Zwischen Wut und Überlebenswillen
Ich war wütend auf die ganze WeltPatrik Bangas autobiografisches Buch „Ich war wütend auf die ganze Welt: Die Geschichte eines Prager Rom“ bietet einen offenen Einblick in ein Leben, das von strukturellem und alltäglichem Rassismus geprägt ...
Patrik Bangas autobiografisches Buch „Ich war wütend auf die ganze Welt: Die Geschichte eines Prager Rom“ bietet einen offenen Einblick in ein Leben, das von strukturellem und alltäglichem Rassismus geprägt ist. Vor allem seine Kindheit und Jugend in der Tschechoslowakei und später in der Tschechischen Republik schildert Banga ungefiltert aus dem Bauch heraus.
Der Autor beschreibt nicht nur materielle Armut, sondern vor allem die soziale Not eines Milieus, in dem Wegschauen zur Norm wird: Lehrer stempeln ihn früh als „schwierigen Fall“ ab, die Nachbarschaft schweigt, und staatliche Institutionen versagen. Besonders schockierend sind die Passagen, in denen staatliche Kontrolle zum Ausagieren einer rassistischer Haltung wird.
Trotz aller Widrigkeiten beeindruckt Bangas ungebrochener Wille, aus eigener Kraft einen Weg zu finden, einen Beruf zu erlernen und sich nicht dauerhaft in die Opferrolle drängen zu lassen. Dieser Überlebenswille und seine Widerstandskraft geben dem Buch eine besondere Note.
Die Wortwahl und den Tonfall im Buch habe ich persönlich teilweise als zu aggressiv empfunden. Auch wenn dies sicherlich Ausdruck der erlebten Realität ist, war es für mich zeitweise etwas, was eher Distanz hervorgerufen hat.