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Veröffentlicht am 18.10.2025

nicht alle müssen gerettet werden

Dornenhecke
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Eigentlich sollte Krötling bei der Taufe der Prinzessin Fayette einen Zauber sprechen, doch durch einen Versprecher läuft etwas schief und nun lebt sie am Hofe des Königs, um auf die Prinzessin aufzupassen. ...

Eigentlich sollte Krötling bei der Taufe der Prinzessin Fayette einen Zauber sprechen, doch durch einen Versprecher läuft etwas schief und nun lebt sie am Hofe des Königs, um auf die Prinzessin aufzupassen. Denn diese ist nicht so nett, wie alle denken. Sie ist launisch und grausam. Als eines Tages das Kindermädchen tot aufgefunden wird, muss das Königspaar eine Entscheidung treffen und Krötling wird dazu aufgefordert, die Prinzessin in einen ewigen Schlaf zu legen - was Krötling auch sogleich macht. Die Konsequenz daraus ist jedoch, dass Krötling nun allein am Hofe lebt, verlassen von allen anderen, die nach und nach die Burg verlassen haben. Um die Burg wächst eine Dornenhecke, dicht und schützend. Bis eines Tages Hamid auftaucht, ein Ritter, der genauso ungewöhnlich ist wie Krötling ...

Diese Adaption des Märchens Dornröschen hat mir alles in allem am Ende doch noch gut gefallen. Was eigentlich etwas lächerlich beginnt, geht später in etwas sehr Ernstes über, nur, dass die naive Note bleibt, die einem darüber hinweghilft, an der Geschichte zu bleiben. Mit 144 Seiten ist diese nicht lang, aber wenn die Naivität nicht gewesen wäre, hätte ich aufgegeben.

Die Autorin erzählt eher nüchtern die Geschichte von Krötling, die bei der Geburt vertauscht wurde und bei den Grünzähnen aufwächst. Dort hat sie ein erfülltes Leben, aber später auch die Aufgabe, einen Zauber über die mit ihr vertauschte Prinzessin zu legen. Das läuft aber schief und nun muss Krötling am Hofe bleiben. Von allen etwas gemieden, aber trotzdem geachtet.

Krötling erzählt uns und dem Ritter Hamid ihre Geschichte in Rückblicken. So lernen wir sie kennen und Hamid verstehen, warum sie noch auf der Burg weilt. Die Story, die dabei entsteht, ist interessanter als die eigentliche, die am Ende ihre Auflösung erhält.

Der Schreibstil der Autorin war mir zu flach, ich hätte mir mehr Ausführungen gewünscht, mehr Erklärungen und vor allem etwas mehr Emotionen. Vielleicht war dies beabsichtigt, um zu zeigen, dass Krötling dazu wahrscheinlich nicht fähig ist, aber sie hat ja auch Pflichtbewusstsein und eine bodenständige Ehrlichkeit in sich. Weitere Gefühle lässt sich jedoch nicht raus oder gar zu.

Der Ritter war mir etwas zu naiv. Und auch zu sehr auf seine Mutter fixiert. Aber er hat Gutes in sich und letztendlich kann man sich auch auf ihn verlassen.

Alles in allem war die Geschichte sehr solide und hat dann am Ende auch etwas Sinn ergeben, aber leider konnte sie mich nicht davon überzeugen, mehr von der Autorin zu lesen.

Meggies Fussnote:
Nicht immer muss die Prinzessin gerettet werden.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

eine Reise zu sich selbst

Professor Jordan und das Rauschen des Waldes im Spätwinter
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Meine Meinung:
Kurz nach Professor Jordans erstem Abenteuer betritt er sein Kellerbüro an der Technischen Hochschule in Darmstadt. Der Anblick lässt ihn jedoch innehalten. Sein Vorgesetzter Professor Fricke ...

Meine Meinung:
Kurz nach Professor Jordans erstem Abenteuer betritt er sein Kellerbüro an der Technischen Hochschule in Darmstadt. Der Anblick lässt ihn jedoch innehalten. Sein Vorgesetzter Professor Fricke liegt tot in seinem Büro. Jordan ist geschockt, vor allem, da es keine zwei Stunden her ist, dass er sein Büro verlassen hat. Um den Toten sind Kerzenleuchter aus Bronze und chinesische Vasen aufgebaut und deuten auf einen Ritualmord hin. Jordan wird in einen Strudel aus Verschwörung, dunkler Magie und uralten Geheimnissen gezogen. Und diesmal findet er die tiefsten Abgründe der Seele - und entdeckt unbequeme Wahrheiten über sich selbst.

Nachdem mich der erste Teil der Reihe so sehr in den Bann gezogen hat, war ich natürlich gespannt auf den zweiten Teil. Dieser jedoch konnte mich nicht so sehr abholen, denn es war langwierig zu lesen. Bis überhaupt mal einiges in die Gänge kam, war schon fast die Hälfte des Buches gelesen und alle tappten im Dunkeln, es gab immer mehr Geheimnisse und Ungereimtheiten und der Lösung kam man nicht näher.

Außerdem kam mir Professor Jordan zu kurz, gerade im ersten Drittel. Es wurde sich mehr auf die Polizeiarbeit konzentriert, wobei die junge Polizisten Bahire Dogan im Vordergrund stand. Sie ist zwar engagiert und hat auch viel zur Auflösung beigetragen, sie war sympathisch und ist auch mal mit außergewöhnlichen Mitteln vorgegangen, aber das Buch heißt schließlich "Professor Jordan und ...". Insoweit hatte ich nicht erwartet, aus seiner Sicht so wenig lesen zu dürfen.

Die chinesische Kultur an sich ist faszinierend. Die Erklärungen seitens des Professors waren wieder nachvollziehbar und unheimlich fesselnd. Mich selbst hat auch diese Kultur interessiert, doch je mehr ich davon erfahren habe, habe ich gemerkt, dass sie doch nicht so meins ist.

Die Story an sich ist schon packend. Es geht wieder rund um den Globus und wir finden uns unter anderem in Österreich und Großbritannien wieder.
Jordan ist wie üblich griesgrämig und trauert seiner verlorenen Liebe Victoria nach, die uns im ersten Teil begegnet ist. Dies war dann manchmal doch etwas nervig und zeitaufwendig.

Es erwarten uns Figuren aus dem ersten Band wieder, die Jordan eine große Hilfe sind.
Mir ist leider erst im zweiten Band aufgefallen, dass die Haushälterin Jordans so heißt, wie der Verlag: Casaubon. Ein schönes Gimmick wurde da eingebaut.

Der Schreibstil war - wie auch im ersten Teil - für mich einfach wunderbar. Die Sätze sind ausgefeilt, die Szenen richtig ausgeschmückt und es kommen Wörter zum Einsatz, die teilweise schon in Vergessenheit geraten.

Gerne hätte ich das Buch mit mehr Begeisterung gelesen, aber leider haben hier einige negative Dinge mitgewirkt und mir das Vergnügen etwas geschmälert. Wer jedoch die chinesische Kultur und die Mythologie sowie undurchsichtige Geheimnisse mag, kommt voll auf seine Kosten.

Meggies Fussnote:
Eine Reise zu sich selbst.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Guter Ansatz

Die Buchreisenden - Ein Weg aus Tinte und Magie
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Adam hat einen ungewöhnlichen Job. Er arbeitet in einem unscheinbaren Buchladen namens Libronautic Inc. und hat die Gabe, Menschen mit seiner Stimme in Geschichten hineinzulesen. Dort können diese dann ...

Adam hat einen ungewöhnlichen Job. Er arbeitet in einem unscheinbaren Buchladen namens Libronautic Inc. und hat die Gabe, Menschen mit seiner Stimme in Geschichten hineinzulesen. Dort können diese dann für eine bestimmte Zeit die Figuren aus den Geschichten beobachten, solange sie sich nicht vom besprochenen Weg bewegen. Als ein Kunde jedoch diesen Weg verlässt, verfolgt Adam diesen sofort. Doch plötzlich stehen sie vor einer Tür, die in der Geschichte eigentlich nicht vorkommen soll. Mit Mühe können Adam, sein Kunde und ein weiterer Libronaut aus der Story entkommen. Doch was hat es mit der magischen Tür auf sich? Warum taucht kurz danach eine Kundin auf, die ebenfalls an der Tür interessiert ist? Adam forscht nach und kommt dabei einem großen Geheimnis auf die Spur ...

Bücher über Bücher faszinieren mich. Und Bücher über Bücher, in die man reisen kann, um dort die Story mitzuerleben, sind natürlich noch faszinierender. Also musste ich ja zu der Reihe "Die Buchreisenden" greifen, was mich aber letztendlich etwas enttäuscht zurückgelassen hat. Die Story plätschert vor sich hin, ab und zu werden neue Informationen eingestreut, dann passiert lange wieder nichts und dann sehr viel und dann wieder nichts. Es ist ein Auf und Ab und die Spannung wird nicht wirklich gehalten. So hatte ich zwischendurch mehrmals das Bedürfnis, das Buch abzubrechen.

Doch ich habe es durchgezogen und am Ende gibt es noch einmal ein Aufbauschen und natürlich einen Cliffhanger, so dass man zum zweiten Buch greifen will. Hier habe ich jedoch die Hoffnung, dass sich die Story nicht so ziehen wird und etwas mehr Spannung gehalten werden kann.

Die Charaktere sind teilweise sogar sehr nervig. Mir hat Adam nicht gut gefallen. Er steuert nicht wirklich etwas zur Handlung bei, sondern fließt so nebenbei mit. Er hat viele Fragen, aber aktiv will er nicht an die Antworten kommen, sondern überlässt es anderen, das Ruder herumzureißen.

Auch ist die Erzählweise etwas gewöhnungsbedürftig. Bei manchen Sätzen hatte ich das Gefühl, dass ein Kind die Schreibweise übernommen hat. Auch wird es nicht zu komplex bzw. es gibt immer wieder Momente, in denen ich mir etwas mehr Kopfkino gewünscht hätte, etwas mehr Undurchsichtigkeit.

Meine Hoffnung liegt auf dem zweiten Band.

Meggies Fussnote:
Guter Anfang, lässt aber stetig nach.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

leicht lesbar

Das Restaurant am Rande der Zeit
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Kotoko Niki hat ihren Bruder bei einem Autounfall verloren und ist dabei, sich selbst in der Trauer zu verlieren. Eines Tages erfährt sie von Chibis Kitchen, einem Restaurant am Strand, in welchem besondere ...

Kotoko Niki hat ihren Bruder bei einem Autounfall verloren und ist dabei, sich selbst in der Trauer zu verlieren. Eines Tages erfährt sie von Chibis Kitchen, einem Restaurant am Strand, in welchem besondere Gerichte von damals serviert werden. Kotoko macht sich auf den Weg dorthin und ist gleich fasziniert von der Magie des Ortes. Und tatsächlich löst das Essen in ihr eine Begegnung aus, die sie nicht zu hoffen gewagt hatte. Kurz darauf erzählt sie Taiji von dem Restaurant, der ebenfalls einen schweren Verlust erlitten hat. Und auch Yoshio kommt in den Genuss des Gerichts von damals.
Als aber der Besitzer Kai das Chibis Kitchen schließen will, weil das Restaurant eigentlich von seiner Mutter eröffnet wurde, die aber vor Kurzem verstorben ist, handelt Kotoko und versucht, ihn zu retten, so wie er sie gerettet hat.

Ich habe schon einige Romane gelesen, die in Japan spielen und immer von Dramen handeln, von Menschen, die zurück ins Leben kommen durch besondere Begegnungen oder Wendungen. Bislang haben mir diese auch ausnahmslos gut gefallen.

Hier bin ich etwas zwiegespalten. Es ist zwar unweigerlich ein Drama vorhanden, aber es ist jetzt nicht so, dass die Charaktere vor Trauer zerfließen oder mit solch schweren Gewissensbissen leben, dass sie kurz davor sind, sich selbst das Leben zu nehmen. Sie trauern auf normale und angemessene Weise. Der eine länger, der andere kürzer.
Sich dann mit schwerem Herzen auf den Weg in das Chibis Kitchen zu machen, um dort nochmals mit dem Verstorbenen reden zu können, ist zwar eine wunderschöne Idee, doch fehlt dem Ort das gewisse Etwas.

Ja, der Besitzer ist nett, aber gewöhnlich. Ja, es gibt eine Katze, bei der ich aber jetzt nicht genau weiß, warum sie überhaupt mitspielt. Ja, es ist schön AUßERHALB des Restaurants mit Strand und Meer und Möwen.
Aber das Innere und die Atmosphäre von Chibis Kitchen hat mir so gar nicht gefallen. Es war nichts Außergewöhnliches oder Zauberhaftes daran. Es gab keine einnehmende Beschreibung des Inneren, nur eben das Servieren des Essens und die ungewöhnlichen Begegnungen, die daraufhin passieren.

Es hätte ruhig von allem etwas mehr sein können, etwas ausgeschmückter, fantasievoller, greifbarer.

Zuerst wird die Geschichte aus Kotokos Sicht erzählt. Danach folgen Taiji, Yohio und Kai. Zwar ist Kotoko immer mit allen verbandelt, doch ist dies eher nebensächlich erwähnt, erst im letzten Kapitel ist sie wieder präsenter. Den Kapiteln vorangestellt sind typische japanische Rezepte von Traditionsgerichten, oder eben Gerichten von damals. Diese werden auch im Chibis Kitchen serviert.

Das Buch ist sehr leicht lesbar und damit auch schnell abgehandelt. Es ist von der Story her schön, könnte aber etwas mehr Schönheit vertragen.

Meggies Fussnote:
Leicht lesbar, schnell abgehandelt.

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Veröffentlicht am 10.10.2024

für Drachenfans ein großer Spaß

Ich fürchte, Ihr habt Drachen
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Das Königreich Bellemontagne ist in heller Aufregung, denn eine Hochzeit steht bevor. Prinzessin Cerise soll mit dem Kronprinzen des Nachbarreiches verheiratet werden. Doch bevor dies geschehen kann, muss ...

Das Königreich Bellemontagne ist in heller Aufregung, denn eine Hochzeit steht bevor. Prinzessin Cerise soll mit dem Kronprinzen des Nachbarreiches verheiratet werden. Doch bevor dies geschehen kann, muss die Drachenplage auf dem Schloss beseitigt werden. Dafür wird Robert angeheuert, seines Zeichens Drachenfänger.

Robert hat diesen Beruf jedoch von seinem Vater übernommen. Wenn er ihn ausübt, fühlt er sich immer wieder schlecht. Denn er hat eine seltsame Verbindung zu den kleinen Tieren, hält sich sogar zu Hause einige, die ihm bei den alltäglichen Aufgaben helfen.

Als ihn der Kronprinz dazu auffordert, ihn auf einer gefährlichen Mission, einer Drachenjagd, zu begleiten, nimmt Robert zwar an, hofft jedoch, dass er dadurch seinem Traum, nämlich Diener eines Prinzen zu werden, näher kommt.

Doch natürlich kommt alles anders ...

"Das letzte Einhorn" ist wohl das Erste, was einem einfällt, wenn man den Namen des Autors hört und auch ich habe eigentlich nur zu "Ich fürchte, Ihr habt Drachen" gegriffen, weil mir eben das Einhorn so gut gefallen hat.

Aber leider war ich dann doch etwas enttäuscht von der vorliegenden Geschichte.

Es geht um drei Personen, die unterschiedlicher nicht sein können. Prinzessin Cerise, die endlich heiraten soll, aber dazu so gar keine Lust hat. Prinz Reginald, der von seinem Vater dazu gebracht wird, heldenhaft zu sein, aber eigentlich lieber in Ruhe gelassen werden will und den Drachenfänger Robert, der eigentlich Gaius Aurelius Konstantin Heliogabalus Thrax heißt und den Job seines Vaters als Drachenfänger übernommen hat. Dabei will er lieber mit den Drachen arbeiten, da er eine seltsame Verbindung zu ihnen fühlt. Außerdem wäre er gerne der Diener eines Prinzen.

Tja, aber das alles ist den Drei natürlich nicht vergönnt. Aber sie müssen sich zusammenraufen, denn Prinz Reginald hat die wahnwitzige Idee, um endlich seinen Vater beeindrucken zu können, einen Drachen zu erledigen. Und zwar einen großen. Also gesagt, getan. Die Drei machen sich auf.

Eigentlich eine Story, die fantastisch werden sollte. Aber ich hatte wirklich Mühe, der Geschichte zu folgen. Es passiert ständig etwas, neue Personen kommen dazu, neue Aufgaben und Probleme. Die dazu passenden Lösungen müssen gefunden und ausgeführt werden und es geht um die Entwicklung der drei Personen. Dies geschieht natürlich und am Ende sind alle anders als zu Anfang. Aber mir hat dann doch das gewisse Etwas gefehlt.

Auch wenn der Schreibstil wirklich toll und nicht ganz zu vergleichen ist wie in "Das letzte Einhorn", gab es Moment, an denen ich daran zweifelte, ob ich weiterlesen soll. Und das hat mir dann den Spaß genommen.

Es gab einige Wiederholungen, Cerise und Reginald waren teilweise sehr nervig und Robert zu naiv und ohne Mut. Schade. Man hätte sehr viel mehr herausholen können.

Ans Herz gewachsen sind mir jedoch die unterschiedlichen Arten der Drachen. Hier konnte natürlich die Fantasie voll ausgelebt werden, und das hat der Autor mit Bravour gemacht. Auch das Setting war toll gewählt.

Meggies Fussnote:
Für Drachenfans ein Spaß.

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