Hin- und hergerissen
The Night We MetDas Cover gefällt mir sehr gut, besonders die gedeckten Farben und die beiden Hauptfiguren im Vordergrund. Beim Inhalt war ich jedoch hin- und hergerissen und musste länger darüber nachdenken, woran das ...
Das Cover gefällt mir sehr gut, besonders die gedeckten Farben und die beiden Hauptfiguren im Vordergrund. Beim Inhalt war ich jedoch hin- und hergerissen und musste länger darüber nachdenken, woran das liegt.
Einerseits erzählt das Buch eine schöne Liebesgeschichte mit gefühlvollen und witzigen Momenten. Der Schreibstil ist angenehm, und die Handlung wird aus den Perspektiven der Hauptcharaktere Chris und Larissa geschildert, was ich sehr mag. Vor allem die Szenen, in denen sich die beiden näher kommen sind gelungen beschrieben. Auch kleine Details, wie der witzige Name des Hundes oder die absurden Kundengeschichten aus Chris’ Arbeitsalltag, machen das Buch besonders. Die Figuren schätze ich auf Anfang bis Mitte zwanzig und ihr Verhalten passt größtenteils zu diesem Alter, wobei Larissa deutlich jünger erscheint als Chris.
Anderseits gab es immer wieder Momente, die mich aus dem Lesefluss gerissen haben. Chris ist Larissa gegenüber sehr beschützend. In manchen Szenen wirkt das passend und süß, in anderen hingegen fast schon bevormundend. Dadurch habe ich mich immer wieder gefragt, ob sein Verhalten noch in Ordnung ist oder bereits eine Grenze überschreitet. Das hat es mit schwer gemacht, vollständig in die Geschichte einzutauchen. Zudem konnte ich nicht ganz nachvollziehen, warum Larissa so lange in einer Beziehung mit Mike geblieben ist. Hier hätte ich mir eine Szene aus ihrer Perspektive gewünscht, die eine positive Seite von Mike zeigt.
Überrascht hat mich außerdem, dass das Buch das Thema Alkoholmissbrauch aufgreift. Es ist ein wichtiges Thema und wird auch gut umgesetzt, aber ich hatte es in dieser Form nicht erwartet.
Wer eine leichte, unbeschwerte Liebesgeschichte sucht, könnte enttäuscht sein. Das Buch greift durchaus ernste Themen auf und wirkt noch lange nach.