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Veröffentlicht am 30.03.2026

Höhepunkte eines Lebens in einer schönen Sprache

Tage des Lichts
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Worum geht es in dem Buch?

Ivys Bruder Joseph ertrinkt an einem Ostersonntag im Jahr 1938. Dieses traurige Ereignis prägt von da an Ivys Leben. Sie heiratet, obwohl sie das ursprünglich nicht geplant ...

Worum geht es in dem Buch?

Ivys Bruder Joseph ertrinkt an einem Ostersonntag im Jahr 1938. Dieses traurige Ereignis prägt von da an Ivys Leben. Sie heiratet, obwohl sie das ursprünglich nicht geplant hatte, und bekommt zwei Töchter. Ihr Mann Bear, der 25 Jahre älter ist als sie, ist gut zu ihr.
Mit Frances, Josephs Freundin, verbindet Ivy eine Freundschaft. Aber es ist mehr als das, eine Innigkeit, ein Verlangen der beiden zueinander. Sie versuchen lange, diese Begierde nicht weiter voranzutreiben, nehmen Abstand voneinander und schreiben sich nur noch Briefe. Aber jedes Mal, wenn sie sich wieder begegnen, flammt die Sehnsucht zueinander wieder auf.
Als Bear gestorben ist und ihre Töchter erwachsen sind, geht Ivy in ein Kloster. Die Umgebung, der Umgang mit den Klosterschwestern, die Erlebnisse im Kloster tun Ivy gut. Da begegnet sie nach Jahren Frances wieder.

Meine Meinung zu diesem Buch:

Das Buch ist aus der Sichtweise des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit verfasst. Die Handlung beleuchtet sechs Zeiträume in Ivys Leben, die als Höhepunkte gelten und als „Tage“ bezeichnet werden. Zwischen den Zeiträumen liegen einige Jahre. Man erfährt, wie sich Ivy bis zu diesen Zeiträumen entwickelt hat, was sie beispielsweise im Zweiten Weltkrieg erlebt hat und was sie erlebt. Dies alles ist in einem melodischen, lyrischen Schreibstil verfasst. Immer wieder gibt es intensive Beschreibungen bestimmter Situationen oder auch einer Umgebung. Das ist schön zu lesen, auch wenn manche Ereignisse traurig sind.
Ivy ist sympathisch, auch Frances. Die Autorin erzählt nachvollziehbar, warum Ivy so handelt, wie sie handelt, was ihre Beweggründe sind.
„Tage des Lichts“ ist keine spannende, aber eine intensive Lektüre über eine Frau, die eine Leidenschaft für eine andere Frau hat. Diese Leidenschaft wird auch erwidert. Das Buch bleibt interessant bis zum Schluss, der für mich unerwartet ist, aber nachvollziehbar.
Ich vergebe vier Sterne.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Roman mit unerwarteten Wendungen

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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Worum geht es in dem Buch?

Dawn Schiff arbeitet in der Buchhaltung der Firma VIXED, einer Firma für Nahrungsergänzungsmittel. Beliebt ist sie nicht, die Kollegin halten sie für sonderbar, weil sie Schildkröten ...

Worum geht es in dem Buch?

Dawn Schiff arbeitet in der Buchhaltung der Firma VIXED, einer Firma für Nahrungsergänzungsmittel. Beliebt ist sie nicht, die Kollegin halten sie für sonderbar, weil sie Schildkröten sehr mag und viele Schildkrötenfiguren hat. Weiterhin ist sie sehr pünktlich und penibel.

Eines Tages kommt Dawn nicht zur Arbeit. Als kurze Zeit in ihrer Wohnung viel Blut gefunden wird, vermuten Kollegen und Ermittler das Schlimmste. Und auf einmal wird eine Frauenleiche gefunden…


Meine Meinung zu diesem Buch:

Spannend fängt das Buch an. Als Leser erfährt man viel über Natalie, eine sehr gute Verkäuferin der VIXED-Produkte, gutaussehend. Viele Leute wollen mit ihr befreundet sein, auch Dawn. Sie fühlt sich von Natalie eher gemobbt.
Immer wieder gibt es Rückblenden, in denen man viel über Dawn erfährt. Sie schreibt E-Mails an eine Freundin, namens Mia. Beide – sowohl Natalie, als auch Dawn – schreiben aus der Ich-Perspektive.

Beide Charaktere mochte ich nicht besonders. Natalie fand ich eingebildet, Dawn sehr merkwürdig. Es gab aber auch Szenen, während derer sie mir leidtat. Unerklärliche Dinge passieren, die den Roman immer wieder spannend machen – wenn zum Beispiel Natalie eine blutige Schildkrötenfigur in ihrer Wäsche findet. Wie kam diese Figur in die Wäsche?

Irgendwann gab es eine abrupte Wendung in dem Buch – und dann wurde es wirklich interessant und spannend. Der Schluss war für mich unerwartet, aber gut.

Ich vergebe vier Sterne.


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Veröffentlicht am 12.12.2025

Stellenweise interessant

Gewässer im Ziplock
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Worum geht es in dem Buch?
Margarita lebt mit ihrem Vater Avi in Berlin. Beide sind Juden. Avi ist als Kantor der jüdischen Gemeinde in Berlin tätig. Margarita ist 15 Jahre alt, den Sommer verbringt sie ...

Worum geht es in dem Buch?
Margarita lebt mit ihrem Vater Avi in Berlin. Beide sind Juden. Avi ist als Kantor der jüdischen Gemeinde in Berlin tätig. Margarita ist 15 Jahre alt, den Sommer verbringt sie bei der Großmutter in Chicago.
Doch in diesem Sommer ist alles anders. Margaritas Mutter Marsha, eine Amerikanerin, die in Tel Aviv lebt, hat ihre Tochter nach Israel eingeladen. Die ersten Tage in Israel verlaufen chaotisch, weil Marsha von einem anderen Ankunftstag ihrer Tochter ausging. Marsha zeigt Margarita einige Höhepunkte des Landes Israel.
In dieser Zeit lernt Avi Hannah kennen. Auch Hannah ist Jüdin. Sie reisen auf die ostfriesische Insel Spiekeroog, um dort einige Tage zu verbringen. Dabei tauschen sie sich über ihr Leben und ihre Ansichten aus.

Meine Meinung:
Ich habe das Buch gelesen, weil ich Margarita interessant fand. Ein Teenager, die nach langer Zeit ihre leibliche Mutter wieder trifft, obwohl sie doch lieber den Sommer in Chicago verbringen würde. Die Passagen, die von Margarita und Marsha erzählen, interessierten mich, während ich die Passagen, in denen Avi mit Hannah redet oder andere Dinge tut, nicht spannend fand. Da trat die Handlung oft auf der Stelle.
Angesprochen haben mich die jüdischen Rituale, wann man was tut – das fand ich gut zu lesen, auch wenn ich durch die vielen Fremdwörter nicht alles verstand. Hinten im Buch gibt es ein Glossar, in dem viel erklärt wird, aber längst nicht alles.
Fazit: Ein Buch, das man lesen kann, wenn man sich für jüdische Bräuche und das Leben von Juden in Deutschland interessiert. In dieser Art und Weise hatte ich darüber noch nie gelesen. Von mir gibt es vier Sterne.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Strandidylle mit Konflikten

Sonntags am Strand
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Worum geht es in dem Buch?
Das Buch gibt in Romanform Momentaufnahmen eines Sommertags an einem italienischen Strand. Es geht um Enzo, der für Liegen und den ordnungsgemäßen Zustand des Strands zuständig ...

Worum geht es in dem Buch?
Das Buch gibt in Romanform Momentaufnahmen eines Sommertags an einem italienischen Strand. Es geht um Enzo, der für Liegen und den ordnungsgemäßen Zustand des Strands zuständig ist, Essen kocht und es an Touristen und Einheimische verkauft. Er ist Witwer und kann sich damit etwas von seiner Trauer ablenken.
Davide und Giulia sind als Touristen in diesen Urlaubsort. Sie haben Eheprobleme und diskutieren. Giulia fühlt sich überfordert mit den drei Kindern, die ebenfalls dabei sind. Sie ist der Meinung, dass Davide sie nicht versteht.
Alberto ist mit seiner Freundin Felice an den Urlaubsort gekommen. Sie hätte lieber Urlaub mit Freundinnen gemacht, aber hat sich arrangiert, mit Alberto hier zu sein.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Ruhig ist dies alles erzählt, aus der Sicht eines auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler). Man bekommt als Leser die Probleme mit, die die Personen haben. Ihre Gedanken, ihre Gefühle, nicht ausgesprochene Dinge, die eine Atmosphäre, eine Beziehung beschädigen können. Andererseits ist dieser kurze Roman immer wieder schön, denn man liest, dass sich mancher Konflikt auch lösen lässt, wenn man beispielsweise miteinander redet und dem anderen zuhört.
Manchmal versöhnt man sich, findet neue Horizonte und lebenswerte Aussichten.
Ein manchmal kurzweiliger, aber auch tiefgründiger Sommerroman, den man besonders gut im Urlaub lesen kann. Ich vergebe vier Sterne.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Leute in einer japanischen Buchhandlung

Die Abende in der Buchhandlung Morisaki
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Worum geht es in dem Buch?
Takako ist die Ich-Erzählerin. Immer wieder besucht sie ihren Onkel Morisaki Satoru und dessen Frau Momoko. Sie betreiben in Tokio – und zwar im Stadtteil Jinbocho – einen Antiquariats-Buchhandel. ...

Worum geht es in dem Buch?
Takako ist die Ich-Erzählerin. Immer wieder besucht sie ihren Onkel Morisaki Satoru und dessen Frau Momoko. Sie betreiben in Tokio – und zwar im Stadtteil Jinbocho – einen Antiquariats-Buchhandel. Diese Buchhandlung hat sich auf japanische Literatur der Frühmoderne spezialisiert.
Für Takako sind Bücher ein wichtiger Teil ihres Lebens. Sie lassen Takako eintauchen in andere Welten, sie trösten und heilen. Immer wieder hilft sie auch in der Buchhandlung ihres Onkels aus. Sogar auch, als ihre Verwandten in den Urlaub fahren.
Bücher helfen Takako auch, ihren Liebeskummer wegen ihres Freundes Wada-san zu verarbeiten.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Man merkt als Leser: Die Atmosphäre zwischen Takako und den meisten Leuten, mit denen sie zu tun hat, ist herzlich und höflich.
Takako ist eine ruhige junge Frau. Sie kann den Herbst, die Natur, mit allen Sinnen genießen. Die Buchhandlung Morisaki ihres Onkels und ihrer Tante, die Umgebung und das Lesen von Büchern, hilft ihr, unerfreuliche Ereignisse in ihrem Leben besser zu verarbeiten. Zum Beispiel, als ein Arbeitskollege versucht, sie anzubaggern. Es gelingt ihr, ihn abzuschütteln.
Als europäischer Leser kennt man selten japanische Klassiker, wie „Idiotenzug“ von Uchida Hyakken oder „Ein glückliches Paar“ von Oda Sakunosuke. Manche dieser Bücher werden erwähnt, aber das stört nicht beim Lesen. Vielmehr weckt dieser Roman das Interesse am Lesen generell, die Handlung ist interessant und Takako und ihre Verwandten sind sympathisch.
Ich vergebe vier Sterne und eine Leseempfehlung.

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