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Veröffentlicht am 01.09.2025

Ein Melting-Pot verschiedener Charaktere

Die Tage im Café Torunka
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Dies ist mein erstes Buch mit Japan-Vibes, obwohl ich viel lese, waren diese Bücher nie so bei mir im Sinn. Aber jetzt habe ich mich sehr gefreut, dass in dieses besondere Café kommen konnte.
Drei gleich ...

Dies ist mein erstes Buch mit Japan-Vibes, obwohl ich viel lese, waren diese Bücher nie so bei mir im Sinn. Aber jetzt habe ich mich sehr gefreut, dass in dieses besondere Café kommen konnte.
Drei gleich lange Kapitel, die aus den verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten erzählt werden: ein Student - die Aushilfe im Café, einem älteren Herrn - ein Gast im Café und die Tochter des Inhabers. Menschen aus drei verschiedenen Generationen, die hier im Café aufeinander treffen. Alle nutzen die Zeit im Café viel über die Liebe an sich und über sich selbst zu lernen.
Eine leichte gut verständliche Sprache erzählt die Geschichten dieser Menschen. Dabei ist das Buch überhaupt nicht langweilig, sondern alle Geschichten haben Zuneigung, Wärme und eine Tiefe, die das Buch einfach besonders macht.

Gerade in diesen hektischen und chaotischen Zeiten ist dies eine wunderschöne Geschichte, die an das Gute im Menschen erinnert. Ein für mich sehr lesenswertes Buch.

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Ein aktueller Roman - nie wieder ist jetzt

Der Barmann des Ritz
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In diesem historischen Roman, der mit fiktiven Gegebenheiten verknüpft ist, wird die Geschichte des Barmanns im Hotel Ritz in Paris erzählt. Frank Meier, dieser Barmann, ist gebürtiger Österreicher und ...

In diesem historischen Roman, der mit fiktiven Gegebenheiten verknüpft ist, wird die Geschichte des Barmanns im Hotel Ritz in Paris erzählt. Frank Meier, dieser Barmann, ist gebürtiger Österreicher und Jude. In seiner Jugend hat er sich auf den Weg nach New York gemacht und dort das Handwerk des Barmanns erlernt. Dann verschlug es ihn nach Paris und er landete dort, nach Stationen in anderen Hotels, letztlich im Ritz - dem Hotel in Paris. Hier gaben sich die Berühmten und Möchte-gern-Berühmten die Klinke in die Hand. Mittlerweile war er auch Franzose geworden und im ersten Weltkrieg kämpfte er für Frankreich. Doch jetzt steht Paris unter deutscher Besatzung und die Bouche nutzen das Ritz für ihre Treffen. Zudem wurden hochrangige Militärs dort eingemietet. Meier, der seinen Dienst weiterhin als Barmann versieht, hört jedoch von den Militärs die entsetzlichen Taten der Deutschen gegenüber den Juden. Sein Lehrjunge, ebenfalls ein Jude, wurde auch bereits Franzose, ist jedoch sehr ängstlich, genau wie die Frau des ehemaligen Hoteldirektors. Um die Juden in der Stadt schließt sich die Schlinge um den Hals.
Ein Buch mit einer Sprache, die es mir leicht machte mich in die Situation ins Paris der 1940er Jahre einzufinden. Ein wichtiges Buch, das den Lesenden auffordern sollte, genau hinzusehen.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Wind, Wellen und die Nähe zu England

Rückkehr nach St. Malo
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Der Titel des Buches hat mich neugierig gemacht, denn vor einigen Jahren war ich auf in St. Malo und mir hat die Stadt so gut gefallen. Von hier fahren auch die Fähren nach Jersey, was ich damals sehr ...

Der Titel des Buches hat mich neugierig gemacht, denn vor einigen Jahren war ich auf in St. Malo und mir hat die Stadt so gut gefallen. Von hier fahren auch die Fähren nach Jersey, was ich damals sehr interessant fand. Da habe ich gehofft, dass mir auch der Roman von Helene Gestern vielleicht das ein oder andere beschreibt, das mir bekannt vorkommt. So konnte ich mich schnell in das Buch einfinden und Erinnerungen kamen zwischenzeitig hoch. Die Geschichte ist sehr schön erzählt, ein roter Faden hält die Geschichte zusammen und die verschiedenen Charaktere, die der Geschichte das gewissen Extra verleihen. Sie kam ich durch den Erzähler Yann gut in das Buch hinein und lernte diesen Protagonisten, der aus der Ich-Perspektive erzählt besser kennen. Und so setzt sich die Geschichte nach und nach zusammen und der Lesende lernt die Familie besser kennen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da ich gerne Familiengeschichten lese.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Auf dem Land ist nicht alles Idylle pur

Die Frau des Farmers
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Als ich den Klappentext des Buches "Die Frau des Farmers" gelesen hatte, war ich äußerst neugierig, wie man all die Arbeiten einer Farmersfrau in nur einem Tag erzählen kann.
Das ist gelungen, durch einen ...

Als ich den Klappentext des Buches "Die Frau des Farmers" gelesen hatte, war ich äußerst neugierig, wie man all die Arbeiten einer Farmersfrau in nur einem Tag erzählen kann.
Das ist gelungen, durch einen gut gewählten Inhalt und der tiefgründigen Sprache lernt der Lesende, Helen Rebanks, die Farmersfrau kennen. Aufgewachsen auf einer Farm, stand für sie fest, das ist nicht ihr Leben, sie will raus und was erleben. Doch wie so oft, hat das Leben etwas anderes mit einem vor. Und so auch mit Helen. Letztlich landet sie mit ihrem Mann auch auf einer Farm. Hier wartet eine Menge auf sie - Kinder, Haushalt, Landwirtschaft und Tiere müssen versorgt werden, so dass die ganze Arbeit selten Zeit für Pausen bietet. Das Schöne bleibt hinter den Stunden voller Arbeit zurück.
Der Autorin gelingt es aber trotzdem, immer auch den Blick auf das Schöne zu lenken, trotz der vielfältigen Arbeit, die Helen bewältigen muss.
So manchem Menschen, der in der Großstadt lebt und meint das Leben auf dem Land, sei pure Idylle, der sollte dieses Buch lesen. Hier gibt es keinen Sonntag, keinen Feiertag und nur in den seltensten Fällen ein paar wenige Tage frei, wenn die Arbeit auf dem Haus von jemandem anderes verrichtet werden kann. Mir hat das Buch vor Augen geführt, dass wir mit den Lebensmitteln, die auf dem Land erzeugt werden, viel behutsamer und wertschätzender umgehen sollten. Das Buch bleibt mir noch lange in Erinnerung.


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Veröffentlicht am 05.07.2025

Nie wieder ist jetzt - ein sehr besonderes Buch

Treppe aus Papier
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Unter dem Titel konnte ich mir anfangs überhaupt nichts vorstellen, aber nach dem Lesen der Leseprobe wurde ich so neugierig, dass ich die Geschichte lesen wollte.
Der Autor Henrik Szanto startet seine ...

Unter dem Titel konnte ich mir anfangs überhaupt nichts vorstellen, aber nach dem Lesen der Leseprobe wurde ich so neugierig, dass ich die Geschichte lesen wollte.
Der Autor Henrik Szanto startet seine Geschichte auf eine besondere Art, an die ich mich gewöhnen musste. Im Nachhinein war dieser Anfang ganz toll, da ja die Geschichte aus der Sicht der Wände des Hauses erzählt wurde. Und diese Wände haben sehr viel erlebt, Gefühle, Gedanken und natürlich die Geschichten der Menschen, die die Zeit dort verbracht haben. Doch alles das beginnt, als sich Irma, eine ältere Dame, und Nele, ein junges Mädchen, auf der Treppe treffen. Irma erzählt Nele, wie es damals in ihrer Familie zu der Zeit war, als sie jung war. Doch dies nicht in einer Tour, sondern die beiden treffen immer mal wieder zusammen. Nele versteht plötzlich die Zusammenhänge, stellt Irma Fragen und ist in der Lage auch die Geschichte zu verstehen. Bei Nachfragen bei ihren Eltern stößt sie jedoch auf Widerstand. So nimmt das Buch den Lesenden mit in die schreckliche Zeit des Hitler-Regimes, den Umgang mit den Juden und wie sich die eingeschüchterten Menschen gegen diese fürchterlichen Handlungen verhalten haben. Was mich sehr bewegt hat, war die Tatsache, auch, wenn die Zeit schon lange vorbei ist und die Menschen versucht haben, sie zu verdrängen, reicht meist eine Gelegenheit und schon sind diese fürchterlichen Begebenheiten wieder da. Irma ist von ihrer Geschichte gefangen und traumatisiert.
Die Kapital sind nicht zu lang und bieten dem Lesenden immer wieder Zeit, zu reflektieren und durchzuatmen. Und wie wichtig ist es, dass die Familien über die Zeit des Hitler Regimes den Nachfahren zu berichten.
Für mich ist es ein wichtiges und sehr interessantes Buch und ich frage mich, was könnten die Wände der Häuser alles erzählen. Unbedingt lesen.

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