Zwischen Fantasie und Schmerz
DodoDodo ist ein Buch, das mich auf eine ganz eigene Weise berührt hat. Es ist sprachlich zurückhaltend, fast leise – und gerade deshalb so eindringlich. Die Geschichte erzählt von Dorian, einem Jungen, der ...
Dodo ist ein Buch, das mich auf eine ganz eigene Weise berührt hat. Es ist sprachlich zurückhaltend, fast leise – und gerade deshalb so eindringlich. Die Geschichte erzählt von Dorian, einem Jungen, der sich mehr und mehr in seine Fantasiewelt zurückzieht, weil die Realität um ihn herum zu viel wird. Und in dieser Welt begegnet er Dodo.
Was mich sofort beeindruckt hat, war die Art, wie hier mit Sprache und Illustration gearbeitet wird. Die Worte sind reduziert, fast sparsam – aber genau dadurch entsteht Raum für Gefühle, Bilder und Zwischenzeilen. Thomas M. Müllers Illustrationen ergänzen den Text nicht nur, sie erzählen weiter. Mal verstärken sie, mal hinterfragen sie das Gelesene. Dieses Zusammenspiel hat mich immer wieder innehalten lassen.
Dorian selbst ist eine Figur, die man sofort spürt – mit seiner Sehnsucht, seinem Rückzug, seinen stillen Kämpfen. Ich habe sehr mit ihm mitgefühlt, auch wenn nicht alles direkt erklärt oder aufgelöst wird. Und genau das mochte ich: dass nicht jede Frage beantwortet wird, dass man selbst mitdenken und -fühlen darf.
Das Thema psychische Gesundheit – gerade bei jungen Menschen – wird hier sensibel, aber ungeschönt behandelt. Ohne Pathos, aber mit viel Empathie. Am Ende bleibt man nachdenklich zurück, vielleicht auch ein bisschen traurig, aber nicht ohne Hoffnung.
Dodo ist ein stilles, starkes Buch über Verlust, Verdrängung und das schmerzhafte Erwachsenwerden. Kein Titel, den man einfach durchliest – sondern einer, den man fühlt. Und einer, der nachwirkt.