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Veröffentlicht am 08.09.2025

(Un)Willkommen zu Hause

Gallant
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„Gallant“ ist ein Roman, den ich schon lange lesen wollte und er ist mir auch immer wieder auf Bookstagram aufgefallen. Schönes Cover, ein altes Haus und seine Geheimnisse, damit kriegt man mich ja. Jetzt ...

„Gallant“ ist ein Roman, den ich schon lange lesen wollte und er ist mir auch immer wieder auf Bookstagram aufgefallen. Schönes Cover, ein altes Haus und seine Geheimnisse, damit kriegt man mich ja. Jetzt habe ich mir endlich ein gebrauchtes Exemplar für nur die Hälfte (Bücher sind ja so teuer geworden) gesichert und die Geschichte war letztendlich etwas ganz anderes als ich es erwartet hatte. Aber auch gut?

Die stumme Olivia wächst im Waisenhaus auf, ohne Freunde, ohne Familie. Nur die Ghule, unvollständige Überreste Verstorbener, leisten ihr Gesellschaft. Dann scheinen Olivias Träume endlich wahr zu werden. Ein Verwandter, ihr Onkel, meldet sich, um sie zu sich nach Hause zu holen. Doch in dessen herrschaftlichen Haus Gallant scheint Olivia zunächst gar nicht willkommen. Der Onkel ist längst verstorben und der Cousin will sie schnellstens wieder loswerden. Aber wer hat dann den Brief geschrieben und warum warnt Olivias Mutter in ihren Tagebucheinträgen so eindringlich vor Gallant ? Olivia geht auf Spurensuche und entdeckt dabei die dunkle Seite ihres neuen Heims, die alles zu verschlucken droht.

Der Roman hat mich in Teilen an „Das Haus der kalten Herzen“ erinnert, ein Buch, dass ich vor Jahren mal gelesen habe. Die Stimmung ist sehr trostlos und düster, aber unsere Protagonistin Olivia ist schlagfertig und lässt sich nicht unterkriegen.

Auch die Innengestaltung des Buches kann überzeugen. Wir lesen immer wieder grafisch gestaltet Tagebucheinträge oder poetisch anmutende Texte aus der Schattenwelt. Das nimmt allerdings auch viel Platz ein, sodass der Roman von nur knapp 350 Seiten schnell ausgelesen ist.

Und genau hier liegt auch mein Kritikpunkt. Die Idee, die Geschichte, der Schauplatz – das hat mir alles super gefallen! Aber es ist eben auch so schnell vorbei. Ich hätte gern mehr über die Schattenwelt erfahren. Warum gibt es sie und warum gerade Gallant? Es kam mir fast wie eine zu lang geratene Kurzgeschichte vor, wo auch oft viele Fragen offen bleiben und es an Erklärungen fehlt.

Ich mochte das Buch, aber für 5 Sterne war es mir zu wenig.
Deswegen gute 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Fluch der Vampire

Vampyria - Der Hof der Stürme
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Es war das dekadente Cover von „Hof der Stürme“ dass mich auf die Vampyria Trilogie aufmerksam machte und was bin ich froh, dass ich mich auf die Reise eingelassen habe. Kurz nacheinander durfte ich alle ...

Es war das dekadente Cover von „Hof der Stürme“ dass mich auf die Vampyria Trilogie aufmerksam machte und was bin ich froh, dass ich mich auf die Reise eingelassen habe. Kurz nacheinander durfte ich alle drei Bände genießen, aber ist das wirklich das Ende?

Wieder einmal wird Jeannes Plan, Frankreichs Vampirkönig Ludwig umzubringen, vereitelt. Um eine Allianz zu schmieden, soll sie den Piraten Fahler Phöbus ehelichen. Der Widerstand sieht jedoch gleich die Chance, sich einen mächtigen Verbündeten zu sichern und so sticht Jeanne in See, um in den Hafen der Ehe einzulaufen. Doch auch das Meer birgt seine Gefahren. Skrupellose Piraten, abscheuliche Sirenen und nicht zuletzt Phöbus selbst, der sich als nicht ganz leichte Eroberung entpuppt.

Es zeichnete sich schon recht früh ab, dass wir mit diesem eigentlichen letzten Band keinen zufrieden stellenden Abschluss kriegen würden. Dafür war die Geschichte einfach zu vollgepackt mit neuen tollen Charakteren und Schauplätzen.

Wir befinden uns fast ausschließlich auf dem Wasser, aber mit dem gigantischen Schiff „Uranos“ haben wir tatsächlich einen Hof, der sich vor Versailles nicht verstecken muss. Wieder einmal kann der Autor mit wunderbar fantasievollen Umschreibungen punkten.

Während wir diesmal auf verschiedene Charaktere fast komplett verzichten müssen, gibt es auch ein Wiedersehen mit anderen bekannten Figuren inkl. romantischer Verwicklungen.
Neu dabei sind der herrlich bösartige Kapitän Hyacinthe (der mich verdächtig an Aemond Targaryen erinnert hat) und natürlich der Fahle Phöbus, bei dem man lange nicht weiß, auf wessen Seite er nun steht.

Ich habe mich wieder schrecklich gut unterhalten gefühlt und schon bevor ich diesen Teil anfing, wollte ich nicht, dass es danach endet. Dennoch gibt es momentan keine Neuigkeiten darüber, ob wir mit Jeanne und Co. weitere Abenteuer erleben dürfen. Es gib bereits einen Ableger, aber mit neuer Handlung.

„Der Hof der Stürme“ hat ein sehr offenes Ende. Es ist kein richtiges Ende und ohne Ausblick auf weitere Teile, ist das sehr frustrierend. So ist es zugleich Lob und Kritik für diesen vorerst letzten Band der mitreißenden Vampyria Reihe.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Reiseleiter Albrecht Dürer

Um 1500
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Literatur, die mir verschiedene Epochen näher bringen, sind mir immer willkommen. Zwar lese ich bevorzugt über Barock, Regency, die Viktorianer und Belle Epoque, doch auch die Renaissance hat ihren Reiz. ...

Literatur, die mir verschiedene Epochen näher bringen, sind mir immer willkommen. Zwar lese ich bevorzugt über Barock, Regency, die Viktorianer und Belle Epoque, doch auch die Renaissance hat ihren Reiz. Besonders wegen der vielen großartigen Maler, welche diese Zeit hervorgebracht hat.
Speziell einer begleitet uns durch dieses Buch und zwar Albrecht Dürer, dessen hübsches Antlitz uns schon auf dem Cover begrüßt.

Eine Biografie über Dürer ist dies allerdings nicht. Der Autor hat sich hier etwas ganz besonderes ausgedacht. Jedes Themengebiet, und das sind 50 an der Zahl, wird durch ein passendes Bild des Künstlers eingeleitet. Natürlich erfährt man da auch etwas über Dürer selbst. Wann und warum er das Bild gefertigt hat, seine Lebensumstände und Aufenthaltsorte zu jener Zeit.
Aber es geht dann auch schnell um das allgemeine Leben und die Betrachtung des Großen und Ganzen.

Ich war Anfangs positiv überrascht, denn das Buch las sich recht flüssig, teilweise sogar humorvoll. Das finde ich sehr wichtig, denn auch wenn mich Geschichte interessiert, auf trockene Diplomatensprache kann ich verzichten.
Leider verliert sich der Autor dann doch in teilweise schrecklich zähe Sätze, die vor Fremdwörtern nur so strotzen. Viel zu oft habe ich mich dabei ertappt, wie ich beim lesen mit den Gedanken völlig abgeschweift bin.
Allerdings kommt es auch darauf an, wie sehr man sich für die einzelnen Kapitel interessiert. Bei 50 Themen sind immer mal wieder welche dabei gewesen, die mich gar nicht fesseln konnten.

Trotzdem würde ich sagen, dass ich einiges gelernt habe. Allen voran die Tatsache, dass sich im Laufe der Jahrhunderte gar nicht so viel geändert hat. Vieles hat nur andere Formen angenommen.
So kam mir Dürer sehr lebendig vor und ich ich konnte ihn mir gut in unserer Welt vorstellen. Witzig fand ich auch die vielen Zitate in altdeutscher Sprache. Eine wahnsinnig interessante Figur und vielleicht hätte ich besser eine Biografie des Künstlers lesen sollen. Aber das kann ich ja noch nachholen.

Sicher ist es nicht verkehrt, diese durchaus anspruchsvolle Lektüre bereits hinter sich gebracht zu haben. Äußerst informativ, aber teilweise auch sehr anstrengend.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Dracula 2.0

Hunting Prince Dracula
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Nach Band 1 war ich mir ja noch unsicher, ob ich Audrey Rose auf weiteren Abenteuern begleiten möchte. Aber irgendwas reizt mich an dieser Reihe, sei es nun die wunderhübsche Gestaltung (innen wie außen) ...

Nach Band 1 war ich mir ja noch unsicher, ob ich Audrey Rose auf weiteren Abenteuern begleiten möchte. Aber irgendwas reizt mich an dieser Reihe, sei es nun die wunderhübsche Gestaltung (innen wie außen) oder die durchaus interessanten Fälle mit historischen Bezug. Warum nicht also eine zweite Chance geben?

Nach der traumatischen Aufklärung der Ripper Morde, gönnen sich Audrey und Thomas keine Pause. Um einen begehrten Platz an der Akademie für Gerichtsmedizin zu ergattern, führt sie ihr Weg nach Rumänien und damit direkt in die nächste Reihe von mysteriösen Mordfällen.
Blutleere und gepfählte Leichen deuten auf einen Täter hin, der sich den größten Blutsauger der Welt zum Vorbild genommen hat: Graf Darcula.

Vielleicht ist es ja Gewöhnungssache, aber diesmal fand ich Thomas gar nicht so nervig und konnte sogar über ein paar seiner Scherze lachen. Zwischen ihm und Audrey geht es sehr viel inniger zu als im vorherigen Band. Trotz aller Romantik, ist es aber immer noch ein fortwährendes Katz und Maus Spiel.

Der Fall Dracula konnte mich um einiges mehr fesseln. Geheimgänge, versteckte Fallen, verschlüsselte Botschaften – ein richtiger Abenteuerroman.
Die Auflösung fand ich gut, einen Teil davon allerdings, mal wieder, total drüber. Warum bauen so viele Autoren immer wieder überflüssige Plots ein? Manchmal ist weniger mehr.

Dennoch, eine deutliche Steigerung zu Band 1. Wenn es dann weitergeht mit dem dritten Teil, der leider noch keinen Erscheinungstermin hat, kann ich mit Bestimmtheit sagen: Ich bin wieder dabei!

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Ein Zirkus der anderen Art

Sparks
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„Sparks“ stand auf meiner Leseliste und dank vorablesen durfte ich mich über ein Rezensionsexemplar freuen. Ich mag Zirkusgeschichten und am liebsten sind mir die ganz ohne Tiere. So ist es auch hier, ...

„Sparks“ stand auf meiner Leseliste und dank vorablesen durfte ich mich über ein Rezensionsexemplar freuen. Ich mag Zirkusgeschichten und am liebsten sind mir die ganz ohne Tiere. So ist es auch hier, wobei die Zirkustruppe dann schon etwas speziellere Mitglieder hat als einfache Clowns und Artisten.

In Windy van Hootens Manege tummeln sich nämlich die sogenannten Sparks. Menschen, die während des 1. Weltkrieges eine spezielle Gabe erhalten haben. Zirkusdirektorin Ringmaster, genannt Rin, kann nicht nur durch die Zeit reisen, sondern sich auch an beliebige Orte beamen.
Mauve kann in die Zukunft blicken und Rin‘s Frau Odette hat heilende Hände.
Diese Fähigkeiten erlauben den dreien schon im Jahr 1926 einen Blick in eine grausame Zukunft zu werfen. Ist es möglich mit Hilfe der Sparks einen weiteren Krieg zu verhindern?
Doch das ist nicht das einzige Problem. Auch der unheilvolle Circus King ist Rin und ihren Leuten dicht auf den Fersen.

Also, ich war am Anfang ganz schön erschlagen von all den Zeitsprüngen, seltsamen Namen und vielfältigen Sparks. Doch man gewöhnt sich daran und mit der Zeit ergibt alles einen Sinn.

Die verschiedenen Sparks kennenzulernen hat großen Spaß gemacht. Am meisten haben mich aber tatsächlich die Kapitel um Ruth und Edward interessiert, weil sie so geheimnisvoll waren und man lange nicht wusste, was es mit ihnen auf sich hat. Ich fand es nur etwas schade, dass Edwards Charakterentwicklung so lieblos behandelt wurde.

Diejenigen die meine Rezis kennen wissen, dass ich kein Fan von übertriebener Wokeness bin. Aber wo ist Diversität besser aufgehoben als bei einem Zirkus? Bis auf ein paar Ausnahmen fand ich diese Thematik auf sehr natürliche Weise eingewoben, ohne dass es von der Haupthandlung abgelenkt hat. Nur das am Ende gefühlt jede dritte Person homosexuell war, fand ich dann doch ein bisschen viel.

Das Ende kam dann recht schnell und auch wenn ich die Umsetzung herzerwärmend fand, denke ich doch, dass man es hätte besser machen können. Etwas zu übereilt, etwas zu offen, aber ein Ende mit dem man Leben kann.

Ein guter Zirkus-Roman, aber nicht der Beste.

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