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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.11.2025

Atmosphärisch

Mumpelmoff und das Wunder am Schloss
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„Mumpelmoff und das Wunder am Schloss“ ist ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch, das mit viel Fantasie und Wärme von Freundschaft, Mut und dem Glauben an sich selbst erzählt. Im Mittelpunkt steht der kleine ...

„Mumpelmoff und das Wunder am Schloss“ ist ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch, das mit viel Fantasie und Wärme von Freundschaft, Mut und dem Glauben an sich selbst erzählt. Im Mittelpunkt steht der kleine Mumpelmoff – ein sympathisches, pelziges Wesen, das gemeinsam mit seinem treuen Begleiter Kleinsmeins auf eine zauberhafte, manchmal auch melancholische Reise geht.

Die Geschichte vermittelt wichtige Botschaften: dass man sich nicht verstellen muss, um gemocht zu werden, und dass wahre Freundschaft auf Ehrlichkeit und Vertrauen beruht. Besonders die detailreichen Illustrationen fallen sofort ins Auge – sie sind wunderbar atmosphärisch, leicht düster, aber zugleich von einer märchenhaften Schönheit. Dadurch passt es perfekt in der Herbst- und Winterzeit.

Allerdings konnten uns nicht alle Aspekte vollständig überzeugen. Der Text ist stellenweise etwas verschachtelt, und die vielen Wortneuschöpfungen, so kreativ sie auch sind, erschweren den Lesefluss beim Vorlesen ein wenig. Obwohl das Buch für einige Lacher gesorgt hat, hat gerade mein jüngeres Kind viele der Worte nicht verstanden.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Wichtiges Thema

Der Club der kalten Hände
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Der Club der kalten Hände ist ein außergewöhnliches Kinderbuch, das sich mit einem Thema auseinandersetzt, über das Erwachsene oft nur ungern sprechen: dem Tod.
Auf kindgerechte, offene und ehrliche Weise ...

Der Club der kalten Hände ist ein außergewöhnliches Kinderbuch, das sich mit einem Thema auseinandersetzt, über das Erwachsene oft nur ungern sprechen: dem Tod.
Auf kindgerechte, offene und ehrliche Weise versucht die Autorin, den jungen Leserinnen und Lesern dieses oftmals gemiedene Thema zugänglicher zu machen.

Im Mittelpunkt des Buches steht Lizzy, die eines Tages entdeckt, dass ihre Eltern kein gewöhnliches Transportunternehmen führen, sondern ein Bestattungsinstitut. Zusammen mit ihren Freunden gründet sie den „Club der kalten Hände“, um all die Fragen zu erforschen, die sie rund um Tod, Beerdigungen und Trauer beschäftigen.

Das Buch gliedert sich grob in zwei Teile. Im ersten Teil, der wie eine Geschichte aufgebaut ist, lernen wir die verschiedenen Mitglieder des Clubs kennen, die alle ihre eigenen Gründe haben, warum das Thema Tod für sie relevant ist.

Der zweite Teil des Buches – das „Bandenhandbuch“ – ergänzt die Geschichte um viele kindgerechte Sachinformationen. Fragen wie „Wie riechen Tote?“, „Was dürfen tote Menschen anziehen?“ oder „Wie fühlen sich Verstorbene an?“ werden klar und respektvoll beantwortet.

Während mich der zweite Teil überzeugen konnte und mir allgemein auch die Kombination aus einer Geschichte und den Sachinformationen gut gefallen hat, hat mich an der Geschichte selbst leider etwas gestört: Die Kinder sind heimlich im Bestattungsunternehmen unterwegs, beobachten Trauernde und öffnen Särge ohne Erlaubnis. Auch wenn das aus kindlicher Neugier nachvollziehbar ist, bleibt ein leicht unangenehmes Gefühl zurück, weil hier Grenzen überschritten werden. Eine offenere Begleitung durch Erwachsene, zum Beispiel durch Lizzys Eltern, hätte sich einfach stimmiger angefühlt – auch wenn es dann vielleicht nicht mehr ganz so sehr an einen Geheimclub erinnert hätte.

Insgesamt ist das Buch leicht verständlich geschrieben, und die Illustrationen sind sehr ansprechend.
Die Autorin schafft es, eine warme Atmosphäre zu erzeugen, ohne die Schwere des Themas zu verleugnen. So entsteht ein Buch, das Mut macht, über das Sterben zu sprechen – und gleichzeitig zeigt, dass aus Traurigkeit Nähe und Verständnis wachsen können.
Bei manchen Punkten hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, aber ich denke, dass das Buch einen guten Einstieg in das Thema bietet.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Tierisch gut

3 Streuner und der sprechende Berg
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Nachdem uns das erste Buch der drei Streuner unglaublich gut gefallen hat, haben wir uns total darauf gefreut, ein weiteres Abenteuer mit den drei tierischen Helden erleben zu dürfen.

Der zweite Band ...

Nachdem uns das erste Buch der drei Streuner unglaublich gut gefallen hat, haben wir uns total darauf gefreut, ein weiteres Abenteuer mit den drei tierischen Helden erleben zu dürfen.

Der zweite Band der Reihe konnte uns zwar nicht ganz so überzeugen wie der erste, aber wir hatten trotzdem eine richtig tolle Lesezeit.

Big Ben, Flirty und King Kerl sind einfach eine lustige Truppe und haben auch diesmal wieder für viele Lacher gesorgt. Und auch Schildegard haben wir direkt wieder ins Herz geschlossen.

Der Schreibstil ist kindgerecht und leicht verständlich. Die Kapitel eignen sich von der Länge her super fürs abendliche Vorlesen. Aber die Reihe ist definitiv auch bestens zum Selberlesen geeignet. Aufgelockert werden die einzelnen Kapitel durch ansprechende Zeichnungen.

Warum wir diesmal nur 4 Sterne vergeben, liegt daran, dass gefühlt einfach zu viel in die Geschichte hineingepackt wurde, sodass uns manchmal der Kopf gequalmt hat. Außerdem gab es zwei bis drei kurze Szenen, die uns einfach nicht so gut gefallen haben.

Für die Buchreihe insgesamt gibt es von uns aber eine ganz klare Leseempfehlung – für alle Tierliebhaber und die, die es noch werden wollen.

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Zombiemäßig

Franky 1: Meine schräge Zombie-Familie, Schrumpfdrachen und andere Katastrophen
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Franky, ein 3/4-Zombie und ein ziemlicher Tollpatsch, ist alles andere als begeistert, als er mit seiner Familie zu seiner Oma in die Welt der Lebenden ziehen muss.
Franky, der später mal ein Gruseltier-Fotograf ...

Franky, ein 3/4-Zombie und ein ziemlicher Tollpatsch, ist alles andere als begeistert, als er mit seiner Familie zu seiner Oma in die Welt der Lebenden ziehen muss.
Franky, der später mal ein Gruseltier-Fotograf werden möchte und deswegen auch immer seine Kamera dabei hat, wünscht sich nun, quasi als Entschädigung für den Umzug, ein eigenes Gruseltier von seinen Eltern. Stattdessen bekommt er allerdings einen Schrumpfdrachen - und der macht ihm das Leben nicht gerade leichter.

Die Gestaltung dieses Buches im Comic-Stil ist wirklich fantastisch. Die Illustrationen sind richtig gut gelungen und überall gibt es was zu entdecken.

Franky selbst ist ein sehr sympathischer Charakter und einige Kinder können sich sicherlich gut mit ihm identifizieren.

Die Gruseltiere kamen bei meinen Kindern besonders gut an und natürlich wünschen sie sich jetzt auch Gruseltiere als Haustiere.

Uns war das Buch an manchen Stellen jedoch ein wenig zu verwirrend. Es passieren viele Dinge gleichzeitig und dann wurden hier und da noch ganz belanglose Dinge eingefügt und irgendwie war es dann doch ein bisschen too much.

Auf Band 2 sind wir trotzdem gespannt.

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Von Sternen und starken Frauen

Atmosphere
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Taylor Jenkins Reid gehört zu meinen liebsten Autorinnen, und einige ihrer Bücher waren absolute Highlights für mich. Auf Atmosphere habe ich mich wahnsinnig gefreut, da ich mich schon als Kind für das ...

Taylor Jenkins Reid gehört zu meinen liebsten Autorinnen, und einige ihrer Bücher waren absolute Highlights für mich. Auf Atmosphere habe ich mich wahnsinnig gefreut, da ich mich schon als Kind für das Weltall und die Raumfahrt interessiert habe, und ich generell Bücher liebe, die in den 80ern spielen. Und dann noch eine queere Love Story dazu - das klang perfekt.

Trotz dieser vielversprechenden Vorraussetzungen, konnte mich das Buch leider trotzdem nicht komplett überzeugen und für ein weiteres TJR Highlight hat es einfach nicht gereicht.

Die Geschichte startet direkt mit einem Knall: Es ist das Jahr 1984 und eine Weltall Mission nimmt gerade katastrophale Ausmaße an.
Ich war sofort gefesselt von den dramatischen Geschehnissen im All.
Doch dann wird die Zeit um einige Jahre zurückgedreht und wir lernen Joan Goodwin kennen, die sich auf eine Stelle als Astronautin bewirbt. Wir begleiten sie auf ihrem Weg durch die Ausbildung, lernen ihre KollegInnen kennen, bekommen Einblicke in ihre Familie und erfahren gleichzeitig aber auch viel über die Diskriminierung von Frauen und Queerfeindlichkeit der damaligen Zeit.
Schritt für Schritt steuern wir schließlich wieder auf die tragischen Ereignissen zu, auf die alles hinausläuft.

Was mir wirklich richtig gut gefallen hat, waren all die kleinen Details durch die man gemerkt hat, dass TJR sich wirklich intensiv mit dem Thema Raumfahrt auseinandergesetzt hat.
Die Story hat sich von Anfang bis Ende glaubwürdig angefühlt.
Ich könnte mir vorstellen, dass manchen LeserInnen sich von der Fülle an technischen Details erschlagen fühlen könnten, doch ich fand die Mischung aus eben diesen Beschreibungen und der feinfühligen Liebesgeschichte sehr gelungen.
Vor allem das Ende hat mich emotional richtig mitgenommen.

Joan als Hauptfigur war komplex und vielschichtig – ich mochte sie sehr. Gerade zu Beginn hätte ich mir zwar gewünscht, dass sie sich stärker durchsetzt, aber es war schön zu sehen, wie sie im Laufe der Handlung über sich hinauswächst.
Mit vielen der Nebenfiguren bin ich hingegen nicht warm geworden und manche konnte ich selbst am Ende noch nicht zuordnen.

Warum mich das Buch jedoch nicht überzeugen konnte, lag vor allem am Schreibstil. Ich kann es nicht anders sagen, als dass sich das Buch ganz anders als die restlichen Bücher von TJR angefühlt hat. Der Schreibstil wirkte zu schlicht, plump und holprig, die Dialoge oftmals sehr konstruiert und abgehackt. Das hat mir einiges an Lesefreude genommen.
Auch zog sich die Geschichte phasenweise sehr, was das Leseerlebnis zusätzlich etwas getrübt hat.

Unterm Strich war Atmosphere für mich ein solides, wenn auch nicht überragendes Leseerlebnis. Die Thematik und die Hauptfigur haben mich beeindruckt, doch stilistisch blieb das Buch hinter meinen Erwartungen zurück. Positiv hervorheben möchte ich jedoch die feministischen Aspekte, die Darstellung starker Frauenfiguren und die sensible Behandlung queerer Themen – all das verleiht der Geschichte eine wichtige gesellschaftliche Relevanz.

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