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Veröffentlicht am 16.09.2025

Ein Highlight meines Lesejahres 2025

Die Rheinreise
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Das kann nicht wahr sein. Er steht tatsächlich unten und schaut zu ihr hinauf. Ihre einzige Liebe, die leider nicht sein durfte, da ihr Bruder mit der Verbindung absolut nicht einverstanden war. Desmond ...

Das kann nicht wahr sein. Er steht tatsächlich unten und schaut zu ihr hinauf. Ihre einzige Liebe, die leider nicht sein durfte, da ihr Bruder mit der Verbindung absolut nicht einverstanden war. Desmond Farmer schaut hoch zu ihr. Sein Anblick lässt ihre Tränen fließen und sie muss laut schluchzen. Eigentlich wähnte sie sich über den heftigen Herzschmerz hinweg. Aber weit gefehlt. Charlotte atmet auf als sie erkennt, dass es doch nicht ihre verlorene Liebe ist, die unten im Hafen steht. Dass sie allerdings im Tagesverlauf mit ihren Gedanken nicht bei ihrer Familie ist, fällt nicht nur ihr selber auf. Dabei freute sie sich so sehr auf diese Reise.

„Die Rheinreise“ von Ann Schlee spielt im Jahr 1851 und ist eine Wiederentdeckung. Der Roman wurde vor 40 Jahren geschrieben und schildert die Reise von vier Menschen. Diese leben im viktorianischen England und so verhalten sie sich auch. Mich beeindruckte die Sprache, welche so recht in diese Zeit passt. Dann das geschwollene Verhalten der Akteure, herrlich amüsant. Die Reise ging von Koblenz nach Köln und sowohl Ehrenbreitstein als auch Remagen finden Erwähnung. Damals gab es noch nicht so viel Schiffsverkehr auf dem Rhein und die Fahrten mit Dampf waren üblich.

Nein, es ist kein nullachtfünzehn Roman. Das zeigt alleine die Aufmachung des Buches. Das Cover wurde wertig gestaltet und ein rotes Lesebändchen gehört zwingend dazu. Im Anhang gibt Lauren Groff interessante Hintergrundinformationen. Für mich ein Juwel und literarisch ein Genuss. Meine Leseempfehlung gilt also ohne Einschränkung.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Ein Buch, das tief berührt

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Es gibt so viele unglaubliche Dinge, die sich nach dem Krieg in deutschen Kinderheimen abspielten. „Du musst meine Hand fester halten Nummer104“ hat diese übelsten Unsitten zum Thema. Ein Junge verliert ...

Es gibt so viele unglaubliche Dinge, die sich nach dem Krieg in deutschen Kinderheimen abspielten. „Du musst meine Hand fester halten Nummer104“ hat diese übelsten Unsitten zum Thema. Ein Junge verliert im Krieg seine Familie und landet in einem Heim. Hier bekommt er zwar einen Namen, wird aber von den strengen Schwestern nur mit 104 gerufen. Welch eine Qual für den Kleinen. Die sogenannte Erziehung ist streng und vereinbart sich absolut nicht mit dem Gebaren derjenigen, die für die Kinder verantwortlich sind. Bei kleinsten Unregelmäßigkeiten warten drakonische Strafen auf alle Kinder. Nur Sonntags versammeln sich alle in der Kapelle und beten gemeinsam für ihr Seelenheil. Welch eine Farce.

Hartmut, so heißt Nr. 104, macht Misshandlungen bis zu sexuellem Missbrauch mit. Wäre nicht seine große Freundin Margret an seiner Seite, er hätte seinem Leben schon längst ein Ende gesetzt. Was die beiden an Schikanen durchlitten, das können sie nie vergessen. Ist es ein Wunder, dass sie nicht so sind, wie Menschen, die ähnliches Leid nicht hinnehmen mussten? Leider erkennt ihre Tochter, Enkelin und ihre Urenkelin nicht, was in den beiden schlummert.

Vera Teltz ist eine Sprecherin, die das Hörbuch perfekt vermittelt. Das führte dazu, dass mich die Geschichte völlig gefangen nahm. Diese Grausamkeit gegenüber den Kleinen, das war für mich schwer auszuhalten. Nicht ohne Grund gibt die Autorin vorab eine Triggerwarnung. Und ich denke, dass sie gerechtfertigt ist. Nein, es ist keineswegs ein Buch, das zur Unterhaltung geschrieben wurde.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Ein leidvolles Kapitel des Zweiten Weltkriegs

Die verlorenen Kinder vom Fjord
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Laila und ihre Familie bekam nicht viel mit vom Krieg. Er war weit weg, so dachten sie. Bis plötzlich, mitten in der Nacht, Bomben fielen. Hals über Kopf mussten sie fliehen. Ihr einziger Wunsch war, dass ...

Laila und ihre Familie bekam nicht viel mit vom Krieg. Er war weit weg, so dachten sie. Bis plötzlich, mitten in der Nacht, Bomben fielen. Hals über Kopf mussten sie fliehen. Ihr einziger Wunsch war, dass sie überlebten. Aus dem neutralen Land Norwegen wurde über Nacht eine belagerte Nation. Wie so viele ihrer Landsleute wollte Laila den Eindringlingen entgegentreten und engagierte sich im Widerstand. Das war gefährlich und alle Beteiligten spielten mit ihrem Leben. Laila hatte das Glück, nicht erwischt zu werden. Diesen Umstand verdankte sie unter anderem einem jungen Wehrmachtssoldaten, der so ganz anders war als seine Kollegen.

"Die verlorenen Kinder vom Fjord" ist eins von vielen Büchern rund um den zweiten Weltkrieg. Auch Norwegen wurde von den Nationalsozialisten überfallen. Die junge Laila arbeitete in einem Hotel, das vornehmlich für hohe Militärs eine Unterkunft bot. Die Einheimischen waren verstört und kaum jemand traute sich offen seine Meinung zu äußern. Hart verurteilt wurden norwegische Frauen, die sich in einen deutschen Soldaten verliebten. Falls sie dann auch noch schwanger wurden, waren sie für die Norweger „gestorben“. Auch ihre Eltern waren vor den Anfeindungen nicht sicher.

Er ist eine Mischung aus Roman und Tatsachenbericht. Er berührt, weil so viele junge Frauen in einem Heim untergebracht wurden, das ihnen und ihren Babys eigentlich Schutz versprach. Wer sich einmal mit dem Thema „Lebensborn“ befasste weiß, wie es dort zuging. Alleine für diese aufwändige Recherche hat die Autorin fünf Sterne verdient.

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Wahrlich ein sehr gutes Buch über die Kreuzzüge

Kreuzfahrer
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Endlich waren sie erfolgreich. Im Jahr 1099 war Jerusalem wieder in christlicher Hand. So viele Tote und Verletzte, so viel Geld und noch mehr Verwundete. War es das wert? Aber Gehorsam stand für die Menschen ...

Endlich waren sie erfolgreich. Im Jahr 1099 war Jerusalem wieder in christlicher Hand. So viele Tote und Verletzte, so viel Geld und noch mehr Verwundete. War es das wert? Aber Gehorsam stand für die Menschen damals wohl an erster Stelle. Sie folgten ihrem Herrscher und dem aktuell regierenden Papst bedingungslos. Aber nicht nur Erfolge konnten die Kreuzfahrer verbuchen. Immer häufiger kam es vor, dass sie hohe Niederlagen hinnehmen mussten. Die „Feinde“ waren stärker oder gewitzter als sie. Kreuzfahrer kämpften keineswegs nur für ihren Glauben. Viel mehr waren es Gold und Macht, die sie zu den gefahrvollen Reisen antrieben.

Es gibt etliche Bücher zum Thema und ich las einige davon. Dan Jones mit seinem neuesten Sachbuch konnte mich überzeugen. Das Buch beginnt mit dem ersten Kreuzzug und schlägt eine Brücke in die heutige Zeit. Die Brutalität der Kreuzfahrer erschreckt mich immer wieder. Aber nur so kann das Geschehen aufrichtig übermittelt werden. Schon beim ersten Kreuzzug wurden Juden abgeschlachtet und Muslime als „Ungläubige“ verurteilt. Was ich mich beim Lesen immer wieder fragte: Mit welchem Recht kann ein Papst versprechen, dass die Kreuzfahrer den Ablass aller Sünden genießen dürfen?

Einige Namen waren mir bekannt und ich konnte ihre Praktiken bei den Kampagnen gegen Andersgläubige hautnah miterleben. Das lag an der lebendigen Sprache des Autors, die keineswegs trocken oder im lehrerhaften Tonfall daherkam. Bemerkenswert war für mich die akribische Recherche. So viele Quellen wurden verwendet und aus dem Grund gibt es auch einen ausführlichen Anhang. Das Buch werde ich mit Sicherheit erneut lesen, da ich beim ersten Durchgang ganz bestimmt etliche Fakten übersah. Ein wertvolles Buch, das den Blick auf die Kreuzzüge von vielen Perspektiven beleuchtet.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Guter Krimi mit etlichen Höhepunkten

Clemens Sartorius und der schuldige Mann: Kriminalroman | Der spannende 2. Fall der Clemens-Sartorius-Krimireihe
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Am Tag ihrer Ermordung war Sophias Handy beim Haus Norbert Benders eingeloggt. Danach konnte es nicht mehr geortet werden. Für die Ermittler war klar, dass Bender sie tötete. Er war ihr Lehrer und sie ...

Am Tag ihrer Ermordung war Sophias Handy beim Haus Norbert Benders eingeloggt. Danach konnte es nicht mehr geortet werden. Für die Ermittler war klar, dass Bender sie tötete. Er war ihr Lehrer und sie hatte ein Verhältnis mit ihm. Und sie war nicht die einzige Schülerin, mit der Bender eine Beziehung hatte. Ein Fakt unterschied Sophia allerdings von ihren Konkurrentinnen. Sie war schwanger und Bender war der Erzeuger. Er wurde verhaftet und musste 10 Jahre ins Gefängnis. Als er entlassen wurde, wartete der damalige Ermittler Clemens Satorius auf ihn. Der versprach ihm vor vielen Jahren, dass er sich nach der Entlassung Benders noch einmal mit dem Fall befassen würde. Denn Norbert Bender beteuerte immer wieder, dass er seine Geliebte nicht tötete.

"Clemens Sartorius und der unschuldige Mann" knüpft nahtlos am ersten Band an. Es lässt sich zwar ohne Vorkenntnis lesen, aber die Zusammenhänge sind klarer, wenn man den Werdegang des ehemaligen Kriminalbeamten verfolgt. Jetzt hat er sich also mit seinem Abschied als Beamter arrangiert und tritt als selbstständiger Privatermittler auf. Sein erster Fall führt ihn allerdings wieder in die Vergangenheit. Als er noch im Dienst war und sich bis heute nicht sicher ist, ob er nicht doch einen Unschuldigen verhaftete.

Der Fall der getöteten Sophia lässt ihm keine Ruhe und er befragt alle damals Beteiligten erneut. Was er dabei sehr schnell erkennt, es gab jemanden, der die Ermittler manipulierte und Bender hinter Gitter sehen wollte. Immer mehr Fakten gibt es, die vor zehn Jahren keine Beachtung fanden.

Das Buch gefiel mir, weil es kurzweilig geschrieben ist und immer wieder neue Verdächtige zu bieten hat. Die angenehme und bildhafte Sprache ließ mich durch die Seiten fliegen. Auch wenn ich früh einen Verdacht hatte und dieser sich dann auch bestätigte. Es tat der Spannung keinen Abbruch. Klare Empfehlung von meiner Seite.

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