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Veröffentlicht am 21.09.2025

Persönlichkeit und Gefühl

Schwanentage
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Schwanentage ist eine nachdenkliche, zugleich feinfühlige Geschichte, die Einblicke in die chinesische Gesellschaft und in zwischenmenschliche Dynamiken gewährt. Im Zentrum steht Yu Ling, ein Kindermädchen ...

Schwanentage ist eine nachdenkliche, zugleich feinfühlige Geschichte, die Einblicke in die chinesische Gesellschaft und in zwischenmenschliche Dynamiken gewährt. Im Zentrum steht Yu Ling, ein Kindermädchen aus einfachen Verhältnissen, das sich hingebungsvoll um den siebenjährigen Kuan Kuan kümmert. Durch ihre Augen erfährt man nicht nur den Alltag einer privilegierten Familie, sondern auch die subtile Dynamik von Macht, Klassismus und Erwartungen, die zwischen den Generationen bestehen.

Yu Lings Charakter ist besonders facettenreich: Sie ist loyal, aufmerksam und reflektiert, gleichzeitig aber auch gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen, als sich ihr Leben durch unerwartete politische Ereignisse verändert. Kuan Kuan, das Kind, das sie betreut, wird dabei zu einer zentralen Figur für ihre Selbstreflexion. Sein Verhalten und seine Bedürfnisse zwingen Yu Ling, Verantwortung zu übernehmen und zeigen auf, wie sehr persönliche Entscheidungen von äußeren Umständen beeinflusst werden können.

Zhang Yuerans Schreibstil ist poetisch und gleichzeitig präzise. Die Autorin beobachtet alltägliche Szenen und zwischenmenschliche Nuancen mit großer Aufmerksamkeit, sodass selbst kleine Gesten und Momente voller Bedeutung sind. Die Geschichte verbindet Leichtigkeit und Nachdenklichkeit, Humor und Ernst, und lässt dabei immer Raum für die Reflexion über Loyalität, Moral und gesellschaftliche Hierarchien.

Es gibt auch ein paar Punkte die mir etwas negativer aufgefallen sind: Aus meiner Sicht wirkte Yu Lings Entwicklung an manchen Stellen schwer nachvollziehbar. Besonders ihre Entscheidungen im Umgang mit Kuan Kuan erschienen mir teils abrupt, ohne dass ich den inneren Antrieb vollständig nachvollziehen konnte. Auch die Nebenfiguren blieben für mich eher schemenhaft; ihre Handlungen und Motive waren nicht immer klar erkennbar. Zudem gab es einige Wendungen der Geschichte, die auf mich etwas konstruiert wirkten und nicht immer natürlich in den Verlauf der Handlung passten.

Für mich ist Schwanentage eine Mischung aus zärtlicher Charakterstudie und subtiler Gesellschaftskritik, bei der die Figuren und ihre Entscheidungen tief im Gedächtnis bleiben, wenn auch manchmal fragwürdig. Yu Ling und Kuan Kuan verleihen der Geschichte emotionale Tiefe, während der flüssige, poetische Stil das Lesen angenehm und zugleich eindringlich macht.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Das Schicksal meint es gut

Love me in Autumn. Eine cinnamon spiced Romance
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Die Geschichte rund um Hazel, Noah und den kleinen Buchladen in Dream Harbor hat für mich einen sehr charmanten Ton. Ich mochte das Setting unglaublich gerne – Kleinstadtatmosphäre, ein gemütlicher Buchladen, ...

Die Geschichte rund um Hazel, Noah und den kleinen Buchladen in Dream Harbor hat für mich einen sehr charmanten Ton. Ich mochte das Setting unglaublich gerne – Kleinstadtatmosphäre, ein gemütlicher Buchladen, dazu die Spurensuche, die Hazel endlich aus ihrer Routine herauskatapultiert. Gerade diese Schnitzeljagd war für mich ein süßes Element, weil sie gezeigt hat, dass Hazel den Mut findet, mehr zu wagen, und am Ende sogar ihr Schicksal mit Noah verknüpft ist.
Was den Titel angeht: Für mich war er etwas irreführend. „Autumn“ suggeriert Herbststimmung, tatsächlich spielt das Buch aber im Spätsommer. Das schmälert meine Freude am Lesen nicht, ist aber eine kleine Anmerkung wert – die Autorin kann für den deutschen Titel natürlich nichts.
Die Dynamik zwischen Hazel und Noah ist für mich zwiespältig. Einerseits mochte ich, wie schnell klar wird, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen. Andererseits war das ein extremely fast burn: Hazel wirkt zunächst eher zurückhaltend, fast schon wie ein Mauerblümchen, doch sobald Noah ins Spiel kommt, konnte es körperlich nicht schnell genug gehen. Dazu kam für mich erschwerend, dass Noah bei jedem Schritt erneut um Erlaubnis fragt. Viele mögen das als Green Flag sehen, ich fand es beim Lesen irgendwann einfach ermüdend.
Gleichzeitig haben mir Noahs kleine Gesten gefallen. Seine Aufmerksamkeit und Fürsorge Hazel gegenüber zeigten, dass er wirkliches Interesse an ihr hatte. Auch wenn seine Gedanken anfangs stark auf das Körperliche gerichtet waren – fast so, als wollte er Sex unbedingt vor den Gefühlen abhandeln – kam durch diese Details eine weichere, ernsthaftere Seite von ihm zum Vorschein.
Der Schreibstil ist leicht und verspielt, angenehm zu lesen und nie zu schwer. Genau das macht das Buch für mich zu einer netten Geschichte für zwischendurch, die nicht überladen wirkt, sondern einfach Spaß macht und schnell gelesen ist.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Geheimnisse und Beklemmung

Garden Girls
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Garden Girls entfaltet eine bedrückende und dichte Atmosphäre. Das Szenario auf einer abgeschiedenen Insel, kombiniert mit Stürmen und der ständigen Bedrohung durch einen Serienmörder, wirkt beklemmend ...

Garden Girls entfaltet eine bedrückende und dichte Atmosphäre. Das Szenario auf einer abgeschiedenen Insel, kombiniert mit Stürmen und der ständigen Bedrohung durch einen Serienmörder, wirkt beklemmend und trägt die Handlung spürbar. Die kultartigen Elemente im Hintergrund geben dem Ganzen eine zusätzliche Schwere, die lange nachhallt.
Im Mittelpunkt steht FBI-Agent Tiberius Granger, dessen Vergangenheit eng mit dem Fall verknüpft ist. Gerade diese Verbindung macht ihn zu einer vielschichtigen Figur: Er agiert als Ermittler, gleichzeitig ringt er innerlich mit alten Wunden. Seine Entwicklung wirkt nachvollziehbar, weil persönliche Schwäche und professionelle Stärke nebeneinander existieren.
Die Nebenfiguren sind weniger differenziert, unterstützen aber die Dynamik des Teams und verstärken den Kontrast zu Grangers innerem Konflikt. Besonders in den Momenten, in denen Vertrauen aufgebaut oder Misstrauen sichtbar wird, gewinnt die Geschichte an Tiefe.
Der Schreibstil ist direkt und intensiv. Patch scheut sich nicht, drastische Bilder zu verwenden, wodurch die Spannung manchmal fast körperlich spürbar wird. Mehrfach werden falsche Spuren gelegt, die den Verlauf unvorhersehbar halten. Der religiöse Unterton ist stets präsent, ohne den Krimiplot zu überlagern, was für eine eigene Färbung sorgt.
Am Ende bleibt der Eindruck eines Thrillers, der Atmosphäre, psychologische Spannung und persönliche Dramatik eng miteinander verknüpft.

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Viel Thrill

Ein kleines Lied über das Sterben
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Ich habe selten ein Buch gelesen, das so sehr zwischen den Extremen pendelt – zwischen schrägem Humor, schwarzer Komik und brutaler Ernsthaftigkeit. Timo Blunck serviert uns mit Ein kleines Lied über das ...

Ich habe selten ein Buch gelesen, das so sehr zwischen den Extremen pendelt – zwischen schrägem Humor, schwarzer Komik und brutaler Ernsthaftigkeit. Timo Blunck serviert uns mit Ein kleines Lied über das Sterben einen Kriminalroman, der alles andere als gewöhnlich ist.

Die Geschichte folgt Tom Mangold, einem ehemaligen Mordermittler, der sich in einer Laubenkolonie als Hundefänger durchs Leben schlägt – stets begleitet von seiner Hündin Knef. Als Knef ihn zu einer Leiche führt, wird Tom in einen Strudel aus Mord, Leidenschaft und Abgründen gezogen. Die Erzählweise ist dabei alles andere als konventionell: Blunck lässt uns nicht nur durch die Augen des Menschen sehen, sondern auch durch die Perspektive der Hündin, was dem Ganzen eine erfrischend andere Note verleiht.

Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Mischung aus Humor und Ernst. Blunck versteht es meisterhaft, selbst in düsteren Momenten einen ironischen Unterton einzubauen, der die Schwere etwas auflockert, ohne die Dramatik zu mindern. Die Charaktere sind allesamt vielschichtig und oft skurril, was sie umso greifbarer macht.

Natürlich ist das Buch nicht für jedermann. Die Mischung aus Krimi, schwarzer Komödie und Horror-Elementen kann für einige gewöhnungsbedürftig sein. Doch wer bereit ist, sich auf dieses Experiment einzulassen, wird mit einer Geschichte belohnt, die sowohl unterhält als auch zum Nachdenken anregt.

Für mich persönlich war es eine erfrischende Abwechslung zu den üblichen Krimis und definitiv ein Leseerlebnis der besonderen Art.
Vielleicht wäre für den ein oder anderen Leser eine Triggerwarnung von Nöten.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Von Red Flag zu Green Flag

Sommerglück am Chiemsee
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Das Buch hat mich von Anfang an berührt, weil es echte Emotionen aufzeigt, ohne wirklich kitschig zu wirken. Unsicherheit, Angst und Sehnsucht ziehen sich durch die Geschichte und wirken unglaublich ehrlich. ...

Das Buch hat mich von Anfang an berührt, weil es echte Emotionen aufzeigt, ohne wirklich kitschig zu wirken. Unsicherheit, Angst und Sehnsucht ziehen sich durch die Geschichte und wirken unglaublich ehrlich. Besonders schön war die Erzählweise, die leicht und locker bleibt, aber trotzdem emotionale Tiefe hat. Josefines Weg, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und wieder Vertrauen zuzulassen, hat mich wirklich bewegt.
Adrian war für mich am Anfang eine klare Red Flag, genau wie seine Brüder. Seine abweisende Art Fremden gegenüber fand ich wirklich abstoßend, und gerade deshalb war es umso schöner, dass sich seine Haltung im Laufe der Geschichte verändert hat. Ab der Mitte des Buches konnte ich ihn plötzlich anders sehen und besser verstehen.
Für mich war Peter, eine der schönsten Figuren im Buch. Er hat so viel Ruhe und Wärme ausgestrahlt, dass ich mich jedes Mal gefreut habe, wenn er auftauchte. Seine Ratschläge wirkten ehrlich und herzlich, fast so, als ob er nicht nur Möbel, sondern auch Herzen wieder zusammensetzen könnte.
Ein weiteres Highlight für mich war, dass ich das Buch im Buchclub von @pustet_landshut gelesen habe und dort auch die Autorin persönlich kennenlernen konnte. Sie hat uns erzählt, was sie beim Schreiben bewegt hat und wie die Geschichte entstanden ist. Das hat viele Szenen in einem neuen Licht erscheinen lassen.
Die Atmosphäre am Chiemsee gibt dem Ganzen zusätzlich etwas Warmes und Sinnliches. Es war fast so, als würde ich selbst dort eine kleine Auszeit verbringen.

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