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Aglaja

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2026

Faszinierende Finsternis

Hitler – Prophet der Finsternis
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Wer hatte nicht schon einmal den Gedanken, was wäre wenn? Wie wäre es gewesen, wenn sich Hitler den Anklägern der Nürnberger Prozesse hätte stellen müssen? Der Autor hat uns in seinem Roman, der mit fundiertem ...

Wer hatte nicht schon einmal den Gedanken, was wäre wenn? Wie wäre es gewesen, wenn sich Hitler den Anklägern der Nürnberger Prozesse hätte stellen müssen? Der Autor hat uns in seinem Roman, der mit fundiertem Quellenwissen unterbaut ist, eine Vorstellung geliefert, wie es vielleicht hätte sein können.. Er legt Wert auf das Psychogramm Hitlers, seine Selbstinszenierung, seine Lügen, seine Manipulationsmechanismen, das Wissen über Massenmanipulation und Manipulation des Individuums und seine Gewissheit des eigenen Prophetentums, verquickt mit einer Religion, an die er selbst nicht glaubte. Alles zusammen ergab "eine Unheilslehre zur Beflügelung der Grundtriebe, das ist der Nationalsozialismus."

Mensch, pass auf, die neuen Fallen sind schon gestellt!

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Veröffentlicht am 28.02.2026

"Mit mir stimmt etwas nicht"

Mit beiden Händen den Himmel stützen
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Lale ist ein Frühchen und muss einen Heroinentzug durchstehen, bei dem ihr niemand helfen kann, dieses winzige Wesen muss es aushalten.

Genau so muss sie ihre Kindheit aushalten. Ihre Mutter, heroinabhängig, ...

Lale ist ein Frühchen und muss einen Heroinentzug durchstehen, bei dem ihr niemand helfen kann, dieses winzige Wesen muss es aushalten.

Genau so muss sie ihre Kindheit aushalten. Ihre Mutter, heroinabhängig, sieht sie nur selten. Direkt nach der Geburt kommt sie in ein Heim, der Vater ist im Knast. Danach verbringt sie ihre Kindheit und Jugend in einer typischen Berliner linken Männerkommune. Spontisprüche an der Wand, wechselnde Partnerinnen des Vaters, totale "Freiheit" des Kindes", sie kann machen was sie will. Beginnt früh zu trinken und zu kiffen und wird missbraucht.

Lale fehlt alles was sie braucht. Warme Hände, die sich verlässlich schützend um sie legen. Grenzen, die sie die Begrenzungen des eigenen Selbst spüren lassen. Sie ist verloren in sich. Sie will ein normales Leben wie andere auch, aber sie weiß nicht wie das geht, niemand ist da, der es ihr zeigen könnte.
Orientierung sucht sie vergeblich in den Songs ihrer Zeit, die den gleiche Schrei nach Hilfe aussenden, wie sie selbst.

Die Autorin hat eine pathologische Kindheit und Jugend in Literatur verwandelt. Man kann vielleicht nicht alle ihrer Sublimierungen verstehen.
Wer die Drogen nicht aus eigener Erfahrung kennt, wer die ungeheuere Verlassenheit die ein Kind erleidet nicht in Ansätzen kennt, weiß vielleicht mit manchem bis zur letzten Konsequenz nichts anzufangen.
Anschauungsmaterial für eine antiautoritäre Erziehung.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Heimat

Die Riesinnen
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Heimat kann etwas Beengendes sein, etwas Bedrückendes, etwas Erstickendes, das einen hindert Flügel zu entwickeln. Heimat kann aber auch das warme Nest sein, das starke Fundament von dem aus man seine ...

Heimat kann etwas Beengendes sein, etwas Bedrückendes, etwas Erstickendes, das einen hindert Flügel zu entwickeln. Heimat kann aber auch das warme Nest sein, das starke Fundament von dem aus man seine Flügel breit machen kann.

Von Heimat ist die Rede, ihrer Veränderung im Laufe der Zeit, davon welche bestimmende Rolle sie spielt im Leben von drei Frauen einer Familie, Großmutter, Mutter und Tochter. Alle hätten gehen können, aber alle sind geblieben. Die Heimat ist fest verwurzelt in ihren Herzen.

Das unspektakuläre Leben dieser drei Frauen in einem Schwarzwalddorf ist das Thema von Hannah Häffner.

Die Autorin schreibt in einfachen, kraftvollen Sätzen, klar wie Wasser. Erkenntniss und Reflexion bringt sie auf den Punkt, fundamentale Wahrheiten, die den meisten Menschen, erkannt oder unerkannt begegnen. Kein falsches Pathos, kein Krümel Esoterik, die reine Kraft und Ausstrahlung der Natur des Waldes schreibt sie in bewegend poetischen Worten. Das Buch hat auch ein paar Längen und Schwächen, wie das Leben selbst.

Einer der unzähligen Sätze, die meines Erachtens des Zitierens würdig sind.

S.394: "Jeder Mensch hat das Recht, über den Tod hinaus zu existieren. Niemand hat das Recht auf ein Leben ohne die Toten."

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Das Schwanenhotel

Schwanentage
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Bei Literatur aus China muss man immer bedenken, dass die Autoren sich auf einer Gratwanderung befinden, vieles muss "durch die Blume" gesagt werden, eher subtil als direkt. Hinter jedem Satz kann sich ...

Bei Literatur aus China muss man immer bedenken, dass die Autoren sich auf einer Gratwanderung befinden, vieles muss "durch die Blume" gesagt werden, eher subtil als direkt. Hinter jedem Satz kann sich eine versteckte Welt befinden. Die Autoren aus den Ländern in denen Zensur herrscht sind Meister darin, in der Andeutung liegt die Kunst, wer will, der verstehe.
So hat auch die junge Autorin Zhang Yueran ihr Buch "Schwanentage" so leicht und locker geschrieben, dass keine Zensur was darin finden könnte.
Sie hat einfach eine kleine Geschichte erfunden, um eine der superreichen Familien herum, die wie alle anderen ihrer Klasse Bedienstete haben.
Mit ihrem Kindermädchen vom Lande hat diese Familie großes Glück gehabt.
Yu Ling kümmert sich hingebungsvoll um den kleinen Sohn und macht auch sonst mehr als sie müßte - und sie ist loyal. Nach chinesischer Art zeigt man ihr natürlich keine Dankbarkeit oder gar freundschaftliche Zuwendung, im Gegenteil, man wahrt den Abstand.
Das Buch gewährt einen kurzen Blick auf viele Aspekte der chinesischen Gesellschaft, die für uns Menschen des Westens nicht so einfach nachzuvollziehen sind.
Es ist ein Vergnügen dieses kleine Buch zu lesen, leicht, locker, unterhaltsam, aber nicht trivial.
Es lohnt sich die chinesische Gesellschaftsstruktur tiefer zu ergründen.

In ihrer Danksagung weißt die Autorin daraufhin, dass der Originaltitel des Buches "Schwanenhotel" und nicht "Schwanentage" lautet. Sie sagt dazu:"Einmal geht es um Zeit, einmal um Raum. Aber auch die Zeit ist ein Raum; intimer, weiter,"

Ich finde es sehr schade, dass zu dem wunderbaren Umschlagentwurf keine Quelle angegeben ist, außer das Ashmolean museum Oxford.
Da kann ich lange suchen.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

"Ich hasse meinen Bruder"

Der Absturz
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Von katharina.51

"Ich hasse meinen Bruder",ein schwerwiegender Satz, der einen zum Erschrecken bringt und zum Nachdenken. Was kann es sein, das den Menschen zum Hass gegen den eigenen Bruder bringen kann? ...

Von katharina.51

"Ich hasse meinen Bruder",ein schwerwiegender Satz, der einen zum Erschrecken bringt und zum Nachdenken. Was kann es sein, das den Menschen zum Hass gegen den eigenen Bruder bringen kann? Der Autor Édouard Louis beschreibt in seinem Buch "Der Absturz" seine Familiengeschichte, in der er nach einer Erklärung sucht, warum der Bruder so geworden ist, wie er ist. Sind es familiäre oder soziale Determinationen, ein Klassenschicksal, er weiß es nicht. Ihn quälen Fragen wie: "Ab welchem Moment wird aus Handlungen ein Schicksal? Bis zu welchem Moment hätte jemand, zum Beispiel meine Eltern die Richtung beeinflussen können, die sein Leben nahm? Ab wann ist es zu spät?"
Er hat Schuldgefühle, hätte er seinem Bruder helfen können oder müssen, wenn ja, aber wie. Seine eigene Rettung ist die Distanz.
Der Autor lässt den Leser ratlos zurück, er muss sich seine eigene Meinung bilden. Hätte er diesen Bruder auch gehasst, oder wäre er zu retten gewesen?
Ein lesenswertes Buch, dass einen schmerzenden Haken im Herzen zurück lässt.

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