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Veröffentlicht am 08.09.2025

Schere, Schatten, Papier!

Der Schattenriss
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ie Romane von Laura Purcell waren letztes Jahr meine absoluten Favoriten. Da wollte ich mir natürlich nicht den dritten Roman entgehen lassen. Cover und Gestaltung sind mal wieder vom feinsten, so langsam ...

ie Romane von Laura Purcell waren letztes Jahr meine absoluten Favoriten. Da wollte ich mir natürlich nicht den dritten Roman entgehen lassen. Cover und Gestaltung sind mal wieder vom feinsten, so langsam kann auch ich ein paar Bücher mit farbigen Buchschnitt mein Eigen nennen. Aber noch wichtiger als die Optik ist natürlich der Inhalt und darum geht es in „Der Schattenriss“:

Schattenrisse. Mit diesem Handwerk versucht sich gesundheitlich angeschlagene Agnes über Wasser zu halten. Doch wird diese Kunst immer mehr von der Fotografie verdrängt. Als die wenigen Kunden die Agnes geblieben sind nach ihren Terminen auf mysteriöse Weise umkommen, gerät sie schnell ins Visier der Polizei.
Um den Mörder auf die Spur zu kommen, bittet sie das junge Medium Pearl um Hilfe. Diese kann Kontakt zur Geisterwelt aufnehmen, jedoch nicht ohne Preis….

Ich hatte große Erwartungen und erfüllt wurden sie leider nicht ganz. Zunächst hat mich die Geschichte etwas zu sehr an den Vorgänger „Das Korsett“ erinnert, wo die Protagonistin scheinbar mit Nadel, Faden (und Schere) mordet, während es Agnes scheinbar mit Papier und Schere tut.
Dann bin ich schon ganz am Anfang hinter eines der Geheimnisse gekommen, das erst gegen Ende enthüllt wird. Ich fand es so offensichtlich, aber vielleicht habe ich schon zu viele Romane gelesen und bin nicht mehr so leicht hinters Licht zu führen.
Das Ende ähnelt von der Stimmung her den Vorgängern und auch wenn ich melancholische Enden mag, muss ich nach dieser Geschichte zugeben: Ich wäre mal wieder bereit für ein Happy End.
Mich hat das Ende dieses mal sehr runtergezogen.
Auch wenn die Spannung am Anfang etwas auf sich warten lies, konnte mich der Roman später doch noch fesseln. Spiritualismus passt ja einfach perfekt in diese Zeit und ich würde gerne mehr Romane über das Thema lesen. Trotz des für mich niederschmetterndes Endes, hat mir auch der für Purcell typische Twist zum Schluss wieder gut gefallen.

Für mich ist „Der Schattenriss“ etwas schwächer geraten als die Vorgänger. Da muss ich so ehrlich sein und einen Stern weniger vergeben.
Schon jetzt freue ich mich auf den nächsten Roman von Laura Purcell und vergebe immer noch gute 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Aufstieg und Fall einer Rockband

Daisy Jones and The Six
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Zeit für ein bisschen Mainstream!
Der 70‘s Look des Covers hatte mich sofort angesprochen, die Story eher weniger.
Dann kam der Trailer zur Serie, die ich unbedingt sehen wollte. Allerdings nicht, bevor ...

Zeit für ein bisschen Mainstream!
Der 70‘s Look des Covers hatte mich sofort angesprochen, die Story eher weniger.
Dann kam der Trailer zur Serie, die ich unbedingt sehen wollte. Allerdings nicht, bevor ich auch das Buch gelesen hatte. Also habe ich mir einen Ruck gegeben und mir einen Roman gekauft, der mich rein vom Inhalt her erst einmal gar nicht gepackt hat.

„Daisy Jones & The Six“ erzählt vom Aufstieg und Fall einer erfolgreichen Rockband, angesiedelt im Amerika der 70er Jahre. Als das It-Girl Daisy Jones zur Band „The Six“ dazustößt, ist vor allem Leadsänger Billy zuerst nicht begeistert. Doch Zeit und Erfolg zeigen, dass sich die beiden perfekt ergänzen. Auch was ihre Gefühle betrifft.
Auf dem Gipfel ihrer Karriere brodelt es aber nicht nur zwischen den Sängern, sondern auch innerhalb der anderen Bandmitglieder und besiegeln damit das Anfang vom Ende.

Als ich das Buch anfing, habe ich erst einmal gestutzt, denn es ist wie ein nie enden wollendes Interview aufgebaut. Gewöhnungsbedürftig, aber auch mal erfrischend anders und manchmal sogar ganz witzig, wenn sich die Personen in ihren Aussagen komplett widersprechen.

Toll fand ich auch, die Entstehung eines Albums mitzuverfolgen, sowie die Dynamik und die Auf und Abs innerhalb einer Band. Ich mag Fleetwood Mac sehr und die Tatsache, dass der Roman von deren Geschichte inspiriert ist, hat es für mich viel interessanter gemacht.

Die meiste Zeit viel es mir schwer für irgendwen Sympathien aufzubringen. Aber gerade gegen Ende haben mich die Gefühle zwischen Daisy und Billy doch sehr mitgerissen und mir kamen sogar ein paar mal die Tränen.

Insgesamt war das Musikthema aber nicht ganz so mein Fall. Ich liebe Musik, ich sehe mir gern Musiker-Biografien und Biopics an, aber lesen tue ich dann lieber etwas anderes.
Ich habe mich zwar nicht gelangweilt und der Schreibstil macht einem das lesen leicht. Doch es war auch nicht so, dass ich es nicht erwarten konnte weiterzulesen.

Ich kann es kaum erwarten die Serie zu schauen und ich bin mir jetzt schon sicher, dass ich sie lieben werde.
Das Buch hatte ich etwas weniger lieb, aber es bekommt von mir immer noch tolle 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Es waren einmal 2 Hexen und 1 Zauberer...

The Rules of Magic. Eine zauberhafte Familie
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20 Jahre nach „Practical Magic“ kam mit „The Rules of Magic“ ein Prequel heraus, indem es nun um die schrulligen Tanten geht. Und deren Vergangenheit ist romantischer als man es vermutet hätte.

Die Geschwister ...

20 Jahre nach „Practical Magic“ kam mit „The Rules of Magic“ ein Prequel heraus, indem es nun um die schrulligen Tanten geht. Und deren Vergangenheit ist romantischer als man es vermutet hätte.

Die Geschwister Franny, Jet und Vincent wachsen im New York der 60er Jahre auf, von Zauberei keine Spur. Dies soll sich ändern, als die drei von ihrer Tante Isabelle eingeladen werden, den Sommer bei ihr zur verbringen. Keine gute Idee, findet Mutter Susanna. Tut sie doch alles, um ihre Kinder vor allem Magischen zu beschützen. Vor allem vor dem Familienfluch.
Das Schicksal lässt sich schwer aufhalten, trotzdem versuchen die Geschwister jeder auf seine Weise die Liebe zu finden und den Fluch zu brechen.

Schon beim Cover dachte ich: Was? New York? Mit Magie und Hexen verbinde ich die Stadt nun nicht. Aber vielleicht war es ganz gut vom Stereotype abzuweichen und schließlich verbringen wir auch genug Zeit im malerischen Massachusetts.

Die zweite große Überraschung: Es gibt noch einen Bruder! Warum von dem vorher nie die Rede war, wird natürlich gegen Ende geklärt und auch in welchem verwandtschaftlichen Verhältnis genau Sally und Gillian zu den Tanten stehen.
Übrigens spielen die vom Blitz erschlagenen Zwillinge die laut Teil 1 in die Tanten verliebt waren kaum eine Rolle und werden nur kurz erwähnt.

Liebe ist das große Thema des Romans. Wie wir wissen, muss die eine große Liebe sterben und nicht allen Geschwistern gelingt es den Fluch zu umgehen.
Das Liebesdrama auf drei Ebenen wurde mir irgendwann einfach zu viel. Ich bin keine große Romantikerin und die Geschichte vermittelt einen, wie sinnlos das Leben ohne leidenschaftliche Liebe ist. Das hat mich echt runtergezogen, was aber auch an meiner derzeitigen Laune liegen könnte.

Im Vergleich zum „Vorgänger“ fand ich diesen Roman sehr viel magischer und das ist für mich der große Pluspunkt! Die Geschwister leugnen ihre Kräfte nicht und experimentieren mit ihren Fähigkeiten auf eine ganz ätherische, natürliche Weise. Die Hippie-Ära hat ja auch ein bisschen was magisches an sich.

Auch wenn mir der Roman in diesem Punkt besser gefallen hat, war es für mich dennoch kein 5 Sterne Buch. Deswegen gibt es tolle 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Zerbrechliche Hoffnung

Das Porzellanhaus
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Wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass bisher in guter Regelmäßigkeit neue Romane von Laura Purcell erschienen sind. Ich hatte gar nicht so schnell mit einem neuen gerechnet, umso euphorischer ...

Wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass bisher in guter Regelmäßigkeit neue Romane von Laura Purcell erschienen sind. Ich hatte gar nicht so schnell mit einem neuen gerechnet, umso euphorischer war ich, als ich die traumhaft schöne Ausgabe von „Das Porzellanhaus“ entdeckte. Und die hatte auf dem ersten Blick alles was ich mir von einem Roman wünsche.
Schauplatz England, eine abgelegene Villa und jede Menge Geheimnisse.

Hester Why ist auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit und da kommt ihr die Stelle als Krankenschwester der pflegebedürftigen Miss Pinecroft gerade recht.
Es dauert nicht lange, da beginnt Hester seltsame Vorkommnisse im Haus zu beobachten. Realität oder nur ein Resultat von Hesters Alkoholsucht?
40 Jahre zuvor diente Morvoren House mit seinen Höhlen Dr. Pinecroft und dessen Tochter Louise nicht nur als Wohnsitz, sondern auch als Versuchslabor für Schwindsüchtige. Fast die gesamte Familie an die Krankheit verloren, sucht der Arzt verzweifelt nach Heilung und kranke Sträflinge sollen ihm dabei behilflich sein. Doch das Experiment scheint zum scheitern verurteilt, als Wahnsinn und Aberglaube um sich greifen.

Wie ich mittlerweile erkannt habe, haben alle Romane von Laura Purcell eins gemeinsam. Wahnsinn oder Wirklichkeit? Diesmal fand ich die Antwort wieder eindeutiger. Und es gibt noch ein wiederkehrendes Element. Die sehr bedrückende Stimmung und keine Aussicht auf ein Happy End. Glücklich ist man nicht, wenn man das Buch zuschlägt. Aber ich mag diese melancholische Stimmung. Außerdem gibt es auch hier wieder interessante historische Hintergründe zu erforschen. Ich hoffe die Autorin bleibt ihrem Stil treu, denn ich liebe diese Kombination.

Mich hat der Roman von der ersten Seite an gefesselt. Ich hätte noch ewig weiterlesen können und genau da liegt auch mein Kritikpunkt.
Die Geschichte ist auf beiden Zeitebenen sehr spannend, wird aber an gewissen Punkten abgebrochen und vieles wird nur nebenbei erwähnt.
Es ist ein passendes Ende, aber ich hatte noch so viele Fragen und wünschte, die Autorin wäre mehr ins Detail gegangen.

Dennoch ein wundervoller Roman und sehr gute 4 Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Kunstraub leicht gemacht

Die Erfindung des Lächelns
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Viele wissen es vielleicht gar nicht, aber die Mona Lisa war mal für zwei Jahre verschwunden. Gestohlen! Aus der Louvre! Wie es dazu kam, welche Wege sie ging und wie sie wieder zurückkam, all das behandelt ...

Viele wissen es vielleicht gar nicht, aber die Mona Lisa war mal für zwei Jahre verschwunden. Gestohlen! Aus der Louvre! Wie es dazu kam, welche Wege sie ging und wie sie wieder zurückkam, all das behandelt Tom Hillenbrand in seinem neuen Roman „Die Erfindung des Lächelns“. Rein hypothetisch, versteht sich.

Los geht‘s mit einem regen Perspektivwechsel. Da haben wir einen größenwahnsinnigen Italiener, eine Gruppe von Anarchisten, eine dazugehörige russische Schneiderin, einen Inspektor und eine Reihe von Berühmtheiten der französischen Belle Epoque: Die Tänzerin Isadora Duncan, der Okkultist Aleister Crowley und der Maler Pablo Picasso.
Ein Personenregister wäre hier mehr als angebracht gewesen.

Dieses Umhergehopse zwischen den Personen hat mir den Einstieg in den Roman schwer gemacht. Dazu kommt, dass viele auch noch Pseudonyme oder Beinamen tragen und dann munter zwischen diesen hin und her gewechselt wird. Zahlreiche französische Namen und Begriffe störten auch immer wieder meinen Lesefluss. Ich gebe zu, ich war Anfangs sehr unmotiviert weiterzulesen.

Immer wieder fragt man sich, was diese oder jene Person nun mit dem Diebstahl zu tun hat. Aber ich hatte vollstes Vertrauen, dass alle losen Fäden am Ende zusammenfinden würden. Und das taten sie! Und das hat einiges herausgerissen.

Die Belle Epoque ist eine sehr ästhetische Ära und eine meiner liebsten. Wir lernen prominente Schauplätze und Personen kennen, erfahren einige schockierende Fakten über die Louvre zu jener Zeit. Wir tauchen in die Pariser Künstlerszene genauso ein, wie in die Welt der Bonnot Bande.
Es ist schon faszinierend wie es der Autor geschafft hat, all das zu einem runden Abschluss zu bringen.

Die Geschichte animiert zur Recherche und vermischt geschickt Fakten und Fiktion, sodass man sich am Ende gar nicht mehr so sicher ist, was da eigentlich in der Louvre. Oder eher von wem da was hängt.

Eigentlich wollte ich nur 3 Sterne vergeben, aber weil das Ende dann doch so gut hingebogen wurde, gibt es von mir gerade noch 4 Sterne.

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