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Veröffentlicht am 04.10.2025

Schule voller Schatten, Schwächen und Sehnsucht

Immortal Consequences – Die Blackwood Academy Trials
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Ich habe meine Spookyseason dieses Jahr mit Immortal Consequences begonnen – und muss sagen, dass es wirklich eine gute Wahl zum Oktoberauftakt war.
Eins vorweg: Der Klappentext lässt vermuten, dass sich ...

Ich habe meine Spookyseason dieses Jahr mit Immortal Consequences begonnen – und muss sagen, dass es wirklich eine gute Wahl zum Oktoberauftakt war.
Eins vorweg: Der Klappentext lässt vermuten, dass sich die Geschichte hauptsächlich um Wren und August dreht und wir es hier mit einer klassischen Hetenromantasy zu tun haben. Dem ist nicht so! Alle sechs aufgezählten Charaktere spielen eine ungefähr gleich gewichtete Rolle, und die Handlung konzentriert sich keineswegs nur auf die Gefühle zwischen Wren und August. Besonders Olivier und Emilio haben von Seite eins an Herzen in den Augen, während es bei Irene und Masika deutlich komplizierter wird.

Der Einstieg (das Buch ist, soweit ich weiß, als Trilogie angelegt) zieht sich zugegeben etwas. Vor allem der Schreibstil verrät, dass es sich bei I. V. Marie um eine Debütautorin handelt: Satzstrukturen wiederholen sich, und manche Formulierungen klingen ein wenig gleichförmig. Außerdem fällt schnell ein Denkfehler im Aufbau der Akademie auf, die eine negative Wachstumsrate hat – alle zehn Jahre verlässt genau eine Person die Schule, während immer wieder andere abbrechen, aber nur alle „paar Jahrzehnte“ mal ein Neuling dazukommt. In Anbetracht der Tatsache, dass mehrfach betont wird, wie unwahrscheinlich ein Abschluss überhaupt ist, wirkt diese Logiklücke leider wie ein kleiner Dorn im Fleisch.

Kann man über diese Schwächen hinwegsehen, erwartet einen aber eine wirklich gute Zeit!
Wir begleiten sechs sehr unterschiedliche Figuren, deren Dynamik zueinander glaubhaft und konsequent bleibt. Die Welt ist durchzogen von herbstlichen Vibes, gotischer Architektur, einem Geheimbund, dem Jenseits und verlorenen Seelen. Der Handlungsverlauf bietet eine angenehme Mischung aus Vorhersehbarkeit und Überraschung – man kann miträtseln, kommt den Figuren oft knapp zuvor, ohne dass einem die Lösung auf dem Silbertablett serviert wird.
Niemand ist übertrieben „gut“ oder „böse“, sondern bewegt sich in einer angenehm grauen Zone dazwischen. Und Magie hat hier endlich wieder Konsequenzen: Wer sie wirkt, zahlt den Preis in Form eigener Energie.

Das Ende hinterlässt schließlich viele offene Fäden und genau die richtige Portion Neugier. Der Status der einzelnen Figuren ist so gewählt, dass man am liebsten einfach weiterlesen würde, um zu erfahren, wie sich ihre Beziehungen und Schicksale entwickeln. Ich bin auf jeden Fall gespannt, welche Richtung die Reihe noch einschlagen wird – das Potenzial ist da, und die Grundlage ist definitiv gelegt.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Perfektes Ende - wenn auch leider nur vorübergehend

The Deadly Side of Love
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Mein erstes Buch von Francis – und wow, allein optisch schon ein Erlebnis. Das Cover ist einfach ein Traum (lila + orange = meine Farbkombi schlechthin), dazu der Schattensidekick auf dem Bild, die ungewöhnliche ...

Mein erstes Buch von Francis – und wow, allein optisch schon ein Erlebnis. Das Cover ist einfach ein Traum (lila + orange = meine Farbkombi schlechthin), dazu der Schattensidekick auf dem Bild, die ungewöhnliche Schriftart und ein unfassbar schöner Farbschnitt. Auch innen geht’s genauso hochwertig weiter: Der Buchsatz ist mit so viel Liebe gestaltet; Kapitelanfänge mit Zierde, Infos (also Kapitelnummer, -titel und POV) perfekt eingebaut, dazu einMotiv am Beginn jedes Abschnitts… ich bin hin und weg!

Der Schreibstil ist super flüssig, man fliegt wirklich durch die Seiten. Sobald man akzeptiert hat, dass Cozy Fantasy meistens mehr Romance als Fantasy ist, passt auch die erlebte Rede und man kommt sehr gut rein.

Allerdings musste ich mal wieder feststellen: Cozy Fantasy ist einfach nicht so meins (Ausnahmen wie Sorcery and Small Magics bestätigen die Regel, was ich noch heute vergöttere). In "The Deadly Side of Love" passiert gefühlt kaum etwas, und man hängt endlos in den Gedanken der Protagonistin fest. Warum sie so lange NICHT mit dem beschworenen Dämon schläft, hab ich ehrlich gesagt trotzdem nicht verstanden, was das ganze Unterfangen ein wenig zermürbend machte. Mit dem Humor bin ich leider auch nicht warm geworden, was bei einer RomCom natürlich schwierig ist, aber schließlich absolute Geschmackssache ist.

Aber das Ende! Absolute Perfektion; selten so ein stimmiges, passendes Finale gelesen - aber leider wird es einen zweiten Band geben, der diesen bittersüßen, durch und durch runden Abschluss wohl zwangsläufig zu Nichts machen wird.

Fazit: Insgesamt wohl nicht mein Buch, aber definitiv kein schlechtes. Für Fans von magisch angehauchter Romance bestimmt ein Muss!

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Überbordend, queer und opulent

The Pairing
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Ich habe mich wahnsinnig auf dieses Buch gefreut – Casey McQuiston ist schließlich ein Name, der in der Queer Romance kaum wegzudenken ist. Aber selten war ich so hin- und hergerissen. Einerseits: queere ...

Ich habe mich wahnsinnig auf dieses Buch gefreut – Casey McQuiston ist schließlich ein Name, der in der Queer Romance kaum wegzudenken ist. Aber selten war ich so hin- und hergerissen. Einerseits: queere Figuren überall, Foodie-Vibes, Sommer in Europa, Second-Chance-Romance. Klingt nach einer perfekten Mischung. Andererseits hat mich die Umsetzung stellenweise regelrecht wahnsinnig gemacht.

Theo (btw einer meiner absoluten Lieblingsnamen), unser Hauptcharakter, kämpft mit dem „Nepo-Baby-Dasein“ – aber eben auf eine Art, die schwer ernstzunehmen ist, wenn im Hintergrund eine reiche, liebevolle Familie steht, die jederzeit mit großzügiger Unterstützung winkt. Gleichzeitig stolpern wir durch eine europäische Reise, die sich mehr nach „Instagram-Filter“ als nach echter Welt anfühlt: Yachten, makellose schöne Menschen, jeder bisexuell, jeder flirtbereit – und das Ganze ohne Ecken, Kanten oder Überraschungen. Selbst die (sehr ausführlichen) Beschreibungen von Essen und Wein, die eigentlich Genuss pur versprechen, haben für mich irgendwann nur noch das Tempo rausgenommen.

Auch die Liebesgeschichte selbst konnte mich nicht packen. Second-Chance-Romances leben für mich davon, dass man als Leser*in versteht, warum zwei Figuren trotz Vergangenheit wieder zueinander finden. Hier blieb vieles im Off: Wir erfahren, dass Theo und Kit früher eine gemeinsame Geschichte hatten, dass es wehgetan hat, dass da Leidenschaft ist – aber warum genau sie jetzt die große Liebe füreinander sein sollen, hat sich für mich nie richtig transportiert. Vieles wirkte eher wie ein Spiel mit Sex, Mutproben und Flirts als wie echte Nähe.

Das klingt jetzt alles sehr negativ – aber ich sehe auch, warum andere das Buch lieben werden. Es ist sehr queer, sehr sinnlich, sehr hedonistisch. Wer Lust auf eine wilde, üppige, sexy Reise voller Wein, Essen und schönen Menschen hat, wird hier sicher glücklich. Wer sich allerdings eine tiefere, glaubwürdige Liebesgeschichte wünscht, könnte wie ich eher enttäuscht zurückbleiben.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Worldbuilding besser als die Lovestory

Fae Isles − Der Henker der Königin
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Zuerst mal: Das Cover ist richtig cool – diese bunten, verlaufenen Sand-Schlieren sehen nicht nur toll aus, sondern ergeben zusammen mit den anderen Bänden ein großes Gesamtbild. Allein dafür will man ...

Zuerst mal: Das Cover ist richtig cool – diese bunten, verlaufenen Sand-Schlieren sehen nicht nur toll aus, sondern ergeben zusammen mit den anderen Bänden ein großes Gesamtbild. Allein dafür will man die Reihe im Regal stehen haben (auch wenn ich’s dank NetGalley als Hörbuch gehört habe).

Apropos Hörbuch: Ich habe es wegen Corinna Dorenkamp gehört und das war die absolut richtige Entscheidung. Seit Blood of Hercules bin ich ein Fan ihrer Stimme. Sie ist einfach perfekt für Protagonistinnen mit Humor und einer ordentlichen Portion Sarkasmus. Außerdem verstellt sie ihre Stimme so gut, dass man nie durcheinanderkommt, selbst wenn mehrere Figuren in einer Szene sprechen. Große Empfehlung!

Inhaltlich ist die Welt von Fae Isles eine echte Überraschung gewesen; die Magie über Farben ist total originell und mal was anderes als das übliche Elementar-Gedöns. Selbst die klassische „böse Königin“ ist nicht so klassisch wie man es kennt.

Riesen-Pluspunkt: Der Love Interest ist stumm. Und lernt Gebärdensprache! Mehr muss ich nicht sagen. Ich liebe das einfach.

Aber … und das ist ein großes Aber: Die inneren Monologe der Protagonistin waren wirklich schwer zu ertragen. Über weite Strecken denkt sie in Endlosschleifen: „Er ist so böse … aber auch so heiß …“ again and again. Es ist kein Slow Burn, sondern eher Instalust mit Extrasteps, und das nervt mit der Zeit ziemlich. Auch ihre Naivität ist hart an der Grenze. Warum sie so sehr an ihrer Familie hängt - obwohl wir von Anfang an wissen, wie mies sie sie behandelt haben - bleibt mir ein Rätsel.

Trotzdem: Ich höre weiter! Die Welt, das Magiesystem und die Sprecherin reißen es raus. Ich hoffe einfach, dass der innere Monolog im nächsten Band leiser wird und wir uns mehr auf das konzentrieren können, was Fae Isles richtig gut kann: Originelle Fantasy mit einer spannenden Welt.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Immerhin ist die Protagonistin queer

Hunt on Dark Waters
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Hexen, Vampire, Portale, Piraten, Selkies – Hunt on Dark Waters wirft alles in einen Topf, was Fantasy so hergibt, und würzt das Ganze mit einer ordentlichen Prise Spice. Klingt nach einem wilden Ritt? ...

Hexen, Vampire, Portale, Piraten, Selkies – Hunt on Dark Waters wirft alles in einen Topf, was Fantasy so hergibt, und würzt das Ganze mit einer ordentlichen Prise Spice. Klingt nach einem wilden Ritt? Ist es auch. Leider aber nicht nur im besten Sinne.

Die Geschichte beginnt vielversprechend: Evelyn, eine etwas nervige, aber durchaus interessante Hexe mit Hang zum Chaos, flieht vor ihrer Vampir-Exfreundin durch ein Portal und landet auf dem Schiff eines Piratenkapitäns namens Bowen. Der ist natürlich groß, düster, magisch begabt und... ziemlich blass. Im Sinne von: kaum erinnerungswürdig. Zwischen Evelyn und Bowen soll es dann ordentlich knistern – aber was man bekommt, ist eher ein laues Lüftchen. Insta-Love, wenig echte Chemie, und alles viel zu schnell und unglaubwürdig. Schade, denn Potenzial war da.

Die große Stärke des Buchs liegt eindeutig im Worldbuilding. Robert hat ein Händchen dafür, bekannte Mythen zu vermischen und etwas Eigenes daraus zu machen. Die Idee von magischen Meeren, durch die man zwischen Welten reist, ist cool – ebenso wie der Vibe von Fluch der Karibik meets romantasy. Nur leider bleibt vieles oberflächlich. Die Welt wird angerissen, aber nie wirklich greifbar. Auch die Nebenfiguren bleiben blass; OBWOHL ES EINEN NEBENCHARAKTER MIT SCHUPPEN GIBT. Es war mein absolutes Highlight und trotzdem wurde nicht viel mehr draus. Hmpf.

Der Plot schwankt zwischen actionreich und zäh. Teilweise passiert alles gleichzeitig, dann wieder gefühlt gar nichts. Und obwohl die Liebesgeschichte viel Raum einnimmt, fehlt es an Tiefgang. Evelyn und Bowen verlieben sich einfach... irgendwann? Man verpasst den Moment. Das Spicy-Level ist gewohnt hoch, aber ohne echte emotionale Verbindung wirkt auch das irgendwie leer. Gut geschrieben waren sie trotzdem.

Wer Lust auf eine leicht verdauliche Fantasy-Romanze mit queerem Cast, Piratenromantik und einem Hauch düsterer Magie hat, könnte hier gut unterhalten werden. Nur darf man keine ausgefeilte Story oder tiefgreifende Figurenentwicklung erwarten.

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