war überhaupt nicht der Fall.