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Veröffentlicht am 07.09.2025

Interessanter dritter Teil rund um die Familie Casparius im Zeitraum 1968-1989

Blankenese - Zwei Familien
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Der dritte Teil, rund um die Hamburger Familie Casparius und ihrer Mitglieder, spielt im Zeitrahmen von 1968- 1989. Ein besondere Fokus liegt dieses Mal auf den Töchter bzw. Enkeltöchtern von John und ...

Der dritte Teil, rund um die Hamburger Familie Casparius und ihrer Mitglieder, spielt im Zeitrahmen von 1968- 1989. Ein besondere Fokus liegt dieses Mal auf den Töchter bzw. Enkeltöchtern von John und Leni, Ulrike geb. 1945 und Sabine geb. 1953. Erstere möchte Journalistin werden und sympathisiert mit den Studentenbewegungen, letztere fühlt sich nach dem Tod der Großeltern quasi unsichtbar, ungeliebt und alleingelassen.
Am Anfang des Romans befindet sich ein Personenregister, wobei nicht alle Personen für den dritten Teil von Bedeutung sind, jedoch man einen besseren Überblick über die familiären Verstrickungen bekommt und eine Erinnerungshilfe an die vorangegangenen ersten beiden Teile.
Desweiteren spielt die Familie von Kurt, einem weiteren Verwandten der Familie eine große Rolle, da dieser für die Bundesanwaltschaft tätig ist.
Die Autorin Michaela Grünig hat es wieder mal geschafft ein Stück Zeitgeschichte, wobei ein Schwerpunkt die RAF bildet, sehr lebendig werden zu lassen anhand der Familie Casparius und ihrem Umfeld. Sie flechtet sehr viele Themen, die in der Gesellschaft der damaligen Zeit und teilweise auch heute eine Rolle spielen , in ihrem Roman zusammen. Es geht viel um Politik, um sehr unterschiedliche Erziehungsmethoden, um die Rolle der Frau, um Traumata aus dem Krieg, um unterschiedliche Lebensformen und die Liebe, um Krankheit, Tod, Suizid, Mord,Abschied, Neubeginn....
Der Roman hat mich oft ganz heftig schlucken lassen, denn er hat mich sehr oft sehr bewegt und berührt. Es ist definitiv keine leichte Kost. Die Geschichte ,und auch die Figuren, entwickeln sich oft ganz anders als ich zu Beginn glaubte zu erahnen.
Fünf Sterne und ich empfehle alle drei Teile zu lesen.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 06.09.2025

Eindrucksvolle Geschichte aus einem Geflecht von Familienkonstellationen

Das Flüstern der Marsch
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Mona reist zum 80. Geburtstag ihres Großvaters Karl in das Dorf im Marschland, wo ihre Mutter mit ihren Zwillingsbrüdern aufgewachsen ist und wo auch sie häufiger ihre Ferien verbracht hat. Als sie dort ...

Mona reist zum 80. Geburtstag ihres Großvaters Karl in das Dorf im Marschland, wo ihre Mutter mit ihren Zwillingsbrüdern aufgewachsen ist und wo auch sie häufiger ihre Ferien verbracht hat. Als sie dort ankommt, ist ihre Oma Annemie verschwunden und ihren Opa scheint dies nicht besonders zu irritieren. Nachdem sie die Oma länger als einen Tag verschwunden ist, wird von Stefan, dem erwachsenen Sohn, der mit seiner vierköpfigen Familie in der Nähe wohnt, die Polizei informiert, Gefunden wird sie nicht und Befragungen ergeben ebenfalls nicht. Dies geschieht im Mai 2024 und der Roman wird wechselweise aus der Sicht von Mona 2024 sowie von einer Frau namens Freya in den 90zigern und der Gegenwart, Janne, der Schwiegertochter 2024 und Annemie in den 60zigern und Gegenwart erzählt. Genau dies macht die Faszination des Romans aus, wo ich stückchenweise etwas aus dem Leben der Frauen erfahre, wobei das Verschwinden der Großmutter in der Gegenwart scheinbar nur Mona wirklich zu interessieren zu scheint. Was hat es mit dem Babyfoto im Portemonnaie der Großmutter auf sich? Je mehr ich aus dem Leben der einzelnen Frauen erfahre, desto mehr reime ich mir das große Ganze zusammen und trotzdem bin ich am Ende schockiert. Es kommen viele Geheimnisse ans Licht - oft leider viel zu spät- und ich sehe, wie sehr die Vergangenheit, Erziehung, Liebe oder auch nicht, traumatische Erlebnisse, Geheimnisse .... direkt und indirekt einen Einfluss auf die nächste Generation haben.
Mich hat diese Geschichte sehr berührt und trotz aller traurigen Ereignisse an einigen Stellen auch zum Schmunzeln gebracht, wenn Mona mit ihrem Kinder- und Jugendfreund sich an gemeinsame Erlebnisse erinnert. Interessant an dieser Stelle auch, wie sehr man sich in seiner Erinnerung täuschen kann.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Köstliches Bilderbuch für jung und alt

Die Sekundenochs
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"Die Sekundenochs" ist ein Bilderbuch der besonderen Art, denn es spricht jung und alt an und obwohl ich mit dem Titel erst mal nichts anfangen konnte, so sprach mich die äußere Gestaltung des Buches so ...

"Die Sekundenochs" ist ein Bilderbuch der besonderen Art, denn es spricht jung und alt an und obwohl ich mit dem Titel erst mal nichts anfangen konnte, so sprach mich die äußere Gestaltung des Buches so sehr an, dass ich es in die Hand nehmen musste und ich kam aus dem Grinsen nicht mehr heraus, als ich die Seiten durchblättere und las worum es geht. Es geht um ein kleines Völkchen "Die Sekundenochs", was, unterhalb und unentdeckt von uns Menschen, unter der Erde lebt. Sie müssen gar nichts tun bzw. sie müssen nur trödeln, was ganz im Gegensatz dazu steht, was oberhalb der Erde stattfindet ,nämlich viele Dinge erledigen und immer schnell. So geht es dem Menschenkind Smilla, die gerade zur Schule gekommen ist und nun gar keine Zeit mehr hat irgenwie herumzutrödeln, überall hört sie nur, dass sie etwas machen muss und sich beeilen muss.
Dann treffen unverhofft Tjörge - ein Kind der Sekundenochs - und Smilla aufeinander und nehmen Einblick in die Welt der anderen.
Die gesamte Story ist mit wundervollem Text versehen, den Kinder und Erwachsene sicherlich oft ganz anders lesen bzw unterschiedlich aufnehmen werden und das macht einen großen Pluspunkt der Story aus. Außerdem besticht das Buch durch supertolle Bilder.
Empfohlen wird das Buch ab drei Jahren, aber dann muss das Kind in meinen Augen schon sehr fit sein, denn ich würde es eher ab fünf Jahren empfehlen. Das Kind, dem ich es vorgelesen habe, ist gerade wie Smilla in die Schule gekommen und merkt gerade wie die Zeit für manche Dinge wie das Trödeln weniger geworden ist. Super toll, dürfte das Buch sich aber auch für gemeinsames (Kind und Erwachsener) Lesen eignen oder für fitte Kinder zum Selberlesen. Es ist ein Lesespaß für die ganze Familie und Erwachsene dürften sich fragen, ob es nicht auch mal ganz sinnvoll ist zu trödeln oder mal nichts zu tun.
" Trödeln ist das Gegenteil von Langeweile! Mit Trödeln kann ich schöne Momente verlängern und Blödes weiter wegschieben." (Zitat von Tjörge, dem Sekundenochskind)

In diesem Sinne, auf jeden Fall fünf Sterne für ein geniales Lesevergnügen!

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Leise, sehr intensiv erzählte Geschichte

Was du siehst
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Der Roman "Was du siehst" von Laura Maaß hat mich verzaubert und berührt, aufgrund der Geschichte an sich, aber insbesondere durch den Schreibstil, den ich als besonders durch Wortwahl, Verwendung sprachlicher ...

Der Roman "Was du siehst" von Laura Maaß hat mich verzaubert und berührt, aufgrund der Geschichte an sich, aber insbesondere durch den Schreibstil, den ich als besonders durch Wortwahl, Verwendung sprachlicher Stilmittel, die Dialoge und die Art der Beschreibung empfunden habe. Der Roman erzählt die Geschichte von Ruth, die 1967 als sehr junge Frau schwanger aus Ost-Berlin in ein Dorf in Mecklenburg zieht. Dort wächst ihre Tochter Jule gemeinsam mit dem Sohn Andi von Hannah auf, in der Ruth eine gute Freundin findet. Andi kommt in seiner introvertierten und sehr sensiblen Art sehr nach seinem Vater Heinrich, der viel Ruhe und Ordnung braucht, und dessen Ehefrau Hannah schon seit Kindertagen auch seine Vertraute und Freundin ist. Die Geschichte von Jule und Andi ähnelt zunächst der von Andis Eltern bis durch einen Zufall Jule etwas über ihre Herkunft erfährt, dass sie nach Mauerfall sich auf die Suche macht.
Die Geschichte wechselt ständig zwischen den Zeiten von 1967 bis 2010, was mir einen sehr intensiven Einblick in das Leben von Andi, Jule aber auch Heinrich, Hannah, Frieda, Arthur(Ruths Onkel) sowie in das Leben an sich zur damaligen Zeit. Ich konnte mich immer gut einfinden, da stets Zeitangaben zu Beginn der Kapitel, wenn diese sich änderte, vorhanden waren. Die Atmosphäre sowie die Umgebung oder das Geschehen wird gleich zu Kapitelbeginn mit der Überschrift einer Farbe zugordnet. Farben spielen in Juiles und Andis Leben eine große Rolle und gebne dem Roman zusätzlich Struktur.
Die ersten zwei Drittel des Romans haben mich völlig "berauscht" und ich war in dieser Welt versunken. Der Roman glänzte für mich mit vielen Kleinigkeiten, die ein großes Ganzes ergaben. Das letzte Drittel des Romans habe ich persönlich als schwächer, zäher und holpriger empfunden, da es viele Karten und Briefe enthielt. Irgendwie passte für mich dieser Teil nicht mehr so recht bzw. hatte ich das Gefühl, so etwas ähnliches schon ein paar Mal gelesen zu haben. Das Ende hat mich überrollt, aber leider ist das Leben kein "Wunschkonzert".
Insgesamt jedoch durch so viele großartige "Szenen 4,5 aufgerundet 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Sehr bewegende Familiengeschichte

Die Verlorene
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Der Roman "Die Verlorene" schildert eine bewegende Familiengeschichte, die einmal zur Zeit des zweiten Weltkrieges im damaligen Schlesien spielt und dann in der Gegenwart 2019 in Frankfurt. In Frankfurt ...

Der Roman "Die Verlorene" schildert eine bewegende Familiengeschichte, die einmal zur Zeit des zweiten Weltkrieges im damaligen Schlesien spielt und dann in der Gegenwart 2019 in Frankfurt. In Frankfurt leben die 93jährige Änne sowie ihre Tochter Ellen und die erwachsene Enkeltochter Laura. Als Änne nach einem Sturz ins Krankenhaus eingeliefert wird, findet Laura Unterlagen im Haus der Großmutter, die viele Fragen aufwerfen. So kommt es, dass Laura sich auf Spurensuche in den Geburtsort ihrer Großmutter begibt, in der Hoffnung Anworten zu bekommen. Parallel dazu wird immer Stückchenweise aus der Vergangenheit erzählt und ich habe als Leserin einen Wissensvorsprung zu Laura, die zwar vieles entdeckt, aber das damalige Leben von Änne und ihrem Leben auf dem Gutshof mit ihrer Familie, nur ich in vielen Einzelheiten und mit Emotionen erzählt bekomme. Es kommt mir so vor als wäre ich bei Änne und ihrer Familie und deswegen bin ich auch emotional tief bewegt.
Einiges, was geschieht habe ich, was die Vergangenheit betrifft, kommen sehen, aber das Ende, wobei vieles aufgeklärt wird, traf mich völlig unvorbereitet, ebenso wie Ellen und Laura. Den Erzählstrang, der in der Vergangenheit spielt habe ich als "stärker" oder für mich interessanter wahrgenommen. Wie das, was Laura und ihre Mutter am Ende erfahren, sich auf die weitere Leben der beiden Frauen auswirken wird, das bleibt offen und berührt mich sehr. Gedanklich bin ich in mehrere der Frauen geschlüpft, immer mit der Frage, wie wäre ich gewesen und was hätten die Geschehnisse mit mir gemacht oder was hätte ich getan.
Ein sehr berührendes und sehr persönliches Stück Zeitgeschichte, was die Autorin hier niedergeschrieben hat.
Fünf Sterne

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