Eine Geschichte über Freiheit, Schmerz und das, was uns verbindet
Daughter of No Worlds (War of Lost Hearts 1)Dieses Buch hat mich überrascht – auf eine gute Art. Was auf den ersten Blick nach typischer Fantasy klingt (eine Sklavin mit besonderen Kräften, ein gebrochener Krieger, dunkle Magie), entwickelt sich ...
Dieses Buch hat mich überrascht – auf eine gute Art. Was auf den ersten Blick nach typischer Fantasy klingt (eine Sklavin mit besonderen Kräften, ein gebrochener Krieger, dunkle Magie), entwickelt sich zu einer viel emotionaleren und intensiveren Geschichte, als ich erwartet hatte.
Was mir richtig gut gefallen hat:
Allen voran: Tisaanah. Sie ist keine perfekte Heldin, sondern jemand, der viel erlebt hat und trotzdem weitermacht. Man spürt, wie sehr sie kämpfen musste – nicht nur gegen äußere Feinde, sondern auch gegen ihre eigenen Erinnerungen. Sie hat einen starken Willen, aber auch Angst. Sie ist wütend, verletzlich, und trotzdem immer irgendwie aufrecht. Das hat sie für mich richtig greifbar gemacht.
Auch Max mochte ich mehr, als ich zuerst dachte. Klar, anfangs ist er dieser typische verschlossene Typ mit dunkler Vergangenheit – aber im Laufe der Geschichte zeigt er, wie viel mehr in ihm steckt. Die Beziehung zwischen ihm und Tisaanah entwickelt sich langsam, manchmal rau, aber echt. Kein unnötiger Kitsch, sondern zwei Menschen, die sich erst mal nicht ausstehen können und dann merken, dass sie sich mehr ähneln, als ihnen lieb ist.
Die Welt, in der das alles spielt – vor allem der Mitternachts-Orden – ist spannend. Es ist kein Ort, an dem man sich sicher fühlt, sondern eher einer, bei dem man ständig denkt: Irgendwas stimmt hier nicht. Das hat die Geschichte für mich zusätzlich spannend gemacht. Man merkt, dass dort viel im Hintergrund passiert – Machtspielchen, Intrigen, geheime Pläne.
Was ich nicht ganz so gelungen fand:
Manche Nebenfiguren hätte ich gerne besser kennengelernt. Es gibt ein paar interessante Charaktere, die aber leider zu wenig Raum bekommen. Auch vom Orden hätte ich mir stellenweise mehr Klarheit gewünscht – wie funktioniert das Ganze genau? Welche Rolle spielt Magie wirklich? Da blieb einiges vage.
Und obwohl ich die ruhigen, emotionalen Momente mochte, zog sich der Mittelteil ein wenig. Gerade, wenn man auf den angekündigten Krieg und die große Bedrohung wartet, hätte es ein bisschen mehr Tempo und Spannung geben dürfen.
Auch die Sache mit der dunklen Magie, die Tisaanah und Max „verbindet“, klang anfangs wie ein großes Thema, wurde aber nicht ganz so tief erklärt, wie ich es mir gewünscht hätte. Vielleicht kommt da noch mehr in einem zweiten Band?