Cover-Bild Madwoman
18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: pola
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 29.08.2025
  • ISBN: 9783759600325
Chelsea Bieker

Madwoman

Feministischer Pageturner | »Schwarzhumorig, herzzerreißend und absolut unvergesslich. Ein Meisterwerk.« Rachel Yoder, NIGHTBITCH
Jasmin Humburg (Übersetzer)

Clove lebt das perfekte Vorstadtleben. Ihre Welt kreist um Yogastunden, achtsame Erziehungsmantras und einen inspirierenden Instagram-Feed. Doch hinter der makellosen Fassade verbirgt sich ein sorgsam konstruiertes Lügengeflecht. Niemand ahnt, wie unsicher Clove den Alltag als junge Mutter navigiert oder dass ihr Aufwachsen von Gewalt geprägt war. Nicht einmal ihr netter Ehemann weiß Bescheid. Als Clove unerwartet Post aus einem Frauengefängnis erhält, droht ihre Vergangenheit, sie einzuholen. Mit den Briefen drängen dunkle Erinnerungen ans Licht, und Clove ringt mit ihrer Identität. Wie stark hat das Trauma ihrer Kindheit sie geprägt? Kann jemand wie sie eine gute Mutter sein?

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.08.2025

Ein starkes Buch über häusliche Gewalt

3

Chelsea Bieker nimmt uns mit in eine Geschichte, die von Trauma, häuslicher Gewalt und dem Wunsch geprägt ist, diesem zu entkommen und den Kreislauf zu durchbrechen. Gemeinsam mit Clove tauchen wir in ...

Chelsea Bieker nimmt uns mit in eine Geschichte, die von Trauma, häuslicher Gewalt und dem Wunsch geprägt ist, diesem zu entkommen und den Kreislauf zu durchbrechen. Gemeinsam mit Clove tauchen wir in ihre Flashbacks ein und werden genauso schonungslos wie sie selbst immer wieder in die Gegenwart zurückgerissen.
Clove klammert sich an alles, was ein „normales“ und „gutes“ Leben verspricht, doch in Wahrheit lebt sie mehr eine Fassade als eine glückliche und gesunde Beziehung. Im Laufe des Buches wird sie gezwungen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und findet Schritt für Schritt einen Weg zur Heilung.
Madwoman hinterlässt ein gebrochenes Herz. Das Leben, das Clove führt, ist für viele Frauen (und auch Männer) Realität und muss ernst genommen werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 19.10.2025

Wenn man alles unter Kontrolle haben will

0

„Die Welt ist nicht für Mütter gemacht. Und doch haben Mütter die Welt gemacht. Die Welt ist nicht für Kinder gemacht. Und doch sind Kinder die Zukunft.“

Clove lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in ...

„Die Welt ist nicht für Mütter gemacht. Und doch haben Mütter die Welt gemacht. Die Welt ist nicht für Kinder gemacht. Und doch sind Kinder die Zukunft.“

Clove lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Portland. Sie meditiert, macht Yoga, alles, was in unserer heutigen Gesellschaft „Heilung“ versprechen soll. Aber hinter dieser Routine steckt Angst. Als plötzlich ein Brief von ihrer Mutter auftaucht, die im Gefängnis sitzt, gerät alles ins Wanken. Clove hat ihre Vergangenheit verborgen, und selbst ihr Mann weiß nicht, wer sie wirklich ist. Dann trifft sie Jane nach einem kleinen Autounfall. Die beiden kommen sich schnell näher, aber genau das wird gefährlich.

Ich war überrascht, wie nah mir das Buch ging. Ich dachte zuerst, es wäre einfach ein Roman über Mutterschaft, aber es ist viel mehr und härter, als ich erwartet hatte (unbedingt vorher die Triggerwarnungen lesen). Clove ist keine typische Heldin, sie versucht einfach, alles zusammenzuhalten. Ihre Angst ist fast körperlich spürbar, und man versteht, warum sie sich an Routinen, Bio-Food und Online-Bestellungen klammert.

Bieker schreibt, als würde sie einen direkt anschauen. Sehr bildhaft, tolles Tempo, ich habe mich nicht eine Sekunde gelangweilt. Es fühlte sich stellenweise so an, als würde man heimlich jemanden beobachten.
Auch wie der Plot insgesamt aufgebaut war, hat mir sehr gut gefallen. Es war immer eine unterschwellige Spannung zu spüren. Schon auf den ersten Seiten hat man das Gefühl, dass etwas nicht stimmt.

Kurz gesagt: Dieses Buch hat mich komplett reingezogen. Ich wollte gar nicht aufhören zu lesen, nur drinbleiben und mitfühlen. Klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2025

Krass

0

4.5 ⭐️ Madwoman ist eine Geschichte von Chelsea Bieker. Clove lebt mit ihren Kindern, der siebenjährigen Nova und dem dreijährigen Lark sowie ihrem Mann in einem schönen Häuschen. Sie hat ihr Leben sorgfältig ...

4.5 ⭐️ Madwoman ist eine Geschichte von Chelsea Bieker. Clove lebt mit ihren Kindern, der siebenjährigen Nova und dem dreijährigen Lark sowie ihrem Mann in einem schönen Häuschen. Sie hat ihr Leben sorgfältig aufgebaut, doch als sie einen Brief aus einem Frauengefängnis erhält, gerät alles ins Wanken.
Eine emotionale Geschichte, die ich mitunter heftig und krass zu lesen fand (siehe Triggerwarnungen des Buchs). Keine leichte Lektüre. Den Schreibstil fand ich eindrücklich. Berührend und authentisch, mit viel innerer Zerrissenheit und Female Rage. Eine Geschichte, die nachklingt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.09.2025

Mad Woman – Ein literarisches Echo häuslicher Gewalt

0

Wie wird man zur perfekten Mutter und Ehefrau – jenem Idealbild, das gesellschaftlich glorifiziert und doch selten hinterfragt wird? In Mad Woman entwirft die Autorin ein vielschichtiges Porträt einer ...

Wie wird man zur perfekten Mutter und Ehefrau – jenem Idealbild, das gesellschaftlich glorifiziert und doch selten hinterfragt wird? In Mad Woman entwirft die Autorin ein vielschichtiges Porträt einer Frau, die versucht, diesem Anspruch gerecht zu werden und dabei an den Narben ihrer Vergangenheit zerbricht.

Im Zentrum steht Clove, eine junge Mutter zweier Kinder, die sich bemüht, das Bild der hingebungsvollen Hausfrau zu verkörpern. Ihre Kindheit war geprägt von Gewalt und Angst: Ein tyrannischer Vater, eine unterdrückte Mutter – bis diese in einem Moment der Verzweiflung zur Täterin wurde. Clove flieht aus diesem zerstörerischen Umfeld und schwört sich, ihren eigenen Kindern ein Leben in Sicherheit und Liebe zu ermöglichen. Doch der Alltag als Mutter ist fordernd, ihr Ehemann emotional abwesend, und die Last der Verantwortung zunehmend erdrückend.

Ein Brief ihrer inhaftierten Mutter wird zum Wendepunkt – und zum Auslöser einer inneren Reise, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwebt. Die Autorin nutzt Rückblenden nicht nur als narrative Technik, sondern als Spiegel für Cloves psychische Verfassung. Die Übergänge zwischen Erinnerungen und Realität sind bewusst fließend gehalten, was den Lesenden tief in Cloves emotionale Welt eintauchen lässt.

Sprachlich überzeugt Mad Woman durch einen klaren, atmosphärischen Stil, der Cloves Innenleben eindrucksvoll reflektiert. Die bildhafte Sprache und der einfach gehaltener Schreibstiel schaffen Nähe und Verständnis. Einige Aspekte – etwa Cloves ausgeprägter Gesundheitswahn oder bestimmte Entscheidungen – wirken dramaturgisch etwas überzeichnet und stellen die Glaubwürdigkeit punktuell infrage.

Das Finale hingegen kommt überraschend schnell: Nach einem sorgfältigen Aufbau der Handlung und Charakterentwicklung wirken die letzten Ereignisse überstürzt, manche Reaktionen bleiben emotional unausgereift. Dennoch gelingt es dem Roman, ein starkes Statement zu setzen.

Mad Woman ist mehr als eine persönliche Geschichte – es ist ein literarischer Beitrag zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit häuslicher Gewalt und ihren langfristigen Folgen. Ein bewegendes Werk, das berührt, aufrüttelt und zum Nachdenken anregt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 31.08.2025

Empowerment der neuen und schmerzlichsten Art

1

„In der Öffentlichkeit halte ich heute noch Ausschau nach der geschlagenen Frau, wo auch immer ich bin. Im Normalfall gibt es eine. Niemand sieht sie, aber ich tue es.“ Chelsea Biekers Roman „Mad Woman“ ...

„In der Öffentlichkeit halte ich heute noch Ausschau nach der geschlagenen Frau, wo auch immer ich bin. Im Normalfall gibt es eine. Niemand sieht sie, aber ich tue es.“ Chelsea Biekers Roman „Mad Woman“ liest sich genauso kontrovers und voller Gesellschaftskritik wie dieses Zitat es vermuten lässt. Er mit solchen Zitaten nicht umgehen kann, sollte nicht weiterlesen – und besser gesagt, dann erst recht!

Der Roman handelt von Clove, die ein perfektes Leben zu leben scheint und dennoch ist es schon auf den ersten Seiten mehr als deutlich, dass sie ein traumatisches Erlebnis mit sich trägt.

Cloves Wunsch nach einem normgeführten Leben scheint aus einer Kindheit und Jugend unter häuslicher Gewalt psychischer und physischer Art herauszuentstehen. Dass exklusive Einkäufe in SuperFoodmärkten, teure Käufe auf Vintageplattformen und die Suche nach einem perfekten Mann per Checkliste kein Garant für ein unbeschwertes Leben ist, merkt man bereits zu Beginn.

Zeitgleich schafft die Autorin durch massive Darstellung und (weiteren) Zitaten Cloves den Leidensweg so nahe zu bringen, dass mal als LeserIn nicht mehr weiß, ob man das Buch weglegen oder weiterlesen soll.

Der Schreibstil ist dabei gewöhnungsbedürftig, da er auf drei Ebenen stattfindet. So agiert Clove zwar als Ich-Erzählerin, jedoch sowohl in der beschriebene Jetzt-Zeit als auch aus ihrer Kindheit. Zudem richtet sie sich teilweise direkt an die eigene Mutter. Diesen Stil halte ich für die perfekte Wahl, um dieses vielschichtige Thema aufzugreifen.

(Achtung, dieser Absatz könnte als Themenspoiler gesehen werden!)
Neben dem Thema häuslicher Gewalt werden weitere Themen, die oft vergessen werden, beschrieben.
Teilweise sehr deutlich wie die die Beziehung zur Mutter. Diese wird als eine Art Coabhängigkeit und Fürsorgeumkehr beschrieben. Ein wichtiger Teil der Spirale der Gewalt, die passiv verläuft und doch viele weitere, sekundäre Opfer mit sich bringt – auch um die eigene Stabilität im Leben zu finden ("Mutterschaft, die ultimative Art der Heilung"). Auch werden psychische Erkrankungen verschiedener Formen deutlich oder nebenbei dargestellt.
Andererseits werden Themen fast wie zufällig eingestreut wie die gesellschaftliche Struktur und Beschaffenheit der Care-Arbeit und die Ansichten z.B. des Ehemanns. Sie sind so alltäglich und real, dass man fast aufpassen muss, sie nicht zu überlesen. Ähnlich wie das Perfektionismusstreben einer Mutter, Regreting Motherhood und teilweise mangelnde Frauensolidarität. Allerdings schafft es Bieker auch Episoden des Romans wieder aufzugreifen und eine generelle Veränderung – nicht nur bei Clove – wie die Postszene darzustellen.

Zudem ist es neben diesen Themen ein spannender Roman entstanden, da Wendungen und Lösungen teilweise nicht ersichtlich sind. Dadurch zieht dieses Buch den Lesenden wie einen Sog in die Geschichte hinein.

Für mich persönlich ein Buch, das man auch im Unterricht oder unter FreundInnen u.ä. besprechen sollte. Und böse gesagt, auch überall da, wo ein „was stellt ihr Frauen Euch so an“ oder ein „was hinter anderen Haustüren passiert, geht mich nichts an“ wie zufällig fallen gelassen gesagt wird.
Der Plot, die Zitate, die ProtagonistInnen sind so interessant aufgebaut, teilweise ekelt man sich vor ihnen, dass man noch lange nach Beendigung des Romans daran denken muss. Leider wird zum Schluss ein sehr spannendes, ebenso wenig in der Öffentlichkeit stattfindendes Thema angeschnitten, aber nicht mehr ausführlich behandelt. Dies schmälert das Ende ein ganz kleines wenig. Deshalb vergebe ich 4,5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema