Wenn der König stirbt, splittert die Krone in vier Teile und nur der, dem es gelingt, bei einer Jagd alle Teile zu finden, wird sein Nachfolger. Allerdings ist die Suche nach den vier Splittern alles andere als ungefährlich und die Erben der Krone lassen diese lieber suchen, als sich selbst der Gefahr auszusetzen. An dieser Stelle kommt Splinter Vane zum Vorschein, der sich wie zufällig, von den Erben anheuern lässt, nach den einzelnen Splittern zu suchen. Gemeinsam mit drei Gefährten begibt er sich auf den Weg. Doch weder Splinter noch die andere handeln im Sinne der Erben, sondern verfolgen ganz eigene Ziele.
Das Cover schreit förmlich nach einem Abenteuer und macht neugierig und da ich High Fantasy sehr mag, war ich dabei.
A Crown drowned in Shadows ist das Fantasy Debüt oder überhaupt das Debüt von Marius Kulin und ich muss sagen, alle Achtung, das, was er hier erzählt, hat Hand und Fuß.
Kulin erzählt flüssig, aber durchaus auch anspruchsvoll, dafür aber bild- und ideenreich, so dass es hier nicht langweilig wird.
Wir beginnen gleich mit dem Anheuern der vier Gefährten, erfahren aber nur bruchstückhaft, worum es eigentlich geht.
Das Worldbuilding ist absolut komplex und weiß zu fesseln. Wir befinden uns hier in einer mittelalterlichen Fantasywelt, die mit einigen neuen Ideen daherkommt. Die Geschichte ist schon fast klassische High Fantasy, da wir gemeinsam mit den Gefährten quer durch die Welt reisen. So bekommt man eine gute Vorstellung darüber, wie die Welt aussieht.
Die Handlung ist tatsächlich nicht so leicht zu durchschauen, wir erleben die, zumindest angenommene, Gegenwart, aber auch ein davor und danach. Das hat mich beim Lesen doch hin und wieder verwirrt und rausgebracht. Dazu kann und möchte ich aber nicht zu viel verraten, denn alles klärt sich auf, auch wenn man dann erst zum Schluss den ganz großen Aha-Effekt hat. Dafür definitiv Respekt, das war schon großes Kino, wie all das ein großes Gesamtbild ergibt.
Die vier Charaktere scheinen alle irgendwas zu verbergen zu haben, keiner handelt aus ehrlichen Motiven und sie sind durchaus morally grey. Wer sie wirklich sind, welche Pläne sie verfolgen und ob man ihnen vertrauen darf oder sollte, erfährt man nur stückchenweise. Auch die Motive der einzelnen erschließen sich nur langsam. Ich persönlich habe sie alle immer ein wenig misstrauisch beäugt und doch wuchsen sie mir nach und nach ans Herz. Ok, vielleicht bis auf einen.
Mein Fazit: A Crown drowned in Shadows war so ganz anders als vermutet, sehr viel komplexer und undurchschaubarer als ich gedacht hatte. Es gibt sehr viele actionreiche Szenen, allerdings muss man hier auch wirklich alles genau verfolgen, da doch jedes Kapitel ein Puzzleteil ist und man viele Informationen benötigt, damit man zum Ende ein Gesamtbild erhält. Auf jeden Fall kein easypeasy Buch für zwischendurch, dafür aber einfach spannend und anders. Wer abenteuerliche High Fantasy mag, kommt hier auf seine Kosten.