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Steffi58

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2025

Neue Miss Marple ?

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Agatha Christie lässt grüßen! Ich mag Krimis , die nicht so blutrünstig sind , sondern eher im „alten“ Stil daherkommen.
Der Untertitel „Mord nur für geladene Gäste“ ist ein bisschen skurril, weist aber ...

Agatha Christie lässt grüßen! Ich mag Krimis , die nicht so blutrünstig sind , sondern eher im „alten“ Stil daherkommen.
Der Untertitel „Mord nur für geladene Gäste“ ist ein bisschen skurril, weist aber auf gewolltes Miträtseln hin.
So ein Krimi ist genau richtig , wenn die Abende wieder früher dunkel werden und man gemütlich bei Kerze und Tee lesen möchte. Und letztens war schon so ein Abend. Den nutzte ich ,um den Krimi in einem Rutsch durchzulesen. Das fiel mir überhaupt nicht schwer , denn es handelt sich hier wirklich um spannende und amüsante Lektüre. Das dunkel gestaltete Cover passt ausgesprochen gut dazu.
Besonders hat mir beim Buch „Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste“ aber der britische Humor gefallen und Location in einem altertümlichen englischen Herrenhaus. Auch die Einladung, die die 77 Jahre alte Rosemary – Mimi- erhält erinnert sehr an die Kriminalromane von Agatha Christie und auch an deren Zeit, obwohl der Krimi in der gegenwart spielt. Und dann wird die Gastgeberin Jane ermordet aufgefunden …, ein spannendes Spiel, der Täter mittendrin, beginnt.
Eine zusätzliche nette Idee sind die kleinen „Steckbriefe“ der anwesenden 12 Personen . Zur Handlung soll hier nicht mehr verraten werden.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Treffend!

Aufsteiger
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Dieses Buch habe ich mir als Wunschbuch gegönnt!
Das zeigt , dass mich schon die LP stark beeindruckt hat , vor allem sprachlich . Die ersten Sätze des Abschnittes Frühling haben solch eine bildhafte Sprache ...

Dieses Buch habe ich mir als Wunschbuch gegönnt!
Das zeigt , dass mich schon die LP stark beeindruckt hat , vor allem sprachlich . Die ersten Sätze des Abschnittes Frühling haben solch eine bildhafte Sprache , da bedurfte es gar nicht des Verweises auf hintergründige und intelligente Gegenwartsliteratur für die Leser*innen von Juli Zeh und Johanna Adorján.
Der Unternehmenssprecher von Axel Springer , Peter Huth, erzählt in seinem neuen Roman Machtkämpfen, Eitelkeiten und Intrigen in der Medienwelt. Wenn der Roman , in dem es um Medienlandschaft gehen soll, mit dem zusammentreffen eines Kommissar und eines Arzt , und noch dazu in der Rechtsmedizin , beginnt, ahnt man, dass es spannend wird.
Dann erfahren wir aber mehr über Felix Licht, der für seine Karriere alles geopfert hat – bis plötzlich eine junge Kollegin, Zoe Rauch, zur Chefredakteurin ernannt wird.
Peter Huth hat die Gabe nicht nur den Finger, sondern die ganze Hand in die Wunde von Verlogenheit, Manipulation, und auch Feigheit zu legen. Und das tut er auch sprachlich treffend.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Überrascht

Cosmix
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Vom Urknall bis zum Menschen ist eine Graphic Novel, die sich wagt ein weites Feld auf ungewöhnliche Art zu bearbeiten.
Das Buch punktete schon in der Leseprobe mit toll gestalteten Illustrationen und ...

Vom Urknall bis zum Menschen ist eine Graphic Novel, die sich wagt ein weites Feld auf ungewöhnliche Art zu bearbeiten.
Das Buch punktete schon in der Leseprobe mit toll gestalteten Illustrationen und humorvollen Texten zu den Themen Astronomie, Biologie und Physik. Ich hätte nicht erwartet , dass so ein Buch zu komplexen Fragestellungen der Menschheit Antworten geben kann.
Wer allerdings ein reines Sachbuch erwartet , ist hier falsch. Aber dann hat er auch nicht richtig gelesen , denn bei Genre steht zuerst Graphic Novel/ Comic und danach erst Sachbuch.
Schon seit Menschengedenken beschäftigt uns die Frage nach dem Ursprung unserer Existenz. Das versucht der Comic auf sehr lustige und unterhaltsame Weise zu erklären. Dabei wird Hauptaugenmerk auf Anschaulichkeit gelegt, nicht auf tiefgreifendere Untersuchungen . Das ist nicht jedermanns Sache , trifft aber einerseits den Zeitgeist und öffnet andererseits diese komplexe Thematik für erwachsenen Leser, die nicht nach einem reinen Sachbuch greifen würden.
Das Buch ist über 200 Seiten stark. Das ist ziemlich viel. Gut , dass die am Anfang vorgestellten Personen immer wieder auftreten und den roten Faden des Comics ausmachen. Auch gut , dass in 10 Kapitel untergliedert wurde ; mehr als eins sollte man meiner Meinung nach auch nicht auf einmal lesen. Und man kann sie auch unabhängig voneinander lesen.
Besonders gefallen mir die oft erstaunlichen Erkenntnisse ; wie die Tatsache, dass ich aus denselben Elementen bin wie ein Sofa.

Die Illustrationen sind aussagekräftig und anschaulich .
Mir gefällt das Konzept des Buches und es hindert ja niemanden , bei Bedarf ein weiteres ( reines) Sachbuch zu lesen.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Herzerfrischend

Die Briefeschreiberin
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Virginia Evans‘ Art zu Schreiben ist herzerfrischend. Das Cover lässt den Leser bereits erkennen , wo die Protagonistin , Sybil van Antwerp, ihre Tage verbringt : am Schreibtisch mit Blick auf die Natur.
Der ...

Virginia Evans‘ Art zu Schreiben ist herzerfrischend. Das Cover lässt den Leser bereits erkennen , wo die Protagonistin , Sybil van Antwerp, ihre Tage verbringt : am Schreibtisch mit Blick auf die Natur.
Der Roman in Briefform hat eine tolle Erzählweise. Und ja , Sybil erinnert mich freudig an Elizabeth Strouts schrullige , aber sehr liebenswerte Olive Kitteridge.
Das Cover lädt direkt zum Lesen ein . Ein idyllischer Platz , den Sybil van Antwerp zum Briefeschreiben einnimmt. In diesen Briefen , die mir wie Puzzleteile erscheinen, beschreibt Sybil ihr Leben. Durch diese Briefe lernen wir sie und ihr Leben und das ihres Umfeldes auf sehr poetische Weise kennen.
Diese Briefe , und es sind wirklich „nur“ Briefe, stecken voller geistreichem Humor , manchmal sind sie eher rührend , manchmal etwas ruppig, immer aber herzlich.
Mich hat die Lektüre dieses Buches dazu gebracht, mal wieder selbst einen Brief zu schreiben, und zwar einen langen ; an meine Tochter.
Doppeltes, herzerfrischendes Lesevergnügen.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Interessante Fortsetzung

Junge Frau mit Katze
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Die Autorin Daniela Dröscher habe ich durch ihren Roman »Lügen über meine Mutter« kennengelernt, den ich außergewöhnlich fand. Das war ein kluger Roman , der auf tragik-komische Art ein durchaus ernstes ...

Die Autorin Daniela Dröscher habe ich durch ihren Roman »Lügen über meine Mutter« kennengelernt, den ich außergewöhnlich fand. Das war ein kluger Roman , der auf tragik-komische Art ein durchaus ernstes Thema behandelt.
Bereits die ersten Seiten des neuen Roman klingen vielversprechend! Auch hier wieder diese subtile Komik: „In meiner Generation war es geradezu üblich, wenn nicht gar Mode gewesen, Kindern die Mandeln entfernen zu lassen. Ich erinnerte mich an einen Artikel, in dem jemand sarkastisch fragte: »Wo sind all die Mandeln hin?«“
Das Buch ist wieder mit einem Ich-Erzähler konstruiert und ist flüssig zu lesen.
In "Junge Frau mit Katze" sind Ela und ihr Kater Sir Wilson, die im Mittelpunkt stehen. Ela kenne ich schon aus dem Vorgängerroman "Lügen über meine Mutter". Und Ela wirkt irgendwie ausgebremst , in alten Denkmustern gefangen. Das liegt einerseits an ihrem kranken Körper, aber andererseits auch an ihrer familiären Prägung.

In dem 303 Seiten starken Roman ist Ela nicht im Geringsten eine typische Romanheldin. Sie ist eine kluge Frau , verteidigt gerade ihren Doktortitel. Aber ständig hinterfragt sie sich ; fühlt sich hypochondrisch veranlagt. Sie zweifelt daran , ob sie gut genug ist.
Wir alle kennen solche Momente und wissen , wie schwer es ist , aus diesem Teufelskreis heraus zu kommen. Und wir wissen auch , dass in unserer Gesellschaft kaum Platz ist für die enge Verbindung zwischen körperlichen und seelischen Leiden.
Es sind viele Parallelen zum Vorgängerroman erkennbar, vor allem das Schweigen spielt auch hier wieder eine große, zu große Rolle. Auch dieser Roman ist leise , aber ich finde, dass er noch schonungsloser, direkter ist. Für mich stellt das eine persönliche Weiterentwicklung der Autorin dar.
Besonders berührt haben mich die japanischen Zitate von Yoko Tawada , die herausragende Sprache … und der Kater Sir Wilson, der Ela und uns wie ein Seelentröster begleitet.
"Junge Frau mit Katze" ist absolut lesenswerter und rundum gelungener Fortsetzungsroman!

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