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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.09.2025

Schöne Liebesgeschichte

The One I Stood Beside
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Sadies Vater stirbt und hinterlässt einen Haufen Schulden, sodass Sadie Gefahr läuft, die Farm und somit ihre Lebensgrundlage zu verlieren. Schließlich ist sie in der Heimat geblieben, um sich um ihre ...

Sadies Vater stirbt und hinterlässt einen Haufen Schulden, sodass Sadie Gefahr läuft, die Farm und somit ihre Lebensgrundlage zu verlieren. Schließlich ist sie in der Heimat geblieben, um sich um ihre Mutter zu kümmern und ihren Vater mit der Farm zu unterstützen, um sie eines Tages zu übernehmen. Ihr bester Freund Jude steht ihr dabei mit Rat und Tat zur Seite und würde alles tun, um sie dabei zu unterstützen. Da eine Ehe für die Bank und die Abwendung einer Zwangsversteigerung am sinnvollsten wäre, bietet Jude Sadie eine Scheinehe an. Sadie wehrt sich dagegen und muss dann einsehen, dass das doch die beste Idee ist und lässt sich darauf ein. Allerdings sind da auch echte Gefühle im Spiel, die sie einordnen muss...

Piper Rayne hat mit Sadie und Jude eine schöne Friends-to-Lovers-Romance geschrieben, die auf einer Ranch in Nebraska spielt. Ich mochte den flüssigen und leichten Schreibstil, trotz der teilweise sehr ernsten Themen, und das angenehme Tempo der Beziehungsentwicklung. Auch die Nebenfiguren und die Beschreibungen der Örtlichkeit und der Bewohner*innen mochte ich gern und musste häufig schmunzeln. Eine schöne Liebesgeschichte, die mir ein paar schöne Lesestunden beschert hat.

Veröffentlicht am 17.09.2025

Wanderung mit Folgen

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Julias und Lars' Hochzeit steht kurz bevor, als Nicki überraschend vor Julias Tür auftaucht und sie zu einem spontanen Trip als Junggesellinnenabschied abholt. Zu Studienzeiten sind sie zusammen gewandert ...

Julias und Lars' Hochzeit steht kurz bevor, als Nicki überraschend vor Julias Tür auftaucht und sie zu einem spontanen Trip als Junggesellinnenabschied abholt. Zu Studienzeiten sind sie zusammen gewandert und hatten immer den Wunsch, gemeinsam den Kungsleden in Schweden zu laufen. Nickis Geschenk zur Hochzeit soll sein, dass die beiden Freundinnen das nun gemeinsam machen. Die Freundschaft zwischen Julia und Nicki hat in den letzten Monaten gelitten, sie hatten kaum Kontakt und Julia hat den Eindruck, dass Nicki irgendetwas belastet. Sie ist auf der Reise kurz angebunden, ist offensichtlich nicht gut auf Lars zu sprechen und schreibt ständig in ihr Notizbuch. Der Beginn der Wanderung wird von einem Sturm überschattet. Am Morgen wacht Julia auf, doch Nicki ist nicht im Zelt und auch nicht in der Nähe des Zeltes zu sehen. Wo steckt Nicki bloß?

Rebecca Russ hat mit den besten Freundinnen und der Wanderung, bei der Nicki plötzlich weg ist, einen spannenden Plot geschaffen. Spannend ist vor allem nicht das, was auf der Wanderung passiert, sondern die belastende Atmosphäre, die Spannung, die zwischen so viel Ungesagtem zwischen den Seiten schlummert und auf die Auflösung oder eine Eskalation wartet.
Ich mochte die wechselnden Erzählebenen, die gegenwärtigen aus Julias Perspektive und die Rückblicke aus Nickis Leben. Erst mit der Zeit und nach einigen Kapiteln konnte ich absehen, in welche Richtung sich Rebecca Russ' Thriller entwickelt und habe mich während der Lektüre häufig gefragt, ob alles Geschilderte Realität ist oder ob es sich um Einbildung handelt. Es gab also einige Irritationsmomente für mich.
Erst zum Ende hin folgt die Eskalation, die schlüssige Aufklärung und damit ein spannendes Finale.

Ein gelungener Thriller, der mir spannende Lesestunden beschert hat.

Veröffentlicht am 17.09.2025

Spannender Vermisstenfall

Ihr werdet sie nicht finden
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Jonas war Polizist, bis seine Tochter Isabell verschwunden ist und die Polizei seines Erachtens nach nicht anständig ermittelt. Also nimmt Jonas die Sache selbst in die Hand und kümmert sich um die Vergeltung ...

Jonas war Polizist, bis seine Tochter Isabell verschwunden ist und die Polizei seines Erachtens nach nicht anständig ermittelt. Also nimmt Jonas die Sache selbst in die Hand und kümmert sich um die Vergeltung an dem vermeintlichen Entführer seiner Tochter. Die Konsequenz: Er darf nicht mehr im Polizeidienst tätig sein und muss für mehrere Jahre ins Gefängnis.
Privatdetektivin Franka wird sieben Jahre später von einer älteren Frau beauftragt. Diese möchte, dass Franka ihre Enkeltochter Silvia findet, zu der die Großmutter keinen Kontakt mehr hat. Schnell erfährt Franka, dass Silvia eine Freundin der damals verschwundenen Isabell war und wittert einen Zusammenhang. Sie wendet sich an Jonas, der mittlerweile aus dem Gefängnis entlassen ist, und die beiden beginnen ihre Ermittlungen.

Andreas Winkelmann schreibt auf zwei Zeitebenen - der vergangenen und der gegenwärtigen. Dabei wechseln auch die Perspektiven, sodass ich eine Weile brauchte, um mich in beiden Fällen und bei den genannten Figuren orientieren und ihre Beziehungen zueinander korrekt zuordnen zu können. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, die Kapitel kurz, was für einen raschen Lesefluss sorgt, und der Plot hält einige Wendungen bereit. Zwischenzeitlich plätscherte das Geschehen für mein Empfinden etwas dahin und die Spannung ließ nach, aber zum Ende hin hat mich Andreas Winkelmann wieder fesseln und mit der Auflösung, die ich gut konstruiert fand, überzeugen können.

Ich habe schon spannendere Thriller von Andreas Winkelmann gelesen, hatte mit "Ihr werdet sie nicht finden" jedoch trotzdem gute Lesestunden.

Veröffentlicht am 13.08.2025

Vom Kritiker zum Kritisierten

Standing Ovations
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Beim Fringe Festival in Edinburgh tritt Hayley Sinclair zum ersten Mal mit ihrer Live Performance auf. Der Starkritiker Alex Lyons verfasst einen Verriss über ihre Show und bewertet sie mit nur einem Stern. ...

Beim Fringe Festival in Edinburgh tritt Hayley Sinclair zum ersten Mal mit ihrer Live Performance auf. Der Starkritiker Alex Lyons verfasst einen Verriss über ihre Show und bewertet sie mit nur einem Stern. Hayley sieht die Kritik am nächsten Morgen in der Zeitung und erfährt, dass Alex Lyons der Mann ist, mit dem sie die Nacht verbracht hat. Alex Lyons, der ganz genau wusste, mit wem er Sex hatte, dem sie ihr Herz ausgeschüttet hat und der nichts darüber gesagt hat, wer er ist oder dass er eine Kritik über ihr Programm verfasst hat. Ihre Konsequenz daraus: Sie ändert den Titel ihrer Show, die ab jetzt davon handelt, was Alex Lyon ihr angetan hat. Im Verlauf des Festivals kommen immer mehr Erfahrungen anderer Frauen hinzu, die Alex verletzt oder erniedrigt hat. Plötzlich steht der Starkritiker im Fokus der Kritik.
Erzählt wird alles aus der Perspektive von Sophie, einer Kollegin und Freundin von Alex, die während des Festivals mit ihm zusammenwohnt und ebenfalls Journalistin ist.

Charlotte Runcie hat mit "Standing Ovations" einen Roman über patriarchale Strukturen, die Machtverhältnisse in der Kunst- und Medienwelt sowie die Dynamik zwischen Künstler*in, Kunstwerk und Kritik geschaffen. Hayley macht sich ihre Erfahrung zunutze und ist bestrebt, die Position zu verändern, den Konflikt umzudrehen. Alex hingegen ist nicht einsichtig und Sophie beobachtet alles mehr oder weniger tatenlos.
Der Plot hat mich gereizt, ich war sehr gespannt darauf, wie Hayley mit der Situation umgeht, wie das Publikum reagiert und zu welcher Auflösung Charlotte Runcie kommt. Während ich die erste Hälfte des Buches geradezu verschlungen habe, hat das Tempo in der zweiten Hälfte arg nachgelassen und mich streckenweise etwas verloren, da es immer mehr um Sophie und ihre Beziehung ging.
Insgesamt ein guter Roman über weibliche Wut, Machtmissbrauch und den öffentlichen sowie privaten Umgang damit.

Veröffentlicht am 06.08.2025

New-Adult-Romanze in Zeitschleife

Gestern waren wir unendlich
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Louis und Henry sind seit drei Jahren ein Paar und können beide fast nicht glauben, was für einen tollen Partner sie im jeweils anderen gefunden haben - es ist die Liebe ihres Lebens. Doch eines Abends ...


Louis und Henry sind seit drei Jahren ein Paar und können beide fast nicht glauben, was für einen tollen Partner sie im jeweils anderen gefunden haben - es ist die Liebe ihres Lebens. Doch eines Abends haben sie Streit. Dennoch begleitet Louis Henry auf eine Familienfeier, die ihm wichtig ist. Nach der Feier wollen sie über ihren Streit sprechen und sich versöhnen, doch es kommt anders: Auf dem Rückweg haben sie einen schweren Autounfall, bei dem Henry stirbt. Louis erwacht am nächsten Morgen in seinem eigenen Bett, wo Henry ihn abholt, um gemeinsam zur Familienfeier zu fahren. Schnell steht für Louis fest: Er befindet ich in einer Zeitschleife, während Henry sich an nichts erinnert. Also gibt Louis alles dafür, Henrys Leben an diesem einen Tag zu retten.

Mir gefiel Dominik Gaidas Idee der Zeitschleife sehr gut und ich lese gern queere lovestories, die ohne Klischees auskommen (well done). Die ersten zwei Durchgänge des schicksalhaften Tages habe ich angespannt verfolgt in der Hoffnung, dass sich irgendetwas ändern könnte. Ich mochte die geschilderten Gespräche, ich mochte die Rückblenden, wie über die Beziehung und die Liebe zwischen Henry und Louis gesprochen wurden und der stets respektvolle Ton miteinander.
Doch insgesamt waren es mir zu viele Durchgänge der Zeitschleifen, an manchen Stellen fand ich die Rückblenden ungünstig gesetzt, weil sie aus dem aktuellen Geschehen gerissen haben, da wäre die ein oder andere Stelle eventuell passender gewesen.
Die Auflösung mochte ich dann wieder gern.
Insgesamt eine schöne, queere Romanze, die im Zeitschleifen-Modus erzählt ist. Dominik Gaidas flüssiger, leichter Schreibstil gefiel mir ebenso sehr gut.

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