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Veröffentlicht am 21.09.2025

Tiefe emotionale Dichte

Himmel ohne Ende
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Eines der emotional dichtesten Bücher, die ich je gelesen habe. Das Eintauchen in die Gefühlswelt der fünfzehnjährigen Charlie bereichert, macht nachdenklich und sorgt für den einen oder anderen Wiedererkennungseffekt. ...

Eines der emotional dichtesten Bücher, die ich je gelesen habe. Das Eintauchen in die Gefühlswelt der fünfzehnjährigen Charlie bereichert, macht nachdenklich und sorgt für den einen oder anderen Wiedererkennungseffekt.

Julia Engelmann hat uns mit Charlie eine Protagonistin geschenkt, der wir als Leser tief in die Seele und ins Herz blicken dürfen. Ein Teenager zwischen Zweifel, Wut, Trauer, Zugehörigkeit, Verliebtsein und eigenen Träumen. Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, erkennt man den einen oder anderen Wesenszug aus der eigenen Teenagerzeit wieder.

Ein Buch, das schonungslos erzählt und sich gleichzeitig einer poetischen Sprache bedient, sodass man mit dem Zitieren kaum hinterherkommt. Eine gefühlsgewaltige Sprache, die die innere Zerrissenheit sehr detailliert beschreibt. Sensibel und einfühlsam zeigt die Autorin, was es bedeuten kann, wenn Familien- und Freundschaftskonstellationen sich verändern und das erste Verliebtsein das Denken vernebelt.

„Du redest dauernd davon, was du alles willst, aber du tust nichts dafür.“ (S. 161 eBook) ein Zitat, das nicht nur in der Teenagerzeit seine Berechtigung hat. Denn auch Erwachsene müssen sich bewusst machen, dass man seinen Träumen aktiv entgegengehen muss. Ein kluger und warmherziger Roman, voller Lebensweisheiten und Gefühle.

Eine klare Leseempfehlung für alle, die es lieben, in gefühlvolle Welten einzutauchen und sich an einer poetischen Sprache zu erfreuen

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Leise Geschichte mir ernstem Thema

Die Bibliothek meines Großvaters
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Ein Roman mit Krimi-Elementen, der sich um das Thema Demenz, Hoffnung und Bücher dreht.

Kaede eine junge Lehrerin liebt ihren Großvater über alles und versucht diesem trotz seiner Erkrankung eine große ...

Ein Roman mit Krimi-Elementen, der sich um das Thema Demenz, Hoffnung und Bücher dreht.

Kaede eine junge Lehrerin liebt ihren Großvater über alles und versucht diesem trotz seiner Erkrankung eine große Stütze zu sein. Im Laufe ihres Alltags geschehen allerhand sonderbare Dinge und Kaede versucht mit Hilfe ihres Großvaters die sonderbaren Vorgänge einzuordnen und zu lösen. Aber Kaede ist in Gefahr und benötigt die Hilfe ihrer Freunde und ihres Opas. Eine sehr interessante Geschichte nimmt ihren Lauf.

Kaede ist eine eher zurückhaltende junge Frau, die neben ihrem Beruf vor allem die Liebe zur Literatur entdeckt hat. Sie kann sich in diesen Welten einfach fallen lassen. Neben ihrem Großvater haben mir ihre beiden Freunde Iwata und Shiki gut gefallen. Gerade Shiki, der Künstler mit den sonderbaren Gedankengängen, passt hervorragend in die Welt von Kaede und ihrem Opa. Der Schreibstil des Autors ist einfühlsam und gut beschreibend. Mit einer leichten Melancholie legt sich dieser wie ein Raureif auf den Text. Dennoch gibt es auch heitere Momente und die Spannung der Handlung wird immer wieder leicht angedeutet. Das Ende ist interessant und da es sich um eine Trilogie handelt ist die Geschichte noch nicht komplett abgeschlossen. Sehr interessant war die Behandlung des Themas “Demenz”. Ich habe hier einige neue Dinge erfahren. Aber die Informationen über diese sehr spezifische Krankheit waren nicht überbordend. Ein leichter mit einer kleinen Portion Spannung gezeichneter Roman der mir in Summe gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Ein kniffliger Fall zum Miträtseln

Lady Agnes und der tote Gärtner im Rosenbeet
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Cozy Crime, wie ich ihn liebe: herrlich skurrile Figuren, ein beschauliches Anwesen und dazu ein kniffliger Fall zum Miträtseln.

Lady Agnes ist eine englische Dame in den besten Jahren. Zur Seite steht ...

Cozy Crime, wie ich ihn liebe: herrlich skurrile Figuren, ein beschauliches Anwesen und dazu ein kniffliger Fall zum Miträtseln.

Lady Agnes ist eine englische Dame in den besten Jahren. Zur Seite steht ihr Henderson, ihr treu ergebener Butler. Thomas Henderson hat nur eine Schwäche: seinen Aberglauben. Ob die Zahl 13, schwarze Katzen oder bestimmte Rituale, sie sind ihm heilig. Die Köchin Grace verliert nach dem Tod des Gärtners Daniel Green ein wenig die Nerven und betrinkt sich, obwohl sie Alkohol eigentlich verabscheut. Und dann ist da noch der Kommissar, der nicht nur einen sehr eigenwilligen Kleidungsstil pflegt, sondern auch ein Geheimnis mit sich trägt.

Der englische Humor und die typischen Klischees über Briten und das Landleben sorgen immer wieder für ein Schmunzeln. Die kurzen Kapitel und wechselnden Perspektiven machen das Lesen spannend und bringen uns den Figuren näher. Besonders gut gefallen hat mir, dass ich den Täter so nicht auf dem Schirm hatte. Mein einziger Kritikpunkt ist der untypische Kommissar, seine Geschichte hätte für meinen Geschmack noch etwas ausführlicher herausgearbeitet werden können.

Ein Cozy Crime, den ich sehr gerne gelesen habe und ich würde mich auch über einen weiteren Band mit Lady Agnes freuen.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Unterhaltsamer Krimi mit charmantem Lokalkolorit

Lügen sind Rudeltiere
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Der Roman ist ein unterhaltsamer Krimi mit charmantem Lokalkolorit und der ungewöhnlichen Protagonistin Romy Sternek. Sie ist eine manchmal übermütige, leicht schusselige, aber sehr liebenswerte Figur, ...

Der Roman ist ein unterhaltsamer Krimi mit charmantem Lokalkolorit und der ungewöhnlichen Protagonistin Romy Sternek. Sie ist eine manchmal übermütige, leicht schusselige, aber sehr liebenswerte Figur, die den Lesenden mit ihrer unkonventionellen Art schnell ans Herz wächst. Ihre etwas skurrile Angewohnheit, fremde Beerdigungen zu besuchen, ist ein Versuch, einen persönlichen Schicksalsschlag zu verarbeiten – ein berührendes Motiv, das gleichzeitig für originelle Szenen sorgt.

Die Charaktere sind insgesamt gelungen gezeichnet, auch wenn einige Nebenfiguren etwas stereotyp wirken. Romy hingegen ist ein echter Lichtblick: eine Figur mit Ecken, Kanten und viel Herz. Einzig die romantischen Einschübe hätten für meinen Geschmack etwas sparsamer ausfallen dürfen. Dies ist möglicherweise ein subjektiver Eindruck, der meiner männlichen Perspektive geschuldet ist.

Besonders positiv fällt der feine Humor auf, mit dem die Autorin ihre Geschichte würzt. Auch die Einbettung in das hessische Umfeld – hier Frankfurt am Main – verleiht dem Roman eine schöne regionale Note, ohne aufdringlich zu wirken.

Die Spannung der Erzählung ist über weite Strecken gut aufgebaut, auch wenn hier und da etwas mehr Raffinesse denkbar wäre. Die Auflösung war für mich früh absehbar, was den Lesegenuss jedoch nicht wesentlich gemindert hat.

Der Schreibstil von Carla Eisfeld ist angenehm lesbar, stellenweise pointiert und mit einem leichten, gut dosierten Humor versehen. Das macht die Lektüre kurzweilig und zugänglich.

Ein insgesamt gut geschriebener Krimi mit einer sympathischen Hauptfigur, einem Schuss Lokalkolorit und viel Charme. Kleinere Schwächen in Spannung und Figurenzeichnung mindern den positiven Gesamteindruck nur geringfügig. Ein empfehlenswerter Roman mit Potenzial für mehr.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Ein Leben in Angst, Hoffnung und Liebe

Was die Liebe ersehnt
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Was ist das für ein Gefühlt, wenn du weißt, dass du in ständiger Angst leben musst, entdeckt zu werden? Ein Gefühl unerwünscht und verhasst zu sein?

Dieses Gefühl ein Wildtier im Dickicht vor dem Jäger ...

Was ist das für ein Gefühlt, wenn du weißt, dass du in ständiger Angst leben musst, entdeckt zu werden? Ein Gefühl unerwünscht und verhasst zu sein?

Dieses Gefühl ein Wildtier im Dickicht vor dem Jäger zu harren, um nicht “gejagt” zu werden, wird in diesem Roman zu Sprache gebracht. Daniel und seine Frau Hannah leben mittlerweile in Zürich, da in ihrer alten Heimat Deutschland das Nazi-Regime um Adolf Hitler das Leben für Juden unerträglich werden lässt. Hannah hat sich den Traum vom eigenen Krankenhaus erfüllt und Daniel hat einen neuen nicht ganz ungefährlichen Beruf ergriffen. Von allen Protagonisten hat mir Ariel, der Sohn von Hannah und Daniel diesmal am besten gefallen. Er kommt endlich aus sich raus und versucht um seine neue Liebe zu kämpfen. Überhaupt haben mir die einzelnen Charaktere wieder gut gefallen und es kommt zu einigen Hürden, die diese zu überwinden haben.

Eine große Stärke des Romans ist die seelische Beklommenheit, die die Protagonisten erleiden aufgrund der Repressalien der Nazis. Auch wenn diese in der Schweiz leben, macht dieses Gedankengut auch hinter der Grenze nicht halt. Dieses beklemmende Gefühl hat die Autorin mit starken Worten Rechnung getragen.

Der Schreibstil der Autorin ist gefühlvoll und gut lesbar. Ihre Worte geben der Geschichte die Authentizität, die es braucht, um die Gefühle aber auch die Probleme dieser Familie widerzuspiegeln. Einziger Kritikpunkt an der Konzeption der Story von mir ist, dass mir manches einfach zu glatt geht. Auch wenn es eine fiktive Geschichte ist, hätte ich mir doch vielleicht noch mehr Dramatik gewünscht, denn die Bedrohungslage der einzelnen Protagonisten ist teilweise sehr hoch und gefährlich. Aber in sich ist die Story sehr stringent und man lernt wieder viel über dieses dunkle Kapitel in Deutschland. Eine erneut gute Geschichte der Sternberg-Saga, die ich hier gut empfehlen kann.

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