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Veröffentlicht am 06.10.2025

Magie, Selbstbestimmung und Mut

Der verschwundene Buchladen
1

Dieses Buch war für mich ein absolutes Highlight! Eines dieser seltenen Werke, das man einfach nicht aus der Hand legen kann. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und leicht, sodass ich mühelos in die ...

Dieses Buch war für mich ein absolutes Highlight! Eines dieser seltenen Werke, das man einfach nicht aus der Hand legen kann. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und leicht, sodass ich mühelos in die Geschichte eintauchen konnte. Besonders gefallen hat mir, dass sie aus drei Perspektiven erzählt wird und sich über zwei Zeitebenen erstreckt. Ich liebe solche Erzählstrukturen, wenn sich scheinbar getrennte Handlungsstränge nach und nach verweben, bis sie sich schließlich auf magische Weise zusammenfügen.

Opaline hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Eine Frau in den 1920er Jahren, die nicht den gesellschaftlichen Erwartungen entsprechen will, sondern ihren eigenen Weg geht: mutig, stark und mit einer tiefen Liebe zu Büchern. Ihr Entschluss, vor der erdrückenden Kontrolle ihres Bruders zu fliehen und ein neues Leben zu beginnen, hat mich tief berührt. Parallel dazu erleben wir Henry, der in der Gegenwart auf der Suche nach einem uralten Manuskript – und einem geheimnisvollen Buchladen – ist. Und dann ist da noch Martha, deren Geschichte so schmerzhaft real ist: gefangen in einer gewalttätigen Ehe, kämpft sie um Freiheit, Würde und ein selbstbestimmtes Leben.

Evie Woods verwebt diese drei Schicksale meisterhaft zu einer vielschichtigen Geschichte, die weit mehr ist als ein einfacher Roman. Es geht um Unterdrückung, Selbstbestimmung, um den Mut, aufzustehen und seinen eigenen Weg zu gehen – damals wie heute. Themen wie häusliche Gewalt, das Streben nach Anerkennung und die Suche nach Glück und Freiheit werden mit so viel Feingefühl behandelt, dass ich oft innehalten musste.

Und dann ist da dieser Hauch von Magie. So sanft und selbstverständlich, dass man fast vergisst, dass sie nicht real sein sollte. Sie verleiht der Geschichte einen ganz besonderen Zauber und macht sie zu etwas wirklich Einzigartigem.

Ich war von Anfang bis Ende total verliebt. Jedes Kapitel endete mit einem kleinen Cliffhanger, der mich einfach weiterlesen ließ. Unerwartete Wendungen, emotionale Tiefe und diese leise Magie. Der verschwundene Buchladen hat mich vollkommen verzaubert. Ein Buch, das ich von Herzen empfehle und bei dem ich ehrlich gesagt keine Kritik akzeptiere.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Macht und die Frage nach der Wahrheit

Das Lied des Vogelhändlers
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Ralf H. Dorweiler gelingt mit „Das Lied des Vogelhändlers“ ein eindrucksvolles historisches Abenteuer, das sowohl durch seine Handlung als auch durch die lebendige Darstellung des Mittelalters überzeugt. ...

Ralf H. Dorweiler gelingt mit „Das Lied des Vogelhändlers“ ein eindrucksvolles historisches Abenteuer, das sowohl durch seine Handlung als auch durch die lebendige Darstellung des Mittelalters überzeugt. Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt, die nur zehn Jahre auseinanderliegen und sich langsam miteinander verweben. Auf der einen Seite begleitet man Wigbert, den Vogelhändler, und seine Schülerin Almut, auf der anderen Franziska, die auf einem Kreuzzug im Heiligen Land unterwegs ist. Dieser Kontrast zwischen friedlicher Naturverbundenheit und den Härten des Krieges schafft eine dynamische und atmosphärische Spannung.

Die Figuren sind facettenreich gestaltet. Franziska beeindruckt durch Mut, Durchhaltevermögen und Einfühlungsvermögen, während Wigbert als pragmatischer, aber reflektierter Charakter die Handlung vorantreibt. Walther von der Vogelweide wird geschickt als historische Figur integriert, was die Authentizität des Settings unterstreicht. Auch Nebenfiguren wie Rupert oder Filomena sorgen für Konflikte und überraschende Wendungen, die den Plot interessant halten.

Besonders hervorzuheben ist Dorweilers Detailreichtum: Die Kapitel tragen Vogel-Namen, enthalten lehrreiche Zitate und vermitteln anschaulich das Leben, die Bräuche und Herausforderungen des Mittelalters. Gleichzeitig gelingt es dem Autor, die Figuren emotional greifbar zu machen. Ihre Entscheidungen, Ängste und Reflexionen wirken authentisch und nachvollziehbar.

Das Buch überzeugt insgesamt durch seine gut strukturierte Handlung, die Mischung aus Abenteuer, historischen Bezügen und persönlichen Entwicklungen der Figuren. Trotz der komplexen Erzählweise bleibt die Story leicht nachvollziehbar, und die Leser werden kontinuierlich in die Welt von Wigbert und Franziska hineingezogen.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Gute Nacht Geschichten zum einkuscheln

Gute Nacht, Zoo
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Ich habe „Gute Nacht, Zoo“ meiner kleinen Nichte (2) vorgelesen und bin wirklich begeistert. Das Buch ist perfekt für Kleinkinder gemacht: Die dicken, stabilen Seiten halten einiges aus und sind super, ...

Ich habe „Gute Nacht, Zoo“ meiner kleinen Nichte (2) vorgelesen und bin wirklich begeistert. Das Buch ist perfekt für Kleinkinder gemacht: Die dicken, stabilen Seiten halten einiges aus und sind super, wenn kleine Kinderhände selbst blättern möchten.

Die kurzen Geschichten rund um die Tiere sind liebevoll und einfach gehalten. Das ist genau richtig für die Aufmerksamkeitsspanne von kleinen Zuhörern und genau richtig, um als Mama oder Papa beim Gute-Nacht-Ritual zu begleiten. Besonders schön finde ich, dass die Tiere alle auf ihre ganz eigene Art „Gute Nacht“ sagen. Das macht Spaß, regt die Fantasie an und vermittelt Geborgenheit. Ganz wunderbar finde ich auch, dass man das Buch auf jeder beliebigen Seite aufschlagen und direkt vorlesen kann. Das ist mit Kleinkindern wirklich praktisch, weil man nicht immer vorne beginnen oder unbedingt alles am Stück lesen muss und kann.

Die Illustrationen sind bunt, freundlich und kindgerecht, sodass meine Nichte sofort Freude daran hatte, die Tiere zu entdecken. Auch die Verarbeitung überzeugt: hochwertig, stabil und damit ideal für viele gemeinsame Vorleserunden.

Für mich ist es ein tolles Kinderbuch, das Geborgenheit vermittelt, Spaß macht und sich wunderbar in das abendliche Vorleseritual einfügt, auch als Tante ein schönes Erlebnis, gemeinsam darin zu schmökern.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

leise Erschöpfung, laute Erkenntnis

Too Much!
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Dieses Buch hat mich gleich mit seiner Grundidee abgeholt. Es richtet den Blick nicht auf die offensichtliche Form von Co-Abhängigkeit, sondern auf etwas, das stiller ist und gleichzeitig viel verbreiteter. ...

Dieses Buch hat mich gleich mit seiner Grundidee abgeholt. Es richtet den Blick nicht auf die offensichtliche Form von Co-Abhängigkeit, sondern auf etwas, das stiller ist und gleichzeitig viel verbreiteter. Dieses ständige Funktionieren, die Bereitschaft alles und jeden zu tragen, auch wenn man innerlich längst erschöpft ist. Ich finde es bemerkenswert, dass Terri Cole nicht belehrend schreibt, sondern sehr direkt und auf Augenhöhe. Man spürt, dass sie das Thema nicht rein theoretisch behandelt.

Einige Inhalte waren mir in ähnlicher Form schon bekannt, trotzdem habe ich vieles noch einmal neu wahrgenommen. Vermutlich weil sie die Dinge klar benennt und gleichzeitig Raum lässt, sich selbst darin zu entdecken. Besonders die Praxisimpulse haben mich angesprochen, weil sie nicht wie fertige Lösungen wirken, sondern wie ehrliche Vorschläge.

Was mir an dem Buch besonders gefällt: es versucht nicht auf Biegen und Brechen zu motivieren oder alles in einen schnellen Veränderungspfad zu pressen. Es zeigt wie tief solche Verhaltensmuster sitzen und dass Veränderung Zeit braucht. Und es vermittelt trotzdem, dass es möglich ist daraus auszusteigen.

Nicht alles war neu oder überraschend, aber das macht es nicht weniger bedeutsam. Manche Dinge muss man mehrfach hören bis man bereit ist sie anzunehmen.

Am Ende bleibt bei mir ein ruhiges Gefühl. Kein großes Aha, sondern ein leises inneres Nicken und die Erinnerung, dass Selbstfürsorge kein Luxus ist. Sie ist notwendig. Und Verantwortung für andere wird erst dann gesund, wenn sie im Gleichgewicht mit der Verantwortung für sich selbst steht.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Hier geht es um mehr als Mut

Gönn dir einen Mutausbruch!
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Schon nach wenigen Seiten wurde mir klar, dass dieses Buch weit mehr ist als eine lockere Lektüre. Es hat eine besondere Tiefe, die einen auch dann gedanklich begleitet, wenn es gerade geschlossen auf ...

Schon nach wenigen Seiten wurde mir klar, dass dieses Buch weit mehr ist als eine lockere Lektüre. Es hat eine besondere Tiefe, die einen auch dann gedanklich begleitet, wenn es gerade geschlossen auf dem Tisch liegt. Manche Sätze setzen sich fest, regen zum Nachdenken an und tauchen im Alltag immer wieder auf.

Besonders beeindruckend ist die unaufgeregte, aber dennoch kraftvolle Art, mit der ein Thema behandelt wird, das uns alle betrifft. Die persönliche Perspektive der Autorinnen schafft Nähe und Verständnis, ohne belehrend zu wirken. Immer wieder habe ich mich selbst in den geschilderten Situationen wiedererkannt und wurde dazu angeregt, meine eigenen Grenzen zu hinterfragen. Die Tipps und Anregungen zum Umgang mit Ängsten, zum Mutfinden und zu einem bewussteren „Nein“ waren für mich besonders wertvoll.

Auch Themen wie der Einfluss von Schönheitsidealen oder die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Erwartungen wurden offen und ermutigend behandelt. Die Geschichten von Frauen, die sich ihren Ängsten gestellt haben, wirken inspirierend und zeigen, dass Veränderung möglich ist, wenn man bereit ist, den ersten Schritt zu gehen. Die vielen Praxisbeispiele machen Mut und lassen sich leicht in den Alltag integrieren.

Das Buch vereint inspirierende Geschichten, praktische Ratschläge und Denkanstöße zu einem runden Gesamtbild. Es macht deutlich, dass Mut keine Frage des Alters oder des Aussehens ist, sondern eine Haltung, die jeder entwickeln kann. Besonders die Erinnerung daran, dass Hilfe annehmen ein Zeichen von Stärke ist, bleibt hängen.

Insgesamt ist dieses Buch eine bereichernde Lektüre, die motiviert, den eigenen Weg mutiger zu gehen. Es verbindet Ernsthaftigkeit mit Leichtigkeit und schafft es, lange im Gedächtnis zu bleiben.

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