Profilbild von hersecretbooklove

hersecretbooklove

Lesejury Star
offline

hersecretbooklove ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit hersecretbooklove über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.09.2025

Anderssein mit viel Gefühl

Dodo
0

„Dodo“ ist ein richtig schönes Kinderbuch, das mich sofort begeistert hat. Es erzählt die Geschichte von Dorian, der in der Schule ins Stocken gerät und dann nur noch „Do-do“ herausbekommt. Genau daraus ...

„Dodo“ ist ein richtig schönes Kinderbuch, das mich sofort begeistert hat. Es erzählt die Geschichte von Dorian, der in der Schule ins Stocken gerät und dann nur noch „Do-do“ herausbekommt. Genau daraus entsteht der Name „Dodo“ und bald bekommt dieser Name eine ganz besondere Bedeutung.

Mir hat gefallen, dass die Autorin ein sensibles Thema wie Sprachhemmungen oder Anderssein auf eine sehr zugängliche, aber nie belehrende Weise erzählt. Kinder in diesem Alter können sich gut hineinversetzen, weil sie selbst oft Situationen kennen, in denen sie unsicher sind oder Angst haben, ausgelacht zu werden. „Dodo“ macht Mut, zeigt aber auch, wie wichtig Verständnis, Zusammenhalt und ein bisschen Selbstvertrauen sind. Ohne das Wort „Stottern“ jemals in den Mund zu nehmen, spürt man genau, wie groß sein Kampf mit den Worten ist. Gleichzeitig schafft Mohana eine Atmosphäre, die voller Wärme und Hoffnung steckt.

Es ist kein lautes oder actionreiches Buch, sondern eins, das still und ehrlich erzählt, und gerade deshalb so stark wirkt. Man taucht richtig in Dorians Gedanken und Gefühle ein, und ich habe mehr als einmal gedacht: Genau so fühlt sich das an, wenn man unsicher ist und doch so viel zu sagen hätte.

Für mich ist „Dodo“ ein Buch, das zeigt, wie wertvoll Fantasie sein kann, wenn das echte Leben schwer ist. Es ist sensibel, klug und voller Herz und ich glaube, dass nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene viel daraus mitnehmen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.07.2025

Das etwas andere Buch

Wedding People (deutsche Ausgabe)
6

Es ist irgendwie schräg, manchmal ein bisschen übertrieben, aber gerade das macht es so lebendig. Phoebe war für mich von Anfang an eine richtig spannende Figur. Erst denkt man, sie ist ein bisschen verloren, ...

Es ist irgendwie schräg, manchmal ein bisschen übertrieben, aber gerade das macht es so lebendig. Phoebe war für mich von Anfang an eine richtig spannende Figur. Erst denkt man, sie ist ein bisschen verloren, aber je mehr man über sie erfährt, desto klarer wird, wie viel in ihr steckt. Ihre Rückblicke haben mich kurz rausgebracht, aber im Nachhinein haben sie total geholfen, sie besser zu verstehen. Ich hab so mitgefiebert, dass sie ihren Weg findet und sich nicht mehr selbst im Weg steht.
Und dann Lila. Anfangs dachte ich nur: Oh Gott, eine Drama-Queen im Hochzeitswahn. Aber hinter dem ganzen Glitzer steckt doch mehr. Sie wirkt wie jemand, der einfach versucht, Erwartungen zu erfüllen, obwohl sie gar nicht genau weiß, was sie selbst eigentlich will. Gerade das Zusammenspiel zwischen ihr und Phoebe fand ich spannend. Diese Mischung aus Fremdheit und plötzlicher Nähe hatte echt was.
Was mich richtig beeindruckt hat, war die Themenvielfalt. Da geht's um Depressionen, Verlust, Kinderwunsch, Selbstzweifel – und trotzdem fühlt sich das Buch nie schwer oder deprimierend an. Es ist eher so, als würde jemand in Jogginghose über das Leben philosophieren. Berührend, ehrlich und manchmal einfach total absurd.
Phoebe will zu Beginn eigentlich gar nicht mehr weitermachen und dann trifft sie Lila. Die beiden bringen sich gegenseitig irgendwie aus dem Gleichgewicht, aber auf die gute Art. Und dann sind da noch die anderen Figuren, die das Ganze noch spannender machen. Gary zum Beispiel, mit dem ich lange nicht warm wurde. Er ist kompliziert, trägt seine eigene Trauer mit sich rum, und man fragt sich ständig, warum er eigentlich heiraten will.
Phoebes Entwicklung fand ich stark. Sie fängt ganz unten an und kämpft sich langsam zurück ins Leben. Mal mit Witz, mal mit Rückschritten, aber immer echt. Auch die Nebenfiguren wie Juice und Marla haben ihre besonderen Momente. Juice war für mich überraschend rührend. Ihre Traurigkeit war greifbar, aber nicht kitschig. Und Marla? Nervig, aber irgendwie wichtig, um ein bisschen Reibung reinzubringen.
Das Buch steigert sich von Kapitel zu Kapitel. Auch wenn äußerlich nicht immer viel passiert, geht unter der Oberfläche richtig was ab. Gefühle, Zweifel, kleine Erkenntnisse, die alles verändern können. Und dann kommt das Ende. Überraschung, aber irgendwie auch nicht. Und Phoebe? War für mich eigentlich an einem Punkt, an dem sie sich selbst hätte wählen können und es dann zwar tat, aber irgendwie auch nicht.
Trotzdem war’s ein echt schönes Buch. Voller Emotionen, mit einer guten Portion Humor, viel Herz und einer Menge ehrlicher Momente. Ein Buch, das man weglegt und denkt: Ja, das war irgendwie besonders.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 24.07.2025

eine leise Liebesgeschichte

Weil es nicht anders sein kann
0

„Weil es nicht anders sein kann“ ist eine dieser Geschichten, die sich ganz still in dein Herz schleichen. Sie erzählt von zwei Menschen, die sich zufällig begegnen und dabei eine Verbindung spüren, die ...

„Weil es nicht anders sein kann“ ist eine dieser Geschichten, die sich ganz still in dein Herz schleichen. Sie erzählt von zwei Menschen, die sich zufällig begegnen und dabei eine Verbindung spüren, die man nicht wirklich erklären kann, aber auch nicht leugnen möchte. Es geht um das, was das Leben manchmal so schwer und gleichzeitig so schön macht: Verlust, Neuanfang, Selbstzweifel, Hoffnung und die ganz große Sehnsucht nach Nähe.

Der Roman lebt nicht von lauten Momenten, sondern von den kleinen Gesten, den leisen Gedanken und den zaghaften Versuchen, sich selbst und anderen näherzukommen. Die Figuren wirken vielleicht auf den ersten Blick etwas eigen, aber genau das macht sie so besonders. Man spürt, dass hinter jeder Eigenart eine Geschichte steckt, eine Verletzlichkeit, die sie zu dem macht, was sie sind.

Die Sprache ist feinfühlig und voller Wärme. Nichts wird überdramatisiert und trotzdem fühlt man mit. Alles ist mit viel Gefühl erzählt, aber ohne Kitsch oder falsche Töne. Man wird mitgenommen auf eine Reise, bei der es nicht darum geht, sofort anzukommen, sondern sich langsam vorzutasten. Seite für Seite wächst einem diese Geschichte mehr ans Herz.

Wenn du Bücher magst, die das Leben in all seiner Unvollkommenheit zeigen, die berühren, ohne aufdringlich zu sein, und Figuren, die nicht perfekt sind, dafür aber echt, dann ist dieses Buch genau das Richtige. Es ist ruhig, ehrlich und irgendwie tröstlich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.07.2025

Hoffnung und Entwicklung

Pinguine fliegen nur im Wasser
0

Endlich wieder ein Roman, der mit viel Herzblut erzählt wird und dabei echte Gefühle zeigt. Die Figuren entwickeln sich auf eine natürliche Weise weiter, sie sind stark, lernen mit ihrer Vergangenheit ...

Endlich wieder ein Roman, der mit viel Herzblut erzählt wird und dabei echte Gefühle zeigt. Die Figuren entwickeln sich auf eine natürliche Weise weiter, sie sind stark, lernen mit ihrer Vergangenheit umzugehen und achten auf ihre mentale Gesundheit. Dabei finden sie eine Liebe, mit der sie nicht unbedingt gerechnet hätten. Die Protagonisten sind nahbar, man fühlt und leidet mit ihnen und freut sich am Ende mit.

Das Cover mit dem Liebespaar unter Wasser spiegelt die Stimmung des Buches gut wider. Besonders berührt hat mich, wie gezeigt wird, dass Kinder viel mehr mitbekommen als man denkt. Materielle Dinge sind nicht alles, Kinder brauchen vor allem Aufmerksamkeit und Liebe. Auch wenn es nicht immer offensichtlich ist, leiden Kinder oft still mit und tragen ihre Erfahrungen mit sich.

Die Themen Freundschaft und Hoffnung, genauso wie Angst und Depression bekommen Raum und werden ehrlich behandelt, was ich sehr wichtig finde. Insgesamt ist das Buch emotional berührend und regt zum Nachdenken an. Die Geschichte zeigt, wie schwer es ist, alte Muster zu durchbrechen und wirklich zu sich selbst zu finden.

Manchmal sind die Rückblicke oder Details etwas ausführlich, aber das nimmt dem Buch nicht den Charme. Besonders gefallen haben mir die tiefen Einblicke in die Figuren und wie sie sich trotz schwieriger Vergangenheit weiterentwickeln. Das macht die Geschichte glaubwürdig und nahbar.

Für mich ist das Buch eine warme, berührende Lektüre, die zeigt, wie wichtig Nähe, Verständnis und Selbstfürsorge sind.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.06.2025

ehrlich, echt und emotional

The summer that broke us (Lifeguard 1)
0

Dieses Buch hat mich mitten ins Herz getroffen. Ich wusste schon nach den ersten Seiten, dass ich nicht mehr so leicht rauskomme aus dieser Geschichte. Es ist nicht nur eine Sommerromanze, sondern ein ...

Dieses Buch hat mich mitten ins Herz getroffen. Ich wusste schon nach den ersten Seiten, dass ich nicht mehr so leicht rauskomme aus dieser Geschichte. Es ist nicht nur eine Sommerromanze, sondern ein Gefühl. Sonne, Sand, Salzwasser und dazwischen ein Mädchen, das sich selbst wiederfinden muss und ein Junge, der mehr Geheimnisse mit sich trägt als er zeigt.

Was ich besonders mochte, war, wie echt sich alles angefühlt hat. Die Gespräche, die Unsicherheiten, die Blicke zwischen den beiden. Das war nicht übertrieben kitschig, sondern ehrlich. Manchmal tat es weh. Manchmal wollte ich die Figuren schütteln. Und manchmal hatte ich Gänsehaut, einfach weil ein Satz oder eine Szene so perfekt saß.

Die Umgebung war für mich fast wie ein eigener Charakter. Dieses Leben am Strand, das ständige Rauschen des Meeres, die Wärme auf der Haut. Beim Lesen habe ich es richtig gespürt. Und gleichzeitig war da diese Unruhe, diese Ahnung, dass unter der Oberfläche etwas lauert, was alles verändern kann.

Lucia Sterling hat eine Sprache, die leicht wirkt, aber ganz tief geht. Ich habe mich in vielen Gedanken der Protagonistin wiedergefunden. In ihrer Angst, nicht genug zu sein, in dem Wunsch, jemandem vertrauen zu können, ohne sich selbst zu verlieren. Das ging mir echt nah.

Was mir vielleicht ein bisschen gefehlt hat, war eine klarere Linie in der Handlung. Manchmal ist die Geschichte etwas hin und her geschwankt. Aber das hat irgendwie auch zu dieser inneren Zerrissenheit gepasst, die beide Hauptfiguren durchmachen. Es fühlte sich nicht konstruiert an, sondern wie das echte Leben. Manchmal schön, manchmal chaotisch, manchmal beides gleichzeitig.

Am Ende war ich traurig, dass es vorbei war, aber auch dankbar für die Reise. Dieses Buch hat mich beschäftigt. Nicht nur beim Lesen, sondern auch danach. Es war emotional, ehrlich und manchmal ziemlich roh. Und genau deshalb mochte ich es sehr gerne. Es hat einfach alles, was ich an einem guten Buch liebe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere