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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.10.2025

Informativ,unterhaltsam&wichtig auch f. Nichtösterreicher:Innen

We are Austria
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Titel, Beschreibung sowie die 20 Seiten umfassende Leseprobe (LP) von Nina Pavicsits' 192-seitigem Sachbuch "We are Austria - 77 außergewöhnliche Frauen aus Österreich" (HC, seit dem 09. 10. 2025 unter ...

Titel, Beschreibung sowie die 20 Seiten umfassende Leseprobe (LP) von Nina Pavicsits' 192-seitigem Sachbuch "We are Austria - 77 außergewöhnliche Frauen aus Österreich" (HC, seit dem 09. 10. 2025 unter der ISBN 978-3-222-15157-6 bei der Molden Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG) vermochten auf Anhieb, mein Interesse zu wecken, wohingegen ich dem originellen, mir jedoch zu grellen und zu überfrachteten - z. B. war die Zahl "77" zunächst gar nicht zu erkennen - Cover wenig abgewinnen konnte.

Die LP beginnt mit einem Inhaltsverzeichnis, in welchem 77 Österreicherinnen - u. a. aus den Bereichen Literatur, Politik, Sport und Wissenschaft - alphabetisch nach Vornamen geordnet sind. Weil ich mich allem Österreichischen schon immer sehr verbunden fühle, war ich mir nicht ganz sicher, ob ich mich darüber freuen soll, dass mir immerhin 15 Namen vertraut, oder ärgern soll, dass es nicht mehr sind. Auf jeden Fall wollte ich die übrigen gern kennenlernen, zumal mir die "Steckbriefe" der in der LP vorgestellten Damen - darunter Christine Nöstlinger und Kaiserin Elisabeth - vielversprechend erschienen. Außerdem gefiel mir die Auswahl aus bekannten und weniger bekannten, allen Schichten und unterschiedlichen Jahrhunderten entstammenden Protagonistinnen sehr gut.

Insofern wurde ich von der Lektüre auch nicht enttäuscht. Jeder Person ist eine Doppelseite gewidmet, auf der einen erzählt sie selbst aus ihrem Leben, auf der zweiten befindet sich ein mit einer Ausnahme mittels KI erstelltes Porträt. Das mag aktuell, originell und was-weiß-ich-noch-alles sein, gefällt mir jedoch überhaupt nicht, sorry!!
Das ist aber mein einziger, wenn auch starker Kritikpunkt.
Ansonsten empfand ich die Lektüre als informativ, unterhaltsam und sehr wichtig!
Diese Frauen haben mit ihrem Beispiel dazu beigetragen, dass wir Frauen von heute so leben können, wie wir es tun.
Und das gilt selbstverständlich nicht nur für Österreich!
Von Interesse fand ich auch die "Vorschlagsseiten" sowie die Ausführungen zur Geschichte der Frauenrechte am Schluss des Buches, dem ich eine große Leserschaft wünsche!

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Histor. Jugendkrimi um reales Findelkind

Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten
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Bereits die 26 Seiten umfassende Leseprobe (LP) von Davide Morosinottos für Kinder ab 12 Jahren empfohlenem Jugendbuch über das Geheimnis von Kaspar Hauser "Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten" ...

Bereits die 26 Seiten umfassende Leseprobe (LP) von Davide Morosinottos für Kinder ab 12 Jahren empfohlenem Jugendbuch über das Geheimnis von Kaspar Hauser "Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten" (Originaltitel: "L'ultimo cacciatore"; aus der italienischen von Cornelia Panzacchi in die deutsche Sprache übersetzt) gefiel mir.
Bei "Grimaldi" denke ich normalerweise zunächst an Monaco, der Name "Kaspar Hauser" bescherte mir sofort ein musikalisches Kopfkino: Reinhard Mey "Kaspar"
https://www.youtube.com/watch?v=ksRGWuO-e4M

Das am 27. 09. 2025 unter der ISBN 978-3-522-20314-2 vom Verlag Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH herausgegebene 272-seitige Werk ist mit einem originellen Cover ausgestattet, in einer altersangemessener Sprache verfasst und dürfte mit den Abenteuern der 14 Jahre alten, klugen und sympathischen Greta und ihrem ein wenig grantelnden Vater, dem berühmten Meisterdetektiv Dr. Grimaldi, voll und ganz den Geschmack der Zielgruppe treffen.

Eine Erwähnung verdienen auch die Illustrationen wie beispielsweise der alte farbige Stadtplan, welcher neun mit Zahlen gekennzeichnete markante Punkte Nürnbergs aufzeigt, sowie Unterlagen wie div. Briefe, Fotos, Postkarten und Abbildungen alter Stadtarchivkarten und einer S/W-Landkarte von der Nordsee bis Italien, von Griechenland bis Belarus.

Das Findelkind Kaspar Hauser hat tatsächlich gelebt. Im Jahr 1829 wollen die beiden Grimaldis u. a. das Geheimnis um seine Herkunft/Abstammung lüften - ist er ein echter Adelsspross oder ein gewiefter Betrüger?

Eine spannende, wenn auch themenbedingt etwas düstere Geschichte.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Eine bemerkenswerte Frau!

Prinzessin Alice
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Irene Disches 158-seitiger, seit dem 25. 09. 2025 beim Claasen Verlag unter der ISBN 978-3-546-10156-1 erhältlicher Roman "Prinzessin Alice" wird mit "Für Fans von 'The Crown' und 'Bridgerton'" beworben. ...

Irene Disches 158-seitiger, seit dem 25. 09. 2025 beim Claasen Verlag unter der ISBN 978-3-546-10156-1 erhältlicher Roman "Prinzessin Alice" wird mit "Für Fans von 'The Crown' und 'Bridgerton'" beworben. Beides kenne ich nur dem Namen nach, wollte dieses aus dem Englischen von Tanja Handels in die deutsche Sprache übersetzte, mit einem passenden Cover versehene Buch jedoch trotzdem lesen, denn von dieser Autorin ist mir bereits mindestens ein Werk in positiver Erinnerung geblieben und ich fühlte mich überdies von der 34 Seiten umfassenden Leseprobe (LP) recht angesprochen.
Abgesehen davon las ich schon Biografien über einige Hauptpersonen, weshalb ich etliche der hier geschilderten Ereignisse bestätigt sah.
Die LP beginnt mit dem im ersten Moment möglicherweise erschreckenden, im Weiteren jedoch verständlicher werdenden Zitat "Wenn du mit Gott sprichst, ist das Beten. Wenn Gott mit dir spricht, ist es Schizophrenie." von Thomas Szasz.
In einer "Familie, Familie, Familie" betitelten Art Prolog wird u. a. über die titelgebende Prinzessin Alice (geb. 25. Februar 1885 in Windsor Castle, gest. 5. Dezember 1969 im Buckingham Palace, London), die Urenkelin Queen Victorias (1819 - 1901) und Mutter des 1921 als Prinz Philip von Griechenland und Dänemark auf Korfu geborenen und 2021 auf Schloss Windsor verstorbenen Herzog von Edinburgh, Ehemann von Queen Elizabeth II. (1926 - 2022) und Vater von König Charles III. (*1948), Sigmund Freud (1856 - 1939), Lady Edwina (1901 - 1960), Gattin von Louis, dem 1. Earl Mountbatten of Burma und letzten Vizekönig von Indien (1900 - 1979), Marie Bonaparte, Urenkelin Lucien Bonapartes, dem Bruder von Napoleon I., Prinzessin von Griechenland und Dänemark (1882 - 1962) berichtet.
Danach spricht Alice die Leserschaft direkt an, "outet" sich und schildert teilweise überaus detailgetreu ihr trauriges Dasein. Insgesamt decken sich ihre Angaben mMn durchaus mit bekannten historischen Fakten. Sie wurde taub geboren, konnte aber in mehreren Sprachen von den Lippen ablesen. Zeitweilig hatte sie "Wahrnehmungen", häufig religiöser Art. Ob und ggf. inwieweit das auf zweifelhafte psychiatrische und körperliche Eingriffe zurückzuführen ist, bleibt offen. Fakt ist, dass sie während des 2. Weltkrieges in Suppenküchen tätig war und mindestens einer Familie jüdischen Glaubens die Flucht vor den Nazis ermöglichte.
Der vordere Klappentext und die Beschreibungen auf der Rückseite gefielen mir erwähnenswert gut.
Allerdings brach der Roman m. E. entschieden zu früh ab.
Auch vermisste ich ein Nachwort der Autorin.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Wohlfühlbuch aus Japan

Der Laden in der Mondlichtgasse
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Kogetsu, ein Wesen halb Fuchsgeist, halb Mensch, führt das Süßwarengeschäft Kohaku in der geheimnisvollen Mondlichtgasse, welche sich nur für in seelischem Ungleichgewicht befindliche Menschen und zudem ...

Kogetsu, ein Wesen halb Fuchsgeist, halb Mensch, führt das Süßwarengeschäft Kohaku in der geheimnisvollen Mondlichtgasse, welche sich nur für in seelischem Ungleichgewicht befindliche Menschen und zudem lediglich zwischen Vollmond und Neumond öffnet.
Obwohl ich seit meiner Kindheit ein Faible vor allem für die Märchen der Gebrüder Grimm, H. C. Andersens, Ludwig Bechsteins sowie Wilhelm Hauffs besitze, stoße ich mit Fantasy gelegentlich an meine Grenzen. Auch mit japanischen Weisheiten kam ich bisher nicht so recht klar. Aber "Versuch macht kluch".
Und so ließ ich mich "tapfer" auf Hiyoko Kurisus mit einem zauberhaften gold-blauen, thematisch passenden Cover versehenen und 208 Seiten umfassenden Roman "Der Laden in der Mondlichtgasse" (Originaltitel "The Amberglow Candy Store in the Night Alley", ins Deutsche übersetzt von Charlotte Scherer) mit Confiseur Kogetsu ein.
Das Buch erschien am 01. 09. 2025 im Verlag Droemer Knaur unter der ISBN 978-3-426-56124-9 und besteht aus 6 Geschichten. In diesen verkauft Kogetsu den jeweiligen Protagonist*innen scheinbar deren Probleme lösende traditionelle japanische Leckereien. Allerdings tut er dieses nicht völlig selbstlos, weil er deren Wirkung auf seine "Probanden" heimlich beobachtet, denn der Fuchsgeist möchte gern mehr über die Menschen erfahren.
Den Schluss empfand ich als erfrischend und einfach (nicht simpel!), denn beispielsweise schläft ein schreiendes kleines Kind von ganz alleine ein, während (nicht "obwohl"!) seine Mutter tief in Gedanken versunken ist.
Ich verbrachte angenehme Lesestunden und empfehle Frau Kurisus Werk daher gern weiter.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Gut: Biografie Peggy Guggenheims

Peggy Guggenheim
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Bereits die 24 Seiten umfassende Leseprobe (LP) zu Mona Horncastles 224-seitigem, von ihr selbst aus dem Englischen in die deutsche Sprache übersetzten Sachbuch "Peggy Guggenheim, Freigeist - Mäzenin -Femme ...

Bereits die 24 Seiten umfassende Leseprobe (LP) zu Mona Horncastles 224-seitigem, von ihr selbst aus dem Englischen in die deutsche Sprache übersetzten Sachbuch "Peggy Guggenheim, Freigeist - Mäzenin -Femme fatale", Band 10 der Reihe "Reihenweise kluge Frauen" gefiel mir gut.
Sie verfügt über etliche S/W-Fotografien, einen gezeichneten Stammbaum, interessante Zitate wie beispielsweise "Savor Kindness Because Cruelty is Always Possible Later" ("Genießen Sie Freundlichkeit, denn Grausamkeit ist später jederzeit möglich") und ein Inhaltsverzeichnis. Dieses umfasst:
Intro
I Herkunft
II Emanzipation
III Neuanfang
IV Warclouds
V Art of This Century
VI Collezione Peggy Guggenheim
Eine Art Nachwort
Anmerkungen
Verwendete Literatur
Personenregister
Bildnachweis
Die Autorin.
Davon sind "Intro", "Die Autorin" und ein Teil vom 1. Kapitel in der LP enthalten.
Das Buch wurde unter der ISBN 978-3-222-15129-3 am 28. 08. 2025 im Molden Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG veröffentlicht.
Peggy Guggenheim wurde als Marguerite Guggenheim am 26. August 1898 in New York, USA geboren und verstarb am 23. Dezember 1979 in Camposampiero bei Padua, Italien. Im Alter von 14 Jahren verlor sie durch den Untergang der TITANIC ihren Vater.
Ich wollte gerne mehr über sie erfahren und wurde von der Lektüre diesbezüglich nicht enttäuscht.
Sehr gern hätte ich allerdings ein Lesebändchen vorgefunden. Außerdem strömte dieses Buch, obwohl es (umwelt-)freundlicherweise nicht in einer Plastikfolie eingeschweißt war, anfangs einen recht unangenehmen chemischen Geruch aus.
Natürlich war mir Peggy Guggenheims Name ein Begriff, ich wusste, dass man sie gelegentlich "poor little rich girl" (armes kleines reiches Mädchen) nannte, sie sich mit Kunst befasste und im 2. Weltkrieg Menschen vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten rettete.
Aber in diesem Buch erfuhr ich noch viel mehr über sie und merkte dem Schreibstil trotz aller Sachlichkeit das große Engagement der Autorin an, die selbst schrieb, dass es ihr ein Bedürfnis gewesen sei, Frau Guggenheim aus dem Schatten des Boulevard-Klatsches und der Vorurteile zu holen. Deshalb liest man hier auch verhältnismäßig wenig über familiäre oder intime Beziehungen und erfährt statt dessen vergleichsweise viel von ihren Verdiensten um die Kunst.
Sie muss jedoch ganz abgesehen davon und von ihrer während der NS-Zeit bewiesenen ebenso Zivilcourage wie sozialem Engagement eine sehr interessante, wenn auch in gewisser Hinsicht kapriziöse und nicht immer leicht zu "handhabende" Persönlichkeit gewesen sein. Ihre einer extravaganten Rasse angehörenden Hunde - zwecks einer Blutauffrischung ihrer Zucht kontaktierte sie sogar Reinhold Messners ehemaligen Bergführer Tenzing Norgay, der sich ebenfalls mit der Zucht dieser Tiere befasste, der Interessentin jedoch den gewünschten Rüden rundweg verweigerte - lagen ihr so sehr am Herzen, dass sie neben ihnen bestattet werden wollte. Humor bewies sie im Umgang mit dem ihr wegen seiner kommerziellen Verwertung von Kunst unsympathischen Andy Warhol, den sie nicht zu (er)kennen vorgab.
Fazit: Eine ebenso lehrreiche wie unterhaltsame Biografie, daher eine
> Leseempfehlung!

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