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Veröffentlicht am 16.09.2025

Ein Buch über Familienvielfalt mit Stolpersteinen

Muckdiwupp – Auf nach Pifo
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Mir ist wichtig, dass Kinderbücher nicht nur schön aussehen und eine spannende und interessante Geschichte beinhalten, sondern, dass die Kinder auch einen Mehrwert von der Geschichte haben. Da der kleine ...

Mir ist wichtig, dass Kinderbücher nicht nur schön aussehen und eine spannende und interessante Geschichte beinhalten, sondern, dass die Kinder auch einen Mehrwert von der Geschichte haben. Da der kleine Leser in einem sehr homogenen Umfeld aufwächst und ich ihm gerne zeigen wollte, dass es auch noch andere Familienkonzepte gibt, haben wir uns für dieses Buch entschieden. Denn, obwohl es natürlich auch eine andere Handlung gibt, nämlich den Bau der größten Sandburg, liegt der Schwerpunkt des Buches auf der Vorstellung von verschiedenen Familienkonzepten.
Muckdiwupp macht mit seiner Familie, die aus zwei Müttern und einem Vater besteht Urlaub auf Pifo und möchte dort eine riesige Sandburg bauen. Da man dies aber nicht allein machen kann, macht er sich auf die Suche nach neuen Freunden und findet diese natürlich auch. Die Gemeinsamkeit der Kinder ist, dass sie alle in unterschiedlichen Familienkonstellationen leben. Da gibt es ein Kind mit zwei Vätern, Zwillinge mit zwei Müttern, den alleinerziehenden Vater und die klassische Vater-Mutter-Kind Konstellation. Auch wenn ich es großartig finde, dass hier auch mal ein alleinerziehender Vater dargestellt wird, vermisse ich den häufiger vorkommenden Fall, der alleinerziehenden Mutter. Mir ist bewusst, dass es selbstverständlich auch noch andere Konstellationen geben kann und man in so einem Buch nicht alles abdecken kann, auch wenn das im Umkehrschluss bedeutet, dass sich nicht jedes Kind in diesem Buch wiederfinden wird.
So gut gemeint das Buch auch ist, muss ich doch leider sagen, dass es sich nicht wirklich flüssig vorlesen lässt. Dies liegt einerseits daran, dass man nicht besonders kreativ war bezüglich der Benennung der Erwachsenen. Somit gibt es eine ständige Wiederholung der Worte Mama, Mami, Papa und Papi. Ich kann verstehen, dass man es für die Kinder nicht zu kompliziert machen möchte, aber die Worte gefühlt in jedem zweiten Satz vorkommen, wird es ein wenig mühsam beim Lesen. Andererseits wurde aber auch entschieden, dass Muckelino kein eindeutiges Geschlecht hat, und die Person, die das Buch vorliest, entscheiden darf, welches Pronom für Muckelino verwendet werden soll. Ich lehne diese Idee nicht prinzipiell ab, finde aber, dass dieses Buch durch das zusätzliche Thema ein wenig zu komplex und überladen wird.
Ein wenig seltsam finde ich auch, wie in diesem Buch mit dem Thema anders sein umgegangen wird. Denn auf der einen Seite wird gezeigt, dass es neben dem klassischen Vater-Mutter-Kind Konzept eben auch noch andere Familienkonstellationen gibt und dass dies nichts Schlimmes ist. Auf der anderen Seite wird aber immer wieder betont, wie anders doch die Familie von Muckelino ist. Dieses ständige Betonen finde ich irritierend, denn dies zerstört ein wenig die gute Botschaft des Buches, nämlich, dass wir alle anders sind, dies aber gut ist. Gerade in diesem Buch hätte ich mir gewünscht, dass die verschiedenen Lebensformen neutral betrachtet werden, aber durch dieses wiederkehrende darauf beharren, dass Muckelinos Familie anders ist, kommt für mich einer Wertung gleich.
Dieses Buch war eine interessante Erfahrung und ist sicherlich eine gute Möglichkeit, wenn man Kindern zeigen möchte, dass es unterschiedliche Familienkonstellationen gibt. Ich persönlich bevorzuge aber Bücher, in denen dies zwar auch gezeigt wird, es aber nicht das Hauptthema ist. Pina Gertenbach stellt in ihrem Buch „Schokotorte für alle!“ auch verschiedene Lebenskonzepte vor. Dort passiert dies aber auf eine stille und weniger aufdringliche Art und Weise und nimmt nicht den Hauptteil der Geschichte ein.
Der kleine Leser und ich werden das Buch zwar sicher noch mehrmals Lesen, aber ich denke nicht, dass es eines unserer Lieblingsbücher werden wird.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Zwischen Stillstand und sanfter Unterhaltung

Neuanfang in Notting Hill
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Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut und konnte es kaum erwarten, bis ich es endlich lesen bzw. hören kann. Dies hat dann leider aufgrund eines Bücherstaus länger gedauert als erwartet. Ich denke, ...

Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut und konnte es kaum erwarten, bis ich es endlich lesen bzw. hören kann. Dies hat dann leider aufgrund eines Bücherstaus länger gedauert als erwartet. Ich denke, dass diese lange Zeit der Vorfreude auf das Buch meinem Urteil nicht gutgetan hat. Die Erwartungen sind dadurch immer größer geworden und die Enttäuschung war daher fast vorprogrammiert.
Dabei hat alles eigentlich recht gut angefangen. Der Einstieg in die Geschichte ist mir aufgrund der sehr detaillierten Beschreibungen leichtgefallen und ich konnte die Szenerie gleich direkt vor meinen Augen sehen. Die Stimmen von Regine Lange und Brigitte Carlsen haben dabei maßgeblich beigetragen. Bereits zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass das Tempo des Buches eher mäßig war. Ich habe zuerst vermutet, dass es an der Sprechgeschwindigkeit der Erzählerinnen liegt, dieses ist mir nämlich oft zu langsam. In weiterer Folge musste ich allerdings feststellen, dass die Erzählerinnen überhaupt keine Schuld treffen. Das geringe Tempo liegt einzig und allein an der Autorin Norie Clarke und war mir, wie man vielleicht schon merkt, viel zu langsam. Viele Teile des Buches haben sich gezogen wie alter Kaugummi und ich hatte mehrmals das Gefühl auf der Stelle zu treten und nicht voranzukommen.
In gewisser Weise muss ich der Autorin zugutehalten, dass der langsame Erzählstil in Einklang mit dem Inhalt des Buches ist. Immerhin nimmt auf Jess in gewisser Weise Tempo aus ihrem Leben heraus, in dem sie sich aus der kurzweiligen Onlinewelt zurückzieht. Diese Idee bzw. dieses Experiment des Rollentausches ist zwar nicht unbedingt eine komplette Neuheit, hat mir aber gut gefallen und war einer der Hauptgründe, warum ich mich für dieses Hörbuch entschieden habe. Der Rollentausch an sich war auch interessant, jedoch auch ein klein wenig unrealistisch. Vor allem in Bezug auf Joan. Denn für mich ist es nur schwer vorstellbar, dass sie bezüglich der Onlinewelt so weltfremd war. Ich denke, dass die Autorin hier ein klein wenig übertrieben hat, um dem Ganzen etwas mehr Würze und Tiefgang zu geben.
Wobei Würze und Tiefgang gute Stichworte sind. Denn beides war in dem Buch eher Mangelware. Viele Themen werden in dem Buch leider nur sehr kurz angerissen oder viel zu schnell wieder abgefertigt. Die Handlung ist bereits relativ früh äußerst vorhersehbar und dadurch wird jeder Spannungsbogen bereits im Keim wieder erstickt. Dies finde ich sehr schade, denn da wäre definitiv Potenzial für mehr darin gewesen.
Aber nicht nur die Spannung leidet darunter, sondern auch die Liebesgeschichte. Denn auch auf diese habe ich mich sehr gefreut. Leider konnte mich auch diese nicht wirklich überzeugen. Die eingestreuten Briefe zwischen Jess und ihrem Brieffreund Mr. PO Box waren zwar nett, aber eben auch nicht mehr. Hier hatte ich viel größere Erwartungen und mich auf viele romantische Momente gefreut. Eben wieder einmal eine klassische Liebesgeschichte ohne Spice dafür mit großen Gefühlen. Diese Erwartungen konnte die Autorin Norie Clarke aber leider nicht erfüllen.
Alles in allem war dieses Buch ein nettes Hörerlebnis für zwischendurch bei dem ich ohne Probleme nebenbei andere Tätigkeiten durchführen konnte ohne Angst zu haben zu viel von der Geschichte zu verpassen, wenn ich geistig wieder einmal abgeschweift bin.
Da mir aber sowohl die Sprecherinnen und Sprecher als auch der Schreibstil der Autorin gut gefallen haben, würde ich dieses Buch aber nicht als vergeudete Lesezeit bezeichnen. Es ist viel mehr so, dass es sich hierbei um ein Buch handelt, dass einem nicht lange im Gedächtnis bleibt und es keinen großen Einfluss hat, ob man es gelesen hat oder nicht.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Zwischen grünen Hügeln und rotem Gesicht – Wenn Spice die Story überlagert

Morbidly Yours
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Die Inhaltsangabe des Buches versprach so viele interessante Themen und eine grandiose Liebesgeschichte in einer atemberaubenden Kulisse. Ein schüchterner und unkonventioneller Held, eine starke Heldin ...

Die Inhaltsangabe des Buches versprach so viele interessante Themen und eine grandiose Liebesgeschichte in einer atemberaubenden Kulisse. Ein schüchterner und unkonventioneller Held, eine starke Heldin eingebettet in die grünen Hügel Irlands. Zu meiner großen Enttäuschung musste ich allerdings feststellen, dass hier mehr Schein als Sein war.
Wobei ich dem Verlag zugutehalten muss, dass die Inhaltsangabe nicht komplett falsch lag, so etwas gibt es ja leider auch ab und an. Es waren alle angesprochenen Aspekte vorhanden, nur war ich mit der Umsetzung nicht besonders glücklich. Erste Befürchtungen, dass dieses Buch und ich keine Freunde werden hatte ich aber schon bevor ich überhaupt mit dem ersten Kapitel angefangen habe. Also alles andere als ein guter Start. Denn, bevor man in die Geschichte eintauchen darf, gibt es "Irisch / Gälisch Aussprache und Übersetzung". Ich habe mich gefreut, dass auch in der Sprache die Authentizität durchkommt und manche irischen Begriffe nicht übersetzt werden. Zu meinem großen Entsetzen musste ich dann aber feststellen, dass es sich bei den angeführten Wörtern fast ausschließlich um "dirty talk" handelt. Ein klares Zeichen für mich, dass der Anteil an intimen Szenen sehr hoch sein wird. Leider bin ich aber kein Fan von zu viel und vor allem von in die Geschichte unpassendem Spice.
Nach den ersten paar Kapiteln hatte ich das Gefühl, dass ich mir unnötig Sorgen gemacht habe und ich in eine einfache Übersetzungsliste zu viel hineininterpretiert habe. Denn der Beginn war genau so wie ich es mir vorgestellt habe.
Mit Callum hat Autorin Ivy Fairbanks einen wirklich interessanten und teilweise unkonventionellen Charakter erschaffen. Mit seinem Beruf als Bestatter, seiner sozial Phobie und seinem Stottern hebt er sich deutlich von der Masse an Liebesroman-Helden ab. Optisch ist Callum natürlich trotzdem ein Hingucker und auch sein Charakter ist tadel- und makellos.
Bei Lark schaut die Sache hingegen ein wenig anders aus. Natürlich ist auch sie gutaussehend, aber ihren Charakter würde ich nicht als makellos bezeichnen. Viele ihrer Handlungsweisen kann ich nicht nachvollziehen und wirklich sympathisch wurde Lark mir bis zum Schluss auch nicht. Ich kann zwar verstehen, dass die ganze Situation für sie aufgrund ihrer Vergangenheit, auf die ich aufgrund von Spoilergefahr nicht näher eingehen möchte, nicht ganz einfach ist und sie sich in einer Zwickmühle befindet. Ihr Umgang mit Callum ist trotzdem mehr als fragwürdig und ich würde sie sogar als distanzlos, zudringlich und aufdringlich beschreiben.
Wie nicht anders zu erwarten, kam es dann auch irgendwann zu den ersten intimen Szenen. Ich lehne solche Szenen nicht kategorisch ab, habe aber große Ansprüche an die Art und Weise wie diese in die Geschichte eingebunden werden und an die Qualität der Beschreibungen. Leider hat mich Ivy Fairbanks in dieser Hinsicht enttäuscht. Zu Beginn dachte ich noch, dass sie die Kurve bekommen könnte, doch dann wurde die Anzahl immer höher, die Gelegenheiten immer unpassender und vor allem empfand ich es mit den Charakteren und deren Vergangenheit als unstimmig.
Bei diesem Buch bin ich erstmals sehr unsicher, was die Bewertung des Schreibstils betrifft. Denn ich kann hierbei schwer sagen, was wirklich Schwächen der Autorin sind und was auf eine mangelhafte Übersetzung hindeutet. Ich denke aber, dass es hierbei die Übersetzung ist, die mir so große Probleme gemacht hat.
Mein erster Impuls war, dieses Buch mit nur 2 von 5 Sternen zu bewerten. Da aber weder die Autorin noch der Verlag schuld an meiner Abneigung gegen übermäßigen Spice sind, gebe ich wohlmeinende 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Zauberhaft, aber nicht verzaubert

Rewitched
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Bereits seit meiner Kindheit bin ich fasziniert von Hexen und Magie. Diese Faszination ist mit zunehmendem Alter zwar ein wenig geschrumpft, aber gegen eine gute Geschichte über eine moderne Hexe habe ...

Bereits seit meiner Kindheit bin ich fasziniert von Hexen und Magie. Diese Faszination ist mit zunehmendem Alter zwar ein wenig geschrumpft, aber gegen eine gute Geschichte über eine moderne Hexe habe ich nichts einzuwenden. Lucy Jane Woods Roman hat mir ein paar vergnügliche Lesestunden beschert, aber zum Lesehighlight hat es nicht gereicht.
Dabei hat die Autorin es geschafft viele Kleinigkeiten, die ich mag in ihrem Buch zu vereinen. Dazu zählt selbstverständlich Magie und Hexenkunst. Auch wenn dies für manche vielleicht einfallslos oder langweilig klingt, aber ich habe mich gefreut, endlich wieder einmal über ganz klassische Hexenkunst zu lesen. Ich bewundere alle Fantasyautorinnen und -autoren für ihre kreativen Einfälle, aber manchmal will man einfach nur ursprüngliches und althergebrachtes. Lucy Jane Wood hat dieses alte Wissen sehr gut in die moderne Welt eingebunden und vor allem die kleinen Zauber in der Buchhandlung fand ich herzallerliebst. Wobei Buchhandlung ein gutes Stichwort ist. Auch für die Wahl des Handlungsortes bekommt die die Autorin von mir Pluspunkte. Ebenso für die interessanten und leicht kauzigen Nebencharaktere.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und gerade der erste Teil des Buches ist nur so an mir vorbeigeflogen. Die herbstliche Stimmung war klar und deutlich spürbar und auch die verschiedenen Emotionen konnte ich fühlen und nachempfinden. Ich konnte von der ersten Seite weg richtiggehend in die Geschichte eintauchen und hätte am liebsten den Platz mit Belle getauscht. Auch gegen Ende hin, als sich die Ereignisse förmlich fast überschlagen haben, war ich tief versunken in den Vorkommnissen. Leider gab es aber auch den Mittelteil, beidem ich oft das Gefühl hatte, dass das Buch nie ein Ende finden würde. Obwohl auch dort viel passiert und es eigentlich nie langweilig wird, hat sich dieser für mich ein wenig gezogen.
Wenig begeistern konnte ich mich auch für die Liebesgeschichte. Dies liegt aber nicht daran, dass ich prinzipiell etwas gegen Liebesgeschichten habe, sondern eher daran, dass der Funke einfach nicht übergesprungen ist. Es zwar meiner Meinung nach zwar schon relativ früh im Buch klar, zwischen welchen Personen sich etwas entwickeln wird, aber richtig gespürt habe ich das Ganze nicht. Obwohl ich an vielen anderen Stellen die Gefühle von Belle gut nachvollziehen konnte, vor allem, was ihr mangelndes Selbstvertrauen betrifft, war die aufkeimende Liebe für mich einfach nicht glaubhaft.
Wie bereits erwähnt, konnte Lucy Jane Wood bei mir Punkte sammeln für ihre Charaktere. Dazu zählt vor allem Belle, immerhin geht es in dieser Geschichte um sie und ihre Hexenmagie. Besonders hervorheben möchte ich, dass sich die Autorin nicht nur darauf beschränkt hat die Entwicklung der Kräfte zu beschreiben, sondern Belle auch als Persönlichkeit im Laufe des Buches gewachsen ist und eine deutliche Charakterentwicklung durchgemacht hat.
Der Hexenzirkel, dessen Mitglieder und die Beschreibungen des Ganzen habe ich sehr interessant gefunden und der Großteil davon war auch sehr gelungen. Allerdings gab es auch hier einige Punkte, die ich nicht ganz verstanden habe bzw. die für mich nicht logisch waren.
Alles in allem war dieses Buch wie gesagt, eine durchaus angenehme Leseerfahrung. Allerdings konnte ich mich die Geschichte nicht so begeistern und mitreißen wie ich es mir erhofft und erwartet habe. Eine Leseempfehlung möchte ich trotzdem für das Buch aussprechen, und zwar für all jene, die eine Einstimmung auf den Herbst haben möchten und die, so wie ich, ein Faible für Hexenmagie haben.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Spice & Story – Nicht ganz mein Geschmack

Mr. Fixer Upper
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Mein erstes Buch der Autorin, Story of my life, habe ich Anfang des Jahres gelesen und war auf Anhieb begeistert. Ihr humorvoller Schreibstil hat mir gut gefallen und auch das Setting rundherum hat gut ...

Mein erstes Buch der Autorin, Story of my life, habe ich Anfang des Jahres gelesen und war auf Anhieb begeistert. Ihr humorvoller Schreibstil hat mir gut gefallen und auch das Setting rundherum hat gut für mich gepasst. Schon damals war für mich klar, dass sicher wieder ein Buch oder Hörbuch von Lucy Score auf meine Leseliste wandern wird. Nun war es endlich so weit, doch meine Euphorie hat einen deutlichen Dämpfer bekommen. Denn dieses Hörbuch hat mich nicht so begeistert wie ich es erhofft hatte, sondern mich sehr zwiegespalten zurückgelassen.
Der Schreib- und Erzählstil der Autorin hat mir auch in diesem Buch wieder sehr gut gefallen. Die Mischung aus humorvoller und leichter Erzählung kombiniert mit einigen ernsteren Passagen und zum Nachdenken anregenden Themen fand ich sehr gelungen. Gelesen wird das Hörbuch von Simone Terbrack. Nach Beendigung des Hörbuchs kann ich sagen, dass mir ihre Stimme sehr zugesagt hat. Zu Beginn sah das allerdings ein wenig anders aus. Ich hatte kurz vorher ein anderes Hörbuch beendet und noch die liebliche Stimme von Viola Müller im Ohr. Simone Terbracks Art das Buch zu lesen, kam mir da am Anfang des Buches im Vergleich fast ein wenig zu harsch und würde fast sagen zu aggressiv vor. Dieser Eindruck hat sich aber im Laufe der Zeit gemildert und ich konnte mich mit ihrer Stimme und ihrer Art die Dinge zu betonen anfreunden.
Weniger gut gefallen haben mir die pikanten Szenen in dem Buch. Mir war bewusst, dass dieses vorkommen werden, da es wie gesagt nicht mein erstes Buch von Lucy Score war. Ich bin kein großer Fan von zu viel Spice, wie man das heutzutage scheinbar nennt, daher freue ich mich immer, wenn diese Dinge eher eine Randerscheinung sind. Wobei mich dieses Mal weniger die Anzahl der Szenen, sondern eher wie diese beschrieben und dargestellt werden. Denn wie so oft wurde hier ganz tief in die Klischeekiste gegriffen. Natürlich ist das beste Stück von Gannon wieder einmal überdurchschnittlich groß und selbstverständlich erlebt auch Paige jedes Mal einen Höhepunkt. Mir ist bewusst, dass niemand an dieser Stelle zu viel Realität haben möchte. Dennoch denke ich mir, dass ein klein wenig Realität der ganzen Sache guttun würde.
Der fehlende Realismus bezüglich der körperlichen Liebe stößt mir bei diesem Buch besonders sauer auf, da die Autorin einige feministische Themen in die Geschichte einfließen lässt. Sie spricht dabei vor allem die Benachteiligung von Frauen in der Filmbranche an, aber auch wie oft Frauen auf Äußerlichkeiten reduziert werden. Hier ist für mich eine Diskrepanz entstanden, die mir die Freude an dem Buch ein wenig genommen hat.
Die Charaktere an sich fand ich, abgesehen von ihrer überbordenden Schönheit und Perfektion, gelungen und Großteils sympathisch. Wie so oft sind es die Nebencharaktere die den besonderen Charme ausmachen. Doch auch hier habe ich wieder einen kleinen Kritikpunkt. Für meinen Geschmack gab es einfach viel zu viele Ähnlichkeiten zwischen Gannon und Campbell. Campbell ist männliche Protagonist aus Story of my life, dem anderen Buch der Autorin, welches ich Anfang des Jahres gelesen habe. Die Ähnlichkeit der beiden ging nämlich leider so weit, dass sie auch den gleichen Spitznamen für ihr jeweilige Angebetete verwendet haben. Hier hätte ich mir etwas mehr Kreativität von der Autorin erwartet.
Mir ist bewusst, dass viele meiner Kritikpunkte für andere keine Rolle spielen, wie etwa meine Abneigung gegen zu viele und zu unrealistische pikante Szenen. Auch der Vergleich mit anderen Büchern von Lucy Score ist für viele irrelevant. Trotzdem muss ich diese Dinge in meine Bewertung miteinfließen lassen.
Abschließend möchte ich aber sagen, dass ich mich wirklich gut unterhalten gefühlt habe und phasenweise wirklich viel Spaß beim Hören hatte.

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