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Veröffentlicht am 21.01.2018

ein schön geschriebenes, mysteriöses Jugendbuch mit einigen Gruselmomenten

Lily Frost
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Zitate:
"Gideon ist eine Stadt, in der man nur sterben kann." Seite 26
"Aber bevor er die Tür aufschließen kann, schwingt sie ganz von allein auf." Seite 30
"Ich kann mich nicht bewegen und nicht aufschreien, ...

Zitate:
"Gideon ist eine Stadt, in der man nur sterben kann." Seite 26
"Aber bevor er die Tür aufschließen kann, schwingt sie ganz von allein auf." Seite 30
"Ich kann mich nicht bewegen und nicht aufschreien, weil etwas meine Handgelenke so festhält, dass ich gefangen bin. Und als die kalte Luft weiterzieht, sind meine Handgelenke feucht." Seite 49

Charakter:

Die 15-jährige Lily Frost, die mit 4 Jahren nur knapp dem Tod entkam, ist seitdem ängstlich und bleibt meistens für sich. Sie schließt nur schwer Freundschaften und außer ihrer besten Freundin Ruby und ein paar gemeinsamen Freundinnen, hat sie eigentlich keine Kontakte.


Meinung:

Die Geschichte beginnt mit einer sehr nervösen Lily. Sie ahnt, dass zuhause etwas im Busch ist und das beunruhigt sie. Wenn ihre Eltern flüsternd die Köpfe zusammenstecken, bedeutet das nie etwas Gutes... Als es dann endlich raus ist, bricht ihre Welt zusammen. Sie werden aufs Land ziehen, da ihr Vater keine Arbeit mehr findet. Aber was soll dann nur aus ihr werden? Ein Umzug würde bedeuten, Ruby zu verlieren und das ist so ziemlich das Letzte, was sie will. Sie ist enttäuscht, trotzig und versucht alles, um ihre Eltern von diesem Schritt abzubringen.

Bereits beim Ansehen des Hauses im Internet, beschleicht sie ein mulmiges Gefühl. Dieses verstärkt sich noch, als beim Eintreffen vor Ort seltsame Dinge geschehen. Und dabei sind eine sich von alleine öffnende Haustür und eine Gestalt hinter einem Fenster -die nur sie sieht-, ihre kleinsten Probleme, denn es soll noch bedeutend schlimmer kommen... Können diese Ereignisse mit dem vor einiger Zeit verschwundenen Mädchen zusammenhängen, von dem Lily glaubt, deren Geist zu spüren? Oder geht einfach nur ihre Fantasie mit ihr durch, weil sie überall lieber wäre, als in dem Kaff Gideon? Lily beschleicht ein unsagbarer Verdacht, dem sie gezwungen ist, zu folgen...

Erzählt wird die Geschichte aus Lilys Sicht, was den Charakter sehr sympathisch macht. Zumal sie mich, mit ihrem Pessimismus und ihrer zynischen Art, des Öfteren zum Schmunzeln gebracht hat. Ihre Antworten und Aktionen passen perfekt zu dem schmollenden Teenager, den sie darstellen soll.

Auch das Kleinstadtsetting in Gideon ist sehr gut getroffen. Abschätzende Blicke, sie ignorierende Teenager und andere Details ergeben ein gut strukturiertes, glaubwürdiges und überaus vorstellbares Bild.

Die Geschichte um die verschwundene Tilly Rose ist fesselnd aufgebaut mit sowohl spannenden als auch schaurigen Akzenten, so dass sie durchgängig geheimnisvoll bleibt und meine Neugier das ganze Buch über gefüttert werden wollte :)

Lily Fost ist für mich ein schön geschriebenes, mysteriöses Jugendbuch mit einigen Gruselmomenten, das gerade jungen Lesern viel Freude machen wird.

Veröffentlicht am 21.01.2018

Ein Fantasy-Auftakt, der Lust auf mehr macht!

Hourglass Wars - Jahr der Flamme (Band 1)
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Zitate:
"Nichts und niemand war hier. Drinnen wieherte kein Pferd, er hörte keinen Falken rufen." Pos. 260

"Wenn sie ihm einen Gefallen tat, war er ihr etwas schuldig. So einfach war das. Und so voller ...

Zitate:
"Nichts und niemand war hier. Drinnen wieherte kein Pferd, er hörte keinen Falken rufen." Pos. 260

"Wenn sie ihm einen Gefallen tat, war er ihr etwas schuldig. So einfach war das. Und so voller Perspektiven!" Pos. 463
"Diese Ruhe war so himmlisch, dass man meinen konnte, das hier sei nicht die Strafe der Göttin, sondern das Paradies. Vielleicht hatten die Menschen das schon immer falsch verstanden." Pos. 1762

Meinung:

Direkt beim Einstieg in die Geschichte wird der Leser von einer unheilvollen Stimmung begrüßt. Böse Vorahnungen bewahrheiten sich, als klar wird, dass ein Überfall bevorsteht. Doch es soll noch schlimmer kommen. Als Scarabea und Cato vor Ort ankommen, sind alle wie vom Erdboden verschluckt. Keiner weiß, was geschehen ist. Aber Menschen verschwinden doch nicht einfach so, oder??? Ratlosigkeit macht sich breit. Derweil geschehen auch anderswo seltsame Dinge...
Obwohl die Menschheit eigentlich Frieden halten sollte, weil die Neubewertung der Welt im Jahr 998 kurz bevorsteht, herrschen Gewalt, Krieg und Streit, hervorgerufen durch Neid, Machtbesessenheit oder auch einfach nur aus Bösartigkeit. Intrigen werden gesponnen, Bündnisse geknüpft und gegebenenfalls auch wieder gelöst, wenn sich eine andere Möglichkeit auftut. Es sind düstere Zeiten voller Gewalt und Kampf. Aber wer wird am Ende die Oberhand behalten? Oder werden gar alle zusammen untergehen, falls die ihnen bekannte Welt nach 1000 Jahren in der Schattenwelt versinken sollte??

Von Anfang an gelingt es der Autorin, eine detaillierte und fantasiereiche Welt zu erschaffen. Ob wir uns im vereisten Granaruida, im felsigen Kendor oder im sandigen Coronia befinden, jedes Gebiet hat seinen eigenen Charme. Auch bei den Charakteren wurde mit Fantasie und Vielfalt nicht gegeizt. Grobschlächtig kommen sie daher, charmant, durchtrieben, derb, gutherzig, loyal oder aber auch einfach nur grausam. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei, obwohl so mancher Charakter im Laufe der Geschichte auch extreme Wandel vollzieht. So bleibt nicht nur die Handlung selbst, sondern auch das Zwischenmenschliche durchgehend interessant. Aber Vorsicht, zwischendurch kann es auch schonmal extrem blutig oder derb werden. Allzu zart besaitet sollte man eventuell nicht sein, um diese Geschichte genießen zu können ;) Allein schon die Regenten in Granaruida sind nicht unbedingt für ihre Liebenswürdigkeit berühmt, ihre "Schlechtigkeit" hat mich des Öfteren schmunzeln lassen :D

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und von Aufbau her passend zum Fantasy-Genre gewählt. Das einzige Manko, das ich erkennen konnte, sind die enorm vielen unterschiedlichen Charaktere, aus deren Sicht im Wechsel weitererzählt wird. Gerade am Anfang ist definitiv dranbleiben angesagt, da man ansonsten leicht den Faden verliert. Hourglass Wars ist somit kein Buch für Zwischendurch, ein bisschen Lesezeit am Stück sollte es dann schon sein. Jedoch wird das Ganze durch die kurzen Kapitel und die damit entstehenden schnellen Wechsel etwas entschärft, also am Besten erst anfangen, wenn man wirklich Ruhe hat ;)

Hourglass Wars #1 kann sich im Fantasy-Bereich wirklich sehr gut blicken lassen! Zwar hätte die Handlung im Großen und Ganzen gesehen etwas dichter sein können, aber es stellt ja auch "nur" den Auftakt dar und die Einführung in die diversen Denkweisen, Handlungsstränge und Charaktere ist definitiv sehr gut gelungen! Ich freue mich schon sehr auf Band 2 der Reihe!

Veröffentlicht am 21.01.2018

Ein rasanter Reihenauftakt, der mich Band 2 händeringend entgegenfiebern lässt!

Pala
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Zitate:
"In den Niederlanden schlief Iris unruhig. Sie träumte von Spinnen. In Maine, auf dem Land, waren die Kühe die einzigen Zeugen, die Olina wegrennen sahen." Seite 33
"In einem einzigen Satz hatte ...

Zitate:
"In den Niederlanden schlief Iris unruhig. Sie träumte von Spinnen. In Maine, auf dem Land, waren die Kühe die einzigen Zeugen, die Olina wegrennen sahen." Seite 33
"In einem einzigen Satz hatte ihre Mutter zusammengefasst, wie ihre einst glückliche Familie zerbrochen war." Seite 53
"Wenn du wüsstest, was du getan hast, Iris. Du hast keine Ahnung. Aber das ist schon immer so gewesen, nicht wahr? Du hast keine Ahnung, die Welt macht mit dir, was sie will." Seite 110

Charaktere:

Die 13-jährige Iris hat, was ihre Familie betrifft, beinahe alles verloren. Erst beging ihr Vater Selbstmord, dann ist ihr Bruder Justin -nach einem Streit mit ihrer gemeinsamen Mutter- nach Frankreich abgehauen. Auch wenn sie versucht, es sich nicht anmerken zu lassen, leidet sie doch sehr unter der Situation. Die meiste Zeit verkriecht sie sich in das Onlinespiel "Superhelden", bei dem sie sich auch gerne mal die ein oder andere Nacht um die Ohren haut.

Alex, der bereits ein Superheld ist, ist oftmals schwer zu durchschauen. Mit seinen 16 Jahren tingelt er durch die Welt und führt Missionen aus. Das Gesetz ist ihm relativ egal. Daran hält er sich nur, wenn es ihm dabei hilft, der Polizei nicht aufzufallen.

Fiber, die polnische Goth, hat es faustdick hinter den Ohren. Als gerissene Hackerin ist sie nicht zu unterschätzen, wozu auch ihr loses Mundwerk einen enormen Anteil beiträgt ;) Sie ist mit Alex auf Missionen unterwegs, zu zweit führen die beiden Superhelden die Wünsche von Mr. Oz aus.


Meinung:

Während Iris in den Niederlanden noch nichtsahnend ihre Onlinegame zockt, sind Alex und Fiber in den USA unterwegs, um eine Spielerin einzusammeln, die sich dem Ende des Games nähert. Dem Leser wird schnell klar, dass hier etwas Größeres im Gange ist, als ein einfaches Abenteuerspiel. Denn, was Iris nicht ahnt: auch sie nähert sich langsam aber stetig dem Ende und somit rückt auch sie in den Fokus des geheimnisvollen Mr. Oz, dem Kopf des Spiels und Herrscher über die Insel Pala, wo die Kandidaten zu Superhelden ausgebildet werden.
Doch ehe sie sich versieht, wird aus Spaß Ernst, als sie -um ihren Bruder Justin zu retten- gezwungen wird, sich in höchste Gefahr zu begeben. Aber wozu das Ganze? Was verspricht sich der geheimnisvolle Mr. Oz davon, was ist sein Ziel? Und wer zur Hölle ist er???
Herzlich willkommen auf Pala! In einem Spiel auf Leben und Tod...

Ein enormer Spannungsbogen und unerwartete Wendungen nehmen den Leser mit, auf eine abenteuerliche Reise, die ihresgleichen sucht! Die Ereignisse um Iris und die im Buch enthaltene Action ließen die Story für mich zu einem echten Pageturner werden. Die rasanten Ereignisse, die wechselnden Schauplätze der unterschiedlichen Charaktere und das Durchblitzen des mysteriösen Mr. Oz lassen eigentlich gar nichts anderes zu, als das Buch in nahezu einem Rutsch zu verschlingen!

Natürlich haben Superhelden auch entsprechendes "Spielzeug". Um an Pala Spaß zu haben, darf man sich nicht über den Einsatz von Mini-Ubooten oder Helikoptern stören, hier kann so ziemlich alles auftauchen, was in einem Spiel möglich ist. Marcel van Driel hat seiner Fantasie ein tolles Maß an Spielraum gelassen. Dabei kommen auch Fans bekannter Adventure-Filme voll auf ihre Kosten! Aber natürlich wird an dieser Stelle nichts Genaueres verraten ;) Das Lesen dieser Szenen macht auf jeden Fall viel Spaß!

Etwas gewöhnungsbedürftig hingegen ist jedoch der Schreibstil. Obwohl gut formuliert und eingängig gehalten, untermauert von unkomplizierten Sätzen und kurzen Kapiteln, hat mich des Autors Vorliebe für andere Sprachen -zumindest am Anfang der Geschichte- doch etwas irritiert. Englisch, polnisch, hawaiianisch, niederländisch... Jeder Charakter verwendet des Öfteren Halbsätze oder einzelne Ausdrücke in dessen jeweiliger Muttersprache, angefügt an den aktuellen Satz... Warum das so ist, hat sich mir nicht ganz erschlossen, es lässt aber im Laufe der Story nach, so dass es für mich letzten Endes nicht mehr ins Gewicht fiel. Dafür war das Buch einfach zu mitreißend und fesselnd :D

Spannung, Abwechslung und Nervenkitzel. Das wären meine ersten Worte, die mir zu "Pala - Das Spiel beginnt" einfallen würden. Eine packende Geschichte, die definitiv Lust auf mehr macht!
Aber zum Glück muss das süchtige Leserherz ja nicht lange warten, denn bereits im Juni geht es weiter mit Band 2: "Pala - das Geheimnis der Insel".
Ich freu mich schon sehr darauf!

Veröffentlicht am 21.01.2018

ein spannender Mittelteil, der ordentlich Lust auf das Finale macht!

Die Auslese - Nichts vergessen und nie vergeben
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Zitate:
"Während sich die anderen Kursteilnehmer darüber Gedanken machen, welche Auswirkungen die Prüfungen auf die vor ihnen liegenden Jahre haben werden, mache ich mir Sorgen, dass ich den heutigen Tag ...

Zitate:
"Während sich die anderen Kursteilnehmer darüber Gedanken machen, welche Auswirkungen die Prüfungen auf die vor ihnen liegenden Jahre haben werden, mache ich mir Sorgen, dass ich den heutigen Tag nicht überlebe." Seite 7
"Mir fehlt der Glaube an mich selbst, an ihn, an irgendwas." Seite 34
"Sie wissen nicht, dass sie genau solche Angst haben werden wie ich." Seite 72

Meinung:

Cia hat die letzten Monate auf der Universität verbracht, wo sie sich auf die anstehende Prüfung vorbereitet hat. Wie beabsichtigt, kann sie sich an den ersten Teil der Auslese nicht mehr erinnern. Das Uni-Leben könnte so schön sein, wenn sie nicht die Aufzeichnung gefunden hätte, die sie sich selbst aus der Zeit davor hinterlassen hat. Sie ist verunsichert und kann das Alles nicht richtig einordnen, weiß nicht, was sie von ihrer Warnung an sich selbst halten soll. Viele Menschen um sie herum sind so nett?! Kann es wirklich sein, dass Will der Mörder ist, vor dem sie sich selbst auf der Aufnahme warnt??? Das würde ja bedeuten, dass Dr. Barnes, der Leiter der Auslese, es zulässt, dass Kandidaten umkommen. Und was geschähe dann mit denen, die die Prüfung nicht bestehen???

Als sie durch Zufall beobachtet, wie ein durchgefallener Anwärter in ein Gebäude geleitet und tot wieder herausgetragen wird, werden ihre schlimmsten Befürchtungen wahr. Natürlich denkt sie zuallererst an Flucht, aber zu fliehen würde ihre Familie und Freunde in Gefahr bringen, denn in ihrem Heimatort würde Dr. Barnes vermutlich als erstes suchen. Was soll sie nur tun?! Die Entscheidung wird ihr jedoch abgenommen, als sie einen alten Bekannten trifft, der etwas über eine geplante Rebellion weiß... Kann das vielleicht die Lösung sein?


Ich muss zugeben, dass Band 1 der Trilogie schon etwas weiter zurücklag. Deshalb ist es mir etwas schwerer gefallen, wieder in die Story hineinzukommen, da ich vieles einfach nicht mehr präsent hatte. Leider hat die Autorin nicht wirklich Rückblicke eingearbeitet, was ich bei Reihen die jährlich fortgesetzt werden, eigentlich bevorzuge ;).

Unabhängig davon ist das Buch von Anfang sehr atmosphärisch. Die Angst in Cia und die Ereignisse um die Prüfung ziehen den Leser ohne Umschweife in das beklemmende Setting, von dem Band 1 bereits durchzogen war. Durchgängig begegnet der Leser Misstrauen, Angst und Intrigen, denn immer wieder stellt sich die Frage: Wem kann man trauen? Zumal die Kommilitonen aus Tosu-Stadt, die sie noch nicht kennt, bestimmt auch nicht zimperlich sein werden, wenn es um die besten Noten und Jobs geht. Einige sollen sogar Spitzel sein... Diese Gefahr schafft ein wirklich düsteres und beklemmendes Szenario, das einen tief in deinen Bann zieht und ab der ersten Minute mitfiebern lässt.

Auch schön zu beobachten war die Entwicklung, die Cia durchlaufen hat. Obwohl sie nach wie vor möglichst ihren Prinzipien treu bleiben möchte -schließlich haben ihre Eltern ja versucht, einen guten Menschen aus ihr zu machen- realisiert sie mittlerweile, dass man manchmal über seinen Schatten springen muss. Und sei es auch nur, um die zu schützen, die man liebt. Ein gut durchdachter und nachvollziehbarer Wandel, der dem Leser Cia als Charakter ein gutes Stück näher bringt. Zumal das frühere "Zu-perfekt-sein" einem Protagonisten nicht wirklich gut tut ;)

Das Einzige was mich gestört hat, waren die etwas zu häufigen Ausführungen. Eigentlich mag ich es sehr, wenn Autoren die Story durch Beschreibungen des Drumherum oder des Davor zum Leben erwecken, aber dieses Mal hat Joelle Charbonneau für meinen Geschmack ein paar Erklärungen zu viel gewählt. Sie verliert sich ab und an in Erzählungen darüber, wie es zu der Zerstörung und der Gründung des vereinigten Commonwealth kam, oder aber auch, was mit Tieren und Pflanzen passiert ist, bzw. wie die Menschheit versucht hat, dem entgegenzuwirken. An sich spannend, keine Frage! Aber ein paar Erläuterungen weniger wären mir lieber gewesen. Für mich entstanden so leider ein paar Längen, die nicht hätten sein müssen.

Alles in Allem ist Band 2 für mich ein sehr gelungener Mittelteil, der enorme Vorfreude auf das Finale "Die Auslese #3 - Nichts ist, wie es scheint" macht, das am 24.05.2016 erscheinen wird. Ich freu mich schon sehr darauf und hoffe auf einen fulminanten Abschluss :)

Veröffentlicht am 21.01.2018

Mal was anderes

Eine Therapie für Aristoteles
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Zitate:
"Opapa war schon alt, als Zahnspangen aufkamen, deshalb sind seine Zähne ein bisschen schief, gerade so sehr, dass er aussieht, als könnte er gut Witze erzählen." Seite 15
"Manchmal finde ich lauschen ...

Zitate:
"Opapa war schon alt, als Zahnspangen aufkamen, deshalb sind seine Zähne ein bisschen schief, gerade so sehr, dass er aussieht, als könnte er gut Witze erzählen." Seite 15
"Manchmal finde ich lauschen einfach nur anstrengend." Seite 55
"Es geschah an einem Mittwoch. Diane und ich sind uns einig, dass der Mittwoch gelb ist. Mein Dienstag ist blau und ihrer grün, aber den Sonntag färben wir beide schwarz, weil wir uns religiös unterdrückt fühlen." Seite 95

Meinung:

Aristoteles ist ein zwölfeinhalbjähriges Mädchen, das zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder versucht, das Leben zu bestreiten. Ihr Vater starb vor vielen Jahren, ihre Mutter ist überfordert und ihr Bruder hyperaktiv. Da er sich deswegen in Therapie befindet, reicht das Geld -das sowieso immer knapp ist- für ihre eigene Therapie nicht aus. So beschließt Aris einfach ein Buch zu schreiben und sich somit quasi selbst zu therapieren. Also schwupps den Ratgeber "Romane schreiben in 30 Tagen!" geschnappt und los geht´s!

Schon beim Aufschlagen des Buchs merkt man, dass nicht alles todernst zu nehmen ist. Es handelt sich um eine humorvolle Geschichte, zwar mit ernstem Hintergrund, aber dazu später mehr.
Sowohl das Vorwort als auch die Einleitung (JAAA, es gibt beides), rufen bereits die ersten Schmunzler auf den Plan. Hier wird auch direkt Bezug darauf genommen, dass das Buch eigentlich nicht von einer 12-jährigen geschrieben worden sein kann -und ja, Aris ist ziemlich klug für ihr Alter ;)- und es werden mögliche Erklärungen hierfür gegeben. Abgesehen davon, dass ich diese Erläuterungen bereits total süß fand, räumen sie schon im Vorfeld die ein oder andere "Unstimmigkeit" aus, die einem ansonsten über die Füße fallen würde. Also bitte lesen :)
Ach ja: Da es sich um Aris´Buch handelt, ist hier natürlich alles schön gegliedert, wie man das in der Schule gelernt hat. Wir beginnen mit der "Exposition" und enden mit dem "Dénouement". Dass mir da auch ja keiner den Überblick verliert :D

Erzählt wird die Geschichte aus Aris´Sicht, was mir sehr gut gefallen hat. Mit ihrer flapsigen, neunmalklugen Art konnte sie mich direkt auf ihre Seite ziehen. Sie ist schlagfertig und unterstreicht ihre Ausführungen oftmals mit Fremdwörtern, die wohl die meisten Kinder eher nicht kennen... Aber obwohl sie immer versucht zu helfen, ist sie letzten Endes doch nur ein Kind. Da kann schon das ein oder andere Tränchen rollen, wenn etwas nicht so läuft, wie es ihrer Meinung nach sollte.
Die Probleme, die sie und ihre Familie plagen, sind absolut stimmig und nachvollziehbar. Sei es der fehlende Vater, eine überforderte alleinerziehende Mutter, Geldsorgen sowie auch einfach nur der Wunsch, alles richtig zu machen oder sich mit geplatzten Träumen zu arrangieren.

Das Einzige, was mir nicht so gut gefiel, waren ein paar "Abzweige" zuviel, die die Autorin hat einfließen lassen. Manchmal wusste ich nicht so recht, wo genau sie nun hin wollte. Ein paar kleine Themen weniger hätten mir das Gesamtbild stimmiger gemacht.

Alles in allem war "eine Therapie für Aristoteles" für mich eine Geschichte über alltägliche Unzulänglichkeiten, Träume und dem Wunsch nach einem zufriedenen Miteinander. Und obwohl viele ernste Themen angeschnitten werden, geschieht dies doch immer mit einem Schmunzeln. Melanie Sumner hat es geschafft, einen nicht alltäglichen, berührenden und gefühlvollen Roman zu erschaffen, der beim Lesen viel Freude beschert. Mal was erfrischend anderes ;)