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Veröffentlicht am 08.09.2025

Das Geschäft mit dem Tod

Die geheime Gesellschaft
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Wie kann man bei diesem schönen Cover schon nein sagen?
Lassen wir die hübsche Gestaltung mal beiseite, konnte mich aber auch die Story über Geisterbeschwörungen be...geistern. Von Sarah Penner habe ich ...

Wie kann man bei diesem schönen Cover schon nein sagen?
Lassen wir die hübsche Gestaltung mal beiseite, konnte mich aber auch die Story über Geisterbeschwörungen be...geistern. Von Sarah Penner habe ich schon „Die versteckte Apotheke“ gelesen und mit kleinen Abzügen, mochte ich diesen Roman sehr. Würde es hier auch so sein?

Die Geschichte spielt im Jahr 1873 und wechselt zwischen den Erzählern Lenna, die den Mord an ihrer Schwester Evie aufklären will und Mr. Morley, der für die Seance Society arbeitet.
Lenna ist wenig überzeugt von Geistern, dennoch beginnt sie eine Ausbildung bei dem bekannten Medium Vaudeline D‘allaire, bei der auch Evie gelernt hat. Lenna erhofft sich selbst Kontakt zu ihrer Schwester aufnehmen zu können, um deren Mörder in Erfahrung zu bringen. Doch es gibt noch mehr Tote. Der Leiter der Seance Society wurde ebenfalls umgebracht. Nun soll Vaudeline bei einer Seance den Täter ermittlen.
In London angekommen stellen die beiden Frauen jedoch fest, das innerhalb der angesehen Gesellschaft üble Machenschaften am Werk sind.

Für Idee und Schauplätze gibt es von mir volle Punktzahl. Geister und das viktorianische England, für mich eine unschlagbare Kombination. Zu Beginn konnte die Autorin eine wunderbare Atmosphäre einfangen: Eine Seance in einem verfallen Chateau, Schauplatz eines Mordes,...wow.

Aber dann mussten ja unbedingt homoerotische Szenen eingestreut werden, die viel zu oft vom eigentlichen Thema abgelenkt haben. Und das Buch ist nicht gerade dick.

Ich fand den Roman übertrieben männerfeindlich, auch wenn es ja stimmt, dass Frauen zu der Zeit nichts zu sagen hatten und die meisten Männer Chauvinisten waren. Hier ist es aber arg negativ aufgefallen.

Und so gibt es leider wieder einen Stern Abzug. Nur 3 Sterne erscheint mir zu hart, denn es ist ein kurzweiliger Roman, der perfekt in den November passt. Außerdem gibt es noch einen tollen Anhang zum Thema viktorianische Trauerrituale.

Lesenswert ja, aber bitte nicht zu viel erwarten. Gerade noch 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Queere Vampire Fantasy

Bury Our Bones in the Midnight Soil
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Bei 𝐁𝐮𝐫𝐲 𝐨𝐮𝐫 𝐁𝐨𝐧𝐞𝐬 𝐢𝐧 𝐭𝐡𝐞 𝐌𝐢𝐝𝐧𝐢𝐠𝐡𝐭 𝐒𝐨𝐢𝐥 habe ich lange überlegt, ob das Buch wohl etwas für mich sein würde. Aber der über drei Zeitebene verteilte Vampir-Roman erschien mir einfach zu verlockend und ich ...

Bei 𝐁𝐮𝐫𝐲 𝐨𝐮𝐫 𝐁𝐨𝐧𝐞𝐬 𝐢𝐧 𝐭𝐡𝐞 𝐌𝐢𝐝𝐧𝐢𝐠𝐡𝐭 𝐒𝐨𝐢𝐥 habe ich lange überlegt, ob das Buch wohl etwas für mich sein würde. Aber der über drei Zeitebene verteilte Vampir-Roman erschien mir einfach zu verlockend und ich wollte schon länger noch etwas von V.E. Schwab lesen.
An dieser Stelle ein großes Dankeschön an @lovelybooks.de, wo ich den Roman in einer Leserunde diskutieren durfte.

1511: Maria glaubt mit einem reichen Kaufmann das große Los gezogen zu haben. Doch die Ehe entpuppt sich als goldener Käfig. Als eine geheimnisvolle Witwe auftaucht, sieht Maria ihre Chance auf auf Veränderung und Freiheit. Und greift zu.
1827: Charlotte soll bald verheiratet werden, doch die Aussicht auf eine Beziehung mit einem Mann ist ihr ein Graus. Auf einem Ball trifft sie eine betörende Adelige, die ihr ein unwiderstehliches Angebot macht.
2019: Als Alice auf einer Studentenparty endlich aus sich herauskommt und ihre Eroberung mit nach Hause nimmt, bekommt sie am nächsten Morgen gleich die Quittung. Lichtempfindlich und blutdürstig wie sie ist, kann das nur eines bedeuten. Und Alice ist nicht einverstanden damit.

Schon „Der Vertraute“ bewies mir, dass ich Romane die zur Renaissance spielen, richtig gern lese (bin ja sonst eher für die Viktorianer). Und dieser Roman beginnt auch zu genau dieser Zeit, auch in Spanien und konnte mich sofort fesseln.

Maria ist eine sehr interessante Figur, für mich der Star des Romans. Sie ist wild, machthungrig und selbstsüchtig. Eigenschaften, die sich später als Vampir noch verstärken. Ich habe es einfach genossen, mal aus der Sicht eines richtig bösen Vampirs zu lesen. Leider fällt ihre Perspektive später komplett weg.

Charlotte‘s Geschichte 1827 wird erst nach 400 Seiten eingeführt und mit ihr auch der romantische Part des Buches. Ich fand das nicht schlimm, aber für diejenigen, die auf eine Liebesgeschichte gewartet haben, war es reichlich spät. Charlotte ist das Gegenteil von Maria. Sympathisch, aber schwach und hoffnungsvoll.

Alice ist unsere Frau in der Gegenwart und für mich das schwächste Glied. Ihre Figur ist wichtig, um die Geschichte zu einem runden Ende zu bringen, aber ihr persönliches Drama hat für mich nicht zum Rest gepasst bzw. da hätte man sich sicher etwas besseres einfallen lassen können.

Das größte Manko für mich war, dass der Roman falsch beworben wurde. Das Sapphic-Thema kam jetzt zwar nicht überraschend, aber ich hätte nicht gedacht, dass es so sehr über den gesamten Roman ausgeweitet wird. Andere Nebenfiguren sind ebenfalls queer und auch an erotischen Szenen wird nicht gespart. Wer das nicht mag, den erwischt es hier kalt. Oder eher heiß.

Ich habe generell nichts gegen queere Charaktere oder wenn es in einen Roman mit eingebaut wird, aber ich suche mir nicht Romane mit dem Fokus darauf aus, weil es eben schnell spicy wird und das nicht so meins ist. Ich denke, an vielen die den Roman genau deswegen lieben würden, geht er vorbei, weil mit „epischer Vampir-Fantasy“ und nicht mit „Queer Vampire“ geworben wird.

Die Handlung um die drei Frauen hat sich für mich insgesamt aber rund angefühlt und ich mochte das doch sehr überraschende und konsequente Ende sehr.

Der Roman ist dick, liest sich aber sehr schnell und flüssig. Vampire-Lore wird teilweise mal ganz anders behandelt z.B. bei Themen wie Unsterblichkeit und Ernährung.

Über manche Figuren hätte man gerne noch mehr erfahren und das hätte man dann zu einem tollen Vampir-Epos ausbauen können, aber es geht hier wirklich mehr um lesbische Vampire.

Für mich war der Roman anders als erwartet, aber nicht schlecht. In manchen Punkten überzeugend, in anderen enttäuschend. Deswegen sind es für mich gerade noch 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Nervige Mitbewohner

Geister in Blackwood House
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Und schon wieder was Neues von Darcy Coates! Da jagt ja ein Spukhaus Roman den nächsten. Würde dieser mich das Fürchten lehren? Bei den anderen war das trotz schauerlichen Setting eher nicht der Fall.

Endlich ...

Und schon wieder was Neues von Darcy Coates! Da jagt ja ein Spukhaus Roman den nächsten. Würde dieser mich das Fürchten lehren? Bei den anderen war das trotz schauerlichen Setting eher nicht der Fall.

Endlich hat Mara genug Geld zusammengespart, um sich ihr eigenes Häuschen zu kaufen. Aber das Traumhaus wird ihr vor der Nase weggeschnappt und so bleibt nur die Notlösung in Form des als Spukhaus verschrienen Blackwood House. Für Mara aber kein Problem, ist sie doch Realistin, nachdem ihre Spiritisten Eltern ihr die Kindheit zur Hölle gemacht haben. Trotz zahlreicher Todesfälle zieht Mara mit Hilfe ihres Freundes Neil ein und erlebt schon bald ihr blaues Wunder.

Apropos Neil: Wo findet man so einen Mann? Der ist einfach zu gut um wahr zu sein und der Gegenpol zu unserer nicht besonders sympathischen Protagonistin Mara. Versteht man Anfangs ihr Verhalten noch, ist man später nur noch genervt von ihrem krankhaften Starrsinn.

Gerade weil ihre Eltern von Geistern besessen waren, verdrängt Mara jeden Gedanken daran, in ihrem neuen Heim könnte es spuken. Und da bin ich teilweise bei mir, denn für das meiste Übernatürliche gibt es eine logische Erklärung.

Würde ich aber erfahren, dass in meinem neuen Haus dutzende Leute ermordet wurden und könnte ich keine Nacht durchschlafen, weil es durch den Kamin pfeift oder der Schaukelstuhl dadurch knarzend in Bewegung gesetzt wird oder möglicherweise ein Obdachloser auf meinem Dachboden rumläuft….ich glaube dann würde ich allein deswegen nicht dort wohnen wollen.

Darcy Coates fährt hier einen bunten Blumenstrauß an Spukphänomenen auf, gruseln konnte mich dennoch nichts davon. Und das obwohl der Roman stellenweise an den Film „Sinister“ erinnert, für mich einer der gruseligsten Filme überhaupt. Ich bin wohl einfach schon zu horrorerfahren…

Unterhaltsam ist das Buch aber trotzdem, auch wenn ich gegen Ende langsam die Lust daran verloren habe, zum Teil weil wirklich alle Charaktere (auch der gute Neil) nur noch genervt haben.

Es ist in jedem Fall schnell gelesen, kommt für mich aber nicht über gute ⭐⭐⭐ hinaus.

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Veröffentlicht am 27.12.2024

Pilze überall

Was die Toten bewegt (Eine packende und atmosphärische Nacherzählung von Edgar Allan Poes Klassiker „Der Untergang des Hauses Usher“)
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T. Kingfisher ist ein Name der immer wieder durch Booktube und Bookstagram Accounts geistert, denen ich folge. Ein paar sind nun auch schon übersetzt worden und nachdem ich herausgefunden habe, dass zwei ...

T. Kingfisher ist ein Name der immer wieder durch Booktube und Bookstagram Accounts geistert, denen ich folge. Ein paar sind nun auch schon übersetzt worden und nachdem ich herausgefunden habe, dass zwei der Romane von Edgar Allan Poe Geschichten inspiriert sind, wollte ich mir diese gleich nach meinem Reread vornehmen. In 𝐖𝐚𝐬 𝐝𝐢𝐞 𝐓𝐨𝐭𝐞𝐧 𝐛𝐞𝐰𝐞𝐠𝐭 spinnt die Autorin die Erzählung von 𝐃𝐞𝐫 𝐔𝐧𝐭𝐞𝐫𝐠𝐚𝐧𝐠 𝐝𝐞𝐬 𝐇𝐚𝐮𝐬𝐞𝐬 𝐔𝐬𝐡𝐞𝐫 noch ein bisschen weiter.


Wie in der Vorlage folgen wir einem Freund der Familie Usher, hier genannt Easton, auf das gleichnamige Anwesen. Dieses ist furchtbar zerfallen und wie die ganze Umgebung von Pilzen befallen. Die Geschwister Usher sind beide in schlechten Zustand und neben Easton sind auch dessen ehemaliger Kollege Angus, sowie der Arzt Denton zu Gast.
Derweil schließt Easton Bekanntschaft mit der ortsansässigen Mykologin Miss Potter, die ihn auf die seltenen Pilze aufmerksam macht, die überall wachsen. Nicht nur die sind Easton nicht geheuer, sondern auch die „Hexenhasen“, die sich äußerst merkwürdig verhalten. Ein Verhalten, dass er bald mit den Pilzen in Verbindung bringt. Sind auch die Usher‘s befallen?


Die Autorin erwähnt es im, übrigens sehr unterhaltsamen, Nachwort sogar selbst, die Geschichte erinnert sehr an 𝐃𝐞𝐫 𝐦𝐞𝐱𝐢𝐤𝐚𝐧𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞 𝐅𝐥𝐮𝐜𝐡. Pilz-Horror ist scheinbar gerade groß in Mode und das ist ja, sehr unappetitlich. Schimmel, Sporen, Pilzbefall – Hier wird viel geboten, nur nichts Essbares. Der Ekel hat sich bei mir trotzdem in Grenzen gehalten, ich fand es eher auf eine faszinierende Weise abstoßend.


Leider habe ich nicht ganz so leicht in das Buch hineingefunden.
Easton ist nicht unsympathisch, aber ich bin mit ihm nicht warm geworden.
Es ist mitunter humorvoll geschrieben, aber ich habe da schon besseres gelesen.
Und die Sache mit den eigenen Pronomen hat mich völlig raus gebracht und wozu das ganze eigentlich?


Insgesamt blieb das Buch hinter meinen Erwartungen zurück.
Es ist trotzdem eine kluge Nacherzählung und mit nicht mal 200 Seiten keine Hürde.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Ein Unglück kommt selten allein

Der dunkle Garten
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Nach „Geheimer Ort“ wollte ich gerne noch andere Romane von Tana French lesen. Herkömmliche Thriller stehen aber nicht ganz oben auf meiner Liste, zumal das Buch kein Blickfang ist.
Da ich nun aber wieder ...

Nach „Geheimer Ort“ wollte ich gerne noch andere Romane von Tana French lesen. Herkömmliche Thriller stehen aber nicht ganz oben auf meiner Liste, zumal das Buch kein Blickfang ist.
Da ich nun aber wieder über einen Bibliotheksausweis verfüge, nehme ich mir nun alle Bücher vor, die ich zwar lesen, aber nicht unbedingt kaufen möchte.

In „Der dunkle Garten“ lesen wir aus der Sicht des Endzwanzigers Toby. Dieser sieht sich selbst als Glückspilz, hat es das Leben mit ihm bisher doch gut gemeint. Das ändert sich allerdings, als er nach einem feuchtfröhlichen Abend in seiner Wohnung überfallen und schwer verletzt wird. Fortan leidet Toby an motorischen Einschränkungen und auch sein Gedächtnis arbeitet nicht mehr so zuverlässig.
Bis auf weiteres arbeitsunfähig, quartiert er sich bei seinem Onkel ein, bei dem kürzlich ein tödlicher Hirntumor diagnostiziert wurde. Schöne Kindheitserinnerungen hängen an diesem Ort, an dem immer noch die Familie zusammenkommt. Die Idylle hat jedoch ein Ende, als in der alten Ulme ein menschlicher Schädel gefunden wird. Wer ist der Tote und hat jemand aus Toby‘s Familie damit zu tun?

Bis die Geschichte erst einmal in Gang kommt, vergehen über 200 Seiten. Lange geht es nur um Toby‘s Überfall und die Familie. Ich mag Familiengeschichten, aber ich war eigentlich wegen der Leiche im Baum hier. Von Spannung ist zunächst keine Spur.

Mit Auffinden des Schädels kommt die Sache dann aber ins rollen. Natürlich hat man gleich die Familie in Verdacht und das sehen auch die Ermittler so, die ich mit ihrem Gehabe schrecklich unangenehm fand. Aber auch Toby ist nicht unbedingt ein Sympathieträger, oft unreif und gedankenlos.

Aber eine Leiche macht noch keinen dunklen Garten und so legt die Geschichte nach Enthüllung des Mörders noch einen drauf. Dinge von wo man sich fragte, warum sie denn nun so ausführlich behandelt werden müssen, machten daraufhin Sinn. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die Geschichte dennoch viel zu lang geworden ist.

Deswegen gibt‘s einen Stern Abzug. Die Komplexität hat es für mich am Ende gerettet. Ein langer, aber lohnenswerter Weg zur Auflösung.

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