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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2025

Eine düstere, feministische Neuerzählung

Medea
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Medea wächst mit der Gabe der Magie auf, die sie von klein auf zur Außenseiterin macht. Ihre Hexerei bedeutet Macht, aber auch Angst, Kontrolle und Einsamkeit. In ihrer eigenen Familie findet sie keinen ...

Medea wächst mit der Gabe der Magie auf, die sie von klein auf zur Außenseiterin macht. Ihre Hexerei bedeutet Macht, aber auch Angst, Kontrolle und Einsamkeit. In ihrer eigenen Familie findet sie keinen Halt. Als Jason in Kolchis auftaucht und das Goldene Vlies fordert, erkennt Medea darin eine Chance: auf Freiheit, auf ein anderes Leben, vielleicht sogar auf Liebe. Doch diese Entscheidung hat einen hohen Preis.
Diese Neuerzählung rückt Medea konsequent ins Zentrum. Sie ist hier weder Randfigur noch bloßes Mittel zum Zweck für die Heldentaten eines Mannes, sondern eine kluge, verletzliche, wütende und zutiefst menschliche Frau. Sehr eindrücklich wird erzählt, wie sehr Jasons Ruhm auf ihrem Wissen, ihrer Magie und ihren Opfern beruht. Ein Blickwinkel, der sich deutlich von der klassischen Überlieferung abhebt. Der Schreibstil liest sich angenehm und flüssig, allerdings fehlte mir eine ganz eigene Handschrift. Ton und Aufbau erinnern stark an andere Neuerzählungen, was gut funktioniert, aber irgendwie fehlte mir trotzdem etwas.
Trotzdem mochte ich die düstere Atmosphäre der Geschichte und Medeas emotionale und persönliche Entwicklung. Nicht die stärkste Neuerzählung der griechischen Mythologie, aber definitiv eine lesenswerte, die Medea eine Stimme gibt.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Weihnachtliche RomCom

Good Spirits
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Wie stellt man sich einen Geist der Weihnacht vor? Bestimmt nicht als großen, gutaussehenden irischen Mann mit einer Schwäche für Katzen. Aber genau das ist Nolan. Sein Auftrag: Harriet heimsuchen, wie ...

Wie stellt man sich einen Geist der Weihnacht vor? Bestimmt nicht als großen, gutaussehenden irischen Mann mit einer Schwäche für Katzen. Aber genau das ist Nolan. Sein Auftrag: Harriet heimsuchen, wie Geister das so tun. Warum ausgerechnet sie, bleibt zunächst ein Rätsel. Gemeinsam reisen die beiden durch Erinnerungen aus Harriets Kindheit und es bleibt nicht nur bei ihrer Vergangenheit...
Der Einstieg war ein kleines bisschen holprig, aber danach hat mich die Stimmung des Buches abgeholt. Harriet führt einen kleinen Antiquitätenladen und ist einfach eine liebenswerte Figur. Ich habe mich direkt gefragt, wieso sie heimgesucht werden soll.
Die Atmosphäre ist cozy, süß und voller kleiner Weihnachtsmomente: Marmelade kochen, Schlittschuhlaufen, viel Wärme, viel Herz - und auch Spice, aber das passt! Die Dynamik zwischen Harriet und Nolan ist von Beginn an leicht chaotisch, echt süß und zum Ende hin wird es auch ziemlich kitschig, aber ein Weihnachtsroman darf das!
Es gibt keinen großen Spannungsbogen und auch keine überraschenden Twists, aber ist es ein klassischer Liebes- und Wohlfühlroman mit einer leichten paranormalen Note.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Viel Atmosphäre, wenig Spannung

Das Antiquariat am alten Friedhof
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Leipzig 1930: Felix und drei befreundete Studenten werden aus einer Mischung aus Langeweile und Abenteuerlust zu Bücherdieben. Als sie den Auftrag erhalten, ein okkultes Werk zu stehlen, merken sie zu ...

Leipzig 1930: Felix und drei befreundete Studenten werden aus einer Mischung aus Langeweile und Abenteuerlust zu Bücherdieben. Als sie den Auftrag erhalten, ein okkultes Werk zu stehlen, merken sie zu spät, wie gefährlich ihr Spiel wirklich ist.
1945 reist Felix, nun im Dienst der Amerikaner, mit einem brisanten Auftrag und der Ahnung, dass er sich hier seiner eigenen Vergangenheit stellen muss, erneut nach Leipzig.
Auf die Rückkehr ins Graphische Viertel habe ich mich sehr gefreut, und der Einstieg war für mich auch direkt vielversprechend. Kai Meyer erschafft erneut ein dichtes, atmosphärisches Setting. Wieder geht es um Bücher, um Freundschaft, Vertrauen und Verrat und das vor dem Hintergrund einer politisch wie gesellschaftlich angespannten Zeit. Ein kleines Highlight war für mich, dass bekannte Figuren aus den Vorgängerbänden wieder auftauchen und diesmal sogar aktiver in die Handlung eingreifen. Im Mittelteil verlor die Geschichte für mich allerdings etwas an Spannung. Der Aufbau folgt einem Muster, das man aus der Reihe inzwischen gut kennt. Die vielen Wendungen wirken in ihrer Häufigkeit irgendwann etwas vorhersehbar: zumindest darin, dass nichts so ist, wie es scheint. Inhaltlich ist der Roman im Kern eine tragische Liebesgeschichte, eingebettet in persönliche Schuld. Für mich hat das über die volle Länge nur bedingt funktioniert.
Trotzdem: Die mystische, teils dunkle Atmosphäre und Meyers bildhafter Schreibstil sind wirklich großartig. Auch wenn dieser Band für mich nicht ganz an die vorherigen heranreicht, hatte ich insgesamt eine gute Lesezeit und bin immer wieder beeindruckt davon, wie lebendig Meyer dieses historische Leipzig werden lässt.

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Magisches Hollywood

Alchemy of Secrets
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Holland St.James schreibt ihre Abschlussarbeit über lokale Folklore, genauer gesagt über urbane Legenden rund um das alte Hollywood. Ein tragisches Ereignis aus ihrer Vergangenheit lässt sie bis heute ...

Holland St.James schreibt ihre Abschlussarbeit über lokale Folklore, genauer gesagt über urbane Legenden rund um das alte Hollywood. Ein tragisches Ereignis aus ihrer Vergangenheit lässt sie bis heute nicht los, und so macht sie sich auf die Suche nach dem Teufel, von dem es heißt, er treibe sich in den Hotelbars von Los Angeles herum. Wer ihm einen Drink spendiert, bekommt angeblich einen Wunsch erfüllt...
Dies war mein erstes Buch von Stephanie Garber, und ich war wirklich gespannt. Ihr Schreibstil hat mir sofort gefallen: temporeich, atmosphärisch und voller Spannung. Man ist direkt mitten im Geschehen. Anfangs fand ich die Geschichte noch richtig mitreißend, aber je weiter ich gelesen habe, desto undurchsichtiger wurde alles. Was passiert hier? Wem kann man trauen? Das passte zwar ein Stück weit zur geheimnisvollen Stimmung, war mir dann aber doch zu viel. Das Setting im alten Hollywood hat mir dagegen echt gut gefallen: glamourös, mysteriös und mit einem Hauch Magie.
Holland ist eine spannende Protagonistin, die man gern begleitet, auch wenn ich meistens genauso ratlos war wie sie. Manche Wendungen kamen etwas plötzlich, und auch die vermeintliche Auflösung am Ende konnte mich nicht ganz überzeugen. Trotzdem hat mich die Atmosphäre total gepackt, und ich bin neugierig ob und wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Zauberhafte Rezepte für Muggel & Magier

Magische Rezepte für Zauberschüler
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🧙‍♀️ Dieses Koch- und Backbuch lädt dazu ein, die Küche mit einer ordentlichen Portion Magie aufzupeppen. Optisch ist es ein echter Hingucker – mit Goldprägung, Metallic-Farbschnitt und stimmungsvollen ...

🧙‍♀️ Dieses Koch- und Backbuch lädt dazu ein, die Küche mit einer ordentlichen Portion Magie aufzupeppen. Optisch ist es ein echter Hingucker – mit Goldprägung, Metallic-Farbschnitt und stimmungsvollen Fotos, die fast schon wie kleine Szenen aus einer Zauberwelt wirken. Allein darin zu blättern macht Spaß.

🧙‍♀️ Inhaltlich bekommt man über 50 Rezepte, die allesamt fantasievolle Namen tragen. Auf den zweiten Blick merkt man zwar schnell, dass sich dahinter meist klassische Rezepte verbergen, aber gerade die kreative Umbenennung ist toll. So gibt es etwa "Pumpkin Brownies mit Butterbier-Frosting", "Serpents on a Plate" oder einen "Eulen-Milchreis". Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Einschübe von der Autorin Ambrosia Fizzletwist oder von bekannten Figuren wie Molly Weasley. Die Vielfalt ist da, auch wenn es insgesamt nicht so spannende Rezepte sind. Dafür eignen sich viele davon super für gesellige Abende oder Motto-Partys. Gerade für Halloween kann ich mir vorstellen, dass einige Gerichte echte Hingucker auf dem Tisch sind.

✨️ Mein Fazit: Kein lizenziertes Harry-Potter-Produkt, aber eine liebevolle Fan-Idee, die mit Design, Stimmung und den Namen der Rezepte punktet. Für Potterheads, die gern kochen und backen, ist es eine schöne Ergänzung im Regal. Und mit den Gerichten sorgt man auf jeder Feier garantiert für Gesprächsstoff.

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