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Veröffentlicht am 21.10.2025

Sturm oder laues Lüftchen?

Heir of Storms
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Das Hörbuch zu Heir of Storms hat mich mit einem ziemlich gemischten Eindruck zurückgelassen. Die Vorleserin macht grundsätzlich einen großartigen Job darin, die Figuren voneinander zu unterscheiden – ...

Das Hörbuch zu Heir of Storms hat mich mit einem ziemlich gemischten Eindruck zurückgelassen. Die Vorleserin macht grundsätzlich einen großartigen Job darin, die Figuren voneinander zu unterscheiden – so sehr, dass ich oft schon wusste, wer gerade spricht, bevor der Name überhaupt fiel. Ihre Betonung war jeweils so charakteristisch, dass man die Stimmen klar zuordnen konnte, selbst wenn die Person eigentlich gar nicht in der Szene war. Leider hat sie sich diesen Pluspunkt immer wieder selbst genommen: Am Ende vieler Wörter hört man dumpfe Atemgeräusche, als wäre das Mikrofon zu nah. Dadurch wird man ständig an das Medium Hörbuch erinnert und komplett aus der Immersion gerissen. Schade, denn das hätte leicht vermeidbar sein können.

Inhaltlich war Heir of Storms durchaus unterhaltsam, aber kein Highlight. Das Love Triangle war leider die langweilige Sorte: einer der Männer dient lediglich als Hindernis, Spannung, wer es am Ende wird, kam dabei nie wirklich auf. Auch die restlichen Dynamiken zwischen den Figuren bleiben eher oberflächlich, nichts Tiefgründiges oder besonders Nuanciertes, aber immerhin konsequent klassisch YA. Das Buch will das sein, und genau das ist es auch. Die Charaktere sind um die siebzehn, und sie verhalten sich auch so – was ich ehrlich gesagt erfrischend fand, weil sie damit authentischer wirken als viele andere gleichaltrige Protagonist:innen, die oft wie Mitte zwanzig handeln. Natürlich bedeutet das aber auch, dass ihr Weltbild manchmal recht undifferenziert bleibt.
Besonders positiv hervorheben möchte ich allerdings, dass wir hier mal einen zweieiigen Zwilling in der Hauptrolle haben, da ich davon bisher (so weit ich mich erinner) noch nichts gelesen habe.

Die Welt selbst ist solide aufgebaut: Nicht plump, aber auch nicht außergewöhnlich; ein „klassisches“ YA-Fantasy-Setting eben. Wie altbekannt, muss die Protagonistin im Verlauf des Buches drei Trials bestehen. Diese konnten mich leider gar nicht abholen. Während die ersten beiden recht trivial und beliebig wirkten, ergab das dritte in meinen Augen kontextuell gesehen schlichtweg keinen Sinn. Dies weiter auszuführen, wäre allerdings ein ziemlicher Spoiler für den Verlauf der Handlung, weswegen ich mich nun weiter im Stillen aufrege.

Unterm Strich: Heir of Storms ist nett für zwischendurch, wenn man genau das erwartet, was es ist – ein jugendliches, vorhersehbares Fantasy-Abenteuer mit bekannten Tropes. Für mehr hat es mich aber weder inhaltlich noch erzählerisch wirklich mitgerissen.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Tarot und Trauer

Whispered Words
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Zugegeben – es war das Cover, das mich zuerst magisch angezogen hat. Der Lilaton trifft genau meine Lieblingsfarbe, und die vielen kleinen Fenster, hinter denen unzählige Geschichten lauern könnten, haben ...

Zugegeben – es war das Cover, das mich zuerst magisch angezogen hat. Der Lilaton trifft genau meine Lieblingsfarbe, und die vielen kleinen Fenster, hinter denen unzählige Geschichten lauern könnten, haben sofort meine Neugier geweckt.

Wer bei der Beschreibung allerdings auf tatsächliche Magie hofft (so wie ich), sollte kurz innehalten: Die Tarotkarten spielen hier keine übernatürliche Rolle. Es handelt sich um ganz reale Ziehungen, wie man sie auch im echten Leben kennt – kein Zaubern, keine geheimnisvollen Kräfte. Anfangs war ich davon etwas enttäuscht, aber rückblickend passt es gut zur leisen, realistischen Stimmung des Buches.

Beide Hauptcharaktere bringen ihre eigenen Struggles mit, die sich im Verlauf der Geschichte zu wunderbar berührenden und wegweisenden Botschaften entfalten. Besonders Ames’ Umgang mit Trauer hat mich tief getroffen – an einer Stelle musste ich tatsächlich weinen. Dass eine Geschichte das schafft, ohne ins Kitschige abzurutschen, ist immer ein gutes Zeichen.

Etwas schade fand ich, dass das Hauptpaar trotz der Vielzahl queerer Figuren am Ende cis-hetero ist. Die Diversität im Nebenfiguren-Cast ist großartig, keine Frage – aber inmitten all der Queerness hätte ich mir gewünscht, dass auch die zentrale Liebesgeschichte diesen Weg geht.

Insgesamt war Whispered Words deutlich tiefgründiger, als ich es erwartet hatte. Es ist keine einfache Feelgood-Romanze, sondern eine Geschichte über Verlust, Heilung und den Mut, sich selbst zuzuhören. Mit dem Ende bin ich zwar nicht ganz glücklich geworden, aber der Weg dorthin war auf jeden Fall einer, der mich berührt hat.

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Schule voller Schatten, Schwächen und Sehnsucht

Immortal Consequences – Die Blackwood Academy Trials
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Ich habe meine Spookyseason dieses Jahr mit Immortal Consequences begonnen – und muss sagen, dass es wirklich eine gute Wahl zum Oktoberauftakt war.
Eins vorweg: Der Klappentext lässt vermuten, dass sich ...

Ich habe meine Spookyseason dieses Jahr mit Immortal Consequences begonnen – und muss sagen, dass es wirklich eine gute Wahl zum Oktoberauftakt war.
Eins vorweg: Der Klappentext lässt vermuten, dass sich die Geschichte hauptsächlich um Wren und August dreht und wir es hier mit einer klassischen Hetenromantasy zu tun haben. Dem ist nicht so! Alle sechs aufgezählten Charaktere spielen eine ungefähr gleich gewichtete Rolle, und die Handlung konzentriert sich keineswegs nur auf die Gefühle zwischen Wren und August. Besonders Olivier und Emilio haben von Seite eins an Herzen in den Augen, während es bei Irene und Masika deutlich komplizierter wird.

Der Einstieg (das Buch ist, soweit ich weiß, als Trilogie angelegt) zieht sich zugegeben etwas. Vor allem der Schreibstil verrät, dass es sich bei I. V. Marie um eine Debütautorin handelt: Satzstrukturen wiederholen sich, und manche Formulierungen klingen ein wenig gleichförmig. Außerdem fällt schnell ein Denkfehler im Aufbau der Akademie auf, die eine negative Wachstumsrate hat – alle zehn Jahre verlässt genau eine Person die Schule, während immer wieder andere abbrechen, aber nur alle „paar Jahrzehnte“ mal ein Neuling dazukommt. In Anbetracht der Tatsache, dass mehrfach betont wird, wie unwahrscheinlich ein Abschluss überhaupt ist, wirkt diese Logiklücke leider wie ein kleiner Dorn im Fleisch.

Kann man über diese Schwächen hinwegsehen, erwartet einen aber eine wirklich gute Zeit!
Wir begleiten sechs sehr unterschiedliche Figuren, deren Dynamik zueinander glaubhaft und konsequent bleibt. Die Welt ist durchzogen von herbstlichen Vibes, gotischer Architektur, einem Geheimbund, dem Jenseits und verlorenen Seelen. Der Handlungsverlauf bietet eine angenehme Mischung aus Vorhersehbarkeit und Überraschung – man kann miträtseln, kommt den Figuren oft knapp zuvor, ohne dass einem die Lösung auf dem Silbertablett serviert wird.
Niemand ist übertrieben „gut“ oder „böse“, sondern bewegt sich in einer angenehm grauen Zone dazwischen. Und Magie hat hier endlich wieder Konsequenzen: Wer sie wirkt, zahlt den Preis in Form eigener Energie.

Das Ende hinterlässt schließlich viele offene Fäden und genau die richtige Portion Neugier. Der Status der einzelnen Figuren ist so gewählt, dass man am liebsten einfach weiterlesen würde, um zu erfahren, wie sich ihre Beziehungen und Schicksale entwickeln. Ich bin auf jeden Fall gespannt, welche Richtung die Reihe noch einschlagen wird – das Potenzial ist da, und die Grundlage ist definitiv gelegt.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Perfektes Ende - wenn auch leider nur vorübergehend

The Deadly Side of Love
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Mein erstes Buch von Francis – und wow, allein optisch schon ein Erlebnis. Das Cover ist einfach ein Traum (lila + orange = meine Farbkombi schlechthin), dazu der Schattensidekick auf dem Bild, die ungewöhnliche ...

Mein erstes Buch von Francis – und wow, allein optisch schon ein Erlebnis. Das Cover ist einfach ein Traum (lila + orange = meine Farbkombi schlechthin), dazu der Schattensidekick auf dem Bild, die ungewöhnliche Schriftart und ein unfassbar schöner Farbschnitt. Auch innen geht’s genauso hochwertig weiter: Der Buchsatz ist mit so viel Liebe gestaltet; Kapitelanfänge mit Zierde, Infos (also Kapitelnummer, -titel und POV) perfekt eingebaut, dazu einMotiv am Beginn jedes Abschnitts… ich bin hin und weg!

Der Schreibstil ist super flüssig, man fliegt wirklich durch die Seiten. Sobald man akzeptiert hat, dass Cozy Fantasy meistens mehr Romance als Fantasy ist, passt auch die erlebte Rede und man kommt sehr gut rein.

Allerdings musste ich mal wieder feststellen: Cozy Fantasy ist einfach nicht so meins (Ausnahmen wie Sorcery and Small Magics bestätigen die Regel, was ich noch heute vergöttere). In "The Deadly Side of Love" passiert gefühlt kaum etwas, und man hängt endlos in den Gedanken der Protagonistin fest. Warum sie so lange NICHT mit dem beschworenen Dämon schläft, hab ich ehrlich gesagt trotzdem nicht verstanden, was das ganze Unterfangen ein wenig zermürbend machte. Mit dem Humor bin ich leider auch nicht warm geworden, was bei einer RomCom natürlich schwierig ist, aber schließlich absolute Geschmackssache ist.

Aber das Ende! Absolute Perfektion; selten so ein stimmiges, passendes Finale gelesen - aber leider wird es einen zweiten Band geben, der diesen bittersüßen, durch und durch runden Abschluss wohl zwangsläufig zu Nichts machen wird.

Fazit: Insgesamt wohl nicht mein Buch, aber definitiv kein schlechtes. Für Fans von magisch angehauchter Romance bestimmt ein Muss!

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Überbordend, queer und opulent

The Pairing
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Ich habe mich wahnsinnig auf dieses Buch gefreut – Casey McQuiston ist schließlich ein Name, der in der Queer Romance kaum wegzudenken ist. Aber selten war ich so hin- und hergerissen. Einerseits: queere ...

Ich habe mich wahnsinnig auf dieses Buch gefreut – Casey McQuiston ist schließlich ein Name, der in der Queer Romance kaum wegzudenken ist. Aber selten war ich so hin- und hergerissen. Einerseits: queere Figuren überall, Foodie-Vibes, Sommer in Europa, Second-Chance-Romance. Klingt nach einer perfekten Mischung. Andererseits hat mich die Umsetzung stellenweise regelrecht wahnsinnig gemacht.

Theo (btw einer meiner absoluten Lieblingsnamen), unser Hauptcharakter, kämpft mit dem „Nepo-Baby-Dasein“ – aber eben auf eine Art, die schwer ernstzunehmen ist, wenn im Hintergrund eine reiche, liebevolle Familie steht, die jederzeit mit großzügiger Unterstützung winkt. Gleichzeitig stolpern wir durch eine europäische Reise, die sich mehr nach „Instagram-Filter“ als nach echter Welt anfühlt: Yachten, makellose schöne Menschen, jeder bisexuell, jeder flirtbereit – und das Ganze ohne Ecken, Kanten oder Überraschungen. Selbst die (sehr ausführlichen) Beschreibungen von Essen und Wein, die eigentlich Genuss pur versprechen, haben für mich irgendwann nur noch das Tempo rausgenommen.

Auch die Liebesgeschichte selbst konnte mich nicht packen. Second-Chance-Romances leben für mich davon, dass man als Leser*in versteht, warum zwei Figuren trotz Vergangenheit wieder zueinander finden. Hier blieb vieles im Off: Wir erfahren, dass Theo und Kit früher eine gemeinsame Geschichte hatten, dass es wehgetan hat, dass da Leidenschaft ist – aber warum genau sie jetzt die große Liebe füreinander sein sollen, hat sich für mich nie richtig transportiert. Vieles wirkte eher wie ein Spiel mit Sex, Mutproben und Flirts als wie echte Nähe.

Das klingt jetzt alles sehr negativ – aber ich sehe auch, warum andere das Buch lieben werden. Es ist sehr queer, sehr sinnlich, sehr hedonistisch. Wer Lust auf eine wilde, üppige, sexy Reise voller Wein, Essen und schönen Menschen hat, wird hier sicher glücklich. Wer sich allerdings eine tiefere, glaubwürdige Liebesgeschichte wünscht, könnte wie ich eher enttäuscht zurückbleiben.

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