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Veröffentlicht am 31.08.2025

Highlight

The Knight and the Moth
2

Ich habe mich mit der Duologie „Der Hirtenkönig“ in Rachel Gilligs Schreibstil verliebt. Ich wusste sofort, dass ich alles lesen würde, was sie schreibt. Sie hat es wieder getan und mich mit diesem Meisterwerk ...

Ich habe mich mit der Duologie „Der Hirtenkönig“ in Rachel Gilligs Schreibstil verliebt. Ich wusste sofort, dass ich alles lesen würde, was sie schreibt. Sie hat es wieder getan und mich mit diesem Meisterwerk verzaubert.

„The Knight and The Moth “ ist der erste Band der Stonewater-Kingdom-Reihe. Er ist stimmungsvoll und düster und verfügt über ein einzigartiges magisches System mit Wahrsagerei, Prophezeiungen und tiefgründigen Omen. Der Schreibstil war flüssig und fesselnd, mit dem perfekten Tempo und einer Welt, die so lebendig geschildert wurde, dass ich mittendrin war. Sie hat mich durchgehend gefesselt.

Sylbil Delling oder auch "Sechs"  war jahrelang die perfekte Wahrsagerin und tat immer alles, was die Äbtissin von ihr verlangte – bis ihre Seelenschwestern zu verschwinden begannen. Dann lernen wir die wahre Sybil kennen. Sie ist wild, stark, klug und fürsorglich.  Dass sie sich auf diese Reise nicht nur in eine ihr unbekannte Welt begibt, sondern auch mit ihr größtenteils fremden Menschen zusammenkommt, um die anderen fünf Wahrsagerinnen zu finden, zeigt, wie fürsorglich und stark sie ist. Was ich an ihr besonders liebe, ist ihre Entwicklung und ihre Selbstakzeptanz, die sie in Aisling entwickelt hat, und wie sie ihren Schleier als letztes Stück abstreift. Sie lässt ihre einstige „Sechs“ völlig los und lässt sich nicht länger vor der Welt verstecken. Das Beste war, als sie sich nicht länger vor Rory versteckte und ihm ihr wahres Ich zeigte.

Rodrick „Rory“ Myndacious – ich liebe ihn so sehr! Anfangs wirkt er wie ein unhöflicher, grüblerischer, geheimnisvoller Ritter, aber langsam löst er sich und enthüllt seine weicheren Seiten. Er ist wirklich fürsorglich und ein echter Gentleman.  Ich meine, kommt schon, der Mann fragt immer um Erlaubnis und wartet auf diese Erlaubnis, bevor er versucht, Sybil irgendwie zu berühren. Sein Beschützerinstinkt gegenüber denen, die ihm wichtig sind, ist einfach zuckersüß.

Sybil und Rory – die Momente zwischen ihnen waren einige der besten. Ihre Neckereien waren erstklassig, und die Spannung, die sich zwischen ihnen aufbaute, war absolut heiß. Dazu kommt noch die Art und Weise, wie sie sich gegenseitig aufstacheln und herausfordern, was ihre Liebe unvergleichlich macht. Das Vertrauen, das sie entwickelten, zusammen mit der Sehnsucht, der Fürsorge füreinander und, nicht zu vergessen, der Zuneigung, machten die perfekte Slow Burn Romanze aus. Sie war nicht nur langsam, sondern auch gewollt, denn sie begann mit gegenseitiger Vorsicht und entwickelte sich Stück für Stück zu einer zärtlichen, aber komplexen Beziehung mit so viel Gefühl und Bedürfnis, die sie zu der tiefsten Verbindung führte, die sie beide brauchen. Dazu kamen die Spannung und die Scherze, und die Chemie zwischen ihnen knisterte. Es war einfach so gut.

Der Gargoyle ist einer meiner Lieblingscharaktere darin. Er ist voller Wissen und hat genau die richtige Portion Sarkasmus. Die meisten Dinge, die er sagte oder Ratschläge gab, kamen nicht im besten Moment, aber er brachte mich wirklich fast jedes Mal zum Lachen. Er war manchmal etwas dramatisch, aber er liebte Sybil so sehr und stand ihr die ganze Zeit bei, war immer da, wenn sie jemanden brauchte.  Als ich seine Hintergrundgeschichte erfuhr, machte mich das wütend und traurig zugleich. Ich wollte ihn einfach nur fest umarmen.

Die Found Family war vielversprechend. Da sind zunächst die Wahrsagerinnen, Sybils auserwählte Schwestern. Sie waren eine so eng verbundene Gruppe von Mädchen. Ich finde es toll, dass sie sich auf diese Schwesternschaft stützen konnte und dass sie sie hatten. Dann haben wir die andere Gruppe, bestehend aus Rory, Maude und dem König. Sie arbeiteten nicht nur zusammen, sondern hielten sich gegenseitig den Rücken frei, wobei Maude wie die Mutter der Gruppe war. Was mir wirklich gefiel, war, dass sie Sybil aufnahmen, als ihre Schwestern verschwanden, besonders Maude, die die mütterliche Figur war, die sie verdiente.

Ich liebe diese Geschichte unendlich. In meinen Augen war sie einfach perfekt. Das Ende entsprach jedoch nicht ganz meinen Erwartungen. Ich war erschüttert und starrte an die Wand.  Ich saß da ​​und wünschte mir – und tue es immer noch –, dass ich nicht auf das nächste Buch warten müsste, denn wie sollte ich das nach dem Ende auch schaffen?

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Emotional

Bittersüß
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Charlie, 23, arbeitet als Publizistin bei einem unabhängigen Londoner Verlag. Sie vergöttert Richard Aveling, einen gefeierten Autor Mitte 50 – dessen Bücher wie eine Verbindung zu ihrer verstorbenen Mutter ...

Charlie, 23, arbeitet als Publizistin bei einem unabhängigen Londoner Verlag. Sie vergöttert Richard Aveling, einen gefeierten Autor Mitte 50 – dessen Bücher wie eine Verbindung zu ihrer verstorbenen Mutter wirken. Als die beiden eine heimliche, alles verzehrende Affäre beginnen, entwickelt sich aus ihrer anfänglichen Starbewunderung etwas Intensives, Rohes und gefährlich Suchtartiges. Ihre Beziehung ist eine Studie über Macht und Verlangen und darüber, wie weit jemand bereit ist, sich selbst zu verlieren, um sich gesehen und geliebt zu fühlen.

Was mich wirklich umgehauen hat, war die Darstellung der Freundschaft zwischen 20-Jährigen. Die Dynamik zwischen Charlie und ihren beiden besten Freundinnen ist geprägt von Lachen, unbeschwerten Nächten, emotionaler Unterstützung und unerschütterlicher Loyalität. Diese Freunde gehören zu den unterstützendsten und liebenswertesten, die ich je auf dem Papier gesehen habe, und geben Charlie Halt, selbst als ihre Welt aus den Fugen gerät.

Williams gibt keine einfachen Antworten. Richard ist kein eindimensionaler Bösewicht; er ist charismatisch und doch kontrollierend, selbstbewusst und doch zerbrechlich. Charlie ist ebenso komplex – ehrgeizig, trauernd, auf der Suche nach Bestätigung. Das Machtungleichgewicht sprüht vor Spannung, die sich für unsere Zeit verstörend authentisch anfühlt.

Dieser Roman ist eine Auseinandersetzung mit emotionalen Risiken, ungesunder Faszination und den Folgen unwiderruflicher Entscheidungen. Er ist wahrhaftig und unerschrocken und stellt schwierige Fragen zu Handlungsfähigkeit, Trauma und Identität. Und auch wenn das Ende nicht alles perfekt abrundet, wirkt es dennoch hoffnungsvoll, wie echte Genesung ohne Auslöschung.

Ich war begeistert vom Schreibstil. Klar, aber emotional aufgeladen. Fesselnd. Ich konnte nicht aufhören, weiterzublättern.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Genial

Das Gefühl von Unendlichkeit
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Einfach nur Wow! Wie fasst man eine Geschichte mit so viel Faszination, Tiefgang, Liebe und Herzschmerz zusammen? Dieses Genre ist unübertroffen und kommt aus einer ähnlichen Richtung wie „The Circle“ ...

Einfach nur Wow! Wie fasst man eine Geschichte mit so viel Faszination, Tiefgang, Liebe und Herzschmerz zusammen? Dieses Genre ist unübertroffen und kommt aus einer ähnlichen Richtung wie „The Circle“ und „Tomorrow and Tomorrow and Tomorrow “. „Das Gefühl von Unendlichkeit “ hebt sich in seinem eigenen Genre wirklich ab. Es ist eine Mischung aus spekulativer Fiktion, literarischer Fiktion, mythologischen und philosophischen Elementen und so gut, dass ich es nicht in eine bestimmte Kategorie einordnen möchte.

Wir folgen unseren Hauptfiguren Zoe und Jack durch eine seelenverwandte Freundschaft, hin zu Liebenden, Verrat, Hoffnung und Tragödie. Kommt einem das erstmal viel vor? Sicher. Aber die Umsetzung ist so perfekt, dass ich diese Figuren schnell unglaublich ins Herz geschlossen habe. Ein überraschender und wunderschöner Erzählwechsel nach drei Vierteln des Buches ließ mich vor Freude und Schmerz nach Luft schnappen. Der Schreibstil war beispiellos, und Taylors Expertise in Chemie und Wissenschaft war ein wahrer Genuss und äußerst zugänglich.

Ich habe wirklich so viele Emotionen durchlebt, und es wird lange dauern, bis ich das alles wirklich verdaut habe. Dieses Buch hat das Zeug zu einem allzeit Lieblingsbuch. Denn dieses Buch war wirklich … ein Erlebnis, das ich nicht so schnell vergessen werde.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Toller Abschluss

Emily Wildes Kompendium der verlorenen Geschichten
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Mit dem vorliegenden 3. Band um die Dryadologin Emily Wilde geht ein Abenteuer zu Ende, an dem ich über alle Bücher hinweg mit sehr viel Spaß teilgenommen habe.
In wunderbarer, der Zeit gut angepassten ...

Mit dem vorliegenden 3. Band um die Dryadologin Emily Wilde geht ein Abenteuer zu Ende, an dem ich über alle Bücher hinweg mit sehr viel Spaß teilgenommen habe.
In wunderbarer, der Zeit gut angepassten Sprache, wie immer im Stil einer wissenschaftlichen Tagebuchaufzeichnung, wird die Handlung an die Ereignisse des zweiten Buches anschließend fortgeführt. Die Fußnoten, die man zum Verständnis nicht unbedingt lesen muss, runden diesen wissenschaftlichen Eindruck ab. Erneut gelingt es der Autorin dabei innerhalb kürzester Zeit, einen in die Geschichte abtauchen zu lassen. Und man trifft auf liebgewordene alte Bekannte, die die Geschichte sehr bereichern.
Professorin Emily Wilde und ihr Kollege Wendell Bambleby, der sich ja inzwischen als exilierter Prinz eines irischen Feenreiches geoutet und endlich auch das Herz von Emily gewonnen hat, nehmen gemeinsam die Rückeroberung des Feenthrones in Angriff. Dabei gibt es eine Menge Hindernisse zu überwinden, da die Feenreiche offenbar eine recht unübersichtliche Struktur aufweisen und durch die Vielzahl an verschiedenen Feen-Spezies und -gruppierungen Freund und Feind nur schwer zu unterscheiden sind. Und sterbliche Menschen haben es dort auch nicht leicht, erst recht nicht als Feenkönigin… Die eigentliche Thronübernahme gelingt zwar, wird aber überschattet von einem Ereignis aus dem vorhergehenden Buch, welches eine unerwartete Dynamik entwickelt hat und die Existenz des Reiches bedroht.
Einmal mehr muss Emily auf ihre bewährte wissenschaftliche Arbeitsweise und Methodik zurückgreifen, um anhand von alten, fast verlorenen Geschichten nicht nur das Reich vor der Zerstörung zu retten, sondern auch ihren geliebten Lebensgefährten vor den Konsequenzen seines Handeln zu bewahren. Der Balanceakt gelingt, und auch wenn sich Emily nie so recht wohlfühlt in ihrer Rolle als Königin, so schenkt ihr Wendell doch die Möglichkeit, sein Reich gemeinsam mit ihm weiter zu erforschen und so ihrer Leidenschaft für die Dryadologie weiterhin nachzugehen.
Ein gelungener Abschluss einer gelungenen Buchreise, mit einem befriedigenden Ende, das aber Raum lässt für weitere Abenteuer. Würde mich freuen!

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Toller Abschluss

Kerze & Krähe
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Da ist er endlich, der dritte und abschließende Band der Chronik des Siegelmagiers. Ich musste mich tatsächlich erst ein wenig einlesen, da das Erscheinen des 2. Bandes schon länger zurückliegt, die Handlung ...

Da ist er endlich, der dritte und abschließende Band der Chronik des Siegelmagiers. Ich musste mich tatsächlich erst ein wenig einlesen, da das Erscheinen des 2. Bandes schon länger zurückliegt, die Handlung aber fast nahtlos an die vorherigen Ereignisse anschließt. Und so sind außer dem Protagonisten Aloysius MacBharrais, Druckereibesitzer und hauptberuflicher Siegelagent, auch alle seine vertrauten und liebgewordenen Mitstreiter wieder mit an Bord. Ebenso haben der Eiserne Druide und seine Kollegen ihre Momente. Dazu kommen ein paar neue, überaus spannende und kuriose Persönlichkeiten, die für einigen Wirbel sorgen.
Mit seinen Erzählungen um den Eisernen Druiden hatte der Autor eine Fantasywelt erschaffen, die sich von unserer nur dadurch unterscheidet, dass sämtliche jemals in Erscheinung getretenen Pantheons und mythischen Wesen tatsächlich existieren und das Leben, wie wir Menschen es kennen, oft gehörig durcheinander bringen. Damit das nicht völlig aus dem Ruder läuft, gibt es seit Jahrhunderten Menschen wie den schottischen Siegelagenten MacBharrais, die sozusagen als Vermittler zwischen Menschen und den „Anderen“ auftreten und vertragliche Regelungen für ein erträgliches Miteinander finden, schriftlich festhalten, überwachen und im gegebenen Fall auch ahnden.
Dummerweise wird MacBharrais seine Arbeit dadurch erschwert, dass er sich irgendwann einen Doppelfluch zugezogen hat, wodurch er sich einerseits nur schriftlich bzw per Sprach-App verständlich machen kann, und zum anderen verliert er ständig seine Lehrlinge durch unglückselige Todesfälle. Seine Suche nach dem Grund für diese Flüche und ihren Verursacher führt ihn in die aberwitzigsten Situationen und um den ganzen Erdball. Dummerweise kommen ihm immer noch Probleme übernatürlicher Art dazwischen, so dass sich seine eigentliche Suche immer wieder verzögert. Dazu kommen Probleme mit der lokalen Polizei, nicht zuletzt durch die oftmals unvorhersehbaren Aktionen seiner Mitstreiter, die allesamt ausgesprochen ungewöhnliche Persönlichkeiten sind.
Erzähler ist Al MacBharrais selbst, Schotte durch und durch und glücklicherweise mit extrem guten Nerven und einer Gelassenheit gesegnet, ohne die er vermutlich längst komplett durch den Wind, wenn nicht sogar tot wäre. So zieht sich trockener britischer Humor durch die Geschichte, vom Stil her auch wunderbar an einen Herrn gesetzteren Alters angepasst. Dabei werden die irrsinnigsten Dinge in einer Ernsthaftigkeit geschildert, die dadurch total glaubwürdig klingen. Und selbst politische Themen werden nicht ausgespart.
Insgesamt ein herrliches Leseabenteuer, das besonders durch die endlich gelungene Auflösung des Fluchs zu einem befriedigenden Abschluss geführt wird und auch keine wichtige Frage unbeantwortet lässt. Trotzdem würde es sicher großen Spaß machen, mehr aus dieser von Kevin Hearne kreierten Welt zu lesen.

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