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Veröffentlicht am 25.09.2025

Weihnachten mit der Lupe zu suchen

Good Spirits
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In den Supermärkten tauchen schon die Weihnachtssüßigkeiten auf, die neue Adventskalenderideen sind überall zu entdecken und trotz all dieser Vorboten ist es für mich im September doch eigentlich noch ...

In den Supermärkten tauchen schon die Weihnachtssüßigkeiten auf, die neue Adventskalenderideen sind überall zu entdecken und trotz all dieser Vorboten ist es für mich im September doch eigentlich noch etwas früh für Weihnachtsgedanken. Dennoch hat mich „Good Spirits“ angezogen, vielleicht weil mich das Cover an einem kalten Tag erwischt hat, denn ich war sofort interessiert. Die Autorin, B. K. Borison, ist in Deutschland auch keine Unbekannte. Ihre Cover habe ich öfters schon mal gesehen, gelesen habe ich bislang aber noch nichts von ihr. Aber mit so einem weihnachtlichen Standalone kann man ja nichts falsch machen.

Ich habe „Good Spirits“ als Hörbuch gehabt und bin dadurch von Martha Kindermann und Tobias Zorn durch die Geschichte geleitet worden. Gegen beide Stimmen hatte ich nichts, auch weil sie das reifere Alter von Nolan und Harriet für mich gut verkörpert haben. Dementsprechend ging der Hörgenuss mit den Stimmen im Ohr sehr flott und angenehm. Dieser Aspekt war also gut, aber inhaltlich muss ich einfach sagen, dass ich aufgrund des Covers und des Klappentextes wohl Erwartungen aufgebaut habe, die einfach nicht eingehalten werden konnten. Eine Liebesgeschichte habe ich erwartet und auch bekommen. Aber wegen der Geist-Thematik, die etwas Übernatürliches hat und der Weihnachtszeit habe ich so eine typische RomCom erwartet, die alle Klischees erfüllt und mich Ende September schon wie ein Weihnachtsgeist einfängt. Ich fand aber, dass es wenig Weihnachten gab und dazu auch wenig Humor.

Es gab sicherlich Momente, die zum Lachen einladen sollten, gerade bei den ersten Begegnungen, aber so vom Lesen kam der Spaß einfach nicht rüber, auch weil Nolan als heimsuchender Geist erstmal nicht so sympathisch rüberkommt. Er wirkt wirklich eher wie das Spukgespenst zu Halloween, dementsprechend ist er schon der Erste, der die erhoffte Stimmung zerstört. Relativ schnell hatte ich auch das Gefühl, dass die Liebesgeschichte extrem schnell vorangetrieben wird und dann noch gepaart mit expliziten Szenen, die ebenfalls viel Erzählzeit eingenommen haben. Das wird vermutlich generell dem Stil von Borison entsprechen und ich finde es in Weihnachtsgeschichten auch nicht fehl am Platz, aber die Mischung macht es. Umgekehrt positiv ist, dass die Erinnerungen in Harriets Leben helfen herauszufinden, was ihre Geschichte ist, was alles schief gelaufen ist, warum sie ist, wie sie ist und was möglicherweise Lösungen für sie sind. Das hatte durchaus viel Tiefgang. Ihre Familiengeschichte war authentisch, wenn auch nicht schön, aber man hat da mitfühlen können.

Dann wären wir noch bei Weihnachten. Ja, es spielt in der Adventszeit. Ja, Zuckerstangen spielen eine extrem dominante Rolle, aber das war es auch schon. Das Herausfinden, was Harriet angeblich Böses getan hat, hat sehr viel Raum eingenommen und dann schließlich die Liebesgeschichte und so hätte die Handlung eigentlich egal wann spielen können. An Weihnachten muss Weihnachten auch wichtig sein. Natürlich kann man argumentieren, dass letztlich Weihnachten-typische Botschaften rübergekommen sind, aber das gilt für viele Liebesgeschichten, dementsprechend war mir das zu wenig.

Fazit: „Good Spirits“ sollte die Chance bekommen, mich als erstes Buch der Saison auf Weihnachten einzustimmen, aber da sind meine Erwartungen völlig am letztlichen Ergebnis vorbeigegangen. Die Geschichte hatte durchaus Tiefgang und auch die Themenauswahl gefiel mir, aber es war zu wenig Humor, zu wenig Weihnachten und ein Aufbau einer Liebesgeschichte, die mir zu schnell ging. Da bleibe ich doch lieber erstmal in Herbststimmung.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Atmosphärisch vielversprechend, inhaltlich vorhersehbar

Coram House
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Wir haben Herbst und dementsprechend greife ich jetzt langsam wieder mehr zu Thrillern und den Anfang macht „Coram House“ von Bailey Seybolt, was mit dem Cover für mich sofort eine Atmosphäre erzeugt hat. ...

Wir haben Herbst und dementsprechend greife ich jetzt langsam wieder mehr zu Thrillern und den Anfang macht „Coram House“ von Bailey Seybolt, was mit dem Cover für mich sofort eine Atmosphäre erzeugt hat. Ich habe es als Hörbuch gehabt und mit Wolfgang Berger und Heidi Jürgens hatte ich zwei Sprecher, die ich noch nicht hatte. Sie passten für mich aber beide gut. Berger hat die Befragungen gesprochen, was für mich diese Passagen alleine stimmlich gut abgegrenzt. Jürgens wiederum ist zu Alex Kelley geworden, die damit die durchgängigste Begleitung gewesen ist. Sie ist schnell zu dieser Figur geworden.

Ich muss sagen, dass ich die grundsätzliche Erzählart sehr gut fand. Der Prolog macht zunächst Lust, weil wir Einblicke in das Leben der Waisenkinder bei denn Nonnen bekommen und es entsteht gleich so ein Unbehagen, wie schlimm das für sie alle gewesen sein muss. Danach haben wir das erste Mal die Befragungen, die im Verlauf immer mal wieder auftauchen. Sie unterstützen im Weiteren die Schrecken, die die Kinder erlebt haben. Auch wenn ich fand, dass sie weniger zur Lösungssuche beigetragen haben, aber gerade angesichts der ganzen Enthüllungen in den letzten Jahren zum Missbrauch in der Kirche hatte ich auch den Eindruck, dass es der Autorin ein Bedürfnis war, auf so ein dunkles Kapitel einen besonderen Blick zu werfen. Auch wenn es fiktionalisierte Berichte sind, aber es hat definitiv ein Schaudern ausgelöst, das zur Grundstimmung des Buchs entscheidend beigetragen hat.

Ansonsten begleiten wir Alex bei ihren Ermittlungen zu Coram House und speziell, wer Tommy ist und was ihm passiert ist. Parallel startet dann wie vom Klappentext schon angedeutet eine Mordserie, sodass es nicht nur um Schrecken der Vergangenheit geht, sondern um eine akute Gefahr. Das war auf jeden Fall clever, um auch in der Gegenwart Richtung Spannung aufzubauen. Was ich persönlich sehr schwierig fand, das war die Darstellung von Alex. Sie hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich und wir erfahren, dass ihr bei ihrem letzten Buch gewaltige Recherchefehler unterlaufen sind, weswegen sie umso verbissener ist, ihren Ruf zu rehabilitieren. Diese fast schon Besessenheit hat nicht unbedingt geholfen, Alex als Sympathieträgerin zu sehen. Es gab einige Stellen, in denen sie regelrecht von Wut überkommen war. Ich fand es seltsam, wie explizit das teilweise formuliert worden ist. Auch wenn sie mehrfach bewusst im Dunkeln gehalten wurde, was mich auch aufgeregt hätte, aber ihre Reaktionen waren sehr extrem. Ich habe Alex damit nie als hilflos wahrgenommen, aber sie hat sich gerne parallel so inszeniert. Da ich von der Motivik her gut verstehen konnte, warum sie Antworten finden will und dass sie auch den Unterdrückten eine Stimme geben wollte, aber die Art war wirklich etwas schwierig.

Ein zweiter Block, den ich etwas kritisch sehe, das ist die Vorhersehbarkeit. Das ist bei Thrillern im Grunde DAS Argument, was über die Qualität entscheidet. Auch wenn mir bewusst ist, dass Vorhersehbarkeit teilweise auch subjektiv ist, weil der eine die Puzzleteile zusammensetzt, der andere nicht, so glaube ich schon, dass hier die Hinweise zu offensichtlich waren. Es war eine konkrete Stelle, auf die Alex überhaupt nicht reagiert hat, als wäre das nicht eine interessante Info und zum anderen die Inszenierung der Figuren um sie herum. Das zusammengenommen hat mir etwas die Spannung genommen, auch weil ich gemerkt habe, wie die Autorin vorher noch Störfeuer legen wollte.

Fazit: Grundsätzlich finde ich die Themenwahl von „Coram House“ sehr interessant und die Atmosphäre wurde von Anfang an gut gefüttert. Für mich war es unter dem Strich aber nur ein durchschnittlicher Thriller, denn Alex war charakterlich etwa seltsam als Leitstern durchs Geschehen. Gleichzeitig war mir die Auflösung zu offensichtlich.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Pferde und Baustellen

Goldcrest Manor - Velvet Meadows
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Yvy Kazi habe ich bislang durch all ihre Reihen begleitet, wobei ich mich bei Magic und Moonlight irgendwann entschieden habe, diese abzubrechen, aber das hatte überhaupt nichts mit den Fähigkeiten als ...

Yvy Kazi habe ich bislang durch all ihre Reihen begleitet, wobei ich mich bei Magic und Moonlight irgendwann entschieden habe, diese abzubrechen, aber das hatte überhaupt nichts mit den Fähigkeiten als Autorin zu tun. Vielmehr war für mich die Thematik irgendwann nicht mehr richtig. Ich mag Magie, aber vielleicht gibt es einfach Phasen, in denen das besser passt. Als nun aber die Goldcrest Manor-Reihe angekündigt wurde, war ich sofort wieder hellwach.

Auch wenn ich nie eine Pferdenärrin durch und durch war, aber die edlen Tiere haben mich immer sehr fasziniert und die Wendy gehörte zu meiner Jugend dazu. Wenn ich gezockt habe, dann auch gerne Spiele, bei denen ich Pferde pflegen durfte. Dementsprechend ist da schon ein Faden zu erkennen, selbst wenn ich in echt lieber aus der Ferne zuschaue, als selbst auf den Rücken eines Pferdes zu steigen. Angesichts dieser Einleitung ist aber wohl deutlich geworden, dass ich es schon klasse fand, dass Kazi eine Pferdezucht mitsamt Polo-Spiel als Zentrum ihrer Handlung eingebaut hat. Ich muss auch sagen, dass die Thematik, wie alles dargestellt wurde, wie die Bedeutung von Pferden eingebettet wurde, wie dann auch das Polo-Spiel einen größeren Abschnitt bekommt, das ist für mich die große Stärke von „Velvet Meadows“. Sowas habe ich einfach ewig schon nicht mehr gelesen bzw. auch noch gar nicht, dementsprechend wirkte für mich dieser Aspekt frisch und anziehend.

Tropes sind in der Buchcommunity ein riesiges Thema. Sie werden offensiv beworben und dementsprechend sprechen auch so alle über Bücher, sodass das auch bei mir immer mehr übergegangen ist. Hier haben wir natürlich zentral Second Chance und es gibt viele, für die das zu den wenigsten beliebtesten Tropes gehört. Bei mir ist das nicht festgefahren, weil es bei mir immer auf die Machart ankommt. Leider muss ich sagen, Kazi hat mich hier mit ihrer zweiten Chance zwischen Kenzie und Julian nicht 100% gepackt bekommen. Zunächst würde ich vielleicht die Entscheidung für die Perspektiven am Anfang verantwortlich machen. Wir haben einen Prolog aus Julians Sicht, als die beiden 16 sind. Es hilft zunächst zu sehen, wie sehr er für sie schwärmt. Danach haben wir aber einen Cut und erstmal nur Kapitel aus Kenzies Sicht bekommen. Es hat geholfen, um Ereignisse aus den vergangenen Jahren zusammen zu bekommen, zudem ihr Leben und ihre Gefühle im Jetzt zu verstehen. Aber so geht es erstmal schleppend los und dann erleben wir Julian und es war sehr unangenehm.

Danach gibt es wieder einen Cut und alles, was zwischen dem Pärchen vorgefallen ist, wird ruckzuck abgebaut und wir sind wieder mittendrin. Auch wenn ich nach hinten heraus sagen kann, dass ich Kenzie und Julian irgendwann zusammen mochte, aber die Beobachtung ist stellvertretend für einige Baustellen. Denn ich hatte den Eindruck, dass Kazi sehr oft Konflikte simpel aufgelöst hat. Umgekehrt sind auch nicht alle Beziehungen in dem Buch für mich ausreichend aufgebaut worden. Ich fand es schwierig, Kenzie mit ihrer Mutter zu begreifen. Da ist Fürsorge, aber da war auch stets eine Distanz. Die ganze Darstellung der Mutter wirkte, als müsste sie mit der Zucht sich eigentlich von Anfang an schon längst überworfen haben. Das ist auch schade, weil wir von dem Vater erst gar nicht anfangen müssen, eine zutiefst suspekte Rolle, die zwar vielleicht nochmal in der Reihe auftauchen wird, die mich aber echt wütend gemacht hat. Aber auch Kenzie selbst war für mich nicht einfach. Es gab in dem Buch einige Szenen, die einfach seltsam wirkten. Ich kann das nicht mal richtig mit etwas Bestimmtem erklären. Aber gewisse Dialoge wirkten gezwungen und wenn Kenzie anschließend ihre Gedanken rekapituliert hat, da kam sie zu so vielen Wendungen, das war anstrengend.

Das Buch wirkt keinesfalls durchweg oberflächlich und es wirkt auch nicht inhaltsleer, weil unfassbar viel passiert. Aber vielleicht wäre eine andere Mischung besser gewesen. Etwas weniger Inhalt, dafür mehr Figuren- und Beziehungsarbeit. Umgekehrt will ich loben, dass zum Ende hin keine Dramatik für die Paarung erzwungen wurde. Stattdessen hatten wir Themenfelder, die gut ineinandergegriffen. Insgesamt kam viel geschickt zusammen und macht dann auch schon Lust auf die Folgebände. Zudem bleibe ich unter dem Strich auch dabei, dass Kazi sich für ein Setting entschieden hat, was sie konsequent bedient und was auch bei den anderen Bänden von Bedeutung sein wird. Das ist klasse, weil andere Autoren das schon mal aus den Augen verlieren. Einen Punkt will ich zuletzt noch aufgreifen. Kazi hat selbst eine chronische Erkrankung und wollte daher mit Kenzie dies aufgreifen. Grundsätzlich super, aber ich hätte mir die Epilepsie noch etwas besser eingebunden vorstellen können. Das wäre dann auch sehr echte Dramatik gewesen.

Fazit: Es ist extrem schwer, „Velvet Meadows“ als Auftakt der Goldcrest Manor-Reihe zu bewerten. Denn die Thematik und das Potenzial für die gesamte Reihe macht mich glücklich. Aber der erste Band für sich hatte auch viele Schwächen für mich. Die lagen vor allem in den Charakteren, wie Beziehungen aufgebaut wurden und wie gewisse Dialogen abliefen. Dementsprechend war der Leseprozess für mich nicht völlig geschmeidig, aber es war auch nicht so negativ, dass ich an ein Abbrechen der Reihe denken würde. Nein, wie auch die Betaleserinnen will ich Maeve und Archie ganz dringend zusammen erleben.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Flüssig zu lesen, aber auch genug Kritikpunkte

The Game Changer – Die Liebe ist ein süßes Spiel
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Lana Ferguson ist auf dem deutschen Buchmarkt noch relativ unbekannt, aber inzwischen hat der Aufbau Verlag schon zwei Werke von ihr übersetzen und veröffentlichen lassen. „The Game Changer“ ist mir dabei ...

Lana Ferguson ist auf dem deutschen Buchmarkt noch relativ unbekannt, aber inzwischen hat der Aufbau Verlag schon zwei Werke von ihr übersetzen und veröffentlichen lassen. „The Game Changer“ ist mir dabei ins Auge gefallen. Auch wenn ich Sports Romance eigentlich immer lesen kann, aber gerade im Sommer passt es doch noch besser und deswegen habe ich zugegriffen.

Mir hat es gefallen, dass es eine erwachsene Geschichte ist. Delilah und Ian stehen beide mitten im Leben und haben schon einiges hinter sich. Zudem haben sie sich beide erfolgreiche Karrieren aufgebaut. Sie kennen sich seit ihrer Kindheit, haben sich aber ewig schon nicht mehr gesehen. Die Geschichte wird mit dem Fake Dating-Trope aufgezogen, was eher etwas unnütz war, denn ich mag den Trope eigentlich nur, wenn er sich wirklich aufbaut, aber hier war es für beide Figuren schnell mehr. Für Lila, weil sie immer schon verknallt war und für Ian, weil er direkt sieht, dass aus dem Mädchen von einst eine richtige Frau geworden ist. Hier war Fake also wirklich nicht lange ein Thema, weil für alle, außer den Bruder, schnell klar war, dass da was in der Luft liegt. Ich mochte die Chemie zwischen den Figuren auch, weil sowohl die alte Sehnsucht, die sich endlich ausleben darf, und von ihm das abrupte Heftige gut gepasst hat.

Insgesamt würde ich auch sagen, dass man „The Game Changer“ gut lesen kann. Der Schreibstil lässt sich flott lesen und die Figuren haben einfach etwas, was auch Humor zulässt, sodass man viele Szenen gerne verfolgt. Dennoch glaube ich nicht, dass Ferguson für mich eine Autorin ist, die ich weiterhin verfolgen werde. Da lohnt sich vielleicht ein Vergleich zu Elsie Silver. Bei ihr habe ich lange gehadert, weil ich ihre Art der expliziten Szenen nicht völlig mag. Aber sie baut drum herum sehr intensive Geschichten auf, die das ausgleichen. Aber „The Game Changer“ hat mir zu wenig angeboten. Lilas Backshow geht irgendwann völlig verloren. Dabei fand ich diese Diskrepanz aus Sport und Backen richtig toll und hätte mir da eine ganz andere Geschichte vorstellen können. Stattdessen gab es zwei kleine Szenen, in denen Ian in der Show zu Gast ist und fertig. Irgendwann geht es gefühlt nur noch um Ian und das fand ich einfach nicht richtig im Gleichgewicht. Lila und ihr Bruder hatten selbst einen harten Schicksalsschlag, aber der spielt keine Rolle. Lila hat nur die Aufgabe, in Ian bedingungsloses Vertrauen zu haben und alles für ihn zu tun. Jetzt kann man umgekehrt nicht behaupten, dass Ian das einfordert. Denn er macht sich umgekehrt genauso Gedanken um Lilas Wohlempfinden. Doch ich fand die Botschaft etwas seltsam.

Dann wäre wir auch bei den expliziten Szenen bzw. auch bei dem, was darauf hingearbeitet hat. Ich fand die Wahl von ein- und demselben Schimpfwort extrem seltsam und habe auch nicht nachvollziehen können, warum das so wiederholt genutzt wurde, auch weil es für mich Dialoge aufgebrochen hat. Die Szenen selbst waren dann echt sehr ähnlich zu denen von Silver. Ich kann es lesen, keine Frage, aber in der Gesamtsicht sage ich dann, das ist der letzte Punkt, dass es für mich vielleicht nicht die passende Autorin ist. Denn es kommt auch hinzu, dass ich das Drama der ganzen Handlung künstlich erzeugt fand. Das Geheimnis von Ian und der Familie meine ich noch nicht mal, aber die ganze Art, wie der Einfluss von Social Media dargestellt wurde und wie Ian als vermeintlicher Ehebrecher gebrandmarkt wurde. Seltsam. Es steht außer Frage, dass es öffentliche Bereiche gibt, in denen alles seziert wird, aber umgekehrt wissen wir auch, dass der Mann sich wesentlich mehr erlauben darf als die Frau und selbst wenn es erstmal Kritik gibt, ist die schnell verschwunden, weil er die Erfolge als Eishockeyspieler noch bringt. Das fand ich also nicht realistisch, auch weil sich dadurch Lilas Produktionsteam ebenfalls Gedanken gemacht hat.

Fazit: „The Game Changer“ ließ sich schnell weglesen und Lana Ferguson hat auch ein Händchen für liebenswerte Charaktere, was auch für die kleineren Rollen gilt. Aber es ist nichts, was mich in dem Genre richtig umhaut. Dafür war zu viel künstlich erzeugt, es war zu einseitig, weil alles bei Ian aufgeladen wurde. Dazu ist die Art der Intimität nicht meins. Da kommt viel zusammen, dass ich das Fazit ziehen würde, für andere ist Ferguson sicherlich genau richtig, für mich leider nicht.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Für Dani Atkins zu banal

Versprich mir, dass du tanzt
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Immer wenn etwas Neues von Dani Atkins angekündigt wird, bin ich auf jeden Fall dabei. Ich finde, dass es extrem schwierig ist, die Autorin und ihren Stil zu beschreiben. Aber ich weiß definitiv, dass ...

Immer wenn etwas Neues von Dani Atkins angekündigt wird, bin ich auf jeden Fall dabei. Ich finde, dass es extrem schwierig ist, die Autorin und ihren Stil zu beschreiben. Aber ich weiß definitiv, dass ich in ihrer Stilistik nie nach anderen suche, die ähnlich schreibe. Da verlasse ich mich ganz auf Atkins und mit welcher Thematik sich mich als nächstes überraschen wird.

„Versprich mir, dass du tanzt“ ist nun das neuste Werk von Atkins und ich wurde überrascht, aber leider eher negativ. Insgesamt lässt sich meine Kritik dadurch zusammenfassen, dass ich das gewählte Thema zu harmlos und zu banal fand. Dazu habe ich beide Liebesgeschichten nicht restlos fühlen können. So hatte ich zwar ein Buch, das ich wie üblich sehr schnell weglesen konnte, aber es hat mich nicht so emotional gepackt, wie ich das schon oft genug bei ihr als Autorin erlebt habe. Aber mir ist klar, dass das auch was mit Erwartungen zu tun hat und genug Bücher zu kennen, sodass ich unweigerlich vergleiche. Ohne Vergleich und ohne Erwartungen ist „Versprich mir, dass du tanzt“ sicherlich für viele ein Highlight.

Wir fangen schon sehr extrem traurig mit der Geschichte an. Das war auch noch der Punkt, bei dem ich voll drin war. Auch wenn es erst schwer war, sich zu orientieren, aber es hat natürlich ordentlich zugeschlagen, dass wir eine intensive Liebesgeschichte enden sehen, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Der Ausschlag für den Rest ist dann Adams Bitte an Lily, dass sie für ihn wieder mit ihrem ehemals besten Freund Josh aufnehmen soll. Die eine Liebe verloren, aber vielleicht Versöhnung und Zukunft mit der anderen? Das ist so grob das Thema des Buchs. Das reicht mir oft genug auch und gerade wenn ich an Cecelia Ahern etc. denke, dann waren das stets schon die Handlungen, die anziehen. Traurige Liebesgeschichten, die aber Hoffnung für etwas Neues ausstrahlen. Aber ich habe einfach die ganze Zeit auf den besonderen Kniff gewartet. Atkins ist keinesfalls eine Fantasy-Autorin, aber sie ist spirituell und hat dementsprechend schon oft übernatürliche Konzepte eingearbeitet. Und irgendetwas in dieser Richtung hätte ich mir für die Handlung gewünscht.

Es kam aber nicht und so hätte ich die Handlung anspruchsvoller und ausgearbeiteter gebraucht. Lily ist unsere Protagonistin, die uns durch alle Zeitebenen leitet. Sie ist für mich dementsprechend als Einzelperson ausgearbeitet und ich habe sie gut verstanden. Doch beide Männer waren mir einfach zu wenig. Da wir Adam schon zu Beginn verlieren, ist es natürlich komplex, aber es gab Rückblenden und da wäre es sicherlich möglich gewesen, ihn als Menschen auszubauen. Ich mochte die erste Begegnung von ihm und Lily sehr und ich habe verstanden, warum er sie nach dem ganzen Herzschmerz durch Josh so mitgerissen hat. Aber ich hätte dennoch gerne mehr über ihn erfahren. Er wirkte auch völlig familienlos, als sei er ein einzelner Mensch ohne Geschichte gewesen. Josh ist ausgearbeiteter, das auf jeden Fall. Aber dennoch habe ich ihn einfach nicht richtig zu packen bekommen. Der jugendliche Josh mit seiner komplizierten Geschichte, der durch die neuen Pflegeeltern und durch Lily Konstanz und Wärme kennenlernt, da war alles fein. Aber wer ist der spätere Josh? Der junge Erwachsene, der, der Lily auf einmal nachjagt, aber dann auch der Einsiedler?

Dadurch, dass beide Männer für mich unter Wert verkauft wurden, habe ich auch bei beiden Liebesgeschichten kein Gefühl empfunden, das einfach durch mit strömt. Ich konnte mich an einigen Stellen erfreuen, weil sie dann zu Herz gehen, aber mehr sprachlich als wirklich menschlich. Was mir zwischendurch aber richtig gut gefallen hat, das war ein kleines Intermezzo zu Mutterschaft, auch ohne Mann an der Seite. Da waren sehr schöne Gedanken festgehalten und auch alles rund um Lilys Kollegin/Freundin war an der Stelle ideal ergänzt. Das hat mir gezeigt, dass es kein großes Tamtam braucht, sondern einfach etwas, was das Herz berührt. Die generelle Thematik war zu gewollt, aber in Kleinigkeiten konnte man definitiv etwas für sich mitnehmen. Aber ich hoffe doch sehr, dass mich Atkins mit dem nächsten Buch wieder mehr mitreißt.

Fazit: „Versprich mir, dass du tanzt“ ist im Vergleich zu anderen Dani Atkins-Werken als eher schwach zu bezeichnen. Ich fand die Themenwahl recht banal, da fehlte das gewisse Etwas. Zudem bekommen wir zwei Liebesgeschichten, die aber beide nicht recht zünden. So bleibt der angenehme Stil und dass sich Atkins immer weich anfühlt, aber sie habe ich sonst besser in Erinnerung.

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