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Veröffentlicht am 30.10.2025

Liams Welt wird auf den Kopf gedreht

Das vergessene Museum
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Andreas Suchanek ist ein echter Allrounder. Oftmals schrecke ich vor solchen Autoren zurück. Denn wer kann schon gute Bücher in so vielen verschiedenen Genre schreiben. Nun, Andreas Suchanek, zum Beispiel.

"Das ...

Andreas Suchanek ist ein echter Allrounder. Oftmals schrecke ich vor solchen Autoren zurück. Denn wer kann schon gute Bücher in so vielen verschiedenen Genre schreiben. Nun, Andreas Suchanek, zum Beispiel.

"Das vergessene Museum" hat mich daher sofort neugierig gemacht. Zumal ich "Dragons in Secret" von ihm grandios fand und das war ja auch (Überraschung) Fantasy.

Schnell ist mir aufgefallen, dass dieses Buch aber komplexer ist. Es ist ein Buch, für das man sich besser Zeit und Ruhe nimmt. Denn die Welt, die sich hier vor Liam auftut ist fantasievoll, magisch, spannend und vielschichtig.

Deswegen hatte ich ab und zu das Gefühl, etwas übersehen zu haben. Denn Zeit und Ruhe ist etwas, das ich mit 2 Kleinkindern leider nicht so oft habe. Aber das kann ich dem Buch schlecht anlasten.

Das Setting finde ich super spannend und ist sehr detailverliebt umgesetzt. Die Figuren sind gut nachvollziehbar und machten die Geschichte dynamisch und spannend, lockerten sie aber auch an den richtigen Stellen auf. Ob durch den Humor der Figur oder der skurrilen Situationskomik, beides war auf den Punkt.

Der Schreibstil war wieder sehr angenehm und gut zu lesen. Der Autor weiß, wie man den Spannungsbogen hoch hält. Wobei mir ein wenig zu viele Fragen offen bleiben. Zum Glück ist ein zweiter Band geplant.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Ein Fluch, der es in sich hat

Werecat Café
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Ein süßes Cover und ein Klappentext, der nicht nur Herbst- und Halloween-Vibes sondern auch eine magische Liebesgeschichte verspricht. Manchmal kann es so einfach sein, Neugierde zu entfachen.

Ich war ...

Ein süßes Cover und ein Klappentext, der nicht nur Herbst- und Halloween-Vibes sondern auch eine magische Liebesgeschichte verspricht. Manchmal kann es so einfach sein, Neugierde zu entfachen.

Ich war bei der Geschichte von Anfang an drin. Ich mochte Dot, die mit ihrer Identität als „Eine von Dreien“ kämpfte und ihre eigene Individualität suchte. Ich mochte Elliot, der größtenteils unverschuldet ich seine persönliche Hölle aus Chaos und Unvermögen gerauscht war. Aber ich mochte auch, wie beide sich mehr und mehr öffneten. Aber auch die Rückschläge, die es natürlich gab. Auch die Reibereien zwischen ihnen wirkten authentisch und waren sehr schön hergeleitet. Das hat mir richtig gut gefallen. Die beiden haben sehr gut zusammengepasst und haben sich gemeinsam wirklich schön weiterentwickelt. Das kam durch die Sprecher:innen wirklich toll zur Geltung.

Die Umsetzung des Werkatzenfluchs fand ich super. Die Unstimmigkeiten bezüglich der Bestrafung wegen diesem Fluch, auch wenn man ihn selbst nicht gewirkt hat, konnte ich gut außer Acht lassen, weil mich der Rest einfach so gefesselt hat. Dazu haben natürlich auch die Nebencharaktere etwas beigebracht. Vor allem der Hexenzirkel von Dot aus Snickerford fand ich absolut liebenswürdig und toll.

Und gerade dann, als ich dachte, es wird so richtig spannend - immerhin es darum, dem Fluch auf den Grund zu gehen - wurde es für mich weniger nachvollziehbar und auch etwas… abstrus? Woher der Fluch kam, war für mich überhaupt nicht überraschend. Nicht weiter schlimm, ganz ehrlich. Ich denke, das war sogar Absicht von der Autorin. Doch wie sich die Geschichte ab ca. 70 % entwickelte, hat mich einfach nicht überzeugt. Auch das Ende… Ich liebe Happy Ends, aber das hat mir leider so gar nicht gefallen. Ich möchte hier nicht spoilern, weswegen ich an dieser Stelle nicht tief darauf eingehen werde. Es hat für mich u. a. einfach nicht gepasst, wie hier mit dem Fluch umgangen wurde. Vor allem in der Hinsicht, wie drakonisch vorab die Strafe für die Verwicklung in einen solche Fluch dargestellt wurde.

Die Produktion des Hörbuchs und die Arbeit der Sprecher:innen hingegen haben mir sehr gefallen. Sie haben der Geschichte wirklich Leben eingehaucht!

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Die etwas andere Confiserie

Der Laden in der Mondlichtgasse
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Etwas, das ich oftmals an japanischer und auch koreanischer Literatur mag, ist die Ruhe. Die Geschichten werden ohne viel Effekthascherei erzählt. Hier liegt in der Botschaft die Kraft, nicht in der Dramatik ...

Etwas, das ich oftmals an japanischer und auch koreanischer Literatur mag, ist die Ruhe. Die Geschichten werden ohne viel Effekthascherei erzählt. Hier liegt in der Botschaft die Kraft, nicht in der Dramatik des Vortrags.

So nimmt "Der Laden in der Mondlichtgasse" die Leserschaft mit in eine fantasievolle und bezaubernde Welt. Jede der Kurzgeschichte hat eine Art Moral, die aber durchaus schön verpackt daher kommt. Am Ende kommt alles ein klein wenig mehr zusammen. Natürlich bekommt man selbst die Deutungshoheit und bekommt nicht plump die Lehre vor die Nase gestellt. So war es für mich zum Schluss vor allem eine Geschichte über die Magie der Freundschaft.

Als Manga-Leserin hat mich das Buch ein wenig an "Die Schokohexe" von Rino Mizuho erinnert. Die episodenhafte Erzählung war kurzweilig und liebevoll. Der Schreibstil war unaufgeregt und gut zu lesen. So war das Buch eine angenehme und ruhige Lektüre, die ein wenig entschleunigt und berührt hat.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Liebe des Lebens

Weil ich an dich glaube – Great and Precious Things
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Bei der Leseprobe war ich vorsichtig, da mir das Setting als zu "amerikanisch-patriotisch" erschien. Doch dann habe ich das Buch geschenkt bekommen und wollte ihm natürlich trotzdem eine Chance geben. ...

Bei der Leseprobe war ich vorsichtig, da mir das Setting als zu "amerikanisch-patriotisch" erschien. Doch dann habe ich das Buch geschenkt bekommen und wollte ihm natürlich trotzdem eine Chance geben.

Ich liebe die Empyrean-Reihe von Rebecca Yarros, "Variation" aus ihrer Feder hat mir allerdings weniger gefallen. Umso positiver überrascht hat mich dann die Geschichte von Willow und Camden. Denn auch wenn das Setting recht amerikanisch ist, hat es das Ganze nicht so sehr überlagert, wie befürchtet.

Beide Hauptfiguren haben mir gut gefallen und hatten eine gewisse Tiefe, die der Geschichte Dramatik und Spannung gegeben haben. Die Dramatik war zwar immer noch viel, funktionierte für mich aber größtenteils. Auch die Wendungen fand ich passend und mit einem Mix aus vorhersehbar und überraschend gut eingebaut.

Auch die Nebencharaktere haben mir größtenteils gefallen. Sie haben der Geschichte weiter leben eingehaucht.

Es werden ziemlich viele Themen angesprochen und bei den wichtigsten geht Rebecca Yarros auch in die Tiefe.

Der Schreibstil ist angemeldet und gut zu lesen. Einen Teil habe ich als Hörbuch gehört und auch hier hat für mich alles gut gepasst.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Allen Widrigkeiten zum Trotz?

Ashen Throne
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Nachdem mich Band 1 absolut überzeugt hat, habe ich natürlich auf Band 2 hingefiebert. Oftmals habe ich mit einem zweiten Band einer Trilogie jedoch ein Problem: Die Handlung leidet ein wenig darunter, ...

Nachdem mich Band 1 absolut überzeugt hat, habe ich natürlich auf Band 2 hingefiebert. Oftmals habe ich mit einem zweiten Band einer Trilogie jedoch ein Problem: Die Handlung leidet ein wenig darunter, dass die Weichen in Richtung Band 3 und dem großen Finale gestellt werden müssen. An ein paar Stellen ging es mir hier auch so. Doch im Großen und Ganzen ist "Ashen Throne" eine gelungene Fortsetzung.

Ich mochte größtenteils, wie sich die Charaktere in diesem Band entwickelt haben. Yessa war mir in diesem Band nicht ganz so sympathisch, denn sie hat sich zu sehr in ihrem Selbstmitleid verloren. Dafür hatte sie mir in Band 1 eigentlich zu viel Biss. Cassim hingegen hatte einige wirklich starke Momente und wurde dadurch auch ein wenig nachvollziehbarer. Zumal auch ein wenig von seinem Hintergrund erklärt wird. 

Generell hätte ich mir noch ein bisschen mehr Worldbuilding gewünscht. Ein paar mehr Hintergründe und Erklärungen der Dynamiken, was Völker, Drachen und so weiter angeht. Aber vielleicht kommt dazu noch in Band 3 mehr.

Ich habe das Buch zum Teil gelesen, zum Teil gehört. Dieses Mal konnte ich mich mit den beiden Sprecher:innen Leonie Landa und Sven Macht ganz gut anfreunden. Bei Band 1 hatte ich da ein wenig Anlaufschwierigkeiten.

Der Schreibstil hat mir wieder sehr gut gefallen und war flüssig zu lesen. Optisch ist das Buch einfach wunderschön geworden.

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