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jackiistz

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.09.2025

Die Vergangenheit vergisst nie

Die Verlorene
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Was kann man sich unter dem Titel "Die Verlorene" von Miriam Georg vorstellen? Eine Geschichte über eine Frau, die verloren zu sein scheint? Die vielleicht nicht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen ...

Was kann man sich unter dem Titel "Die Verlorene" von Miriam Georg vorstellen? Eine Geschichte über eine Frau, die verloren zu sein scheint? Die vielleicht nicht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen soll? Eines ist auf jeden Fall klar: Man ist bei diesem Roman auf den Spuren der Vergangenheit und findet vielleicht sogar eine alte Heimat wieder...

Änne erzählt ihrer Tochter und ihrer Enkelin manchmal von den Sommern in Schlesien, ihrem ehemaligen Zuhause. Nach dem 2. Weltkrieg kam Änne nach Deutschland und ist seitdem nie wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt. Wenn ihre Enkelin Laura weiter nachgebohrt hat, hat ihre Großmutter abgeblockt und dichtgemacht. Vieles wollte die rüstige Dame nicht erzählen. Zu schmerzhaft schienen die Ereignisse der Vergangenheit zu sein, zu schmerzhaft die Erinnerungen an ein anderes Leben. Als ein Schicksalsschlag jedoch das Leben alle drei Frauen beeinflusst, kommt wieder der Gedanke nach Antworten auf all die Fragen auf, die Änne nie bereit war zu beantworten. Vor allem Laura, deren Leben gerade auch eine große Wendung nimmt, möchte unbedingt mehr über das Leben ihrer Großmutter erfahren und macht sich kurzerhand auf nach Schlesien. Sie erhofft sich Antworten und möchte unbedingt erfahren, wie ihre Großmutter damals dort gelebt hat und was sie so erschütterte, dass sie nie wieder einen Fuß in das heutige Polen gesetzt hat. Dabei stößt sie auch auf Geheimnisse, die nie ans Tageslicht kommen sollten und so verwirrt und verstört zurücklassen. Kann Laura das Rätsel um Ännes Weggang aufklären? Woher kommt ihre Großmutter und wieso hat sie so große Angst vor der Vergangenheit?

Ihr müsst wissen, dass ich gerne mal einen Roman lese, der historische Ereignisse wiedergibt und in letzter Zeit landen viele Bücher mit Geschichten über den 2. Weltkrieg auf meinem Bücherstapel. Mich hat der Klappentext gleich gefesselt, da auch meine Familie damals aus Schlesien geflohen ist und in der Nähe von Frankfurt weitergemacht hat. Ich fühlte mich also gleich sehr verbunden mit Änne, Ellen (Lauras Mutter) und Laura selbst. Auch ich möchte schon lange mehr über die Vergangenheit meiner, leider bereits verstorbenen, Vorfahren erfahren. Dass Laura diesen großen Schritt wagt und nach Schlesien fährt um Antworten zu finden, finde ich so mutig und total inspirierend. Nachdem ich das Buch beendet hatte, wusste ich, dass ich es ihr unbedingt gleichtun möchte. Vielleicht, eines Tages, irgendwann möchte ich auch nach Schlesien fahren, die alte Heimat meiner Verwandten besuchen und sehen, wo und wie sie damals gelebt haben. Ich finde das richtig spannend und die Neugierde hat mich gepackt. Toll finde ich, dass das Buch zwei Sichtweisen hat. Die der Vergangenheit (man erfährt über Ännes Leben mit ihrer Familie auf ihrem Hof) und der Gegenwart (Änne, Ellen und Laura im Frankfurt 2019). So ergänzt sich die Geschichte super und man bekommt mit jedem weiteren Kapitel ein neues Puzzleteil geliefert. Auch den Schreibstil fand ich hier angenehm und ich kam super durch das Buch. Ich habe mir trotzdem etwas länger Zeit gelassen mit dem Lesen, da ich diese Geschichte einfach voll und ganz fühlen wollte. Ich fühlte mich den Charakteren und der ganzen Story so verbunden, dass es schon fast beängstigend war. Schon lange ist es mir bei einem Buch dieses Genres nicht mehr so gegangen. Mit der Auflösung bin ich auch zufrieden, wobei das Ende doch etwas schnell kam. Die Geschichte wurde lange und breit aufgebaut, das Ende flachte jedoch ziemlich schnell ab. Aber was gibt es auch mehr zu erzählen, als das, was Miriam Georg uns geschrieben hat? Richtig, nichts. Denn so war es und so endet es eben. Mich hat das Buch total berührt und es hallt sicher noch eine lange Zeit in mir nach.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Herrin der Lüfte trifft Prinz des Feuers

The Wind Weaver (Wind Weaver 1)
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Gegen ein gutes Romantasy-Buch und eine fesselnde Geschichte mit starken Protagonistinnen und morally grey Heros habe ich nie etwas einzuwenden und nachdem "The Wind Weaver" von Julie Johnson auf TikTok ...

Gegen ein gutes Romantasy-Buch und eine fesselnde Geschichte mit starken Protagonistinnen und morally grey Heros habe ich nie etwas einzuwenden und nachdem "The Wind Weaver" von Julie Johnson auf TikTok schon so durch die Decke gegangen ist, MUSSTE ich es lesen. Wenn die vier Elemente Wasser, Erde, Luft und Feuer aufeinander treffen, wird es gefährlich und das in jeder Hinsicht. Aber was ist, wenn diese vier Elemente einfach zusammengehören und mit ihrer vereinten Kraft die Welt retten können?

Rhya ist ein Halbling, welcher von einem Menschen aufgezogen wurde, nachdem ihre Eltern sie nach ihrer Geburt einfach ausgesetzt haben. Sie lernt schnell, dass Fae auf dieser Welt nichts zu sagen haben und man sich als solche möglichst bedeckt halten sollte. Denn den Fae drohen nicht nur hohe Strafen, sie werden in den meisten Fällen einfach hingerichtet, weil sie eben Fae sind. Die Menschen koexistieren in manchen Teilen der Welt miteinander, aber als ganze Horden von Menschen Armeen auch Rhyas Heimtstadt angreifen, muss sie fliehen. Und das direkt in die Arme von noch mehr Feinden. Kurz vor ihrer Hinrichtung taucht jedoch ein geheimnisvoller Fremder auf, der sie kurzerhand mitnimmt. Mehr oder weniger gegen Rhyas Willen, denn was bleibt der jungen Frau anderes übrig. Ihre Heimat existiert nicht mehr und viele Feinde sind ihr auf den Fersen. Da scheint der grummelige, geheimnisvolle Kommandant das geringere Übel zu sein. Als sie jedoch nach und nach erfährt, um wen es sich bei dem schweigsamen Fremden handelt, wird sie stutzig. Warum hat er sie befreit, entführt und am Leben gelassen? Wohin bring er sie und was bezweckt er damit? Schnell wird Rhya klar, dass sie aus einem bestimmten Grund verfolgt wird und man ihr nach dem Leben trachtet. Sie dient einem höheren Zweck, denn sie besitzt Fähigkeiten, die kein anderer Mensch oder Fae aufzuweisen hat. Genau wie ihr Entführer... Aber ist er einer von den Guten oder möchte auch er seine eigenen Ziele mit ihr verfolgen?

Nach Fourth Wing, ACOTAR und Quicksilver brauchte ich eine neue Fantasy-Welt in die ich voll und ganz eintauchen konnte. Ich liebe es, mich in den verschiedenen Welten zu verlieren und Fae, magische Wesen und andere, fantastische Orte "zu bereisen". Da The Wind Weaver auf TikTok so stark angepriesen wurde, habe ich es mir kurzerhand in der nächsten Buchhandlung besorgt und innerhalb von zwei Tagen durchgelesen. Die Geschichte rund um Rhya, ihre magischen Fähigkeiten, den grummeligen Kommandanten Scythe und die Kraft des Windwebens hat mich sofort ab Seite 1 in ihren Bann gezogen. Es geht direkt spannend und aufregend los. Man ist voll drin und an Action mangelt es im Laufe der Geschichte auch nie. Rhya erlebt eine Reise in ein weit entferntes Königreich, an ihrer Seite ihr schweigsamer Entführer Scythe, der sie alles andere als lieb und fürsorglich behandelt. Trotzdem entsteht zwischen den beiden ein enges Band, welches Rhya sich nicht erklären kann. Es handelt sich hierbei auf jeden Fall um einen Slow Burn-Trope mit einem gewissen Maß an Spice, der aber auf keinen Fall übertrieben ist. Für mein Dafürhalten hätte es sogar noch etwas mehr sein dürfen. Ich mag aber generell, dass sich die Spannung im Buch langsam aufbaut, es aber trotzdem nie langweilig wird. Es ist immer etwas los und man lernt viele, tolle Charaktere kennen. Nicht nur Rhya und Scythe haben es mir angetan. Es gibt viele Nebenfiguren, ohne die das Buch nicht funktionieren würde. Sie sind wichtig für den Verlauf und haben alle ihren ganz eigenen Charme. Auch finde ich die Gegenspieler fantasievoll ausgearbeitet. In vielen Büchern aus diesem Genre sind die Fae die "Bösen" und versuchen mit aller Macht die Menschen zu zerstören. Das ist hier genau andersherum. Auch mal eine spannende Abwechslung. Generell fand ich das Buch sprachlich auch sehr schön geschrieben. Ich kam gut durch und bin, wie soll es auch anders sein, nur ab und an über die fremden Begriffe und Fantasy-Namen gestolpert. Das gehört für mich beim Lesen von Fantasy aber einfach dazu. Ich kann es kaum erwarten die Fortsetzung zu lesen! Auch wenn diese, soweit ich weiß, noch gar nicht angekündigt ist. Ich glaube aber, dass es dort noch viel spannender und interessanter wird. Die Story hat auf jeden Fall viel Potential und der erste Teil ist schon mal ein sehr guter Anfang gewesen.

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Herzzerreißende Story mit ein wenig Spice

Almost isn't enough. Echoes of the Past (Secrets of Ferley 2)
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Jennifer Bright bringt mit dem zweiten Band von "Almost isn't enough" ein echtes Highlight heraus. Wenn man nicht schon nach dem ersten Band Tränen in den Augen hatte, ist es hier definitiv der Fall. Denn ...

Jennifer Bright bringt mit dem zweiten Band von "Almost isn't enough" ein echtes Highlight heraus. Wenn man nicht schon nach dem ersten Band Tränen in den Augen hatte, ist es hier definitiv der Fall. Denn manchmal scheint die Liebe zwar so groß, dass sie nichts bezwingen kann nur um am Ende festzustellen, dass sie doch in die Knie gezwungen wurde und viel stärker zurückkommen muss.

Damian leidet. Und das schon seit mehr als drei Jahren. Denn vor drei Jahren hat ihn seine große Liebe Hazle verlassen. Sie ist vom einen auf den anderen Tag verschwunden ohne ein Wort an ihn, ihre beste Freundin Summer oder deren gemeinsame Freunde zu richten. Sie war einfach weg. In dieser Zeit hat sich Damian immer mehr in sich selbst zurückgezogen und niemanden mehr so wirklich an sich herangelassen. Sein Leben war bis zu diesem Zeitpunkt sowieso nie ein leichtes. Auch wenn er aus reichem Hause stammt, hat er von seinen Eltern nie Liebe erfahren. Lediglich bei Hazle fühlte er sich vollkommen angekommen und zu Hause. Umso härter trifft es ihn, als Hazle dann plötzlich ohne Vorwarnung vor ihm steht und nicht einmal dann verraten kann, wo sie so lange war und vor allem WARUM sie damals gegangen ist. Aber auch für Hazle ist dies keine leichte Begegnung und sie schämt sich sehr ihren alten Freunden und der Liebe ihres Lebens wieder gegenüberzustehen. Was sie in der Zeit alles erlebt hat, die sie nicht in der kleinen Küstenstadt verbracht hat, mag man sich gar nicht vorstellen. Ihr Leben in der Großstadt Boston war kein Zuckerschlecken und die dunkle Vergangenheit hat sie dort schnell eingeholt. Aber zurück zu ihrem Grandpa, ihren Freunden und Damian konnte sie nicht. Da gab es etwas, was sie lange davon abgehalten hat sich ihrem alten Leben zuzuwenden. Aber warum genau ist sie jetzt zurück? Und kann zwischen ihr und Damian alles wieder so werden, wie es vor ihrem Aufbruch war? Hat sie ihr zwielichtiges Leben in Boston zurückgelassen oder schleppt sie die Probleme aus der Großstadt mit in ihr Zuhause?

Nachdem ich Band 1 der Reihe gelesen hatte, habe ich echt viel geweint. Mit dem Plottwist aus Band 1 hätte ich so gar nicht gerechnet und er hat mich emotional zerfetzt. Dass es im zweiten Teil um Damian und seine verlorene Liebe gehen würde, war mir zu diesem Zeitpunkt schon fast klar. Es wurde immer wieder über die geheimnisvolle Hazle gesprochen und dass es eigentlich keinen Grund gab, dass sie aus Damians Leben verschwand. Deshalb war ich natürlich super neugierig und wollte im Anschluss an Band 1 sofort erfahren, was es mit der Geschichte von Damian und Hazle auf sich hat. Enttäuscht wurde ich hier definitiv nicht und ich muss sagen, dass mir Band 2 noch einen Ticken besser gefallen hat. Hier war zwar genauso viel Emotion, wie im ersten Teil, aber die Story hat mir ein wenig besser gefallen. Ich liebe die Gefühle zwischen Damian und Hazle und ihre enge Verbindung zueinander. Auch, dass man nicht sofort weiß, was Hazle damals aus der Kleinstadt getrieben hat und warum sie letztendlich wieder zurückkam. Es war alles eine große Überraschung und das liebe ich beim Lesen. Wenn man nicht selbst vorhersehen kann, was als nächstes passiert. Das Buch wurde zu keiner Zeit langweilig und ich habe mich immer gut unterhalten gefühlt. Sowohl Damians Sicht, als auch Hazles haben mich tief in deren Gefühle eintauchen lassen und ich habe es auch gefeiert die anderen aus der Clique wieder zutreffen. Besonders bei Summer verspürte ich einen kleinen aber wahrnehmbaren Stich. Wenn ich bedenke, was sie alles in ihrem Band durchmachen musste, bin ich erstaunt darüber, wie sie sich in diesem Teil hier verhält. Generell kam ich mit dem Wordbuilding gut klar und mochte es sehr gerne. Ich bin förmlich durch die einzelnen Seiten geflogen und braucht nach Beenden des Buches auch einen kurzen Moment zum Durchatmen. Mir hat es sehr gefallen und ich kann es jedem nur ans Herz legen. Bitte lest euch allerdings die Triggerwarnungen zu den Büchern durch, wenn ihr euch für das Lesen dieser entscheiden solltet. Wie gesagt, ich habe an manchen Stellen wirklich schlimm geweint und mir gehen die Geschichten immer noch unter die Haut, obwohl ich sie vor einer Weile beendet habe.

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Veröffentlicht am 07.11.2024

Das Finale rührt zu Tränen

Shine Like Midnight Sun (Strong Hearts 2)
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Nachdem mein Herz nach dem Lesen von Glow Like Northern Lights schon in tausend Teile zerbrochen ist, konnte ich es nicht lassen die Fortsetzung auch in einem Rutsch zu lesen. Sarah Stankewitz schafft ...

Nachdem mein Herz nach dem Lesen von Glow Like Northern Lights schon in tausend Teile zerbrochen ist, konnte ich es nicht lassen die Fortsetzung auch in einem Rutsch zu lesen. Sarah Stankewitz schafft es immer wieder mich zu Tränen zu rühren und unfassbare Geschichten zu erschaffen. "Shine Like Midnight Sun" ist der Beginn und das Ende von etwas Großem. Etwas Herzzerreißendem. Bei dem ich aber froh bin es gelesen zu haben.

Lilly ist geflüchtet. Anders kann man es nicht sagen. Sie ist Hals über Kopf abgereist und hat einen liebes- UND herzkranken Aron in Island zurückgelassen. Nachdem sie von Arons kritischem Zustand erfahren hatte, wusste Lilly nicht wohin mit ihren Gedanken, Gefühlen und auch der Wut, die sie so plötzlich verspürte. Sie rettet sich mit letzter Kraft zu ihrer Großmutter nach Sylt und versucht dort ihr Leben und vor allem ihre Gefühlswelt wieder in den Griff zu bekommen. Derweil geht es Aron in Island immer schlechter. Und das nicht nur weil Lilly, die Liebe seines Lebens, ihn so plötzlich verlassen hat. Arons Gesundheitszustand verschlechtert sich zusehends, sodass er nicht um den Platz auf einer ganz speziellen Warteliste kommt: die für ein neues Herz. Von alledem ahnt Lilly nicht einmal etwas, zumindest solange nicht, bis sie erneut die Chance bekommt sich eine Zukunft in Island aufzubauen. Denn das Programm SaveTheIceland hat sich nach ihrer Bewerbung dort bei ihr gemeldet und möchte sie für sich gewinnen. Lange muss Lilly nicht überlegen und so steigt sie kurzerhand wieder ins Flugzeug. Nicht nur in eine neue Zukunft um etwas gute für die Umwelt zu tun, sondern auch um Aron wieder gegenüberzustehen... Kommt sie erneut mit einer Konfrontation dieser Art klar? Oder wird sie an ihre grauenhafte Vergangenheit und das Leid ihres Bruders zurückerinnert, wenn sie Aron sieht?

Wie oben schon gesagt, war ich ein großer Fan des ersten Bandes und da war es auch keine Frage, dass ich den zweiten lesen würde. Die Emotionen in den Büchern von Sarah Stankewitz sind immer unfassbar greifbar und so tief, dass ich schon wirklich die ein oder andere Tränke bei dieser Lektüre verdrücken musste. Sie schafft es immer wieder mich mit ihren Geschichten in einen Bann zu ziehen, sodass ich die jeweiligen Bücher nicht aus der Hand legen kann. So erging es mir auch mit "Shine Like Midnight Sun". Denn ich habe nicht einmal 24 Stunden gebraucht, bis ich das Buch beendet hatte. Das sagt wahrscheinlich schon sehr viel über die fünf Sterne aus, die ich dem Buch gegen habe. Aber da ist noch weitaus mehr. Ich mag ihren Schreibstil unfassbar gerne und fliege deshalb nur so durch die einzelnen Seiten. Auch, dass wir hier zwei Sichtweisen haben, die von Lilly UND die von Aron, mag ich sehr. So bekommt man die geballte Gefühlswelt der beiden optimal offenbart. Das Setting ist natürlich auch ein Traum. Wer möchte nicht gerne mal nach Island und sich dort verlieben? Sei es in einen hübschen, blonden Isländer oder die wunderschöne Natur, die man dort bestaunen kann. Lilly hat sich hier gleich in beides verliebt und das gefällt mir sehr. Auch, dass man etwas über die Organisation SaveTheIceland mitbekommt, ist wirklich cool. Dass Lilly bei diesem Programm mitwirkt zeigt nur wieder, wie sehr sie es geschafft hat ihr Leben umzukrempeln und sich aus den Fängen ihrer dunklen Gedanken zu befreien. Denn das sie keinen leichte Vergangenheit hat, wissen wir alle spätestens nach Band 1. Für mich ist dieses Buch ein gelungener Abschluss der Reise nach Island rund um Lilly und Aron. Auch das Ende rührte mich, wer hätte das gedacht, wieder zu Tränen. Taschentücher sollten auf jeden Fall ausreichend beim Lesen vorhanden sein. Das wunderschöne Cover und auch der dazu passende Farbschnitt sollen hier nicht untergehen. Wie schon in Band 1 ist das Cover unfassbar gut gelungen. Der Farbschnitt ist recht minimalistisch gehalten (wir kennen alle die aktuellen Farbschnitte und wie ausgefallen und bunt diese teilweise sind). Das gefällt mir aber gerade so gut. Ich würde nichts daran ändern wollen.

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Veröffentlicht am 15.08.2024

Mal wieder ein Meisterwerk von Rebecca!

Alles, was ich geben kann – The Last Letter
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Rebecca Yarros ist vielen ein Begriff. Mittlerweile kenne ich sie nicht nur durch die extrem erfolgreiche Fourth-Wing-Reihe, sondern durfte auch schon ihren letzten Liebesroman lesen. Deshalb war glasklar, ...

Rebecca Yarros ist vielen ein Begriff. Mittlerweile kenne ich sie nicht nur durch die extrem erfolgreiche Fourth-Wing-Reihe, sondern durfte auch schon ihren letzten Liebesroman lesen. Deshalb war glasklar, dass ich auch dieses neue Prachtexemplar zu meinem Eigen machen musste. Und was soll ich sagen? "Alles, was ich geben kann - The last letter" hat mich nicht enttäuscht. Nein, es hat mir sogar die Tränen in die Augen getrieben.

Ella hat es im Leben nicht leicht. Erst verliert sie ihre Eltern, dann ihre Großmutter und schließlich auch noch ihren Bruder Ryan. Ryan fiel während eines Einsatzes beim Militär und hinterlässt eine riesige Lücke in Ellas Leben. Und wenn ihr denkt, dass das schon alles hart war, wisst ihr nicht, was Ella noch alles erwarten wird. Denn ein weiterer Schicksalsschlag bahnt sich ungeahnt an und wird ihr Leben und das ihrer beiden Zwillinge Colt und Maisie komplett auf den Kopf stellen. Sie scheint mit ihrem Schmerz, der Trauer um ihren Bruder und den Schulden, die sie mit ihren 25 Jahren bereits angehäuft hat, völlig alleine dazustehen. Bis eines Tages ein Kamerad ihres verstorbenen Bruders vor ihrer Tür steht und seine Hilfe anbietet. Wie jede andere Frau es gewesen wäre, ist auch Ella erst sehr skeptisch und traut dem gutaussehenden Beckett nicht über den Weg. Warum sollte ein Fremder zu ihr in eine Kleinstadt ziehen und sich um sie und ihre beiden Kinder kümmern wollen? Welche Hintergedanken kann dieser Mann nur haben? Als Beckett ihr dann von Ryans "letzten Brief" an ihn und seine Bitte darin erzählt, wird Ella etwas sanftmütiger, bleibt aber dennoch weiterhin distanziert. Sie vertraut dem Fremden nicht, da sie sich nicht kennen und sie gar nichts über ihn weiß. Er scheint aber so viel über sie zu wissen. Was Ella nicht ahnt ist, dass nicht nur Beckett sie und ihre Gefühle mehr als gut kennt, sondern Ella auch schon einen Blick in Becketts Herz werfen durfte. Die beiden führten nämlich während Ryans und Becketts Stationierung eine Brieffreundschaft, in welcher sie sich in ihren Briefen alles über ihre Gefühle mitteilten. Beckett lässt sie in dem Glauben, dass "Chaos", wie er sich selbst in seinen Briefen an sie bezeichnete, auch im Einsatz ums Leben gekommen ist. Aber ist dies wirklich der beste Weg um eine langfristige Beziehung mit der Frau einzugehen, in welche er sich schon während des Schriftwechsels verliebt hat? Wird Ella dahinter kommen und ihm vergeben? Oder gibt es keine Rettung für deren Beziehung?

Ich habe das Buch erst heute beendet und muss sagen WOW. Was für eine Achterbahn der Gefühle ich in den fast 500 Seiten erleben durfte ist unfassbar. Ich kenne Rebecca Yarros Schreibstil bereits und liebe ihn. Der letzte Liebesroman, den ich von ihr lesen durfte, hat mir auch gut gefallen. Aber dieser hier hat einfach alles übertroffen. Es gab so viel Gefühl, einen tragischen Helden, der verzweifelt verliebt ist und eine starke Frau, die für ihre Kinder töten würde. Beckett liebt so stark, dass es mir förmlich wehgetan hat über seine Gefühle zu lesen. Auch in Ella konnte ich mich gut hineinversetzen. Sie war von Anfang an auf sich alleine gestellt und musste mit einem Unternehmen und Zwillingen klarkommen. Sie hat immer zurückgesteckt und in erster Linie an ihre Kinder gedacht Beckett ist also wie ein Geschenk des Himmels für sie, auch wenn es lange dauert, bis sie das selbst sieht. Die Entwicklung ihrer Beziehung ist typisch und Beckett musste sich Stück für Stück in ihr Leben schleichen und sich ihre Liebe verdienen. Tragisch ist hierbei, dass die beiden sich ja eigentlich schon gut kennen. Dass Beckett ihr das verheimlicht kann ich nicht nachvollziehen. Aber gut, das macht die ganze Geschichte nur noch spannender und auch einen Hauch mehr tragisch. Zu Beginn dachte ich, dass hier ganz schön viele Dramen auf einmal ausgepackt werden. Verstorbene Eltern, auch die Großmutter lernt man nicht mehr kennen, weil sie bereits nicht mehr lebt und dann noch eine Schock-Diagnose, die man seinem schlimmsten Feind nicht wünschen würde. Wie viel kann ein einzelner Mensch ertragen? Dass dies für viele die harte Realität ist, möchte man sich gar nicht vorstellen. Ella erlebt sie in diesem Buch und sie meister alles mehr als gut, wie ich finde. Im Nachhinein fand ich das "Drama" dann aber doch sehr passend und man braucht es auch, damit die Geschichte rund ist. Geschrieben ist sie abwechselnd aus der Sicht von Ella und aus der von Beckett. Ich liebe ja diesen Schreibstil, denn so kommt das Maximum an Gefühlen hervor. Als ich dachte, dass ich am Ende angekommen bin, gab es nochmal einen heftigen Plot Twist, der mich so stark zum Weinen gebracht hat. Ich habe die letzten 50 Seiten fast durchgehend geweint und das Ende konnte man vorher nicht erahnen, auch wenn man das nach den ersten 100 Seiten vielleicht vermuten könnte. Lasst euch also überraschen und legt euch genug Taschentücher zur Seite. Es ist herzzerreißend und höchst emotional. Dennoch eine wunderschöne Geschichte, die es sich lohnt zu lesen.

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