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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.11.2025

Sehr speziell

Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde
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Die Meinungen zu dieser Reihe gehen weit auseinander.

Wer es gern ein wenig düster hat, flotte, frech-sarkastische Dialoge mag und sich für eine auf ihre eigene Weise fesselnde Kombination aus Fantasy ...

Die Meinungen zu dieser Reihe gehen weit auseinander.

Wer es gern ein wenig düster hat, flotte, frech-sarkastische Dialoge mag und sich für eine auf ihre eigene Weise fesselnde Kombination aus Fantasy und Action interessiert - inklusive recht brutaler Szenen, die schonungslos bis ins kleinste Detail beschrieben werden -, wird mit diesem immerhin fast 700 (!) Seiten umfassenden Schmöker, der den 3. Band von Stella Tacks "Ever & After"-Reihe bildet, mega happy sein.

Mir persönlich war es einen Hauch too much, dennoch gab es an der mitunter wirr-chaotischen, dafür niemals langweiligen Story auch einige Pluspunkte. Was mir beispielsweise gut gefallen hat:

❏ die kreative Grundidee - auch wenn ich an sich kein Fan der klassischen Märchen (und Fabeln) bin, weil sie mir schlichtweg zu düster sind: aufgemischt mit Stellas Humor ist dies für mich definitiv die angenehmere Option (sofern ich Horror-/Gewalt-Passagen überblättere),

❏ die Einbindung von Original-Märchenzitaten der Gebrüder Grimm zu jedem Kapitelbeginn passte prima zum Gesamtkonzept,

❏ das bildreiche Worldbuilding voller Magie und Gefahr.

Natürlich verdient auch die hübsche Aufmachung des Werkes eine Erwähnung, speziell der wunderschöne Farbschnitt.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Ideal für nicht-zartbesaitete Romantasy-Leser:innen - man beachte die Altersempfehlung. Für alle anderen gilt: Geschmacksache.

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Schöne Idee

Der Laden in der Mondlichtgasse
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Als Japan-Interessierte (über meinen Japanischkurs sprechen wir an dieser Stelle nicht - das Vokabular gehört sich dringend mal aufgefrischt!) war ich natürlich davon überzeugt, dass ich diesen so zauberhaft ...

Als Japan-Interessierte (über meinen Japanischkurs sprechen wir an dieser Stelle nicht - das Vokabular gehört sich dringend mal aufgefrischt!) war ich natürlich davon überzeugt, dass ich diesen so zauberhaft klingenden Read unbedingt lesen muss … zumal der wirklich ansprechend formulierte Klappentext ein weiteres Plus war. Mit Fabeln und Märchen hab ich es zwar eher nicht so (- oft sind sie mir einfach zu düster oder überladen mit moralischen Lektionen -), aber schließlich lese ich hin und wieder auch Fantasywerke - und wenn Drachen kein Problem darstellen, dann geht natürlich auch ein Fuchsgeist (… erst recht, wenn er Süßigkeiten verteilt, hehe).

Leider konnte mich das Werk, dessen wunderschöne Idee mich sofort in ihren Bann gezogen hatte, nicht so begeistern wie erhofft. Statt Poesie und Zauber zu versprühen, wirkte alles eher matt, distanziert, bestenfalls neutral erzählt. Zu den Figuren konnte ich keine Nähe aufbauen.

Die einzelnen, lose miteinander verwobenen, stets "lehrreichen" Geschichten hatten zwar oft auch schöne Gedanken über Einsamkeit, Scham und Selbstakzeptanz, aber der Ton blieb mir zu sachlich, zu monoton … einfach nicht mitreißend.

Was mir hingegen gefallen hat:

❏ das traumhafte Cover,
❏ die kreative, mystische Grundidee
❏ die ganz eigene japanische, von Zurückhaltung, Respekt und Ehrgefühl geprägte Mentalität, und
❏ das kleine Glossar am Ende, das viele Begriffe erklärt - ein schönes Detail.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Wundervolle Idee, aber leider zu wenig Gefühl bzw. zu viel Distanz. Die Geschichten sind lesen sich zwar irgendwie melancholisch, wirken jedoch zu belehrend, um richtig unter die Haut zu gehen. Für mich war es ein Ganz-Okay-Level-Read für zwischendurch, nichtsdestotrotz spreche ich gerne eine Empfehlung aus für alle Fabel-Leser:innen und Fans der japanischen Kultur.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Viel Cozy, wenig Crime und ganz viel Meer

Mörderisch verstrickt – Ein Strickclub ermittelt
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"Da konnte es stürmen oder Aale und Flundern regnen, mit der richtigen Wolle in der Tasche und einem neuen Strickprojekt im Kopf war alles halb so schlimm."

In diesem kuschelig ruhigen Küstenkrimi aus ...

"Da konnte es stürmen oder Aale und Flundern regnen, mit der richtigen Wolle in der Tasche und einem neuen Strickprojekt im Kopf war alles halb so schlimm."

In diesem kuschelig ruhigen Küstenkrimi aus der Feder von Bestsellerautorin Susanne Oswald dreht sich alles um ein liebenswertes Freundesgrüppchen, das sich regelmäßig zum Stricken trifft. Ja, es ereignet sich auch ein Kriminalfall, aber das passiert eher nebenbei. Im Grunde liegt der Fokus eher auf dem Alltag und den Lebensumständen der einzelnen Figuren.

Was mir gut gefallen hat:

❏ herrliches cosy Cover, das perfekt zur Story & zum Genre passt

❏ absolutes Wohlfühl-Küsten-Setting, das mich vom Meeresrauschen und von langen Strandspaziergängen träumen ließ

"Hier an der Nordseeküste, nicht allzu weit von der dänischen Grenze entfernt, schien die Zeit stehen geblieben zu sein. […] Die Weite und die Musik der Natur.
Wenn der Wind rauschte, Möwen schrien und Gänse schnatterten, war das […] die wundervollste Musik […]."

❏ sympathische Figuren, die wie aus dem realen Leben gegriffen wirken - also keine flippig-schrulligen Charaktere, wie es in manch anderen Cosy-Crime-Romanen der Fall ist (eigenbrötlerische, kauzige Hobby-Ermittler:innen, etc.)

"Die wöchentlichen Treffen […] waren sehr schnell sehr viel mehr für sie alle geworden als nur gemeinsame Zeit mit Wolle und Nadeln. Ihre Freundschaft hatte sich spürbar vertieft. Sie waren füreinander da, unterstützten sich und hatten immer ein oftenes Ohr für die Sorgen und Probleme der anderen. Ganz egal ob es um lästigen Alltagskram ging oder um so existenzielle Angelegenheiten wie Brunhildes Sehnsucht nach ihrem Sohn, der in London lebte, oder Annes Entschluss, endlich die Scheidung einzureichen […]."

❏ angenehm ausgeglichener, routinierter Schreibstil voller Details rund ums Thema Stricken

❏ erzählt wird aus mehreren Perspektiven - und es gibt sogar die Sicht der "Schattenseite"

❏ mehrere Strickanleitungen im Anhang (sowie ein Personenregister)

❏ ich hatte zuvor noch nie von Rocky Kanaka gehört und werde mir - als liebende Hundemama - seine "Sitting with dogs"-Reihe definitiv anschauen

Fans der Autorin werden sich zudem über die in die Handlung eingewobenen Hinweise auf ihre andere Buchreihe freuen, so finden Maighread und ihr Laden 'Wolle & Zeit' aus 'Der kleine Strickladen in den Highlands' Erwähnung, denn sie dienten Mette als Inspiration: "Ihr Strickschick war ein kleiner Strickladen, genau wie Maighread ihn am Loch Lomond führte. Nur eben an der Nordseeküste."

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: Ideal für gemütliche Lesestunden. Um es in Annes Worten auszudrücken: "»Viel Cozy, wenig Crime und ganz viel Meer.«"

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Netter Reihenabschluss

Was die Gezeiten versprechen. Die St.-Peter-Ording-Saga
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Der mit einem knalligen Farbschnitt geschmückte dritte Band der St. Peter-Ording-Saga von Tanja Janz bildet den Reihenabschluss ihrer Nordsee-Familiengeschichte.

Was mir gut gefallen hat:

❏ St. Peter-Ording ...

Der mit einem knalligen Farbschnitt geschmückte dritte Band der St. Peter-Ording-Saga von Tanja Janz bildet den Reihenabschluss ihrer Nordsee-Familiengeschichte.

Was mir gut gefallen hat:

❏ St. Peter-Ording ist als Setting einfach traumhaft. Auch wenn ich selbst noch nie dort war, hatte ich dank der gelungenen Beschreibungen sofort Bilder im Kopf.

❏ Caro ist eine durchaus sympathische Protagonistin, ebenso ihr liebevoller Freund Jonas. Hier fiel mir das Mitfiebern leicht.

❏ Ich habe das Wiedersehen mit den Figuren der beiden Vorgängerbände genossen. (Aber: Es fiel etwas intensiv aus.)

❏ Den Schreibstil würde ich als flüssig und leicht beschreiben - die Kapitel flogen nur so dahin, denn die Autorin hält die Abschnitte angenehm kurz. Insgesamt eignet sich die Geschichte dadurch ideal für Zwischendurch: ein Roman, bei dem man entspannt die Füße hochlegt, sich an die Nordseeküste träumen darf und dabei mühelos durch die Seiten gleitet.

… bei dem es, und hier kommen wir zu meinem kleinen Minuspunkt, allerdings auch nicht sonderlich bedeutungsschwer in die Tiefe geht.

Für meinen Geschmack wurden zu viele Themen in die Handlung hineingequetscht, deren Auflösung letztlich oberflächlich blieb. Caros Schauspielleidenschaft und ihre Beziehung zu Jonas hätten gerne als einziger Fokus fungieren können, schließlich bieten allein das tolle Jahrzehnt und die Surfserie genügend Füllstoff, um eine mitreißende Story daraus zu basteln.

Das Cover spricht mich wiederum total an, die Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Bände wirken richtig schön nostalgisch.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Unterm Strich unterhaltsamer Abschlussband, der mir trotz kleiner Schwächen schöne Lesestunden beschert hat. Ich hätte mir thematisch ein etwas tiefgründigeres Ende der Reihe gewünscht, dafür punktet der Read mit 90er-Vibes und sommerlicher Nordsee-Stimmung. Wenn ihr gerade nach einer kurzweiligen Geschichte zum Abschalten sucht, liegt ihr mit diesem Buch genau richtig.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Okay-ish, für meinen Geschmack zu überzeichnet

Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen
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Mit "Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen" legt Sybille Bullatschek erneut einen humorvollen Roman vor, der diesmal ganz im Zeichen einer allseits bekannten (und von mir heiß und innig geliebten) ...

Mit "Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen" legt Sybille Bullatschek erneut einen humorvollen Roman vor, der diesmal ganz im Zeichen einer allseits bekannten (und von mir heiß und innig geliebten) TV-Quizshow steht.



Schon der ulkige Titel und das kunterbunte Comic-Cover machten sofort neugierig, und als jemand, der mit dem 'Glücksrad' aufgewachsen ist, musste ich das Buch natürlich lesen.



Erzählt wird aus der Perspektive von Altenpflegerin Sybille, die spontan ihre Senioren aus dem Haus Sonnenuntergang bei der neuen »Ü80-Show« anmeldet - ohne Rücksprache mit ihrem Vorgesetzten zu halten. Begründung: "[…] Der wär wahrscheinlich erst im Quadrat und dann mir an die Gurgel gesprungen. Schließlich predigt er uns seit mittlerweile anderthalb Jahren erfolglos, dass wir eine »Business Company im Health-and-Care-Sektor« sind, und da haben wir in einer TV-Sendung seiner Ansicht nach reichlich wenig zu suchen. Er kommt vom Marketing, und nichts ist ihm heiliger als der gute Ruf unseres Heims. (Welcher gute Ruf? Hahaha!)" - Fair enough.



Die Senioren sind voller Energie, das Personal steckt mitten im Chaos, und Sybille stolpert von einer verrückten Szene in die nächste. Zwischendurch lockern kleine Lebensweisheiten das Ganze auf.



Was erwartet euch:



❏ eine Geschichte, die vom liebenswerten schwäbischen Dialekt lebt, den ich unheimlich gerne lese

❏ jede Menge Situationskomik

❏ bewusst überzeichneten Figuren



So herrlich schräg manche Szenen auch waren, der Humor war für meinen Geschmack einen Hauch zu klamaukig und oftmals stark plakativ. Wer genau das liebt, wird hier sicherlich bestens unterhalten - bei mir blieb es leider bei einem okay-ish. Ich lache einfach herzhafter über die feinsinnigen Wortspiele einer Renate Bergmann als über schrille Comedy-Szenen, was natürlich unter Geschmackssache fällt. Zudem gab es einige Längen, die mich beim Lesen ein bisschen ausgebremst haben, ehe die eigentliche TV-Show endlich beginnt.



𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:

Ein lockerer, kurzweiliger Roman mit viel Dialekt, Komik und skurrilen Figuren. Wer Lust auf eine leicht überdrehte Heimkomödie mit Quizshow-Flair hat, wird hier sicher seine Freude finden. Für mich war es - trotz persönlicher Glücksrad-Sentimentalität - nicht ganz das Richtige, daher vergebe ich freundliche 3 Sterne.

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