The Pairing
The PairingNach 55% abgebrochen. Ein anstrengender Schreibstil und unnötig komplizierte Protagonisten. Die größte Enttäuschung diesen Jahres.
Worum geht es?: Seit ihrer Kindheit sind Theo und Kit unzertrennlich. ...
Nach 55% abgebrochen. Ein anstrengender Schreibstil und unnötig komplizierte Protagonisten. Die größte Enttäuschung diesen Jahres.
Worum geht es?: Seit ihrer Kindheit sind Theo und Kit unzertrennlich. Eigentlich. Denn der Versuch, ihre Freundschaft auf das nächste Level zu heben, mündete in viel Herzschmerz und dem Ende ihrer Beziehung. Vier Jahre nach der Trennung beschließen beide, die damals geplante Kulinarik-Reise durch Europa doch noch anzutreten.
Erst als Theo und Kit den Reisebus besteigen, entdecken sie, dass sie dieselbe Idee hatten und nun drei Wochen den romantischsten Sehenswürdigkeiten und sinnlichsten Geschmäckern Europas ausgeliefert sind. Als Theo vorschlägt, eine Wette abzuschließen, wer zuerst mit ihrem heißen italienischen Reiseführer schlafen kann, ist Kit dabei. Komplikationen? Vorprogrammiert.
Das Cover: Bevor ich das Buch gelesen habe, fand ich das Cover wirklich ansprechend – modern, stilvoll und vielversprechend. Doch nach der Lektüre muss ich sagen: Der erste Eindruck hat mich in die Irre geführt. Ich bin davon ausgegangen, dass es sich um eine Male-Male-Romance handelt, was jedoch nicht zutrifft. Das hat mich überrascht und etwas verwirrt. Natürlich weiß ich, dass auch Frauen kurze Haare tragen, dennoch war es für mich als Leserin nicht ersichtlich, dass Theo eine Frau ist – selbst der Klappentext lässt dies offen. Eine klarere Darstellung hätte hier geholfen, die Erwartungen besser zu steuern.
Der Schreibstil: Das Buch wird überwiegend aus der Ich-Perspektive von Theo erzählt, später kommen auch Kapitel aus Kits Sicht hinzu. Leider konnte mich der Schreibstil nicht überzeugen. Die Kapitel sind sehr lang – teilweise über 30 Seiten – was das Lesen erschwert, besonders wenn man ungern mitten im Kapitel pausiert. Vielleicht ist das eine persönliche Lesesache, aber es hat mich demotiviert.
Hinzu kommt, dass die Sätze oft stark verschachtelt sind. Ich kenne das englische Original nicht, aber die deutsche Übersetzung wirkt holprig und überladen. Manchmal musste ich Passagen mehrfach lesen, um den Zusammenhang zu verstehen. Meine Deutschlehrerin hätte wohl gesagt: „Mach doch mal einen Punkt.“
Auch der Humor von Casey McQuiston hat mich nicht abgeholt. Ich hatte auf eine lockere, queere Sommerlektüre gehofft, bekam aber eine Aneinanderreihung von Klischees. Aussagen wie „In Frankreich gibt es keine Heteros“ oder die überzeichnete Darstellung queerer Sexualität empfand ich als unpassend und wenig charmant.
Die Hauptfiguren: Theo und Kit waren einst ein Paar, bis Theo nach einem einschneidenden Erlebnis den Kontakt abbrach. Beide träumten von einer kulinarischen Reise durch Europa – ein schöner Gedanke. Theo tritt diese Reise nun allein an, doch Kit taucht ebenfalls im Reisebus auf.
Die Grundidee hat Potenzial, doch leider konnte ich mit den Figuren nicht warm werden. Theo versucht, ihre Gefühle für Kit zu verdrängen, indem sie sich auf andere einlässt – Kit verhält sich ähnlich. Statt einer Reise durch Europas kulinarische Vielfalt steht der Wettbewerb um die Anzahl der Sexpartner im Vordergrund. Das hat es mir schwer gemacht, eine emotionale Verbindung zu den Charakteren aufzubauen.
Endfazit: Nach „Royal Blue“, das ich sehr mochte, war ich gespannt auf Casey McQuistons neues Werk. Leider konnte „The Pairing“ meine Erwartungen nicht erfüllen. Die Verwirrung um Theos Geschlecht zu Beginn, der für mich schwer zugängliche Schreibstil und die wenig sympathischen Hauptfiguren haben mir den Lesegenuss genommen.
Ich hatte auf eine spritzige, queere Urlaubslektüre gehofft – bekommen habe ich ein Buch, das stark mit Klischees arbeitet und mich emotional nicht erreichen konnte. Wer mit diesen Aspekten kein Problem hat, könnte dennoch Gefallen daran finden. Für mich persönlich war es leider die größte Enttäuschung meines Lesejahres 2025.
Das Buch erhält von mir total enttäuschte 1 von 5 Sterne.
Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar bei NetGalley zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür.