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Veröffentlicht am 15.09.2016

Kreuzfahrt der Liebe

Kreuzfahrt
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"Kreuzfahrt" ist ein Roman von Mireille Zindel und 2016 im
Verlag KEIN & Aber erschienen.
Das Cover ist wunderschön und hat mich sehr neugierig auf dieses
Buch gemacht.
Sommer in Ligurien.
Meret und Jan ...

"Kreuzfahrt" ist ein Roman von Mireille Zindel und 2016 im
Verlag KEIN & Aber erschienen.
Das Cover ist wunderschön und hat mich sehr neugierig auf dieses
Buch gemacht.
Sommer in Ligurien.
Meret und Jan begegnen sich zufällig in diesem Sommer auf der Terrasse eines
Lokals am Meer. Sie sind beide verheiratet und haben jeweils zwei Kinder.
Jan, der wie selbstverständlich an Merets Tisch kommt und sie bewegungslos
mit großen Augen anschaut, als hätten er schon immer gewusst das sie sich treffen
würden. Als er sah das Meret sich nicht wunderte und er sich zu ihr setzte.
So beginnt diese in Briefform geschriebene Geschichte.
Meret lebt mit Ges und Ihren beiden Kindern in Zürich. Jan und seine gelangweilte
Ehefrau Romy stammen eigentlich aus Schweden und sind schon viel in der Welt rum gekommen.
Jetzt leben auch sie mit ihren beiden Kindern in Zürich.
Die beiden Paare freunden sich an und schon bald beziehen Romy und Jan mit ihren Kindern eine
Wohnung im Haus von Meret und Jan.
Die Ehe von Meret ist Alltag geworden und Meret fühlt sich von ihrem Mann nicht mehr so
richtig beachtet. Auch Jan ist in seiner Ehe nicht glücklich und er ist dem Zwang unterworfen
erfolgreich zu sein. Jan muß immer zu den Besten zählen, ob beruflich oder als Marathonläufer.
Als Jan ins Koma fällt wird alles anders als erwartet. Meret überdenkt Ihre Ehe und hofft das diese doch
noch zu retten ist. Romy flüchtet nach Schweden und läßt Jan alleine zurück.
Die Geschichte über zwei desillusionierte Ehepaare plätschert so vor sich hin ohne irgendwie auf den
Punkt zu kommen.obwohl sprachlich gut geschrieben, viel es mir schwer mich in diesen Roman
einzufinden.
Ein Roman ohne Höhen und Tiefen.
Eine nette Urlaubslektüre ist es allemal.

Veröffentlicht am 19.02.2026

Eine Hommage an das Lesen

Mathilde und Marie
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Marie ist Paris einfach viel zu laut und auch viel zu hektisch.
Am frühen Morgen des 6. März folgt sie mal nicht ihrem Kopf, sondern einem unbestimmten Gefühl, und kauft sich ein Ticket für den TGV.
Ohne ...

Marie ist Paris einfach viel zu laut und auch viel zu hektisch.
Am frühen Morgen des 6. März folgt sie mal nicht ihrem Kopf, sondern einem unbestimmten Gefühl, und kauft sich ein Ticket für den TGV.
Ohne konkretes Reiseziel landet sie schließlich in Redu, einem kleinen Bücherdorf in den belgischen Ardennen, wo die Zeit anders zu verlaufen scheint.
Im ganzen Dorf gibt es nur einen Fernseher, das Internet ist nur eine Stunde am Tag verfügbar. Die Turmuhr ist schon länger aus dem Takt gekommen.
Aber das stört die 390 Bewohner jedoch kein bisschen.
Schnell wird Marie von der Dorfgemeinschaft aufgenommen und trifft dabei auch auf die sehr zurückgezogen lebende Mathilde. Als die beiden erkennen, wie sehr sie beide die Natur lieben, entsteht nach und nach eine Freundschaft.

In diesem schönen Roman wird die Zeit als Freund und nicht als Gegner empfunden.
Obwohl es so einige Problematiken gibt, überträgt sich das nicht auf den Leser. Die Figuren und ihre Entwicklungen sind sehr feinfühlig beschrieben.
Die Stimmung wird wunderbar dargestellt und man kann sich sehr gut
in die Geschichte hineinversetzen.
Diese ist nicht besonders aufregend, aber es ist ein Genuss, ihren Alltag
zu erleben. Die Charaktere sind bis in die kleinste Rolle sehr überzeugend und ausdrucksstark.
Das alles wird mit einer schönen, etwas blumigen Sprache atmosphärisch dicht erzählt, mit viel Sinn für die Details des Lebens.
Leider verliert sich der Autor zeitweilig zu sehr in den Details.
Das ergibt Längen und unterbricht den Lesefluss.
Trotzdem ist es ein Wohlfühlroman, der zum Nachdenken anhält.
Genau das Richtige, um mal dem Alltagsstress zu entfliehen.

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  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.09.2025

Warmherzig

Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei
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Nehmen wir mal an, es gäbe eine Konditorei, die erst gegen Mitternacht
öffnet und in der ich ein bestimmtes Gebäck bekäme.
Ein Gebäck, mit dem ich, bevor ich endgültig ins Jenseits gehe, noch
einen meiner ...

Nehmen wir mal an, es gäbe eine Konditorei, die erst gegen Mitternacht
öffnet und in der ich ein bestimmtes Gebäck bekäme.
Ein Gebäck, mit dem ich, bevor ich endgültig ins Jenseits gehe, noch
einen meiner liebsten eine Freude machen kann.
Die junge Yeonhwa hat diese Chance. Sie erbt nach dem Tod ihrer
Großmutter eine kleine Konditorei. Das Testament besagt allerdings,
dass sie die Konditorei einen Monat lang führen muss. Pünktlich um 22 Uhr bis Mitternacht.
Yeonhwa ist gewillt, den letzten Wunsch ihrer geliebten Großmutter zu erfüllen,
und erlebt schon mit ihrem ersten Gast eine unglaubliche Reise. 
Eine märchenhafte und warmherzige Geschichte, die bezaubert.
Feinfühlig geschrieben, wird man in eine recht unbekannte Welt entführt.
Es geht um den Verlust eines geliebten Menschen, um Trost und Hoffnung.
Ein poetischer und sehr sensibler Roman über Trauerbewältigung.
Das macht die Autorin mit einem wunderbaren, leichten Schreibstil.
Mit sehr sensiblen Charakteren.
Melancholisch, bewegend, aber nie kitschig.
Das Buch ist innen wie außen wunderschön gestaltet
und enthält auch landestypische Rezepte.

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 02.09.2025

Nette Unterhaltung

Apfelzeit am Deich
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Sehr authentisch und bildhaft schildert die Autorin das Leben
von drei Generationen.
Der Leser wird richtig in die Geschichte hereingezogen.
Schon nach ein paar Zeilen wird man ein Teil dieser großen Familie.
Lebt ...

Sehr authentisch und bildhaft schildert die Autorin das Leben
von drei Generationen.
Der Leser wird richtig in die Geschichte hereingezogen.
Schon nach ein paar Zeilen wird man ein Teil dieser großen Familie.
Lebt und hofft mit ihnen. Möchte gar nicht mehr aufhören, zu lesen.
Ein mitreißender Roman, der eine Sogwirkung
erzeugt, die sich durch das ganze Buch zieht.
Die Mischung zwischen klugen Lebensweisheiten,
ernsten Themen und etwas Romantik machen dieses Buch wohltuend.
Dazu kommen noch die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen.
Das gibt dem Leser das Gefühl, direkt vor Ort zu sein.
Überhaupt hat die Autorin die Gabe, den Leser so richtig in den Roman einzubinden.
Das liegt nicht nur an der fließenden Schreibweise.
Die Figuren sprühen vor Leben und Energie und zeigen die Stärke,
die in jedem Einzelnen stecken kann.
Ein schöner Ausflug ins Alte Land!

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 28.07.2025

Das schreckliche Geheimnis

Der Sommer am Ende der Welt
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Hanna, Journalistin, reist mit ihrer Tochter nach Borkum. Sie plant einen Artikel über die furchtbaren Erlebnisse ehemaliger Verschickungskinder. Die mussten in den 1960er Jahren auf der Insel traumatische ...

Hanna, Journalistin, reist mit ihrer Tochter nach Borkum. Sie plant einen Artikel über die furchtbaren Erlebnisse ehemaliger Verschickungskinder. Die mussten in den 1960er Jahren auf der Insel traumatische Erfahrungen machen.
Ihre Mutter war auch eines dieser Kinder.
Beim Versuch, die ganze Wahrheit herauszufinden, gerät Hanna in einen Strudel voller Lügen und Zerstörung.

Der neue Roman von Eva Völler ist sehr tiefgreifend und persönlich.
Ihre Familie ist involviert in diese belastenden Kindheitserinnerungen.
In dieses Trauma statt Erholung. Zahlreichen Kindern wurden die Kinderkuren zum Trauma, sie wurden psychisch oder physisch misshandelt. Dieses dunkle Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte wird in eine fiktive Geschichte eingebettet.
Das gelingt der Autorin sehr gut.
Authentisch und bildhaft werden die Ereignisse geschildert.
Immer mit einer gewissen Spannung im Text.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen.
Die Charaktere und ihre Entwicklungen sind wunderbar beschrieben.
Man kann sich sehr gut mit ihnen identifizieren.
Das Misstrauen, die Umstände, die Verzweiflung und der unbedingte Wille sind sehr gekonnt in Szene gesetzt.
Hier wird Zeitgeschichte aus Sicht einer Familie gut vermittelt.
Man merkt, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat.

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