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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2025

Verbundenheit

Leben spielen
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Anders als erwartet thematisiert Proschat Madani in ihrem Buch „Leben spielen“ in erster
Linie die Verbundenheit, der sie sich mit vielen kleine Geschichten, u.a. vom Loslassen, Anderssein, Verlust und ...

Anders als erwartet thematisiert Proschat Madani in ihrem Buch „Leben spielen“ in erster
Linie die Verbundenheit, der sie sich mit vielen kleine Geschichten, u.a. vom Loslassen, Anderssein, Verlust und Selbstvertrauen, nähert.

Bisher mochte ich Proschat Madani ausschließlich als Schauspielerin. Nach diesem Buch schätze ich sie zudem außerordentlich als Denkerin und Erzählerin. Sie berichtet nicht nur über ihr Leben als Schauspielerin - über deren harte, geistige Arbeit ich mir ehrlich gesagt, bis jetzt, noch nie Gedanken gemacht habe - sondern auch über ihre Gefühle, Ansichten und Ängste. Sie schreibt authentisch und reflektiert, beschreibt nachdenklich und facettenreich, so dass es nicht nur interessant war ihren Geschichten zu folgen, sondern irgendwie auch wohltuend. Teilweise konnte ich mich selbst in ihren Geschichten wiederfinden, sprach sie mir aus der Seele, teilweise hat sie bei mir neue Impulse gesetzt. Manches in ihrem Buch hat mir Schmunzler entlockt, anderes wiederum hat mich zutiefst berührt und nachdenklich gestimmt - Langeweile kam jedenfalls keine auf.

Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen - eine Interessante Frau, tiefgründige Gedanken, interessante Geschichten und kreative Denkanstöße - tolles Buch!

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Wundervoll zärtlich und wortgewaltig!

Tanzende Spiegel
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Schweigen. Ein unausgesprochenes Erbe zweier Frauen, das generationsübergreifend die Grenzen vom Nachkriegsdeutschland bis ins heutige Großbritannien überwindet. Schweigen, das sich in einer ganz besonderen ...

Schweigen. Ein unausgesprochenes Erbe zweier Frauen, das generationsübergreifend die Grenzen vom Nachkriegsdeutschland bis ins heutige Großbritannien überwindet. Schweigen, das sich in einer ganz besonderen Mutter-Tochter-Beziehung spiegelt und die damit die Vergangenheit mit der Gegenwart schmerzlich verbindet. Psychotherapeutin Annette Byford erzählt in ihrem Debütroman „Tanzende Spiegel“ eine nicht nur zutiefst bewegende, sondern auch ebenso außergewöhnliche, autofiktionale Geschichte.

Als Ich-Erzählerin erzählt sie autobiografisch und geradezu zärtlich, die Geschichte ihrer Mutter zur Nachkriegszeit in Deutschland und verbindet dies mit einem fiktionalen Teil, der ihre eigene Geschichte als Psychotherapeutin im heutigen Großbritannien erzählt. Es gibt also nicht nur zwei Zeitebenen, sondern auch zwei Erzählstränge. Darin werden - neben dem familiären und gesellschaftlichen Schweigen - Themen angesprochen wie Schuld, Liebe, Verlust, innerer Frieden, weibliches Begehren, sowie dem Wunsch nach Selbstbestimmung, auferlegte Grenzen und die gesellschaftliche Stellung von Frauen. Herausragend ist der Schreibstil. Er ist unaufgeregt, aber dabei so wortgewaltig, warm, klug und ergreifend, dass ich etliche Textstellen markieren und erst einmal darüber nachdenken musste.

Fazit: Ich fand das Buch einfach wundervoll! Es hat mich gleichermaßen bestürzt, wie beglückt, bewegt, wie nachdenklich gestimmt. Für mich definitiv ein Jahres-Highlight!

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Mit der „Brain AG“ zur mentalen Gesundheit

Die 1-Minuten-Strategie gegen mentale Erschöpfung
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In ihrem neuen Ratgeber „Die 1-Minuten-Strategie gegen mentale Erschöpfung“ sagt Cordula Nussbaum der mentalen Erschöpfung mit Mini-Moves, der Brain AG und nicht zuletzt dem Chief Happiness Officer (CHO) ...

In ihrem neuen Ratgeber „Die 1-Minuten-Strategie gegen mentale Erschöpfung“ sagt Cordula Nussbaum der mentalen Erschöpfung mit Mini-Moves, der Brain AG und nicht zuletzt dem Chief Happiness Officer (CHO) den Kampf an und verspricht damit mehr innere Stärke, Energie, Fokus, Balance und mentale Gesundheit.

Ich gehöre schon zeitlebens in die Kategorie „People Pleaser“ und hatte in diesem Jahr zudem mit wirklich extremen, familiären Belastungen zu kämpfen. Erschöpfungszustände, Konzentrationsprobleme, komplette Überforderung und ein kaum zu zügelnder „Monkey Mind“ ließen mich also zu diesem Ratgeber greifen. Bereut habe ich dabei lediglich, dass ich mich für das Hörbuch entschieden habe. Es ist zwar absolut motivierend eingesprochen, doch würde ich nun rückblickend doch gerne blättern, mir Notizen machen und mir für den Start, die für mich richtigen Skills zusammensuchen. Mir persönlich fehlt da jetzt einfach der Überblick. Zwar konnte ich mir im Downloadbereich das dazugehörige Workbook gratis herunterladen - und es ist auch wirklich umfangreich und toll gestaltet - trotzdem fehlt mir jetzt einfach das Buch in Papierform als sichtbarer Reminder und um all die Strategien auch wirklich aktiv umzusetzen und dranzubleiben. Weshalb ich mir das Buch nun auch noch zusätzlich bestellt habe.

Gut gefallen hat mir die Mischung aus Strategien, Anregungen, Tipps, Übungen und die leicht verständlichen, fachlichen Erklärungen. Zudem werden wirklich viele verschiedene Ansätze vorgestellt, bei denen wirklich für jeden etwas dabei sein sollte. Einige Strategien kannte ich schon, andere waren mir neu, doch allesamt sind sie kurz und knackig und lassen sich leicht in den Alltag integrieren und somit auch einfach umsetzen.

Fazit: Ich bin froh, dass ich mich für diesen motivierenden, klugen und zudem alltagstauglichen Ratgeber entschieden habe und kann ihn wärmstens empfehlen!

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Grandiose Fortsetzung

Die Dämmerung (Art Mayer-Serie 2)
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Mit „Die Dämmerung“ schickt Marc Raabe das Ermittler-Duo Art Mayer und Nele Tschaikowski ein zweites Mal auf Serienmörder-Jagd. Diesmal wird im Berliner Umland eine, mit einem Geweih auf dem Kopf, grotesk ...

Mit „Die Dämmerung“ schickt Marc Raabe das Ermittler-Duo Art Mayer und Nele Tschaikowski ein zweites Mal auf Serienmörder-Jagd. Diesmal wird im Berliner Umland eine, mit einem Geweih auf dem Kopf, grotesk drapierte Frauenleiche gefunden. Bei der Toten handelt es sich um die, für den Medienpreis „Hirsch“ nominierte, Charity Lady Charlotte Tempel, deren Tochter Leo schnell in Verdacht gerät. Als dann jedoch eine weitere Nominierte auf ebenso brutale Weise ermordet wird, stehen Art und Nele vor einem Rätsel.

Obwohl ich ein großer Thriller-Fan bin, habe ich Marc Raabe erst vor Kurzem für mich entdeckt und war vom Auftakt seiner Art-Mayer-Reihe sofort vollauf begeistert. Ich mag die etwas spezielleren Ermittlertypen, mit Ecken, Kanten, Macken und Vorgeschichte, die aber durchaus einen Sympathiefaktor besitzen. Et voila, da habe ich bei Marc Raabe nun also Art Mayer gefunden. Der zusammen mit seiner, einerseits zwar „normaleren“, aber nicht weniger problembehafteten Kollegin Nele Tschaikowski ein wirklich tolles Team bildet. Vom eigentlichen Spannungs-Handlungsstrang einmal abgesehen, macht es ebenso Spaß die Entwicklung und das Leben der Beiden zu verfolgen. Um die ganzen Zusammenhänge überhaupt zu verstehen, sollte man den ersten Band „Der Morgen“ unbedingt gelesen haben. Die Handlung ist durchweg spannend und wendungsreich, zudem fantastisch und in hohem Tempo erzählt, so dass man das Buch nicht aus der Hand legen mag und kann.

Fazit: Das Buch hat alles was ein guter Thriller braucht - es ist atemberaubend spannend, grandios und glaubhaft erzählt, mit vielschichtigen Charakteren. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Zutiefst berührend und erschütternd zugleich!

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Susanne Abel erzählt in ihrem neuen Roman „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ die dramatische Lebensgeschichte von Margret und Hardy, die sich Ende des Zweiten Weltkriegs, in einem katholischen ...

Susanne Abel erzählt in ihrem neuen Roman „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ die dramatische Lebensgeschichte von Margret und Hardy, die sich Ende des Zweiten Weltkriegs, in einem katholischen Kinderheim, kennenlernen und einander Halt geben. Zu einer Zeit, in der Abertausende Kinder nicht nur durch den Krieg von ihren Familien getrennt wurden, sondern in Heimen obendrein noch schlimmste Misshandlungen über sich ergehen lassen mussten. Sie erzählt davon, wie Beide getrennt wurden, um sich später wiederzufinden und nie wieder loszulassen. Und sie erzählt die Geschichte, wie sich solch traumatische Erlebnisse noch über Generationen hinweg auswirken.

Das Buch spielt in zwei Zeitebenen. Während die Eine rückblickend vom grausamen Schicksal der beiden Waisenkinder Margret und Hardy, nach dem Zweiten Weltkrieg, sowie von ihrem späteren, gemeinsamen Lebensweg erzählt, konzentriert sich die Andere auf die Geschichte ihrer Urenkelin Emily, die bei ihnen aufwächst und unter den, nicht weniger dramatischen, generationenübergreifenden Auswirkungen der einstigen Misshandlungen ihrer Urgroßeltern zu leiden hat. Der einerseits klare und schonungslose, andererseits aber auch seichte und unaufgeregte Schreibstil der Autorin hat mich absolut erreicht und mir sehr gut gefallen. Obwohl es derzeit um meine Konzentration nicht zum Besten steht, hatte ich weder Probleme in die Geschichte zu starten, noch, mich nach einer Lesepause wieder hineinzufinden. Ganz im Gegenteil war ich jedes Mal sofort wieder mittendrin und vom Schicksal aller Beteiligten zutiefst ergriffen. Denn, mit Ausnahme von Julia und Sabine, kann man gar nicht anders, als sie in sein Herz zu schließen, mit ihnen zu leiden, zu verzweifeln, zu fühlen, aufzuatmen und sich abschließend sogar zu freuen.

Fazit: Das allseits präsente Schweigen im Buch war für mich am lautesten und manchmal recht schwer auszuhalten. Insbesondere die authentisch beschriebenen Misshandlungs-Szenen haben mich zutiefst erschüttert, wie auch berührt. Selbst jetzt spukt das Gelesene immer noch in meinem Kopf umher, macht mich betroffen, wütend und bringt mich nachhaltig zum nachdenken.

Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen!

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