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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.10.2025

Hat nicht ganz meine Erwartungen erfüllt

Star-Crossed Hearts
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Der größte Wunsch der jungen Catherine Pinkerton wäre es, in ihrem kleinen Heimatort eine Bäckerei zu eröffnen. Mit großer Leidenschaft backt sie die kreativsten Werke, doch ihre Mutter hat andere Pläne ...

Der größte Wunsch der jungen Catherine Pinkerton wäre es, in ihrem kleinen Heimatort eine Bäckerei zu eröffnen. Mit großer Leidenschaft backt sie die kreativsten Werke, doch ihre Mutter hat andere Pläne für Cath. Denn der Herzkönig scheint mehr als nur ein wenig an Cath Interesse zu haben. Dumm nur, dass dieser Herzkönig ein alberner, kleiner Wicht ist, der Cath überhaupt nichts bedeutet. Ganz im Gegensatz zu Jest, der neue Hofnarr des Königs, der nicht nur geheimnisvoll, sondern auch sonst sehr anziehend ist. Doch gibt es wirklich eine Chance für die Beiden?
Ich bin ein großer Fan der Autorin Marissa Meyer, die mich eigentlich bisher immer mit ihren Büchern überzeugen konnte, auch Star-crossed Heart sieht optisch einfach nur traumhaft aus und ein Retelling zu einer Nebenfigur aus dem Wunderland: Keine Frage, das Buch musste ich lesen.
Mir fiel hier der Einstieg etwas schwerer, denn der gewohnte Schreibstil der Autorin blieb für mich dieses Mal aus. Stattdessen wurde ich hier doch eher an den eher skurrilen und ausschweifenden Schreibstils des Autors des Originalwerkes erinnert.
Das Setting, in diesem Fall Alices Wunderland, fand ich wiederum sehr gut dargestellt, ob es jetzt der Ball des Herzkönigs oder die Teegesellschaft des Hutmachers oder die zynischen Kommentare der Grinsekatze waren, ich hatte definitiv das Wunderland vor Auge beim Lesen.
Mein leider größtes Manko an der Geschichte ist, dass leider nur wenig Spannung aufkam und mir damit die Sogwirkung fehlte. Marissa Meyer greift hier zwar gelungen das Leben der späteren Herzkönigin auf und beschreibt, warum sie so wird, wie sie dann ist, aber das ganze wird sehr ausführlich geschildert. Nur hin und wieder, wenn die eher düsteren Kreaturen auftauchten, wurde es temporeicher, was aber leider oft nur von kurzer Dauer war.
Catherine war mir durchaus sympathisch. Ihre Träume und Wünsche empfand ich als nachvollziehbar, genauso wie ihre Abneigung gegenüber diesem gnomigen Herzkönig, der in meinen Gedanken schon gleich äußerst lächerlich wirkte. Da wir hier die Geschichte aus ihrer Sicht erleben, kann man all das sehr gut nachempfinden. Was mir zunächst schwerfiel, war, diese zauberhafte Person mit der Herzkönigin in Verbindung zu bringen, auch wenn das später sehr gut gezeichnet wurde, warum und weshalb sie so wird.
Jest blieb mir leider ein wenig zu oberflächlich, wäre dieser ein wenig intensiver gezeichnet gewesen, hätte ich schon viel eher für die beiden mitfiebern können. So fehlte mir ein kleines bisschen die Tension zwischen den Beiden und das Kribbeln blieb aus.
Die Nebencharaktere sind recht lebendig, als Alice Fan konnte ich diese durchaus schnell zuordnen und sah diese direkt vor mit, von Grinsekatze bis hin zu den Spielkarten war alles dabei und natürlich fehlte auch der Hutmacher nicht. Diese Figuren alle zusammen sind natürlich so skurril wie in Lewis Carolls Original. Das ist Marissa Meyer absolut gelungen.
Mein Fazit: Ich liebe Marissa Meyers Bücher und ich liebe Alice im Wunderland, die Kombination klang vielversprechend, konnte aber nicht ganz so gut funktionieren, wie erhofft. Zwar sind der Schreibstil und die Figuren nah dran am Original, für mich für ein Retelling absolut ausreichend, allerdings blieben mir die beiden Protagonisten, Cath und Jest sehr fern. Das Worldbuilding ist sehr gut gelungen, das Tempo der Handlung dafür eher schleppend. So war das Buch für mich leider ein Auf und Ab, das zwar nett für zwischendurch war, aber nicht das erhoffte Highlight.

Veröffentlicht am 14.10.2025

Grundidee war erfrischend anders

Musenrausch (Nektar und Ambrosia, Band 1)
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Eigentlich ist das Malen Wandas größte Leidenschaft, doch als bei einem schrecklichen Unfall ihre Freunde ums Leben kommen, verliert sie jegliche Inspiration. Doch eines Abends überkommt sie das Verlangen ...

Eigentlich ist das Malen Wandas größte Leidenschaft, doch als bei einem schrecklichen Unfall ihre Freunde ums Leben kommen, verliert sie jegliche Inspiration. Doch eines Abends überkommt sie das Verlangen doch wieder zu malen und kaum legt sie ihren Pinsel zur Seite, entdeckt sie einen fremden Mann auf ihrem Sofa. Dieser behauptet, sein Name sei Neo und er sei ihre Muse, doch eigentlich dürfte sie ihn gar nicht sehen können. Es scheint als gäbe es eine Verbindung zwischen ihnen und deshalb begleitet Wanda Neo und lernt dessen Welt kennen.
Wieder einmal kann ich nur sagen, dass dieses Buch wunderschön gestaltet ist und mich magisch anzog. Die Geschichte klingt auch einfach ungewöhnlich und mal ganz anders.
Der Einstieg macht neugierig, ist aber nicht ganz einfach, denn ich hatte hier das Gefühl, nicht so richtig zu wissen, was mit Wanda los ist, zwar gab es natürlich Hinweise, aber es blieb wage. Zwar gibt es dazu Andeutungen, aber ich konnte mich nur schwer einfühlen.
Auch der Schreibstil ist nicht ganz so leicht, er wirkt zwar unglaublich bildhaft, war aber für meinen Geschmack zu ausschweifend, so dass ich beim Lesen immer gedanklich abdriftete.
Die Geschichte spielt in Hamburg, allerdings wechseln wir später in Neos Welt, einer Art Welt, die einer Götterwelt ähnelt und parallel zu unserer existiert. Die Idee hat mir gut gefallen und hier gibt es einiges zu entdecken, was auch wirklich detailliert beschrieben wird.
Die Fantasywelt offenbart sich nur nach und nach, jedoch auch stets mit dem Bezug zur Kunst. Das ist definitiv mal was Neues und Ungewöhnliches, allerdings brauchte es für mich eine Zeit, um damit warm zu werden.
Dadurch, dass mir der Schreibstil nicht ganz leichtfiel, hatte ich auch lange Zeit Schwierigkeiten, bei der Handlung am Ball zu bleiben. Ich brauche immer etwas Action und für mich plätscherte die Story eine ganze Zeit lang nur so vor sich hin. Das wurde zwar nach hinten hin immer besser, aber auch wenn es da Wendungen und Überraschungen gab, war mir der Weg bis dahin zu zäh.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht unserer Protagonistin Wanda, so dass wir ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen können.
Wanda und Neo unterscheiden sich in ihren Eigenschaften völlig, während Wanda eher introvertiert und nachdenklich. Mit dem Verlust ihrer Freunde hat sie, verständlicherweise sehr zu kämpfen. Für mich war Wanda durchweg authentisch. Neo ist hingegen sehr lebhaft, schafft es aber immer wieder, Wanda aus ihrem Schneckenhaus zu locken. Die Beziehung zwischen den beiden steigert sich langsam und stetig, doch Tension ist vom ersten Moment an spürbar.
Mein Fazit: Ich glaube, um in diese Geschichte abzutauchen, braucht man selber auch einen Bezug zur Kunst, denn diesen spürt man durchweg. Für mich war der Schreibstil einfach ein wenig zu poetisch, zu ausschweifend, so dass es mir stellenweise schwerfiel, am Ball zu bleiben. Ich glaube aber, dass es gerade dieser Stil ist, der vielen gefallen wird. Eine tolle Idee, bei der mir nur ein wenig Spannung fehlte, dafür aber mit Charakteren und Worldbuilding punkten konnte.

Veröffentlicht am 27.09.2025

Nicht ganz überzeugend

Heart of Night and Fire
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Zeit ihres Lebens war Zarya eine Gefangene im Hause des Mannes Row. Warum und weshalb, das weiß sie nicht, nur dass ihre Magie gefährlich sein soll. Doch als Row eines Abends nicht nach Hause zurückkommt, ...

Zeit ihres Lebens war Zarya eine Gefangene im Hause des Mannes Row. Warum und weshalb, das weiß sie nicht, nur dass ihre Magie gefährlich sein soll. Doch als Row eines Abends nicht nach Hause zurückkommt, ergreift Zarya die Flucht. Zuflucht findet sie in der Stadt aus Marmor, aber diese lebt unter der ständigen Bedrohung durch Dämonen, die Nacht für Nacht angreifen. Gemeinsam mit dem gutaussehenden Kommandant Vikram kämpft sie nun jede Nacht. Doch als klar wird, über welche Magie sie verfügt, ändert sich alles.
Optisch ist dieses Buch wieder ein absoluter Hingucker und auch der Klappentext klang spannend.
Auch der Einstieg fiel hier leicht, denn Autorin Nisha J. Tuli beschreibt bildlich und leicht, zwar liegt mir der personelle Erzähler nicht ganz so, aber hier las es sich flüssig.
Die Welt fand ich mega interessant, eine Anlehnung an indische Mythologie habe ich bis Dato noch nicht gelesen. Dadurch waren mir aber viele der Wesen und Namen keinerlei Begriff und damit nur wenig vorstellbar. Dass sich am Ende des Buches ein Glossar befindet, habe ich tatsächlich erst recht spät bemerkt. Ab da wurde es auf jeden Fall besser, denn dieses Glossar ist wirklich hilfreich.
Was die Spannung betrifft, hatte ich so meine Probleme, ich empfand hier so einige Längen und richtig Spannung kam bei mir nicht auf. Geheimnisse ahnte ich schon früh, auch was die Herkunft Zaryas betrifft oder den Mann ihrer Träume, der geheimnisvoll wirken sollte, all das dachte ich schon zuvor.
Auch hatte ich hier irgendwie das Gefühl, dass die Handlung ein wenig sprunghaft war, so dass ich immer wieder im Lesefluss gestört wurde. So ein richtiger Sog wollte einfach nicht entstehen.
Protagonistin Zarya ist, verständlicherweise, sehr unbedarft, was das weltliche Geschehen betrifft. Trotzdem ist sie stark und selbstbewusst und entwickelt sich nach und nach, auch wenn ich mir gerade hier mehr Emotionen erwünscht hätte. Ich wurde einfach nicht so richtig mit ihr warm, allerdings auch nicht mit ihrem männlichen Gegenpart, den ich als unspektakulär empfunden habe.
Dementsprechend war auch die Liebesgeschichte zwischen den beiden zu aufgesetzt,
Mein Fazit: Dieser erste Band der neuen Reihe hatte für mich einige Höhen und Tiefen. Es gab zwar spannende Momente, aber vor allem der Mittelteil zog sich gewaltig. Mit den Charakteren wurde ich nicht richtig warm, zumindest nicht mit den beiden Hauptcharakteren. Da ich die andere Reihe der Autorin nicht gelesen habe, kann ich da jetzt auch keine Vergleiche ziehen. Ich persönlich weiß noch nicht genau, ob ich hier am Ball bleiben möchte.

Veröffentlicht am 10.09.2025

Einzelband mit nordischer Mythologie

Daughter of Ruin. Götterblut
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Freya ist die Tochter der gefürchteten Gottestötwrin und die Thronerbin des letzten Wikingerstamms. Fernab des Alltäglichen leben sie, doch in letzter Zeit bricht immer häufiger eine mysteriöse Krankheit ...

Freya ist die Tochter der gefürchteten Gottestötwrin und die Thronerbin des letzten Wikingerstamms. Fernab des Alltäglichen leben sie, doch in letzter Zeit bricht immer häufiger eine mysteriöse Krankheit aus. Freya würde alles tun, um ihr Volk zu retten und so begibt sie sich auf die Reise, Loki zu töten und damit Ragnarök zu entgehen. Allerdings muss sie dafür ausgerechnet Fenrirs Schiff betreten, dem sie misstraut und das aus gutem Grund.
Das Cover ist ein Traum und bei nordischer Mythologie werde ich grundsätzlich neugierig.
Der Einstieg ist gleich spannend und doch schon hier wird schnell klar, dass vieles auf Lug und Trug und Misstrauen basiert.
Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig und ist bildlich genug, um sich alles vorzustellen. Doch als plötzlich klar wird, dass die Handlung in unserer Zeit stattfindet, war ich kurz verwirrt. Ich hatte mir hier eher eine Welt aus der Zeit der Wikinger vorgestellt und Dinge wie IPhone und Coca Cola wollten für mich da irgendwie nicht richtig passen.
Die Handlung ist temporeich und voller Wendungen, allerdings geschieht hier so viel, dass man kaum hinterher kommt und die Lösungen der Probleme oftmals zu leicht erscheinen. Sehr schade, dass es ein Einzelband ist, denn die Ideen der Autorin reichen locker für eine Dilogie, wenn nicht sogar Trilogie. Leider gab es Vorgaben, dass alles in einen Band passen musste.
Protagonistin und Ich-Erzählerin Freya mochte ich vom ersten Moment an. Loyal, immer bereit zu helfen und ganz anders, als ihre skrupellose Mutter von ihr erwartet. Für mich war sie das Highlight der Geschichte, da man vor allem sie auch intensiv kennenlernt. Die Tension zwischen ihr und Fenrir ist von Beginn an spürbar. Der Grund ihres Misstrauens ihm gegenüber wird erst zum Ende hin aufgelöst. Fenrir blieb mir, wie auch die meisten Nebencharaktere eher fremd. Auch hier wäre es toll, wenn mehr Raum für alles geblieben wäre.
Die Interpretation der nordischen Mythologie ist mal völlig individuell, was mir gut gefallen hat. Auch wenn ich als Fan der Saga Schwierigkeiten hatte, dir bekannten Götter und Co in einem anderen Licht zu sehen.
Mein Fazit: Insgesamt eine gelungene Geschichte, die vor allem mit vielen Überraschungen punkten kann. Leider war mir die Handlung zu überhastet, so dass zwar permanent Action da war, aber nur wenig in die Tiefe ging. Die Autorin nutzt die Grundlage der nordischen Göttersaga und macht sie zu etwas eigenem, was mir gut gefiel. Reinlesen lohnt sich.

Veröffentlicht am 10.09.2025

Nicht ganz überzeugend

Immortal Consequences – Die Blackwood Academy Trials
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Immortal Consequences ist mal wieder ein Buch, dessen Optik mir sofort aufgefallen ist, denn es ist einfach schön gestaltet.
Der Klappentext versprach Dark Academia Vibes und spannende Trials. Doch schon ...

Immortal Consequences ist mal wieder ein Buch, dessen Optik mir sofort aufgefallen ist, denn es ist einfach schön gestaltet.
Der Klappentext versprach Dark Academia Vibes und spannende Trials. Doch schon der Einstieg zog sich für mich zu sehr in die Länge. Der Schreibstil ist zwar sehr leicht zu lesen, aber auch ein wenig hölzern. Das liegt aber auch an den sechs verschiedenen Perspektiven, jeweils durch einen personellen Erzähler, die es mir schwer machten, Zugang zur Geschichte zu finden.
Das Worldbuilding hat einen wahnsinnig guten und neuen Grundgedanken, der spannend klang. Was mir schwer fiel, war das Verständnis dafür, warum die jung Verstorbenen jahrzehntelang an der Akademie bleiben, was lernen sie denn da noch? Also starke Idee mit kleineren Schwächen.
Die Handlung braucht auch lang, zu lang, um in die Gänge zu kommen. Es dauert fast 200 Seiten, bis mehr passiert und auch wenn die Trials endlich Abwechslung brachten, fehlte mir hier das Mitfühlen.
Die sechs Charaktere im Mittelpunkt könnten unterschiedlicher nicht sein. Immer wieder erleben wir einen anderen Charakter und auch wenn ich wechselnde Perspektiven mag, so musste ich immer wieder grübeln, wie das Kapitel des handelnden Charakters zuvor endete. Wirklich kennengelernt habe ich sie nur ganz langsam und auch eher oberflächlich. Gerade über August und Wren hätte ich gerne mehr erfahren.
Mein Fazit: Das Buch bietet eine tolle Grundidee und klang auch zunächst einfach nach etwas Neuem. Allerdings war es, trotz leichtem Schreibstils, eher langatmig und ich hatte nach 100 Seiten noch nicht das Gefühl, dass ich etwas verpassen würde, wenn ich nicht weiterlesen würde. Wer hier interessiert ist, sollte trotzdem mal reinlesen.